Vornamen-Interview mit Gideon Bellin

Er lebt in der Bundeshauptstadt und heißt auch so ähnlich wie diese, allerdings mit Nachnamen: Gideon Bellin. In meinem Gespräch mit dem 28-jährigen DJ und Eventmanager, der sich auf Partys ohne Alkohol spezialisiert hat, ging es aber doch vor allem um seinen Vornamen.

Gideon Bellin

Wie lautet Ihr vollständiger Vorname?

Gideon Maximilian. Gideon deutsch gesprochen – also mit langem i.

Wie werden Sie genannt?

Meistens einfach Gideon.

Mögen Sie Ihren Vornamen?

Ja, ich finde ihn gut.

Wie würden Sie lieber heißen?

Da habe ich nichts in petto. Es ist aber schon mal vorgekommen, dass ich meinen Zweitnamen genutzt habe, wenn die Leute mit Gideon Schwierigkeiten hatten. Der Name ist ja schon etwas extravaganter, man hört ihn nicht oft.

Gibt es auch etwas, das Sie an Ihrem Namen stört?

Na ja, manchmal muss man ein bisschen erklären oder auch buchstabieren. Viele wissen aber auch schon, dass der Name aus der Bibel stammt, oder kennen ihn aus amerikanischen Fernsehserien oder Büchern. Mit meinem Nachnamen habe ich deutlich mehr Schwierigkeiten, weil viele erst mal „Berlin“ verstehen.

Wissen Sie, warum Ihre Eltern Sie so genannt haben?

Es sollte ein Name aus der Bibel sein – meine Familie gehört einer Freikirche an – und gern auch etwas Besonderes. Meine Schwestern heißen Deborah und Arauna. Neben dem Klang hat es meinen Eltern auch der Charakter der biblischen Figur angetan. Gideon wurde von einem Engel ausgewählt, um das Volk der Israeliten zu befreien. Vorher bat er Gott aber, ihm seinen Auftrag mit einem Zeichen zu bestätigen. Ein kritischer Typ also, der die Dinge hinterfragt. Wenn er jedoch von etwas überzeugt ist, zieht er durch und geht vorneweg. Das gefällt mir und passt tatsächlich auch zu mir. Ja, und mein Zweitname Maximilian erinnert an meinen Opa.

Wie reagieren andere auf Ihren Namen?

Manchmal werde ich gefragt, ob ich Deutscher bin. Oder auch, ob ich aus Israel stamme. Hänseleien wegen des Namens gab es nie.

Gibt es Probleme mit der Aussprache, Betonung oder Schreibweise?

Kaum, der Name ist ja doch relativ einfach. Im englischen oder französischen Sprachraum kennt man ihn sogar eher als bei uns.

Haben Sie schon mal einen Namensvetter getroffen?

Da fallen mir insgesamt drei Begegnungen ein – was wenig ist, durch meinen Beruf treffe ich sehr viele Menschen. Zwei dieser Gideons stammten aus Afrika, der dritte war Deutscher, ebenfalls mit freikirchlichem Hintergrund. Er hatte sogar auch eine Schwester namens Deborah und war so alt wie ich, das war schon witzig.

Haben Sie schon eine Vorstellung, wie Sie eigene Kinder nennen würden?

Darüber habe ich tatsächlich schon nachgedacht. Die Namen dürften gern auch etwas ausgefallener sein. Ich mag ältere deutsche Namen. Siegfried gefällt mir zum Beispiel gut – oder etwas ähnlich Heroisches für einen Jungen. Auch ein Mädchen würde einen besonderen Namen bekommen.

Anmerkung: Die Schwester heißt Arauna und nicht Alraune, wie hier ursprünglich zu lesen war.

7 Gedanken zu „Vornamen-Interview mit Gideon Bellin“

  1. Den Namen Gideon kenne ich tatsächlich aus amerikanischen Serien und aus „Rubinrot“ von Kerstin Gier.
    Klanglich gefällte er mir ganz gut, die Aussprache ist auch eindeutig.
    Viel mehr staune ich gerade über den Namen der Schwester: Alraune.
    Alraunen kenne ich bisher nur als Schreibaby-Pflanze aus „Harry Potter“

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  2. In den USA wird der Name Gideon zur Zeit immer beliebter. Kannte dort nur kleine Jungs namens Gideon.

    Den Namen mag ich sehr. Was mich auch begeistert, ist dass ein junger Mann sich für alte deutsche Namen interessiert.

    Partys ohne Alkohol–ein sympathisches Konzept. Wäre interessant zu wissen, ob dieses Konzept mit christlichem Glauben zusammenhängt.

    Den Namen Alraune finde ich auch erstaunlich–passt so gar nicht in das Schema von Deborah und Gideon.

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  3. Fast jedem dürften schon einmal die “Gideoniter” direkt oder indirekt begegnet sein. Das ist ein Verein zur Verteilung von Bibeln, die “Hotelbibel” in der Schublade eines Hotelzimmers ist typischerweise von denen, und sie verteilen auch Bibeln an öffentlichen Plätzen.

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  4. Gideon und Deborah gefallen mir.
    Der Name Alraune ist mir bisher nur in einem Namensbuch begegnet, als Nebenform zu dem althochdeutschen Namen Alrun.
    Eine andere Nebenform davon, Alruna, ist mir zumindest vom Hörensagen schon begegnet (Tochter einer Bekannten von einer Freundin)

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  5. Sehr nettes Interview allerdings heißt unsere Schwester Arauna!

    Jedoch ist es nicht selten dass ihr Name falsch verstanden oder geschrieben wird. Hier aber der Hinweis ;).

    Eventuell gibt es ja bald auch noch ein Interview mit ihr.

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    • Uh, auf die Idee bin ich gar nicht gekommen. Das tut mir sehr leid! Es hätte mir wohl doch komisch vorkommen müssen, ein nicht-biblischer Schwestername …

      @Knud: Kannst du das bitte in dem Interview reparieren?

      Jetzt bin ich natürĺich umso interessierter, mich mal mit Arauna zu unterhalten! 🙂

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