Gute Frage 20: Ist Luca jetzt infiziert?

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Meine Kollegin, die gar nicht mal so „drin“ ist in Vornamensthemen (aber weiß, wie gern ich darüber rede), kam neulich mit der These an: „Den Namen Luca kann man nun auch nicht mehr nehmen.“ Ich musste tatsächlich kurz überlegen, aber ja: Denkbar wäre es, dass die gleichnamige Kontaktpersonennachverfolgungs- und Risikokontaktbenachrichtigungs-App Luca quasi zur nächsten Alexa macht. Zumal die Assoziation „Die Zeit, als Kneipen und Restaurants Namenslisten führten und mancher seine Identität mit Scherznamen à la Donald Duck zu verschleiern suchte“ nicht gerade toll ist.

Luca war zuletzt äußerst beliebt, vor allem als Jungenname: 2020 kam er auf Platz 11 bei den Erst- und Platz 4 bei den Zweitnamen. Die italienische Form von Lukas ist offenbar schon länger eine sichere Bank für Eltern, die ihrem Sohn mehr als einen Namen geben wollen, siehe etwa diese Auswertung mit Doppel- und Bindestrichnamen der letzten zehn Jahre. Da Lukas nicht mit einer besonders ansprechenden Bedeutung aufwarten kann („der Lukanier“), dürfte der Hype allein auf den Klang zurückzuführen sein.

Die Luca-App wurde 2021 aus der Taufe gehoben und ist in Sachen Datenschutz und Sicherheit umstritten. Ihr Name, so kann man es in Berichten aus dem Frühjahr lesen, ist die Abkürzung für „lifestyle united – culture access“. Ah ja. Übrigens gab es 2021 noch einen zweiten recht präsenten Luca: einen „Seemonsterjungen“ in einem im Juni bei Disney+ erschienenen Computeranimationsfilm für die ganze Familie. Ein möglicher Gegenpol?

Und jetzt kommen Sie: Kann seine Rolle in der Pandemie Luca etwas anhaben? Haben Sie Ihren Sohn in diesem Jahr trotzdem (oder gerade deshalb?!) Luca genannt? Könnte die Assoziation sogar ganz cool wirken? Immerhin kommt man – je nach den sonstigen Corana-Regelungen – mit Luca unkomplizierter in Bars und auch zu Ikea.


8 Gedanken zu „Gute Frage 20: Ist Luca jetzt infiziert?“

  1. Ich mag dieses Format 🙂

    Zu Lukas- es gibt eine zweite, viel schönere Herleitung, nämlich vom altgriechischen “leukós/λευκός” (hell/weiß/leuchtend), aus dem sich das lateinisch “lux” (Licht) entwickelte. Lukas ist dann der der „Leuchtende“. Mein Bruder heißt so und zu ihm passt die Bedeutung sehr gut. Er ist fast immer gut gelaunt 🙂

    Der Name gefällt mir nicht nur wegen meines Bruders viel besser als Luka.
    Unisexnamen sind ja nicht so mein Fall.
    Ich glaube aber nicht, dass die Luka-App dazu beiträgt, dass der Name nicht mehr vergeben wird. Luka erfreut sich seit Jahren großer Beliebtheit, jeder kennt gefühlt eine oder einen Luka. Die App fühlt sich wie eine Nachbenennung an, anders als bei Alexa, der Name war nie sonderlich häufig. Dieser wurde dann sofort mit dem Gerät verknüpft.

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  2. Anders als bei Siri, Alexa oder Google benutzt man den Namen ja nicht als Anrede und man erteilt der App keine mündlichen Befehle. Also bleibt Luca in diesem Fall einfach ein Markenname unter vielen (und geht vielleicht auch irgendwann vorbei). Das hält den Schaden für den Vornamen in überschauberen Grenzen.

    Wobei Luca auch vor der App nicht mein Namensgeschmack war und durch den Suzanne-Vega-Song vorbelastet ist. Die Sängerin schlüpft zwar in die Rolle eines Jungen, aber man hört eine Frau singen „My name is Luca …“

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    • Ich dachte bis vor ein paar Jahren, dass Luka in dem Song eine Frau wäre und erst durch den Blog hier erfahren, dass dies nicht der Fall ist.

    • Soweit ich weiß, wurde für den Song gezielt ein Unisex-Vorname gewählt, um zu berücksichtigen, dass häusliche Gewalt Kinder jeden Geschlechts betrifft.

  3. Noch ein Unterschied zu Alexa:
    Luca war schon vorher überall als Name präsent, Alexa war doch eher ein Geheimtipp für Eltern, die was Besonderes wollten, was ja total legitim ist, und es dann natürlich nicht toll fanden, dass und auf welche Art Alexa plötzlich bekannt wurde. Ich hätte das auch doof gefunden!
    Die App kann dem Namen Luca meiner Meinung nach genausowenig anhaben wie die Julia-Hefte dem Namen Julia.
    Außerdem, hat die Beliebtheit von Luca nicht bereits ihren Zenit überschritten?

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  4. Ich halte sowohl Luca als auch Alexa für schöne und vergebbare Namen. Vielleicht auch deshalb, weil ich niemanden kenne, der dieses Google-Spielzeug zu Hause hat.
    Auf der anderen Seite freut es mich, dass Pepe, Hugo, Hilda und Wilma anscheinend ohne besondere Hänseleien durch’s Leben kommen. Das wäre zu meiner Schulzeit ganz anders gewesen.

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