Babynamen der Woche 47/2018

Cilea * Tade Jonas * Su * Beene * Keylam * Jelte * Roman Hermann Maria * Thida Marleen * Finn-Luka * Katharina Melody * Adem Mohammed * Enna * Aliyar * Namika * Arian Elias * Tina Raquel * Darian Antonio * Jamie Franzis * Beat * Merida * Jorne * Ennio * Willy Konrad * Alexander Damian * Anabell Barbara * Ophelia Ida Leona * Enissa * Aiden-Ilyas * Dvora * Evelina * Leon-Elias Noah * Alexandra-Ivanka * Emilia-Cheyenne * Enid Louisa

appy mother with baby © Svetlana Fedoseeva - Fotolia.com
Foto © Svetlana Fedoseeva – Fotolia.com

Zwillinge

  • Ava Felizia & Carla Valentina
  • Greta & Johann
  • Nele & Jule

Und außerdem …

54 Gedanken zu “Babynamen der Woche 47/2018”

  1. Willy Konrad sprang mir direkt in die Augen wegen der Assoziation zu den ehemaligen Bundeskanzlern Willy Brandt (gebürtig Herbert Ernst Karl Frahm) und Konrad Adenauer. Mit oder ohne o.g. Assoziation mag ich den Namen.

    Thida Marleen klingt schön. Thida kannte ich noch nicht. Marleen finde ich ganz besonders schön.

    Tina Raquel hat was, klingt cool. 😉

    Damian Antonio – da folgt zwar An- auf -an, aber das stört mich nicht besonders in dem Fall. Für mich passen die Namen zueinander. Antonio mag ich besonders.

    Ophelia Ida Leona finde ich wunderschön. Alle drei Namen mag ich besonders gerne und sie passen auch zusammen. Für Drillingsmädchen wären die Namen auch top.

    Leon-Elias Noah finde ich gut kombiniert, nur der Bindestrich stört mich.

    • Schtroumpfette, freut mich sehr, daß jemand die gleiche Assoziation zu Willy Konrad hat! Der leibliche Vater von Brandt hieß übrigens John, also so ein englischer Hanseatenname – er hat sich nach Willys/Herberts Geburt sofort verflüchtigt. Brandt hat sich danach sein Leben lang geweigert, ihn zu treffen.

      Die Liebe der Deutschen zum Unheil verheißenden Namen Ophelia werde ich aber nie verstehen…

      Raquel. Das klingt in meiner Generation schon immer noch ein bißchen arg nach Raquel Welch – also so ähnlich wie Bo. 😉 Andererseits gibt es von einem meiner liebsten israelischen Sänger, nämlich David Broza, ein Liebeslied namens „Raquel“. (Das Lied ist spanisch. Broza singt auf hebräisch, englisch und spanisch – drei wunderschöne Sprachen.) Finde den Namen auch hübsch.

      Bei Leona hingegen bin ich wieder bei der Gitarre „La Leona“ – der Prototyp aller spanischen Gitarren, gebaut vom großen Antonio Torres.

      https://de.wikipedia.org/wiki/La_Leona

      Natürlich ist aber auch das als Name in Ordnung. Welches Instrument könnte schöner klingen als die klassische, also spanische, Gitarre? Andrés Segovia hat mal gesagt, daß die Gitarre auch „in den groben Händen eines Flamenco-Gitarristen noch schön klingt“. Stimmt.

      Und es spricht grundsätzlich nichts dagegen, ein Mädchen nach einem Musikinstrument zu benennen. (Solange es nicht gerade die Kesselpauke oder die Trompete ist. 😀 )

      Und Leona ist eben „die Löwin“, also die fleißige und kriegerische Ehefrau ihres nichtsnutzigen Mannes. Mädchen sollen ja auch schöne Kriegerinnen und keine harmlos-doofen Püppis werden.

      So, aber nochmals andererseits: Leona klingt hier und heute, in diesem unseren Lande, schon ein bißchen wie der Versuch, das unterschichtige Leonie aufzuhübschen.

  2. Ich hatte die Zwillingsnamen übersehen:

    Ava Felizia und Carla Valentina – ich gehe davon aus, dass Ava und Carla die Rufnamen sind. Mir wären die Namen klanglich zu nah verwandt für Schwestern/Zwillingsschwestern. Beide Kombis gefallen mir jedoch sehr gut.

    Greta & Johann passen vom Stil her gut zusammen.

    Nele & Jule – die Tochter einer Freundin heißt Jule. Favorit war zuvor Nele, aber so hieß bereits die Tochter von Bekannten…. Die zweite Tochter heißt Lotta. Mir wären Nele und Jule (wie eben Ava und Carla) zu ähnlich.

  3. Wahlpflicht:
    Alexander Damian oder Leon Elias Noah (ohne Bindestrich)
    Ava Felizia oder Carla Valentina

    Wahlpflicht geschüttelt:
    Konrad Alexander oder (Konrad Elias) und Valentina Felizia

  4. Hingucker der Woche scheint mir Willy Konrad – also Brandt und Adenauer. Noch BRD-staatstragender geht es eigentlich nicht mehr. Adenauer hat Brandt im Bundestag mal gehässig vom Rednerpult mit „Herr Frahm“ angeredet, aber „uns Willy“ konnte gelegentlich auch gut austeilen.

    Dieses „uns Willy“ ist übrigens interessant: Die linksliberale Mittelschicht parodiert liebevoll-herablassend den (unterstellten) Jargon der Proletarier.

    Ivanka wundert mich ein bißchen – kennen die BRDler heute doch keinen schlimmeren Teufel als Donald Trump. Ist hier übrigens schonmal eine kleine Melania aufgetaucht?

    Su. „A boy named Sue“.

    Roman Hermann Maria. Das paßt irgendwie überhaupt nicht zusammen. Gar nicht so sehr wegen des gutkatholischen Maria, sondern wegen des Gegensatzes zwischen „dem Römer” und Hermann dem Cherusker. Aber bitte sehr, es gibt Schlimmeres.

    Roman als Einzelname. Einerseits der mir zutiefst unsympathische polnische Politiker der Zwischenkriegszeit, also Roman Dmowski – eine Art Vorläufer der Kaczynski-Zwillinge. (Dmowski war der Gegenspieler des von mir sehr bewunderten Marschalls Josef Pilsudski.) Andererseits aber auch der große Schauspieler und Regisseur Roman Polanski. Jedenfalls ein achtbarer Name.

    Beat kenne ich als klassischen Schweizer-Namen. Lange nicht gehört… Brüderchen heiß dann Urs.

    Ennio – Morricone.

    Schauderhaft: Jorne. Typischer Selbstbastel-Norddeutschland-Name.

    Ähnlich Jelte. Soll das ein Junge oder ein Mädchen oder irgendwas dazwischen sein? Aber wir leben ja in Zeiten, in denen sich jeder sein Geschlecht selbst aussuchen dürfen soll.

    Adem Mohammed. Sehr achtbar. Etwas bombastisch, aber hochheilig. Der erste und der letzte Prophet.

  5. Tade, Jorne, Jelte – sehr fremd für meine bayrischen Ohren. Für die klingt es auch nicht angenehm.

    Beene – hat ne Assoziation mit “Beine”.

    Finn-Luka – das wird wohl der neue “Karl-Heinz” oder die männliche “Marie-Luise”

    Jamie Franzis – da sind wir wieder bei “Mädel oder Junge???”. Jamie kann beides sein, bei Franzis tippe ich jetzt mal auf weiblich von Franziska? Allerdings, Francis wäre wieder männlich und Frances weiblich, hm, keine Ahnung?!?!?!

    Beat – gefällt mir sogar 😀 aber ich fürchte, sein Problem wird die Verbindung zum englischen “beat”. Schade.

    Cilea – nie gehört, aber angenehm.

    Leona – auf den ersten Blick ein schöner Name, doch dann: “Ja aber spricht man das Le-ooooo-na oder LE-ona?” Ich weiß es bis heute nie aufs erste Mal und hab als nächsten Gedanken immer gleich die Lyoner-Wurst. Seeehr schade.

    • Finn-Luka – das wird wohl der neue “Karl-Heinz”

      LOL – der Spruch ist gut, den merke ich mir! Demnächst im Funk und Fernsehen 😉

    • Ich finde den Finn-Luka-Karl-Heinz-Schnack auch sehr gut! Knud sollte ihn via NDR popularisieren. 🙂

      Und ich schaffe es einfach nicht Finn/Fynn als männlich zu hören. Eine Exfreundin von mir hat sich immer als Finn anreden lassen, weil ihr ihr eigentlicher Vorname Finja nicht gepaßt hat. Damals gab es aber auch noch keine männlichen Finns. Nee, tut mir leid: Finn ist für mich ein Mädchenname.

      Zum Thema „Leona und Lyoner Wurst“ gab es hier mal einen eigenen Thread. Ich glaube, der Blogbeitrag war von Annemarie. Das wäre hierzulande kein Problem, weil die köstliche Wurst-Delikatesse 😉 hier praktisch immer „Fleischwurst“ (und eben nicht „Lyoner“) genannt wird.

      Leona würde ich immer auf dem o betonen aussprechen. Also anders als Leonie, das auf dem ersten e betont wird. Kann aber sein, daß das andere Leute aus anderen Regionen anders empfinden…

      Mit Beene hat Vita vollkommen recht. Das sind eben die Beine. Ich habe übrigens mal in der FAZ gelesen, daß man in Bayern für Beine oft „de Fias“ gesagt hat – also für das ganze Bein vom Hintern bis zu den Zehen. Weil Bein halt nach Knochen klingt. „Dös is ganz a beinerne Hex!“ Zu diesem Theorem brauchte ich aber die Expertise von Maria Th ….

      Im Russischen übrigens wird auch nicht präzise zwischen Beinen und Füßen unterschieden. Und im Hebräischen gibt es (wie im Arabischen) bis heute neben Singular und Plural noch den Dual – also für Dinge, die üblicherweise paarweise auftreten. Endet im Hebräischen meistens auf -ajim. „Le Einajich haKchulot“ – „An Deine blauen Augen“. So heißt eines meiner Lieblingslieder des von mir sehr geschätzten israelischen Sängers Yehuda Poliker. Regel (/REGgel/ Fuß) –> Raglajim (die beiden Füße eines Menschen.) Es ist das gleiche Wort wie das arabischstämmige Wort Rigel für den linken Fußstern im Sternbildes Orion, das wir jetzt im Fast-Winter wieder bewundern können.

      Darüber, daß Beene als Name ziemlich unmöglich ist, sind wir uns hingegen wohl einig.

    • Die Expertise von Maria Th.:

      Natürlich, das sagt man auch heute noch: “de Fiaß” für die ganzen Beine. Andernorts “brach sich jemand das Bein”, hierzulande “hat si wer an Fuaß brocha”, auch wenn es ein Ober- oder Unterschenkelbruch ist.
      Richtig, Bein = Knochen, weitere Verwendungen: Gebeine, beinhart = knochenhart, Elfenbein (das waren auch vermeintlich die Gebeine von Elfen, nicht der Elefantenstoßzahn), beinern = knochig
      Aber wenn, dann müsste man die Hex schon als “boanan” bezeichnen. – Des is a ganz a boanane Hex! (und zweimal “a” nicht vergessen 😀 )

    • @ Maria Th.

      Lieben und herzlichen Dank für die Expertise und die korrigierenden Ergänzungen! 🙂 🙂

      Über die Herkunft des schönen Wortes Elfenbein habe ich noch nie nachgedacht oder gar recherchiert… (Vermutlich, weil Elfenbein-Schnitzereien mein Budget stets weit über überstiegen haben.) Das Wort „beinhart“ i.S.v. „knochenhart“ gibt es aber auch in Norddeutschland.

      Leider habe ich vergessen, von wem damals der FAZ-Artikel war, es könnte gut Roswin Finkenzeller gewesen sein. Ach, das waren noch Zeiten, als es sich gelohnt hat, die FAZ zu lesen. Es war wirklich ein Edel-Blatt. Heute haben da auch die Annalenas und Philipp Alexanders Einzug gehalten.

    • Ja, und den Boandlkramer hab ich noch vergessen, diesen bajuwarischen Euphemismus bzw. Inkarnation des Todes, der “Knochenkrämer”, der vor allem auch durch das Erzählung von Franz v. Kobell bzw. deren Verfilmung “Brandner Kaspar schaut ins ewige Leben” überregional bekanntgeworden ist.

    • Das war mir wirklich neu – wiederum danke! Kenne auch weder den Autoren noch den Film.

      Im spätmittelalterlichen Frankreich und Burgund gab es eine ganze Kultur des Todeskults. Eben den berühmten „danse macabre“, den Totentanz. Gar die Literaturgattung der Sterbekunst, der „ars moriendi“.

      Man könnte sich überlegen, ob nicht der berühmte Wiener Toten-Humor oder gar das „Viva la muerte!“ der Nationalisten im Spanischen Bürgerkrieg eine Spätfolge davon sind. Rudolph von Habsburg-Lothringen soll seine Angebete in die Kapuzinergruft in Wien geführt haben und sie dort gefragt haben, ob sie es sich vorstellen könne, hier bestattet zu werden? Das war noch mal eine stilvolle Anmache! Auch etwas cleverer als das in meiner Generation allgegenwärtige: „Wie heißt Du? Woher kommst Du? Was studierst Du?“

      In einem Forum habe ich in den Nullerjahren mal eine (zugebenermaßen schnöselige) Bemerkung gemacht. Es ging um den Afghanistan-Krieg und ein paar deutsche Tote dort. Das allgemeine neudeutsche Geflenne war groß. Ich: „Tja, was werden die denn Soldaten, wenn sie nicht sterben wollen?“ Hamse mich rausgeschmissen dafür. 😀

      Es lebe der Zentralfriedhof!

      Jan

    • Mein Mann ist Schwabe und sagt ebenso Fuß zum ganzen Bein. Von meiner bayerischen Freundin kenne ich das auch.

      Wenke

    • Leona hätte ich auch mit langem betontem o ausgesprochen. Allerdings ist mir letztes Jahr eine (die einzige mir leibhaftig bekannte) Leona begegnet, die auf der ersten Silbe betont ausgesprochen wird. Die Wurst –
      Assoziation habe ich überhaupt nicht.

    • Ha, das habe ich auch so erlebt. Dachte immer, der Name wird Leooona ausgesprochen, bis ich einer LEona begegnete und in diversen Namensforum eben diese Aussprache las.

      Wenke

    • Bei der Aussprache von Leona als /LEEona/ könnten verschiedene Dinge eine Rolle spielen:

      – Mein schon geäußerter Verdacht, daß Leona als feinere Form des allgegenwärtigen und etwas prolligen Leonie (die ja im Deutschen auch auf der ersten Silbe betont wird) empfunden wird.

      – Daß der Name als weibliche Form des ebenfalls allgegenwärtigen Leon(h)ard aufgefaßt wird. (Was er nicht ist.) Oder auch als weibliche Form von Leon. (Was schon eher hinkommt.)

      – Der Einfluß des Namens Lionel (ob nun Richie oder Messi). Oder von Leo.

      – Vollkommene Unkenntnis der spanischen Sprache und Kultur. (Neben der erwähnten berühmten Gitarre eben vor allem auch die alte spanische Provinz León, deren Löwenwappen bis heute im Wappen der spanischen Könige zu sehen ist.)

      – Eine immer noch vorhandene deutsche Grundtendenz, Wörter auf der ersten Silbe zu betonen. Das wäre sogar ein respektabler Grund: Man muß sich ja nicht von den Spaniern vorschreiben lassen, wie man was zu betonen hat.

      Wiederum: nur Vermutungen, keinerlei Belege. Und einige der genannten Punkte lassen sich nicht sauber voneinander abgrenzen, das ist mir klar. (Ich hätte das nicht mit Spiegelstrichen schreiben sollen, hab aber keine Lust und Zeit mehr, es umzubauen.)

    • Zu der Frage der Betonung von Leona noch eine Anekdote:

      Mein verehrter Lehrer, ein weiterer weiterer Prof und drei Studenten (unter anderem ich) stehen auf dem Flur in der Uni zusammen und quatschen über dies und das. Das Thema kommt auf „Betonung von Wörtern“.

      Mein Lehrer, etwas gereizt, aber ironisch, zu einem der anderen Studenten: „Ein deutsches Wort wird auf der ersten Silbe betont. Merken Sie sich das mal.“
      Der andere Prof, schmunzelnd mit der Hand am Kinn: „Zum Beispiel Berlin.“
      Mein Lehrer, genervt, aber auch grinsend: „Berlin ist ja auch kein deutsches Wort.“ 😀

      Bei dieser Blitzkonversation unter den Tisch gefallen ist, daß Vorsilben (wie zum Beispiel in „Betonung“) nicht mitgezählt werden und das es eben auch Ausnahmen gibt. Wie zum Beispiel bei „Hannover“. Regeln, die zuviele Ausnahmen haben, verlieren eben ihrer Alltagstauglichkeit und taugen bestenfalls noch als Faustregeln. Aber es ging ja auch nicht ums Rechthaben, sondern um die schnelle, witzige Konversation, um das akedemikertypische Prahlen mit Wissen, um den Schaukampf, um die Parodie des anderen und um die allfällige Selbstironie. Herren unter sich.

  6. Cilea – Teefilter
    Tade Jonas – Tade klingt irgendwie substanzlos, Jonas ist bei Kindern ziemlich häufig.
    Su – zu kurz.
    Beene – Icke, dette, kieke mal, Oogen, Fleesch und Beene. Ungefähr so befremdlich wie der engl. Vorname “Wade” im Deutschen.
    Keylam – sagt mir nichts. Anderen vermutlich auch nicht.
    Jelte – genauso.
    Roman Hermann Maria – -man und -mann holpert etwas, aber vielleicht sind das auch stumme Zweitnamen. ok.
    Thida Marleen – hübsche Kombination, alleine finde ich Thida nicht so interessant
    Finn-Luka – gefällt mir nicht. a) Bindestrich und b) mag ich beide Teile nicht
    Katharina Melody – Katharina geht immer, Melody ist für mich kein richtiger Vorname
    Adem Mohammed – würde ich nicht vergeben, Mohammed ist doch ziemlich auf “islamischer Hintergrund” festgelegt
    Enna – neigt zu Verwechselungen mit Emma und Anna, aber ok
    Aliyar – klingt auch nach islamischer Hintergrund
    Namika – Google sagt, das wäre ein Popstar. Für mich klingt der Name nach Disneyfilmheldin, so nach Klang ausgedacht
    Arian Elias – Arian hat den Beigeschmack von “Arier”, Elias ist inzwischen ein Standard-Zweitname
    Tina Raquel – beide Namen gefallen mir nicht, aber ansonsten ok
    Darian Antonio – ist mir etwas zu vokalreich. An sich gut kombiniert.
    Jamie Franzis – Kinder sollten die Vollform als Namen bekommen, also James Francis. Oder soll das hier ein Mädchenname sein?
    Beat – sehr schweizerisch. Ohne diesen Hintergrund etwas merkwürdig in meinen Augen.
    Merida – Google sagt: Fahrrad. Und Disneyfilm. Wenigstens ist ein “r” im Namen, das gibt dem Namen schonmal Kraft, finde ich gut.
    Jorne – ist das wieder so eine “friesische Form”? Jarne habe ich schon gehört. Ist machbar.
    Ennio – Wenn der Nachname nicht gerade Müller ist, ok. Ennio Morricone klingt für mich immer mit.
    Willy Konrad – der gefällt mir einigermaßen. Wilhelm Konrad wäre noch besser.
    Alexander Damian – kann man machen, haut mich aber nicht vom Hocker.
    Anabell Barbara – Anabell gefällt mir nicht so, Barbara klingt nach Nachbenennung. Ist ok, würde ich aber nicht nehmen.
    Ophelia Ida Leona – Ophelia ist hübsch, aber durch Hamlet ziemlich vorbelastet. Würde ich nicht vergeben. Die Kombination mit Ida und Leona passt gut zusammen, auch ohne Ophelia.
    Enissa – Google findet eine Schauspielerin. Mir klingt das “s” zu scharf.
    Aiden-Ilyas – irisch-arabisch? Bindestrich sollte weg. Klingt mit deutschem Nachnamen seltsam.
    Dvora – der Link oben sagt, das ist eine Form von Deborah. ok
    Evelina – Evelyn ist inzwischen wohl fast Großmuttergeneration, kann also jetzt wieder Mode werden. ok.
    Leon-Elias Noah – die volle Dröhnung Weichspüler, ähm, weicher Jungsnamen. Und mit Bindestrich. Geht gar nicht, in meinen Augen.
    Alexandra-Ivanka – Bindestrich, und der zweite Name ist im Moment durch Ivanka Trump besetzt. An sich sind die einzelnen Namen ok.
    Emilia-Cheyenne – noch ein Bindestrich, und Cheyenne ist ein Indianerstamm, kein Vorname. Emilia ist ok, aber häufig.
    Enid Louisa – Enid ist natürlich ziemlich stark mit Enid Blyton besetzt. Ist ja keine schlechte Assoziation. Der Name gefällt mir ganz gut, obwohl Louisa nicht mein Geschmack ist.
    Die Zwillingsnamen:
    Ava Felizia & Carla Valentina – beide schön, gut kombiniert
    Greta & Johann – passen auch gut zusammen und sind auch einzeln ok.
    Nele & Jule – finde ich zu ähnlich, und beide zusammen irgendwie zu kurz. Jule würde ich nicht vergeben, sondern eine Vollform, also Julia oder Juliane.

    Wahlpflicht: am ehesten Johann oder Willy Konrad
    und bei den Mädchen: Enid Louisa, am liebsten mit anderem Zweitnamen; Thida Marleen, evtl. Ava Felizia. Und Merida, komischerweise.

    • Leon-Elias Noah – die volle Dröhnung Weichspüler

      😀 Stimmt absolut! Das ist wirklich der Weichteilname par excellence.

      Tja, die Bindestrich-Vornamen kommen wohl wieder in Mode, weil sich die Mammis ihre wunderbar ausgeknobelten Kombis nicht verderben lassen wollen, insofern natürlich ein Zweitname immer unter der Teppich fällt.

      Nele und Jule klingen für mich wie schauderhaft-mittelschichtige Girlies. Unerzogen, ungeschliffen, frech. 🙁

      Bei Marleen hat man sofort den Soldaten-Sender Radio Belgrad im Ohr: „Vor der der Kaserne, vor dem großen Tor…“

      Nochmals zu Adem Mohammed. Natürlich hat das einen islamischen Hintergrund, was denn sonst?

    • Ist Cilia tatsächlich ein Teefilter? Mir kam es schon so vor, als sei es etwas aus der Küche.
      Und wenn der Name nicht Cilia war, sonder Celia, Cilea oder ähnlich: So wenig einprägsam ist er.

    • Ja, Cilea ist (oder war?) eine Teefliter-Marke. Das schreibt (oder schrieb) sich aber mit zwei i, also Cilia.

      In Simon & Garfunkels klassischem (und mitreißenden) Lied „Cecilia“ ist Cilia die Kurzform des Namens… Ich weiß aber nicht, ob das in den USA üblich ist.

      „Cilia, you’re breaking my heart,
      You’re shaking my confidence daily!“

      Das ist freilich ein ziemlich hoher Anspruch an ein Mädchen…

  7. Mir gefällt Raquel, Dvora und Enid. Von den Bubennamen würde ich keinen vergeben.
    Bei den Zwillingen gefällt mir gut Greta und Johann, Hänsel und Gretel…
    Nele und Jule hätte ich Helena und Juliane genannt und die Kurzform zuhause manchmal benutzt.
    Ava und Carla hätte ich nicht kombiniert, ich empfinde Carla als sehr bodenständig, dazu wäre mir Eva lieber.

  8. Schön bis in Ordnung:

    * Cilea: noch nie gehört, ich bin noch unschlüssig, ob es mir gefällt. Spontan interessant, erinnert aber an eine verwürfelte Celia.

    * Thida Marleen: Mit Thida geht es mir wie mit Cilea. Erinnert an Thilda. Marleen gefällt mir als Zweitname gut, schön sanft im Kontrast zur härteren Thida.

    * Finn-Luka: Okay, aber halt sehr häufig. Das mit Karl-Heinz trifft es!

    * Katharina Melody: Als Zweitname gefällt mir Melody gut von Klang und Bedeutung, wertet die eher strengere, konservative Katharina auf.

    * Enna: Spannender als Anna und Emma, da seltener, aber vom Klang vertraut wegen der Nähe zu diesen Namen.

    * Namika: Der Klang gefällt mir. Man denkt natürlich an die Sängerin. In meinem Kopf ist, dass der Name “Schreiberin” bedeutet? Ich weiß gar nicht, ob das stimmt – würde zu einer Sängerin passen, die ihre Texte selbst schreibt. Bestimmt wird Namika dauernd auf die Sängerin angesprochen … Aber da gibt es ja Schlimmeres.

    * Arian Elias: Melodiös in der Kombination, harmoniert durch die Vokalwiederholung von ia.

    * Darian Antonio: Darian finde ich spannend, ungünstig ist hier nur die Wiederholung von an-An.

    * Merida: Gefällt mir sehr gut, eine schöne Mischung aus sanft und kernig im Klang, selten und besonders.

    * Alexander Damian: Damian macht den klassischen Alexander etwas spannender, gefällt mir gut!

    * Anabell (Barbara): Anabell würde ich Annabell schreiben, finde ich klangvoller und spannender als die häufige Anna. Barbara ist gar nicht meins – zu altmodisch, mich stören außerdem die Wiederholung von “Bar”, die Assoziation zu barbarisch und der häufige Spitzname Bärbel.

    * Ophelia Ida Leona: Mein Lieblingsname von heute, Ophelia und Leona mag ich beide sehr gern von Klang und Bedeutung. Ida allein wäre mir zu kurz, aber in der Kombination gibt der Name noch etwas würzige Frechheit zu den anderen beiden eher mädchenhaften Namen.

    * Enissa: Selten, kannte nur Anissa. Geht mir hier wie mit Cilea, braucht für mich noch eine Gewöhnungsphase, aber spontan interessant.

    * Dvora: Auch hier: spontan interessant. Sieht erst mal fremd aus, aber wenn man es ausspricht (Dwor-ra?), klingt es hübsch.

    * Evelina: Klingt moderner, frischer als Evelyn.

    * Leon-Elias Noah: Alles Namen, die ich an und für sich mag, die aber sehr häufig sind. Wenn Finn-Luca der neue Karl-Heinz ist, ist Leon-Elias der neue Hans-Jürgen. 😉

    * Alexandra-Ivanka: Ich mag beide Einzelnamen, aber ohne Bindestrich (viel zu lang!) Hat in Kombination einen osteuropäischen Touch – ohne das werten zu wollen.

    * Emilia-(Cheyenne): Emilia mag ich, Cheyenne klingt eigentlich gar nicht schlecht, aber hat zu viel Potenzial, falsch geschrieben zu werden.

    * (Enid) Louisa: Louisa mag ich gern, zeitlos elegant. Enid ist nicht meins, Namen mit hartem Ausklang finde ich bei Mädchennamen nicht so hübsch. Lässt an Enid Blyton denken. 🙂

    * Ava Felizia & Carla Valentina: Hier gefallen mir alle Einzelnamen, die Kombinationen und die Namen als Zwillingspaar. Einzige Kritik höchstens die gleichen Vokale im Erstnamen.

    * Nele & Jule: Einzeln ok, wobei mir Jule zu spitznamig ist. In Kombination zu ähnlich.

    Ich stelle fest, dass mir die letzten Wochen mehr Namen gefallen als zuvor. Ob man Namen wohlwollender bewertet, wenn man in positiverer Verfassung ist?

    Zum Rest:

    * Tade Jonas: Tade erinnert an Tadel. Jonas gehört in die andere Kategorie, hübsch, aber sehr häufig.

    * Su: Kürzer ging es nicht. Hätte ihr wenigstens noch das e spendiert. Lieber aber Susanna mit Spitznamen Su.

    * Beene: Komm wieder uff de Beene, Kleene!

    * Keylam: ist mir zu fremd.

    * Jelte: kriegt oft Schelte …

    * Roman Hermann Maria: ist mir zu altmodisch.  

    * Adem Mohammed: zu fremd

    * Aliyar: zu kompliziert (wird es im Gegensatz zu Aaliyah = a-LI-ja dann a-li-JAR betont?)

    * Tina Raquel: Ist mir viel zu hart in der Kombination und auch einzeln. Statt Tina würde ich lieber Valentina vergeben.

    * Jamie Franzis: passt sprachlich nicht.

    * Beat: … and the beat goes on …

    * Jorne: zu frisisch

    * Ennio: Der könnte evtl. mit Gewöhnung noch in die andere Kategorie, finde ich aber spontan zu süßlich für einen Jungen.

    * Willy Konrad: zu altmodisch und da denke ich auch an ehemalige Kanzler.

    * Aiden-Ilyas: zu fremd  

    * Greta & Johann: Beides einfach nicht meins, aber sicher gut vergebbar.

    • Namika halte ich für albanisch. Ich kenne einen Namik, da könnte Namika gut die weibliche Form sein. Finde ich vom Klang her ganz hübsch.

  9. Diese Woche ist nicht viel für mich dabei.

    Tade Jonas: „Schade, Jonas.” Außerdem erinnert mich Tade an das Wort „Tadel”. Jonas sollte vermutlich als „sicherer” Zweitname hinterher. Mir sind beide Namen zu substanzlos. Auch die Kombination finde ich nicht sonderlich schön oder interessant.

    Jelte: Malte war zu langweilig. Das J ist bei Jungennamen zurzeit sehr beliebt. Für mich klingt es kalt, und Jelte reimt sich ja auch auf „Kälte”.

    Roman Hermann Maria: Mann-Mann-Ma — phonetisch finde ich das nicht gelungen.

    Thida Marleen: Thida klingt wie eine Mischung der Modenamen Theda und Frida. Bei Marleen finde ich das Doppel-e unschön. Ich kenne eine Marlen, die sich mit einem e schreibt, was ich ebenso unschön finde. Dann lieber Marlene, gesprochen wie geschrieben.

    Darian Antonio: Mich stören die zwei aufeinanderfolgenden “an”. Antonio finde ich für einen Italiener schön.

    Beat wird bestimmt manchmal englisch ausgesprochen werden. Ansonsten gefällt mir dieser Name verglichen mit den anderen ganz gut.

    Merida: klanglich in Ordnung, aber mit Disneyfilmen kann ich nichts anfangen

    Jorne kommt eindeutig aus der Jarne-Janne-Jonna-Joris-Fraktion. Namen, die mit „Jo” beginnen, gefallen mir bis auf den Klassiker Johann fast nie, sie haben meist keine Substanz.

    Anabell Barbara: schön

    Ophelia Ida Leona: Bei Ophelia denke ich an einen der Monde des Uranus. Dieser ist nach der Figur aus Hamlet benannt. Wäre mir für ein Kind zu tragisch. Auch die griechische Bedeutung „Nutzen” finde ich nicht schön. Ida ist sehr beliebt zu Zeit, mir aber entschieden zu kurz. Leona ist nicht schlecht. Ich kenne eine Leona, die sich auf der ersten Silbe betont.

    Dvora: Da denke ich an den Komponisten Dvořák. Schade dass immer nur seine neunte Symphonie gespielt wird, mir gefallen manche der früheren besser.

    Evelina: Ganz schön. Ich kenne eine Eveline — das letzte e wird bei ihr gesprochen — das finde ich noch schöner.

    Leon-Elias Noah: eine typische weiche Lallkombination

    Alexandra-Ivanka: unschön kombiniert, klingt fast wie ein Reim

    Enid Louisa gefällt mir vergleichsweise sehr gut. Luisa gefällt mir in dieser Schreibweise besser.

    Ava Felizia & Carla Valentina: Ava ist mir zu kurz, aber unter den Kurznamen noch ganz nett. Valentina gefällt mir gut.

    Greta & Johann: Hänsel und Gretel

    Nele & Jule: zu kurz, außerdem klingt -le zu sehr nach schwäbischen Diminutiv, wobei Nele natürlich ganz woanders zu verorten ist. Jule erinnert mich leider an „Spüle”. Da finde ich Julia viel schöner, allerdings heißen so zurzeit viel zu viele junge Mütter.

    • Bei Namen auf -erida muß ich sofort an die Stadt Lérida in Spanien denken. Bei den Auseindersetzungen in der Nähe der Stadt im Spanischen Bürgerkrieg wären sich Mitte 1937 Willy Brandt (siehe bitte oben) und George Orwell mal fast gegenseitig auf die Füße getreten. Orwell wurde da schwer verwundet, Schuß in den Hals.

      Nele & Jule. Den allgegenwärtigen schwäbischen Diminutiv auf -le hast Du einfach nicht im Kopf, wenn Du aus Norddeutschland kommst.

      Julias gab es übrigens schon in meiner Generation in größerer Zahl.

      Na, wer Beat wie das englische „Beat“ ausspricht, muß aber schon ein ganz schöner Prollo sein…

      Antonio bleibt für mich untrennbar mit José Antonio verknüpft. (Also eben nicht mit Italien, sondern mit Spanien.)

      Presente!

      Juan

    • Beat in der englischen Aussprache ist mir tatsächlich hier mal begegnet. Als der Vater den Namen (Zweitname? Ich weiß es nicht mehr) des Kindes nannte, eben “Biet” wäre ich im Leben nicht auf Beat gekommen. Dann ahnte ich es, fragte nach der Schreibweise und wirklich. Da habe ich wirklich gestaunt und erzählte ihm von dem schweizerischen Namen Beat. Die lasen den eben in einem Namnbuch und sprachen den gleich einglisch aus.
      Solch traurige Dinge 😉 passieren auch mit Namen wie Sean, der mir als Ssssiiiin begegnet ist (Sien). So muss ja die Aussprache sein …

      Ach ja, die Aussprachen. Ich halte es ja kaum aus, wenn ein Kilian Killjan ausgesprochen wird, was ich oft höre.
      Oder Gitta zu Gita wird.
      Usw.

      Wenke

    • Also, irgendwie ist das wirklich traurig… Na, halt meine Abneigung gegen Anglizismen im Deutschen… Aber Sean als „Sssiiin“ auszusprechen, ist ja fast der umgekehrte Fall: ein englischer „Neokeltizismus“ wird von Deutschen pseudoenglisch ausgesprochen.

      Und das wundert mich wirklich: Jeder kennt doch den Schauspieler Sean Connery… (Übrigens gerade in seinen späteren Jahren eine beeindruckende, charismatische Persönlichkeit: Der hat als William von Baskerville auf dem Esel grandioser gewirkt als je als James Bond im roten Ferrari. Seine schottisch-separatistischen Neigungen seien ihm nachgesehen.)

      Man könnte auch an die Nebenform Shane denken – als junger Mann war ich ein begeisterter Pogues-Fan und halte Shane MacGowan auch immer noch in Ehren. Ein alter Freund von mir hat ihn mehrmals persönlich getroffen, ich leider nicht. Dieser alte Freund rühmte mir gegenüber Shanes Belesenheit und seine Fähigkeit, mit Kindern umzugehen. Einer der großen, charismatischen Pop-Künstler des 20. Jahrhunderts.

      Beat und Urs haben wirklich eine Renaissance verdient! Ich hatte tatsächlich in der norddeutschen Tiefebene einen Nachbarsjungen namens Urs. Das war ein Bourgeois-Sohn – ich könnte wetten, daß die Familie den Namen im Urlaub in der Schweiz aufgeschnappt hat.

      Jahrzehnte später kannte ich dann eine gebürtige Tschechin, die in der Schweiz ansässig geworden war. Sie sprach perfekt (!) deutsch, aber kein Schwiizerdüütsch. Ihr Freund hieß Urs. Von ihrem Lover hat sie immer als „mein Urrrs“ erzählt – also mit absichtlich langem Zungen-r, um die schweizerische Aussprache zu parodieren.

      Kill Jan!

      Und herzliche Grüße nach Berlin!

      Klaas

  10. Enna, die Bedeutung soll sein: Die Schreckhafte. [Link entfernt (Admin)]
    Das täte ich meiner Tochter nicht an. Für mich ist Enna mit der Stadt in Sizilien verbunden.
    Die Großmutter meines Mannes hieß Aenna, von Anna abgeleitet, hier ist die Bedeutung viel besser.

  11. Ich möchte heute nix wählen 🙁

    Cilea * klingt wie Spüli.
    Beene * +dikt, – e, dann wäre es erste Wahl
    Thida Marleen * auch wenn ich die Abkürzung Tilda nicht mag, fehlt mir bei Thida ein L
    Namika * Je ne sais pas, was ich davon halten soll.
    Jamie Franzis * kein Fräncis?
    Leon-Elias Noah * wir nehmen mal alles was die Toplisten an Modenamen parat hat. Es fehlt noch ein Ben und Max.
    Enid Louisa * ich hatte gerade letztens darüber nachgedacht, wie ich Enid Blytons Vornamen finde. Ich fand ihn zu süß und zu sperrig. Aber ok.

    Ava Felizia & Carla Valentina *ich erkenne eine Struktur, kann die aber nicht ganz sehen
    Greta & Johann * joa, gute alte Namen in Kurzform. Passt.
    Nele & Jule * Lalelu, aber immerhin mal kreativer die Endungen anzupassen

  12. Ich hatte bis eben nie darüber nachgedacht, aber in meiner kindlichen Vorstellung Enid Blyton immer für einen Mann gehalten. Man lernt nie aus. ;D

    Wahlpflicht:
    Johann & Ava Felizia

    Noah, Elias und Leon würde ich selbst nicht auswählen, fände sie aber für Brüder durchaus stimmig. Für ein Kind aber wirklich zu viel des Guten und auch irgendwie aufgezählt…

  13. Bin bei Su hängengeblieben, Kurzform von Susanne oder kommt es aus dem türkischen, da soll es auch ein Mädchennamen sein, Bedeutung „Wasser“, aber es gibt auch den Schriftsteller Su Turhan, oder Su als Familiennamen.
    Ich hätte Su noch einen zweiten Namen gegeben.

    • Natürlich hat ein Name, der Wasser bedeutet, in einer ariden Gegend einen besseren Klang als in der norddeutschen Tiefebene oder im Münsterland. (In erzkatholischen Münster gibt es den Uralt-Schnack: „Entweder es regnet oder die Glocken läuten. Und wenn es regnet *und* die Glocken läuten, ist Sonntag.“

      Komme aber von dem Cash-Song nicht los…

  14. Wahlpflicht:
    Alexander Damian
    Carla Valentina

    oder wild geschüttelt:
    Konrad Alexander
    Greta Maria

    diese Einzelnamen gefallen mir auch noch:
    Katharina
    Alexandra
    Emilia
    Louisa (lieber Luisa)

    Finn-Luka – der neue Karl-Heinz! Das ist wirklich gut!

    Roman Hermann Maria – ja ist schon ein stattlicher Name. Ich vermute eher, Hermann ist der Opa. An Hermann, den Cherusker haben die bestimmt nicht gedacht. Das Hermanns-Denkmal steht bei uns in der Nähe. Roman als alleiniger Rufname ist aber ganz gut, ist eben kein Modename. Und die heilige Maria kann ja auch nicht schaden.

    Jamie Franzis – Ich würde von einem Jungen ausgehen. Sollte wohl ein Jamie Francis werden.

    Beat – Eine männliche Beate? Beate ist in Ostwestfalen ein Tanten-Name, den ich nicht besonders mag. Die männliche Form gibt es hier nicht. Deshalb ist Beat in englischer Aussprache gar nicht so weit hergeholt. Und dann denke ich gleich an “Beat it” von M. Jackson.

    Willy Konrad – dann bitte Wilhelm Konrad, Willy kann man immer noch rufen. Selbst wenn hier zwei Altbundeskanzler geehrt wurden, Wilhelm klingt einfach vornehmer als einfach nur Willy.

    Evelina – ja okay, wobei ich Eveline (stummes e) lieber mag.

    Leon-Elias Noah – Schublade auf … drei weiche Namen mit Hiat in der Mitte und dann noch der Bindestrich.

    Und die Zwillinge:
    Ava Felizia & Carla Valentina – Carla wirkt bodenständiger als Ava. Ava ist für mich so ein “neuer” Name, den ich noch nicht so lange kenne. Die Rufnamen klingen schon recht ähnlich. Schon deshalb wäre Eva Felizia besser gewesen. Eva & Carla hätte mir gefallen.

    Greta & Johann – völlig okay

    Nele & Jule – hierzu wurde schon alles gesagt. Cornelia & Julia/Juliane wäre besser gewesen, die Vollformen haben eine ganz andere Wirkung.

    • Ha! Eine Exfreundin von mir arbeitet heute ganz der Nähe des Hermannsdenkmals!

      Eine Schönheit ist das Denkmal nicht (im Gegensatz zu meiner Exfreundin) – aber es gehört zu unserer Geschichte. Es blickt übrigens nach Westen: Der Kampf, den unsere Urahnen gegen die Römer geführt haben, wurde also im 19. Jahrhundert als Kampf gegen die Franzosen umgedeutet.

      Heinrich Heine im „Wintermärchen“ dazu:

      http://gutenberg.spiegel.de/buch/deutschland-ein-wintermarchen-383/12

      Hermann ist hier aber wohl wirklich ziemlich sicher einfach eine Nachbenennung. Nur es paßt m.E. eben nicht zu Roman. Bei Roman besteht außerdem die Gefahr, daß das von ungebildeten Leuten fälschlich auf dem a betont wird, wie halt die Literaturgattung.

      Bei Ava bin ich als Nuller-Jahre-Internet-Kind sofort bei der Kurzform von Avatar, also dem selbstgewählte Logo im Netz. Und bei Ava Gardner, aber die kennen heute nur noch wenige. Ava G. war mit Frank Sinatra verheiratet, bis heute der einzige nennenswerte Mann, der an einem 12.12. geboren wurde. 😉

      Beate gibt es in meiner Heimat/Generation aber relativ häufig… Finde den Namen aber auch öde – ebenso wie die Beates, die mir mal über den Weg gelaufen sind. Das waren samt und sonders unterprächtige Langweilerinnen in Quadratlatschen. Als Studenten hatten wir beim Bier mal gealbert: „Wer eine Frau namens Beate abbekommt, hat wirklich die Höchststrafe.“ Das war aber lange bevor Bettina Wulff auf der Bildfläche erschienen ist. 😀 Bettina & Beate – das wäre doch mal eine richtige grauselige Zwillings-Kombination.

      Beat ist wirklich etwas anderes… Der Gesegnete. Aber eben mit Drall in die Schweiz.

      Und ein Ex-Mitschüler von mir (Amateur-Boxer und ein feiner Kerl) meinte mal: „Boah, wenn ich Beate höre, steht er mir nach innen!“:-D

      Und ich freue mich sooo sehr darüber, daß Johann wieder in Schwung kommt! 🙂 Richard ist auch wieder da!

  15. Su ist mal wieder ein sehr minimalistischer Name.
    An Bedeutung fällt mir noch italienisch “hinauf”, “über” ein.
    Wenn ich meine Tochter Su / Sue nennen wollte, würde ich als Vollnamen Susanna oder Susanne eintragen lassen.

    • Ach ja, daran hatte ich gar nicht gedacht, obwohl wir als Studenten oft das Alpini-Lied „Sul ponte di Perati“ (=Auf der Brücke von Perat) gesungen haben:

      „Die schwarze Fahne. […] Das ist die Trauer der ‚Julia‘. Die beste Jugend marschiert unter die Erde.“

      (Julia bezieht sich auf die Julischen Alpen, in denen früher die Julia-Brigade der Alpini rekrutiert wurde. Teils noch heute, aber eben nicht mehr ausschließlich.)

      Mussolini soll dieses Lied angeblich als defätistisch empfunden und abgelehnt haben, so wie halt Goebbels „Lili Marleen“ als „Totentanz-Schnulze“ bezeichnet hat. Ich habe mir mal von einem Italiener erzählen lassen, daß alle Alpini-Lieder todtraurig seien. Eigentlich komisch bei hartgesottenen Gebirgsbauern und ausgesprochenen Elite-Soldaten. Aber der Stil lebt auch von der Widersprüchlichkeit in sich – Stil etwas anderes als Wahrheit. Portugal ist ja auch bekannt für seine notorische Traurigkeit. Und dennoch waren die Portugiesen die ersten Europäer, die nach Schwarzafrika gesegelt sind – und die allerallerletzten die 1976 gegangen sind. Mit wehenden Fahnen. Traurigkeit, Schüchternheit und große Härte schließen sich nicht aus. Eher schon prahlerisches Mackertum und Härte. Tschetschenen sind im zivilen Umgang die freundlichsten und bescheidensten Menschen der Welt. Nur anlegen würde ich mit denen mal lieber nicht.

      Die Alpini sind zusammen mit den Bersaglieri bis heute das Beste, was Italien unter Waffen hat. „Der Bersagliere hat hundert Federn, der Alpino nur eine einzige.“ Das bezieht sich auf die Kopfdeckungen, also auf den schwarzen Helmbusch der Bersaglieri und die eine Feder am Gebirglerhut der Alpini.

      Ja, Helmbüsche gibt es tatsächlich auch heute noch:

      http://weaponews.com/news/7771-italy-has-deployed-in-iraq-the-6th-regiment-of-bersaglieri.html

      Noch kürzere Vornamen als solche mit zwei Buchstaben gibt es wohl kaum, wenn man mal von der grauenhaften Mittelinitialen meiner Onkel-Generation absieht. „Rainer A. Meyer“ – das ist nochmal ein Nummer schlimmer als Rainer-Arnold Meyer.

    • In Knuds Liste schreibt sich Tade aber ohne h… Ihr kennt ja nun meine Skepsis gegenüber „friesischen“ Vornamen. Aber ich kannte als Kind wirklich mal einen Thade aus Ostfriesland – der dürfte heute Mitte neunzig sein. (Falls er denn noch lebt, was freilich nicht sehr wahrscheinlich ist.) Ostfriese, Witzbold, Charmeur, Lebemann, Freimaurer, Weiberheld – nicht erstzunehmen, aber mit Charisma und sehr freundlich, auch sehr kinderfreundlich. Die ersten Ostfriesenwitze habe ich so gegen 1977 von diesem Thade erzählt bekommen.

      Damals stand „Ossi“ hier noch für „Ostfriese“ und eben nicht für „Mann/Frau aus dem Osten.“ Das Wort war den in den 80ern, als die Ostfriesenwitze immer langweiliger und blöder wurden, irgendwann vollkommen weg und ist erst nach 1989 wieder aufgetaucht, mit gewandelter Bedeutung.

      Warum müssen Witz-Kategorien eigentlich immer ins Tumbe entarten? Das war dann in den 90ern mit den Mantafahrer- und den Blondinen-Witzen nicht anders. Zuerst geht es um reale oder unterstellte Eigenschaften – dann wird die Zielgruppe nur noch Synonym für irgendeinen Blödi. Ich weiß es noch genau: 1992 oder 1993 hat mir eine hübsche, brünette, italienisch-stämmige Kommilitonin (an die aber leider nicht rangekommen bin :-/ ) den ersten, heute fast schon klassischen Blondinenwitz erzählt: „Ich bin blond, bitte sprechen Sie langsam mit mir!“ Ich mußte sooo lachen! Danach wurde das dann schnell immer blöder und immer häufiger.

      Aber T(h)ade und Jonas passen einfach nicht zusammen. :-/

      Horrido

      Johann

  16. Wahlpflicht: Greta und Johann. Wenn Uropa und Uroma zur Auswahl stehen, kann man sie auch nehmen.

    Knaller der Woche: Beene.
    Auch wenn ich nur zugezogene Berlinerin bin, musste ich herzhaft lachen

  17. Tja, wie mag Beene entstanden sein?

    Als weibliche Form von Benedikt, weil Benedikta zu sehr nach katholischer Nonne klingt?

    Ich hatte einen Schulkameraden, der allgemein „Benne“ genant wurde – das war ein ruppiger Schüler-Spitzname nach seinen Nach(!)namen. Sein Vorname war ein unauffälliger Standard-Vorname meiner Generation. Man denke auch an den nationalliberalen Politiker Rudolf von Bennigsen, ebenfalls ein Hannoveraner, zunächst Gegner, dann Verbündeter von Bismarck.

    Im Platt meiner nordwestdeutschen Heimat wurde zwischen dem Bein und dem Fuß durchaus unterschieden. Bein=Bäjn (pl. Bäjne oder auch Bäjn) und Fuß=Fout (pl. Föide).

    Mit Biene kann Beene kaum was zu tun haben. Biene auf plattdeutsch ist Imme. Daher der schöne Modename meiner Generation: Imke, „das Bienchen“. 🙂 Habe mich vor zehn Jahren mal wahnsinnig in eine wesentlich jüngere Kollegin namens Imke verknallt, die hab ich aber nicht rumgekriegt. :-/

    Vielleicht (und wahrscheinlich) ist Beene wieder mal so ein Neo-Norddeutschischischmus – ich weiß es aber nicht.

    Na, was passiert mit einer Beene, wenn sie dann zu kurze Beine hat? Frauen können grausam sein. 😀

    Beinhart

    Jan

  18. @ Jan: Also Beene ist für mich wie Ole, Bosse und Kalle, nordisch halt, Kurzformen. Auch Nele und Jule empfinde ich so. Das würde ich alles nicht vergeben, sondern den klassischen Namen.

    • nordisch halt, Kurzformen

      Wimu,

      ja, was heißt denn „nordisch“? Norddeutschland ist weder Holland noch Skandinavien. (Mit einer minimalen Übergangszone im nördlichen Schleswig-Holstein, eben die berüchtigten „Speckdänen“, die heute im SSW einen auf Gutmensch machen.)

      An den (häßlichen) Namen Ole hat man sich seit Jahrzehnten halbwegs gewöhnt. Aber Beene habe ich vorgestern zum erstenmal überhaupt gehört. (Und hoffentlich auch zum letztenmal. 😀 )

      Nele und Jule empfinde ich als typische Namen für ungezogene, freche und nervtötende Girlies. Bosse und und Kalle klingen in meinen Ohren einfach lächerlich. Bosse ist plattdeutsch für eine kleinere Verwundung, eine Schramme, auch für eine Narbe oder eine Beschädigung am Geschirr. Kalle hingegen klingt nach stumpfsinniger Prolet. Meine Güte, wir sind ein großes Kulturvolk! Da müssen wir uns doch nicht bei schwedischen Kinderbuchnamen bedienen.

      Einig hingegen sind wir uns darin, daß wir diese Namen nicht vergeben würden. Aber was heißt schon „vergeben würden“? Männer habe da eh nicht viel zu sagen – Frauen regieren die Welt. Zumindest die Familien. Das ist sogar beim Extrem-Macho-Volk der Tschetschenen nicht großartig anders. Eine klassische Formulierung in diesem Blog: „Mein Mann und ich suchen einen Vornamen, der […]“ 😀

      Eine kleine, aber wichtige deutsche Besonderheit ist diese: In fast allen europäischen Ländern sind Frauen meist konservativer als ihre Männer. (Das war der Grund, weshalb die französische Kommunistische Partei jahrzehntelang das Frauenwahlrecht hintertrieben hat.) In Deutschland ist es zumindest heute umgekehrt. Eine polnischstämmige Exfreundin von mir meinte mal: „Ja, Männer sind in Deutschland rechts, Frauen links. Komisch… Bei uns war umgekehrt…“ Ausländern fällt sowas auf. Vielleicht kommen so auch die vielen kuriosen neudeutschen Vornamen zustande.

      Es verbleibt mit holländischen Gutmenschen-Vornamen und höflichen Grüßen

      Jan Klaas

    • Noch was: Es ist ein völlig naiver Fehler zu glauben, daß im heutigen Deutschland-Islam Mädchen gezwungen werden, das Kopftuch zu tragen. (Im Iran etwa ist das natürlich anders, von irgendwelchen Stammeskulturen in Afghanistan brauchen wir nicht zu reden.) Die allermeisten moslemischen Mädchen hier (mindestens 95%) machen das freiwillig – oft genug zum Entsetzen ihrer Eltern. Es ist wie eigentlich immer bei Frauenmoden: Sie machen das, was die Freundinnen auch machen. Ob das nun ein Minirock, eine Leggings oder ein Kopftuch ist. (Oder alles gleichzeitig. 😀 )

      Übrigens sieht das Kopftuch sehr hübsch aus. Der deutsche Islam-Konvertit Murat Hofmann* – ein strenggläubiger und sehr frommer Sunnit – sagt (aus dem Gedächtnis: „Eine Frau, die ein Kopftuch trägt, will, daß man ihr in die Augen guckt.“

      Schlimm wurde die Sache aber, seitdem es eingerissen ist, sich den Hinterkopf auszustopfen, um dann auszusehen wie ein Alien. Strenge Muslime lehnen diese Masche übrigens ausdrücklich als haram (also verboten) ab.

      *) Hofmann und ähnliche Leute stehen meilenweit über den tumben deutschen „Salafisten“.

    • Gefühlt ist es in meinem Umfeld auch so, dass Frauen im Schnitt deutlich weiter links stehen als Männer.

      In den Wahlstatistiken ist dieser Effekt schwächer als man erwarten würde und ein Phänomen der jüngsten Zeit. CDU/CSU hatten bei der letzten Bundestagswahl 36,4% bei den Frauen und 29,2% bei den Männern. Die Grünen hatten 10,2% bei den Frauen und 7,6% bei den Männern. Die SPD hatte jeweils exakt 20,5%. Die Linke hatte 8,8% bei den Frauen und 9,7% bei den Männern. Die FDP hatte 9,7% bei den Frauen und 11,8% bei den Männern, die AfD 9,2% bei den Frauen und 16,3% bei den Männern.

      Jetzt kann man natürlich argumentieren, dass hier ein Merkel-Effekt zum Tragen kommt und dass die CDU nicht mehr unbedingt rechts ist. Ich würde aber sagen, dass die durchschnittliche Unionswählerschaft nach wie vor leicht rechts der Mitte steht und dass die Union schon immer bei den Frauen stärker als bei den Männern abgeschnitten hat (Ausnahme: Strauß, Stoiber), in der Anfangszeit der Bundesrepublik üblicherweise um sieben bis zehn Prozentpunkte. Und auch in der Weimarer Republik wurde gemutmaßt, dass sich SPD und KPD ohne das Frauenwahlrecht, welches sie selbst am meisten befürwortet hatten, viel stärker abgeschnitten hätten.

      Die klassische Begründung ist, dass die Männer über Betrieb und Gewerkschaft stärker links sozialisiert wurden, während Frauen im Durchschnitt religiöser waren. Auch heute wählen Männer links wie rechts der Mitte eher die Parteien mit ökonomischer Grundideologie (Linke, SPD, FDP) als Parteien mit wertebasierter Grundideologie (Grüne, Union). (Die AfD passt nicht ganz in dieses Schema.)

      Eine weitere Interpretation ist, dass Frauen oft den Parteien zuneigen, welche die herrschenden Strukturen und Meinungen unterstützen, während Männer eher umstürzlerisch veranlagt sind und bereit, radikale Parteien zu wählen. Auch die Grünen wurden in ihrer Anfangszeit mehr von Männern als von Frauen gewählt, so zum Beispiel bei der Bundestagswahl 1983 (4,8% bei den Frauen vs. 5,9% bei den Männern).

    • G. A., ha! Sauguter Beitrag! Selten etwas Klügeres zu dem Thema gelesen, auch wenn ich nicht in jedem Einzelpunkt ganz Deiner Meinung bin.

      Strauß und Stoiber waren wirklich andere Kaliber: Strauß hatte (wiewohl nun wirklich keine Schönheit und auch keine gefestigte Persönlichkeit) komischerweise auch einen Stich bei Frauen – der „spitznosge“ Stoiber eben nicht. Es ist wohl einfach das Charisma, es geht nicht nur um „Meinungen“ oder das „Aussehen“. Wie die Union heute mit einem wie mit diesem kuriosen Spahn Boden gutmachen will, ist mir schleierhaft.

      http://www.titanic-magazin.de/postkarten/karte/todespfleger-jens-s-ich-will-die-cdu-wiederbeleben-122018-30583/

      Daß die Einführung des Frauenwahlrechts 1918 der SPD nichts gebracht hat, läßt sich knallhart statistisch belegen, nicht nur mit Umfragen. Obwohl das Frauenwahlrecht von den ersten Tagen an eine Kernforderung der Sozialdemokratie war. In einigen Städten, z.B. in Köln, haben Männer und Frauen in getrennten Wahllokalen abgestimmt – daher sind die Zahlen bis heute zur Hand. Und natürlich haben die Frauen das katholische Zentrum gewählt und nicht die Sozis. Heinrich August Winkler schreibt darüber in seinem „Der lange Weg nach Westen“.

      Aber seit 1945, spätestens seit „1968“ ist das irgendwie anders. Wenn wir als rechte Studenten irgendwo angeschissen, verpetzt und denunziert worden sind, standen eigentlich immer linke Frauen dahinter. Die erwähnte Bemerkung meiner polnischen Exfreundin ging auf eine Weiberintrige zurück: Linke Kommilitoninnen hatten versucht, mich bei ihr anzuschwärzen und zu denunzieren: „Ey, der B., das ist ein Rechter! Wie kannst Du Dich mit dem einlassen?!“ Aber Polen sind eben immer auch Rebellen und nicht so leicht einzuschüchtern. 🙂

      Ich halte die Grünen heute auch nicht mehr für wertebasiert, sondern für eine Oma-Ausgabe der FDP. Und was soll denn der Merkel-Effekt sein? Gerade Frauen wählen ungern Frauen.

      Aber das sind Details.

      “Eine weitere Interpretation ist, dass Frauen oft den Parteien zuneigen, welche die herrschenden Strukturen und Meinungen unterstützen, während Männer eher umstürzlerisch veranlagt sind und bereit, radikale Parteien zu wählen.“

      Absolut richtig! Herrliche Bemerkung! Und die herrschenden Strukturen sind heute eben links. Wer je in Schnellroda war, weiß, daß da praktisch nur Männer sind. (Und wer in Schnellroda war, der vergißt es nicht mehr. Hatte mal vor zehn Jahren die Ehre, da einen Vortrag halten zu dürfen. Ein kleiner Ritterschlag, jedenfalls mehr als irgendein BRD-Doktortitel.) Heute mag sich das Bild wiederum etwas gewandelt haben, und das ist auch gut so.

      Das hat die Natur bzw. Er, der Einer ist, schon klug eingerichtet, und so soll es bleiben – bis die Hölle gefriert. Frauen müssen konservativer sein als Männer, weil sie sich halt um den Haushalt und um die Kinder zu kümmern haben. Deutschlands Problem ist, daß es nicht genug rebellische Männer gibt, dafür aber zuviele Weichlinge, Anpasser und Kapitulanten. Ein typisches Phänomen meiner Studienjahre: Männer, die einen auf links machen, um sich bei den Mädchen einzuschleimen. Ich hatte das nicht nötig.

      Es grüßt ein Wähler einer „Partei der weißen, alten Männer“ – der wirklich fast schon alt ist und immer fast weiß war

      Ion

  19. Es wundert mich nicht, dass Du ein Beispiel aus der Uni bringst. Nirgendwo war der Marsch durch die Institutionen früher und gründlicher als im Bildungswesen. Hinzu kommen noch der Kulturbetrieb und in den letzten Jahren der Journalismus. Gesamtgesellschaftlich hingegen kann die “Linke” wenig davon profitieren, dass sie sich in manchen Bereichen zu Tode gesiegt hat, an einigen Fronten ist sie in die Defensive geraten, es haben nur noch nicht alle gemerkt.

    Wie Du bereits angedeutet hast, sind die Grünen inzwischen eine Partei des akademisch (aus-)gebildeten Besitzbürgertums (mein Herkunfts- und Zielmilieu). Wenn man hört, worüber bei den Grünen geredet wird, steht jedoch die Rettung des Planeten und seiner Bewohner im Mittelpunkt. Ein grüner Parteitag und ein evangelischer Kirchentag sind nicht leicht zu unterscheiden. Das ist bei SPD, Linke und FDP anders, auch wenn die Funktionäre und Jugendorganisationen von SPD und Linken sich immer weniger von denen der Grünen unterscheiden.

    Der Merkel-Effekt existiert, wenn überhaupt, nur sehr schwach ausgeprägt. Das Geschlecht der Kandidaten kann jedoch alle möglichen Auswirkungen auf die Wählerschaft haben, die sich oft gegenseitig neutralisieren. Ich würde übrigens vermuten, dass viele Frauen Merkel gar nicht als Konkurrenz wahrnehmen.

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