Diese Namen gibt es (fast) nur in Bayern

Der kleine Anian möchte aus dem Bällebad abgeholt werden.

„Der kleine Anian möchte aus dem Bällebad abgeholt werden.“ Wenn du diese Durchsage hörst, bist du wahrscheinlich in einem Möbelhaus in Bayern. Die Wahrscheinlichkeit grenzt an Sicherheit, wenn du mitkriegst, wie sich nebenan im Rutschenparadies Luitpold und Korbinian in die Haare kriegen. Woher ich das weiß? Diese Vornamen werden überwiegend in Bayern vergeben. Es gibt eine ganze Reihe typisch bayrischer Jungennamen:

Andreas * Anian * Ignaz * Josef * Korbinian * Leonhard * Lorenz * Ludwig * Luitpold * Marinus * Quirin * Severin * Vinzenz * Vitus * Wolfgang * Xaver * Zeno

Wie habe ich das ausgewertet? Die meisten, also mehr als die Hälfte der Kinder, die in den letzten zehn Jahren einen dieser Vornamen bekommen haben, wurden in Bayern geboren. Andreas und Wolfgang sind nicht wirklich typisch bayrische Vornamen, denn diese wurden im vorigen Jahrhundert massenweise in ganz Deutschland vergeben. In den letzten zehn Jahren war das aber nicht so. Auch bei den Mädchennamen gibt es mit Simone so einen Namen, der erst neuerdings eingebayert wurde. Hier meine Liste der typisch bayrischen Mädchennamen:

Adelheid * Bernadette * Genoveva * Josefa * Luzia * Magdalena * Maximiliane * Philomena * Ramona * Raphaela * Regina * Rosina * Rosmarie * Simone * Verena * Veronika * Vreni * Vroni

22 Gedanken zu „Diese Namen gibt es (fast) nur in Bayern“

  1. Anian habe ich noch nie gehört. Hat ein schönes Schriftbild, aber eine furchtbare Bedeutung, „der Gequälte“ ist jetzt nicht so ideal für ein Baby.

    Wolfgang und Andreas empfinde ich als sehr altmodisch für einen kleinen Jungen, wobei ich in einem Praktkum auch mal einem etwa vierzehnjährigen Manfred begegnet bin, was mich sehr irritiert hat, dann doch lieber Andreas.

    Bei den Mädchen sind viele schöne Namen dabei Luzia (habe ich hier in Rheinland-Pfalz aber schon öfter bei kleinen Mädchen gehört, einen Kindergartenfreundin meiner Schwester hieß so)
    Magdalena und Rosemarie.
    Josefa gefällt mir als Zweitname ganz gut, wohingegen Josef gar nicht mein Geschmack ist. Dabei unterscheiden die beiden Namen sich nur in einem Buchtstaben.

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    • Anians Bruder heißt das Linus? Ich frage mich immer, wie man darauf kommt, Kindern solche Bedeutungen mitzugeben…

  2. Und mir gefällt Josef (oder Joseph) viel besser als Josefa 🙂

    Ich mag ansonsten besonders Severin, Philomena, Rosmarie und Veronika. Ist Rosmarie bei Babys in Bayern heute häufiger als mit einem e mehr, also als Rosemarie?

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    • In Bayern kommen Rosmarie und Rosemarie ungefähr gleich häufig vor, in ganz Deutschland ist Rosemarie viel häufiger. Für Norddeutschland habe ich keinen einzigen Eintrag des Namens Rosmarie in meiner Sammlung!

    • Lustig, wie unterschiedlich doch die Geschmäcker sein können ☺️
      Mir gefällt die Schreibweise Joseph dann aber doch besser als Josef, bei Josefa ist es aber tatsächlich andersherum.

      Ich sehe jetzt erst, dass da Rosmarie steht und nicht Rosemarie.
      Rosmarie mit weichen „s“ finde ich auch schön also nicht so, wie die meisten Roswitha „Roßwitha“ oder noch schlimmer „Rosswitta“ aussprechen.

      Aber die klassische Rosemarie gefällt mir dann doch besser, vermutlich weil meine Großmutter so heißt und mir diese Form vertrauter ist.☺️

    • Interessant, dass (nur) die Bayern bei Rosemarie gern einen Buchstaben verschlucken – da verstehe ich auch, warum eine aus dem Süden stammende Kollegin mich öfter Annmarie genannt hat 🙂

      @Miez: In Ros(e)marie steckt ja die Rose – und in Roswitha das Ross (wieher!). Die weichere Aussprache von Rosmarie liegt also nahe. Ich denke bei Rosmarie allerdings auch an das Küchenkraut (nicht schlimm), bei Rosemarie nicht (eher noch an die Nitribitt … aber das ist ja eine uralte Geschichte).

      Andreas gefällt mir klanglich übrigens sehr gut, viel mehr als Wolfgang. Bloß der dranhängende Andi … hm.

    • @Annemarie

      Nach meinen etymologischen Informationen steckt in Roswitha kein Roß und kein Reiter, sondern Hrod „Ruhm“ und Swi(n)th „stark, kräftig“

    • Zu den Ros-Namen werfe ich jetzt noch Rosmerta ein: Eine keltische Göttin, die im römischen Reich mit der römischen Göttin Maia identifiziert wirde, und Lesern der Harry-Potter-Reihe durch die Madame Rosmerta, die Wirtin in der Kneipe in Hogsmeade, bekannt.

    • Nochmal zu Roswitha. Wie wird der Namen dann korrekt ausgesprochen? Ros wie in Rose oder Roß/Ross-witha?

    • @Miez

      Nach Duden wird Roswitha auf dem langen I betont, in einer nebentonigen Silbe ist dann der Unterschied ros/ross nicht mehr wichtig und wird vernuschelt.

    • Danke elbowin!
      Dann habe ich den Namen jahrelang falsch ausgesprochen. Wird mir jetzt hoffentlich nicht mehr passieren ☺️

    • Ich spreche Roswitha „Roßwitha“ aus. Kurz betontes o, Ros wie das Ross und das i wird länger betont.

      Das ist wohl die häufigste Aussprache, regionale Unterschiede kann es aber geben.

  3. Diese Namen halte ich für typisch bayrisch, die gibt es in Ostwestfalen so gut wie gar nicht: Ignaz, Korbinian und Luitpold, Xaver

    * Andreas – ich kenne zwei Teenager mit diesem Namen und ganz viele im Alter von 40 – 60.

    * Josef – gibt es ganz viele, ab 60 und älter. Die ganz Alten werden Jupp genannt. Bei Josef wundert es mich, dass der Name unter Kindern nicht beliebter ist. Josef wäre doch ein guter Retroname, noch dazu biblischer Herkunft, wo doch Namen mit Jo….. so beliebt sind.

    * Leonhard – gibt es in OWL, allerdings muß ein junger Leonhard immer dazu sagen, dass er nicht Leonard heißt.

    * Ludwig – gibt es im Alter ab 60 und älter

    * Vinzenz – es gibt nur Vincent und St. Vincenz/Vinzenz für soziale Einrichtungen.

    * Wolfgang – ja gibt es, in der Altersklasse ab 45 und älter

    Unter den Mädchennamen sind einige Namen dabei, die man hier nur in der älteren Generation findet.

    * Adelheid – ein Uroma-Name

    * Bernadette – ein Tanten- und Oma-Name

    * Josefa – ist ein Oma- und Uroma-Name – aber Josefine ist ein Kindername

    * Luzia – gibt es im Alter ab 60 und älter. Unter Kindern gibt es Lucia, Lucie und Lucy.

    * Magdalena – gibt es auch unter Jugendlichen.

    * Maximiliane – ist nur in der männlichen Variante vertreten.

    * Ramona – war in den 70ern mal Modename.

    * Raphaela – hier gibt es auch nur die männliche Variante. Raphael ist aber recht zeitlos, also 50 und jünger.

    * Regina – gibt es in der älteren Generation. Ich kenne aber eine 30jährige Regina.

    * Rosina – gibt es hier nicht

    * Rosmarie – nur als Rosemarie in der älteren Generation – Rufname: Rosi

    * Simone – es gibt ganz viele in meiner Generation, aber nicht unter Kindern. Dafür ist Simon recht häufig unter Kindern anzutreffen.

    * Verena – auch eher meine Generation, aber eine Verena kann man auch unter Jugendlichen antreffen.

    * Veronika – gibt es, als Tanten- und Oma-Name, aber nicht so häufig

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  4. Hm, da sind auch Namen dabei, bei denen ich mich frage: Wahrscheinlich wurden die in ganz Deutschland nur fünfmal vergeben, dreimal davon in Bayern, und damit sind es dann ernsthaft nach der Logik des Artikels bayerische Vornamen? 😉

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  5. Ich komme aus Bayern und habe den Namen Anian beispielsweise noch nie gehört. Auch andere dieser Namen sind mir gar nicht geläufig, schon gar nicht als Kinderwagen.

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  6. Ich komme aus Bayern und finde von den Namen folgende „normal“:

    Magdalena (sehr häufig bei Kindern bis jungen Erwachsenen), Maximiliane/Ramona/Raphaela/Regina: bei jüngeren Erwachsenen normal, Regina in jeder Altersklasse; Verena/Veronika/Simone: in meinem Alter (26) plus minus sehr verbreitet.

    Ansonsten: Bernadette kenne ich tatsächlich 2, üblich finde ich den Namen aber nicht. Adelheid habe ich allenfalls bei alten Leuten gehört, spontan fällt mir aber auch keine ein. Eine Genoveva habe ich noch nie getroffen oder davon gehört, finde den Namen sehr ungewöhnlich, wie auch Philomena.

    Vroni und Vreni sind übliche Spitznamen für Veronika & Verena, als offiziellen Namen habe ich es schon mal bei Kleinkindern gehört.

    Rosmarie finde ich für die ältere Generation normal, Rosina eher selten, aber hab ich auch schon gehört.

    Lucia lese ich schon des Öfteren, allerdings mit c, eine Josefa kenne ich nicht (aber Josefine ist bei Kindern verbreitet).

    Andreas ist bei Männern meiner Generation und älter weit verbreitet.

    Für ältere Männer finde ich Ludwig, Josef, Lorenz, Leonhard, Wolfgang, Xaver sehr geläufig, die Namen kommen auch bei Kindern wieder.

    Anian und Zeno habe ich noch nie gehört und kannte ich bis gerade eben nicht.

    Ignaz und Luitpold empfinde ich als extrem altmodisch und kenne auch keinen, der so heißt, selbiges gilt für Vitus, wobei ich meine, den Namen schon mal bei jemandem gehört zu haben.

    Korbinian ist ein normaler Name in allen Altersstufen für mich.

    Einen Marinus oder Severin kenne ich nicht und würde mir auch als ungewöhnlich auffallen, Quirin ist auch nicht häufig, aber würde mir erstmal nicht auffallen, da mir der schon eher geläufig ist.

    Und während ich Vincent ganz normal finde, habe ich Vinzenz eher selten gehört, würde mich aber auch nicht schocken. 😀

    Ich glaube, Franziska ist auch so ein Name, der anderswo nicht so häufig ist wie hier. Von 0 bis Ende 30 ist das hier sehr üblich. Kilian fällt mir noch bei Männern ein.

    Gefallen tun mir von den hier genannten Namen:
    Magdalena (besser aber Helena, Milena, Marlene…), Andreas, Leonhard, evtl. Korbinian

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    • Regina als Namen einer jungen Frau, ich bin überrascht (wobei, ich tatsächlich von einer Regina weiß, die jünger ist als ich).
      Andreas ist hier in RLP auch eher ein Name, ab Ende vierzig.
      Franziskas kenne ich aber einige, auch über dreißig, die werden immer „Franzi“ gerufen.

    • Andreas ist grade in meinem Alter tatsächlich extrem häufig. Mein Freund sowie die Freunde von zwei Freundinnen heißen alle Andreas 😀 Auch ansonsten kenne ich etliche, bei Kindern allerdings gar nicht mehr.

      Regina finde ich schon auch eher für ältere Damen üblich, dennoch laufen hier auch etliche junge Reginas rum.

      Franziska ist für mich auch bei Kindern üblich.

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