USA 2015 – Wieder Emma und Noah

Die beliebtesten Vornamen des Jahres 2015 in den USA:

Mädchen Jungen
  1. Emma
  2. Olivia
  3. Sophia
  4. Ava
  5. Isabella
  6. Mia
  7. Abigail
  8. Emily
  9. Charlotte
  10. Harper
  11. Madison
  12. Amelia
  13. Elizabeth
  14. Sofia
  15. Evelyn
  16. Avery
  17. Chloe
  18. Ella
  19. Grace
  20. Victoria
  1. Noah
  2. Liam
  3. Mason
  4. Jacob
  5. William
  6. Ethan
  7. James
  8. Alexander
  9. Michael
  10. Benjamin
  11. Elijah
  12. Daniel
  13. Aiden
  14. Logan
  15. Matthew
  16. Lucas
  17. Jackson
  18. David
  19. Oliver
  20. Jayden

Noah ist 2015 zum dritten Mal der beliebteste Jungenname in den USA. Emma war auch 2008 und 2014 auf Platz eins. Die Mädchennamen Alaia und Meilani sowie die Jungennamen Riaan und Huxley haben in den Top 1000 die meisten Ranglistenplätze gewonnen. Verlierer des Jahres ist der weibliche Vorname Isis: im Jahr 2014 noch auf Platz 705, 2015 nur noch auf Platz 1770; 117 Mädchen wurden letztes Jahr in den USA Isis genannt. Ausführliche Statistiken bei der Social Security

USA Universal Studios Hollywood

Neue weibliche Vornamen in der amerikanischen Babynamenstatistik sind zum Beispiel Kehlani, Dayelin, Abrish, Alahia und Hazelgrace. Bei den männlichen Vornamen gehören Gotham, Jersen, Meshilem, Jacquees und Oberyn zu den Erstlingen.

Im Aufwärtstrend (nach absoluten Zahlen) sind die Mädchennamen Alexa, Hazel, Mia, Charlotte und Scarlett sowie die Jungennamen Oliver, Matteo, Grayson, Mateo und Lincoln. Weniger beliebt als im Vorjahr sind bei den Mädchen Isabella, Sophia, Annabelle, Emily und Alexis sowie bei den Jungen Jase, Jayden, Joshua, Andrew und Michael. Ausführliche Trendanalysen bei Nancy’s Baby Names: Biggest Changes in Girl Name Popularity / Biggest Changes in Boy Name Popularity

Vornamenstatistik der USA 2014 * 2012 * 2011 * 2010 * 2008

Autor:

Knud Bielefeld ist Vornamenanalytiker und erstellt Jahr für Jahr eine Auswertung der beliebtesten Vornamen Deutschlands.

75 Kommentare zu "USA 2015 – Wieder Emma und Noah"

  1. mgl sagt:

    Avery ist doch auch wieder so ein männlicher Vorname, der jetzt auch für Frauen geht? Madison wahrscheinlich auch und noch einige.
    Warum macht man denn das eigentlich?
    Erst legt man fest: diese Namen sind männlich, jene weiblich, und dann vergibt man sie doch wie man will? Verstehs nicht ganz.

    • Knud sagt:

      Es wurde ja nicht festgelegt, dass ein Vorname männlich oder weiblich ist, das war vielmehr die Entscheidung der namensgebenden Eltern. Und da gibt es gerade einen Wandel. Es werden vor allem ehemals typische Jungennamen als Mädchennamen vergeben, seltener andersrum.

    • Mark sagt:

      Ich denke, wir leben in einer Kultur, die immer das Neue sucht, statt sich am Zeitlosen zu orientieren. So werden Traditionen gebrochen, weil man es einfach interessant und frisch findet, wenn ein Mädchen jetzt Riley oder Avery heißt, weil das eben noch nie zuvor dagewesen ist. Wobei allerdings die Namen im englischsprachigen Raum schon seit dem 19. Jahrhundert sehr geschlechtsfluide sind, da in den letzten zwei Jahrhunderten immer wieder Nachnamen als Vornamen vergeben werden, ohne dass je geklärt worden wäre, ob diese nun als männlich oder weiblich aufzufassen sind.

    • lenchen sagt:

      So etwas ist aber auch nicht nur in Amerika der Fall.
      Mika ist doch ein skandinavischer Mädchennamen und ein deutscher Jungenname oder?
      Ich vermute es hängt viel mit den ehemaligen Stammländer der Auswanderer zusammen auch. Und plötzlich ist es „neu“, dass ein ehemaliger Jungenname ein Mädchen wird.

      Wir Europäer sind da auch etwas konservativer als das sich ständig ändernde Amerika. Quasi „Was liegt, das pickt.“ Man sieht das auch an anderen amerikanischen Namen wie zB: LaToya oder so. Wird hier sicherlich weniger häufig vergeben als in Übersee.

    • Jan sagt:

      Also, ich habe Mika wirklich zum erstenmal bei diesem finnischen Auto-Rennfahrer Mika Häkkinen gehört. Das war vor zehn oder fünfzehn Jahren. Seitdem ist der Name für mich männlich besetzt. Der Sohn einer Bekannten heißt so, ich glaube auch nach dem Rennfahrer.

      Etwa um die Zeit gab es auch einen brasilianischen Auto-Rennfahrer namens Eierton Senna (RS mit Sicherheit falsch, nach akustischem Gedächtnis geschrieben.) Der hat sich dann totgefahren, und ich weiß noch, wie wir als rechte Studenten über die Brasilianer hier gelacht haben, die dann tagelang um den geflennt haben.

    • Maria Th. sagt:

      Nicht, dass es hier zu Verwirrungen kommt, zur Ergänzung und Erläuterung für Nordlichter: 😉

      „Was liegt, das pickt.“
      „pickt“ hat in diesem Zusammenhang nichts mit dem Verb picken im Sinn von Körner picken zu tun, sondern bedeutet hier „kleben“.

      Man kennt ja auch das österreichische „Pickerl“ für den Aufkleber der Autobahnmaut.

    • mgl sagt:

      achso. aber ungewohnt ist es. neulich hieß doch schon die Tochter eines Sängers Johnny und das war sehr merkwürdig.
      auch die Namen die mit -son enden. Das heißt doch Sohn. Wenn das nun der Vorname einer Tochter wird,…
      Hallo, ich bin Peter Hanssohn und ich bin ein Mädchen.
      Hallo, ich bin die Peter.
      (in Deutschland gehts nicht)

  2. Sabrina sagt:

    Ich kann mir durchaus gut vorstellen, dass Hazelgrace durch „The fault in our stars“ von John Green so bekannt und beliebt geworden ist; auch wenn die gleichnamige Protagonistin Hazel Grace (also zwei Namen) geschrieben wird.

  3. Mark sagt:

    Harper–der Name wäre ohne die beliebte Autorin Harper Lee (eigentlich Nelle Harper Lee, wobei Harper der Geburtsnachname der Mutter war) nie so prominent geworden.

    Eine Fortsetzung von Harper Lees berühmten Roman „To Kill a Mockingbird“ (die Fortsetzung heißt „Go Set a Watchman“) erschien ja im letzten Jahr. Diese Fortsetzung wirkte desillusionierend–das beliebte moralische Vorbild, die tolle Vaterfigur Atticus Finch, ist in der Fortsetzung ein problematischer Mensch mit stark rassistischen Tendenzen. Viele haben kritisiert, dass man es der inzwischen hochbetagten und senilen Harper Lee nicht hätte antun sollen, dieses Manuskript aus den 1950er Jahren herauszugeben, da es ihre „legacy“ antasten könnte: die ikonische Figur, die sie kreiert hat, wird hier dekonstruiert. Ob das auch dem Namen Harper Schaden zufügen könnte? Zunächst ist nichts davon sichtbar. Bei „Harper“ denkt zwar jeder automatisch an Harper Lee, aber vielleicht hat sich der Name dann doch auch genug verselbstständigt, inzwischen, um von diesen Kontroversen nicht mehr betroffen zu sein.

    Besonders freue ich mich über das elegante, viktorianisch anmutende Amelia, über das biblische Abigail und Elizabeth, über den wunderschönen theologischen Traditionsnamen Grace, und über die bleibende Beliebtheit des lieblichen Klassikers Emily. Auch Charlotte, Sophia, Ella, Chloe, Victoria und Emma mag ich sehr. Chloe wäre im Deutschen katastrophal, aber im Englischen besteht kein Anklang an so etwas wie „Klo.“

    Am wenigsten mag ich bei den weiblichen Namen Mia und Madison.

    Die Jungennamen finde ich zum großen Teil sehr gut. Ethan finde ich irgendwie besonders schön, und James und William sind Klassiker, die ich liebe.

    Im Großen und Ganzen: Keine schlechte Liste, y’all!

    Was mir nur fehlt: John und Mary.

    • Maria Th. sagt:

      Nicht nur die Assoziation Chloe – Klo fände ich im Deutschen problematisch, sondern auch Abigail – Abi geil.
      Ich hab mich zwar an die neue Bedeutung des Wortes geil seit langem gewöhnt (zwangsläufig), aber schön find ich es immer noch nicht(Vorsicht Generationenproblem).

    • Jan sagt:

      Das Wörtchen „geil“… Ich weiß noch ganz gut, als wie empörend, widerlich und vulgär ich es empfunden habe, als es so ab Mitte der 1980er Jahre in Umgangssprache eingedrungen ist. Ich war damals ein pubertierender Schnösel aus der Unterschicht, gerade aufs Kleinstadt-Gymnasium gekommen, der eine gewisse Sensibilität für sprachliche Eigenheiten hatte. Es kam, glaube ich, wirklich von den Prollos, hat sich aber sofort an den Gymnasien festgefressen.

      Zehn Jahre später habe ich das Wort dann aber auch ganz selbstverständlich verwendet und mache das heute auch noch.

      Dennoch finde ich den AT-Namen Abigail aufgrund eben dieser Konnotation im Deutschen weiterhin unmöglich.

    • Rebecca Sophie sagt:

      Abigail hat ja auch noch das Problem, dass der zweite Teil (im englischen) wie das englische Wort für schwul gesprochen(und geschrieben ?) wird. Aber dort stört das offenbar keinen.

    • Maria Th. sagt:

      Aber das ist doch „gay“, ohne l, oder?
      Anderes Wort kenne ich nicht, aber vielleicht gibts ja noch eins?

    • Rebecca Sophie sagt:

      Doch du hast recht, ohne l, aber ich schreibe das Wort so selten (; , irgendwie hatte ich aber gail im Kopf, und die Aussprache finde ich immer noch ähnlich…

  4. Jan sagt:

    Daß John und Mary fehlen, ist mir auch gleich aufgefallen – bzw. es wäre mir aufgefallen, wenn es Mark nicht aufgefallen wäre.

    Aiden und Jayden habe ich immer für neudeutsche Möchtegern-Anglizismen gehalten, aber siehe da, das gibt es in Amilandia wirklich…

    Harper hätte ich ohne den Tip von Mark nie einsortieren können. Liam klingt für mich nach IRA-Kämpfer.

    Wie spricht man in Mia in US-Amerika eigentlich aus? /maia/ oder /mia/?

    Isabella klebt in meinen Ohren hoffnungslos an Isabella von Kastilien, bei Ella ist es fast schon ähnlich. Ob Samuel P. Huntigton etwas dazu einfiele? 😉

    Tja, Ava und Chloe – Ava Gardner und Chloë de Lysses. 😀 Das ist in der Alten Welt wirklich schwierig.

    Hinzu käme noch der deutsche Foren-Slang „Ava“ für Avatar. Kann aber sein, daß das in unseren Social-Media-Zeiten auch schon wieder veraltet ist.

    • Rebecca Sophie sagt:

      Ava für Avatar kenne ich, obwohl ich den Namen auch mit langem A, Avatar mit kurzem spreche.
      Isabella von Kastilien war aber wohl eher eine Isabel. da ich sie durch eine Londoner U-Bahn Station (Elephant and castel, dank eines Missverständnisses) und ein englischsprachiges Buch kennen gelernt habe ist das für mich weniger direkt. Obwohl ich auch bei Isabel nicht an besagte Frau denke.

    • Rebecca Sophie sagt:

      Was mir jetzt erst auffällt, ich habe ein nicht vergessen.
      „Ava für Avatar kenne ich NICHT“

  5. Maria Th. sagt:

    Harper Seven heißt ja die Beckham-Tochter. Eigentlich verwunderlich, dass sie einen so relativ normalen, in den USA offenbar gängigen Namen abbekommen hat angesichts der Brüder Cruz, Romeo und Brooklyn. Als ich den Namen das erste Mal gehört habe, dachte ich eigentlich an durchnumerierte Musiker 😀

  6. lenchen sagt:

    Ich finde Emma und Liam angenehm, weil sie sowohl auf deutsch als auch auf englisch quasi gleich ausgesprochen werden. Ich mag so etwas recht gerne, wenn für die Kinder es IHR Name bleibt, ohne Anpassung an die jeweiligen Länder. Manche Aussprachen ändern sich ja nicht nur komplett, sondern auch Schreibweise oder es gibt den Namen in der jeweils anderen Sprache gar nicht.
    Was mir auch positiv auffällt, ist, dass es doch recht „normale“ Namen sind, die unter den Top XX sind. Man bekommt ja hier hauptsächlich nur diese argen Trendnamen der Promis mit, wo man schon den Verdacht aufkommen lassen kann, dass die Amerikaner in der Hinsicht eigen wären. Eine nette Überraschung.

    • Maria Th. sagt:

      @ lenchen, Zum 2. Abschnitt:
      Richtig, das hatte ich mir auch gedacht, es hört sich zumindest für unsereinen recht normal an.

    • Annemarie sagt:

      Ein Kollege von mir hat kürzlich die Geburt seines kleinen Liam per Mail verkündet. Darauf eine ältere Kollegin: „Leiäm“, was das denn für ein komischer Name wäre. Soviel dazu 😉

    • Jan sagt:

      Nur kurz und in Eile: Es ist mir natürlich klar, daß Liam heute genau dem neudeutschen Jungsamens-Beuteschema entspricht: Kurz, viele Vokale, unbedingt ein a dabei, weiche Konsonanten, unbedingt ein l dabei. Und dann auch noch irisch (also keltisch!), wie wunderbar. 😉

      Aber es stimmt einfach nicht so ganz, bzw. es ist nicht so einfach. Es hat Helden dieses Namens gegeben.

      https://en.wikipedia.org/wiki/Irish_socialist_volunteers_in_the_Spanish_Civil_War

    • mgl sagt:

      kurz, viele Vokale und a und l dabei.
      Klaas

  7. Maria Th. sagt:

    Aus dem Einführungstext von Knud:

    Verlierer des Jahres ist der weibliche Vorname Isis: im Jahr 2014 noch auf Platz 705, 2015 nur noch auf Platz 1770; 117 Mädchen wurden letztes Jahr in den USA Isis genannt.

    Tja, warum wohl? ISIS ist heutzutage nicht nur eine ägyptische Göttin, sondern beinhaltet auch ein politisches Statement, nachdem ISIS ja auch als Abkürzung für den Islamic State of Iraq and Syria steht.

    • Maria Th. sagt:

      Sorry, der Rahmen ist falsch, das Zitat endet bei „genannt“, mein eigener Text beginnt mit „Tja…“

    • Maria Th. sagt:

      Nochmal zu Testzwecken veröffentlicht

      Aus dem Einführungstext von Knud:

      Verlierer des Jahres ist der weibliche Vorname Isis: im Jahr 2014 noch auf Platz 705, 2015 nur noch auf Platz 1770; 117 Mädchen wurden letztes Jahr in den USA Isis genannt.

      Tja, warum wohl? ISIS ist heutzutage nicht nur eine ägyptische Göttin, sondern beinhaltet auch ein politisches Statement, nachdem ISIS ja auch als Abkürzung für den Islamic State of Iraq and Syria steht.

    • Maria Th. sagt:

      Nochmal zum Testen: (aller Anfang ist schwer! 😀 )

      Test Zitat

      eigener Text

    • Maria Th. sagt:

      Aus dem Einführungstext von Knud:

      Verlierer des Jahres ist der weibliche Vorname Isis: im Jahr 2014 noch auf Platz 705, 2015 nur noch auf Platz 1770; 117 Mädchen wurden letztes Jahr in den USA Isis genannt.

      Tja, warum wohl? ISIS ist heutzutage nicht nur eine ägyptische Göttin, sondern beinhaltet auch ein politisches Statement, nachdem ISIS ja auch als Abkürzung für den Islamic State of Iraq and Syria steht.

  8. Vivica sagt:

    Die Liste war dieses Jahr wirklich nicht soncerlich überraschend. Harper befand sich ja schon lange im Aufwärtstrend, der Einzug in die Top Ten war erwartet. Madison dagegen ist ein ziemlich generationendefinierender Name der späten Neunziger und frühen Nuller und scheint daher endlich an Gewicht zu verlieren. Gut, denn es gibt hier wirklich zu viele kleine Maddies (die zugegebnermaßen vermutlich auch mal Madeline heißen werden.)

    Dieses Jahr ist mir wieder aufgefallen, wie sehr die zweisprachigen Namen (und damit meine ich Namen, die auf englisch und spanisch gut vergebbar sind) die Liste dominieren. Um in den USA die vorderen Plätze einzunehmen, muss ein Name auch die hispanische Bevölkerung ansprechen. Insofern ist der eigentlich beliebteste Name bestimmt wieder Sophia, wenn man ihn mit der Sofia-Schreibweise zusammenrechnet. Der beliebteste Jungenname mit allen Schreibweisen war im letzten Jahr übrigens Jackson, mal sehen, wie es dieses Jahr aussieht.

    Besonders gefreut habe ich über die Top1000 Premiere von Ophelia und Zelda.

    Und zu den unisex Namen: ursprünglich waren auch Ashley und Lindsey einmal ausschließlich männlich. Der Trend zu unisex oder gar männlichen Namen für Mädchen ist in den USA besonders ausgeprägt. Neuerdings wird sogar James gern weiblich vergeben. Finde ich ein bisschen schade, wenn die Namen dann jede maskuline Assoziation verlieren. Manchmal passt man die Schreibweise an (Ashtyn statt Ashton, oder Gracyn statt Grayson), oft wird auch ein weiblicher Spitzname trotz männlichem Erstnamen vergeben (Emy für Emerson zum Beispiel), manchmal bekommen die Kinder einen weiblichen Zweitnamen zum Ausgleich, aber mir sind auch schon kleine weibliche Harper Peytons und August Elliots begegnet.

    • Maria Th. sagt:

      Ich rede nicht von den Unisex-Namen, aber was mir immer rätselhaft bleibt, ist, warum man einen eindeutig männlichen Namen wie etwa James an ein Mädchen vergibt. Bloß weil man’s kann? Was ist daran chic? Jeder, der den Namen liest oder hört, ist doch nur verwirrt dadurch.

    • lenchen sagt:

      Ist Elliot nicht ein männlicher Name?

      Ich kann mich an Scrubs erinnern. Da heißt da die weibliche blonde Hauptperson (die Schauspielerin spricht übrigens akzentfreies Deutsch^^) Elliot, da ihr Vater eigentlich einen Sohn wollte.

    • Maria Th. sagt:

      Wenn das der Grund sein sollte, warum Mädchen männliche Vornamen bekommen (also weil sich die Eltern eigentlich einen Jungen wünschten), dann läuft m.E. grundsätzlich was verkehrt bei den Eltern.

    • mgl sagt:

      das kam auch so ähnlich in einem Roman vor. Da wurde die Tochter nach der Geburt Drew benannt und die Kindermädchen fanden den Namen seltsam und die Erklärung war es sollte ein ANdrew werden.

      kommt immer darauf an ob man es trifft

    • Jan sagt:

      wie sehr die zweisprachigen Namen (und damit meine ich Namen, die auf englisch und spanisch gut vergebbar sind)

      Ich hatte vor etwa fünfzehn Jahren mal einen US-amerikanischen E-Brieffreund. Das war ein Slawist (hat als solcher auch an einer Uni gearbeitet), der mehrere slawische Sprachen und auch deutsch zumindest lesen konnte. (Unter den slawischen Sprache war übrigens auch das Obersorbische hier aus der Lausitz.)

      Der regte sich sehr amüsant und selbstironisch darüber auf, daß er selbst, wiewohl wirklich polyglott, in den USA eben nicht als „bilingual“ galt, weil er kein Spanisch konnte – wohl aber galt der bekanntlich hirnamputierte George W. Bush, der ein bißchen spanisch radebrechen gelernt hatte, als halbwegs „bilingual“. Dadurch habe ich zuerst erfahren, daß „zweisprachig“ in den USA immer „Englisch plus Spanisch“ heißt und nichts anderes.

    • Knud sagt:

      Überhaupt fand ich die Erkenntnis überraschend, dass es in den USA nicht selbstverständlich ist, eine Fremdsprache zu lernen. Das führt natürlich auch dazu, dass diejenigen gar nicht wissen, wie schwierig es ist, eine Fremdsprache zu lernen. Ein älterer Herr wunderte sich letztes Jahr, dass mein neunjähriger Sohn ihn nicht verstehen konnte. Er hatte gehört, dass alle Europäer in der Schule Englisch lernen. Immerhin hatte mein Sohn schon seit 6 Wochen Englischunterricht 😉

  9. Vivica sagt:

    Naja, viele unisex oder weibliche Namen waren früher eindeutig männlich. Siehe Lindsey:

    http://www.babynamewizard.com/voyager#prefix=lindsey&sw=both&exact=false

    So haben sich die Leute in den 20er Jahren bestimmt auch nie träumen lassen, dass dieser eindeutig männliche Name einmal eindeutig weiblich sein würde. Und wer weiß, vielleicht ist James in 200 Jahren ja ein Frauenname. Ich glaube nicht daran, einfach weil er so, so häufig unter allen Männergenerationen ist, und momentan auch für Jungen an Beliebtheit zunimmt, aber es ist auf jeden Fall nicht undenkbar.

    Die wenigen Männer, die heutzutage noch Ashley, Courtney oder Madison heißen weisen gern auf diese Statistiken hin. Bald können sich sicher auch die männlichen Harpers einreihen – wenn ein unisex Name erst mal ein weiblicher Trendname wird, stirbt er unter den Männern meistens schnell aus.

    • mgl sagt:

      danke für die Informationen.
      aber wo kommen dann die neuen Männernamen her, wenn alle Männernamen weibliche Trendnamen werden?
      irgendwie glaube ich aber auch nicht dass es so kommen wird.
      wenn man die Liste der männlichen Vornamen anschaut kann man sich bei manchen vorstellen dass sie irgendwann auch für Frauen vergeben werden, welche auf -a, -son, -ton, -ley enden. Manche aber..da denkt man es geht sicher nie.

    • Vivica sagt:

      Es geht ja nicht allen Namen so. Aber einigen eben schon. Männernamen sind in den USA meist viel bodenständiger und unterliegen weniger Trends. Amerikanische Eltern sind bei den Mädchennamen oft weniger konservativ und trauen sich mehr. Sieht man auch daran, dass sich die Mädchennamenliste schneller ändert als die der Jungs. Da bleiben viele Namen oft über Jahrzehnte beliebt.

  10. Jan sagt:

    Also, das Phänomen ist in diesem Blog ja schon mehrmals angerissen, ansatzweise erklärt oder es ist zu Erklärungen verlinkt worden.

    Wenn (!) ich es richtig verstanden habe, und ich versuche, mich hier so neutral, wie es mir möglich ist, auszudrücken:

    Es gibt in bestimmten Schichten der US-amerikanischen Gesellschaft die Tendenz, Mädchen gelegentlich Jungennamen zu geben. Diese Jungennamen sind dann irgendwann „unisex“ und hören nochmals später schließlich auf, Jungennamen zu sein und an Jungen vergeben zu werden. Sie werden Mädchennamen. Umgekehrt (Jungen bekommen Mädchennamen und diese Mädchennamen werden dann Jungennamen…) gibt es das aber auch in den USA nicht.

    Was ist aber nicht verstehe (oder nur verdachtschöpfend vermuten kann, aber ich wollte ja neutral schreiben):

    1. Welche Schichten/Klassen sind das?

    2. Warum machen die Angehörigen dieser Schichten das?

    (Und nein, in Rußland gibt es das nicht. Und das ist auch gut so. 🙂 )

    • Mark sagt:

      Je älter und gebildeter die Mütter sind, desto weniger beteiligen sie sich am Jungennamen-für-ein-Mädchen-Trend. Deshalb ist dieses Phänomen in Massachusetts zum Beispiel weniger stark vertreten als in Texas.

      Also, eher junge, weniger gebildete Mütter in konservativen Staaten, wo jung geheiratet wird. Die liberal-progressiven Staaten vergeben eher traditionellere, konservativere Mädchenname. Das heißt manchmal auch, je weniger christlich das Elternhaus, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Tochter einen christlichen Namen bekommt.

      Bei den Jungen ist alles viel bodenständiger und traditioneller, in alles Schichten. Auch hier, jedoch, gibt es bei jungen ungebildeten Müttern eher einen Jayden, bei älteren gebildeteren Müttern eher einen James.

    • Maria Th. sagt:

      Vielen Dank, Mark für die Erläuterungen zu Jans 1. Frage. Das erklärt aber leider das WARUM noch nicht. Wie ich oben schon sagte: wenn der Grund dafür darin liegt, dass man lieber einen Jungen gehabt hätte, läuft bei den Eltern komplett was verkehrt.

    • Knud sagt:

      Haben die Väter dort gar nichts zu sagen?

    • Jan sagt:

      Jäp, auch von mir tausend Dank, Mark! 🙂

      (Ich war mir wirklich im Unklaren: „Sind das irgendwelche Redneck-Prollen, die halt irgend ’ne Mode mitmachen, oder sind das Ostküstis/Kalifornier, die ihre Töchter gleich mal so richtig durchgendern und auf Alpha-Weibchen züchten wollen? Oder Schwarze, denen ja namenstechnisch alles zuzutrauen ist?“)

      (Das in Klammern ist, wie schon in der Frage, nicht mehr neutral. 😀 )

      Ich frage mich aber auch wie Maria Th.: Warum machen diese einfachen und sicher ehrbaren Leute das? :-/

    • mgl sagt:

      ich hätte eher vermutet „die Reichen“ machen „sowas“ .weil doch Reiche meistens Trendsetter sind.?
      und die Stars aus den Zeitschriften, die machen das doch auch.
      und (faden verloren).

    • Jan sagt:

      Das heißt manchmal auch, je weniger christlich das Elternhaus, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Tochter einen christlichen Namen bekommt.

      Noch was, es fällt mir gerade wieder ein. In dem von Mark hier vor etwa ein Jahr verlinkten Text, in dem die US-Namens-Präferenzen anhand von demokratischen und republikanischen Bundesstaaten aufgeschlüsselt wurden, war ja auch (wenn ich mich recht erinnere) von dem Paradox die Rede, daß Progressive („Liberale“ im US-Sinne) tendenziell eher konservative Namen vergeben und umgekehrt.

      💡

  11. Mark sagt:

    Knud,

    Die bezügliche Studie untersuchte das Phänomen in Bezug auf Mütter. Die sind wohl einfach die wichtigste Variable in dem Ganzen. Wobei eine gebildete, ältere Mutter oft auch einen eher gebildeten, älteren Mann hat, sicherlich.

    Die besagte Studie hatte irgendetwas mit Red State/Blue State im Titel.

    @Maria Theresia:

    Das warum liegt fast nie darin, dass jemand eigentlich einen Jungen wollte. Es ist neu, schick, frisch, interessant Mädchen androgyne Namen zu geben; da bricht man sozusagen aus alten Schemen heraus und macht was Aufregendes. Ein Junge namens Michael–langweilig. Ein Mädchen namens Michael–faszinierend, süß, interessant. So in etwa ist die Denkweise. Kenne übrigens ein amerikanisches Mädchen namens Michael.

    • Maria Th. sagt:

      Ok, Mark, vielen Dank für die Mühe, das hier zu erklären. So kann man gedanklich nachvollziehen, was sich die Leute dabei gedacht haben (könnten).
      Trotzdem finde ich einen explizit männlichen Vornamen für ein Mädchen „daneben“.

    • mgl sagt:

      Mark, wie findet denn dieses Mädchen ihren Namen? ist sie mit einem männlichen Vornamen zufrieden?

    • Mark sagt:

      mgl:

      Die Studentin Michael war stolz auf ihren Namen und erzählte gerne die Geschichte, wie ihre Mutter schon immer eine Tochter Michael nennen wollte…

  12. Mark sagt:

    @mgl:

    Bei den Reichen gibt es auch Klassenunterschiede. Hollywood-Celebrities vs. alte aristokratische Neu-England-Familien–das sind ganz verschiedene Welten. Auch regionale Unterschiede gibt es. Ich kannte zwei Freundinnen, Camden und Diana. Camden kam aus einer reichen Familie aus Malibu, Kalifornien, und sie trug einen schicken, neuartigen androgynen Namen. Diana kam aus einer alten wohlhabenden Familie aus den Carolinas–sie trug natürlich einen klassischen Namen.

  13. elbowin sagt:

    Zum Warum:

    US-amerikanische Eltern glauben, dass ein männlich klingender Name einem Mädchen weiterhilft (und ein weiblich klingender Name Jungens schadet).

    Eine nicht-repräsentative Umfrage ist hier zu sehen:

    http://www.nancy.cc/2012/09/14/unisex-baby-names-helpful-harmful/

    • Maria Th. sagt:

      Unglaublich, da wissen die Eltern ja bereits spätestens (!) mit Geburt zuverlässig, was das Töchterchen mal werden wird: female lawyer. Nach ihren Neigungen und Begabungen muss ja nicht gefragt werden. Hauptsache, das Kind „funktioniert“ im Sinne der Eltern möglichst erfolgreich. Und das führt so weit, dass man ein Mädchen mit einem männlichen Namen bedenkt.
      Was, wenn das „männlich“ benannte Mädchen später Erzieherin, Balletttänzerin, Krankenschwester oder sonst einen sog. typischen Frauenberuf ergreift, weil sie sich dazu tatsächlich berufen fühlt und am Ende sogar auch noch Talent dafür hat? Dann hat die Namensgebung und auch die ganze Erziehung versagt, oder?
      Ich finde diese Denkweise einfach krank, tut mir leid. Gottseidank ist wenigstens in Deutschland die Unterscheidung nach männlichen und weiblichen Vornamen (noch?) gegeben.

    • Maria Th. sagt:

      Im übrigen ist diese Denkweise zutiefst frauenfeindlich, das genaue Gegenteil von Feminismus, da man ja Menschen mit weiblichen Vornamen nichts bzw. nicht soviel zutraut als männlich benannten Menschen. Und ich bin bestimmt keine Feministin, ich mache keine pauschalen „Qualitäts“unterschiede zwischen Männern und Frauen, weder sind Frauen per se besser als Männer noch gilt das Gegenteil.

    • Jan sagt:

      Als ich das auf nancy.cc gelesen und es in Relation zu den Erläuterungen Marks gesetzt habe, habe ich mit zufriedenem Grunzen festgestellt, daß ich mit zumindest zwei von drei hier geäußerten Verdachten wohl nicht gänzlich daneben gelesen habe: also sowohl das ungebildete Nachmachen von Modetorheiten, als auch die, nun ja, „zeitgemäße Ent-Genderung“ im Sinne von erwünschten Karriereperspektiven scheinen eine Rolle zu spielen und gehen wohl gar ineinander über.

      Und wenn das Töchterlein unbedingt eine taffe Juristen werden soll, können sie sie ja Guillotine nennen, das klingt gleichzeitig feminin und schneidig hart, alteuropäisch und modern und auch noch gebildet. 😀

    • Maria Th. sagt:

      Super-Vorschlag, Jan!
      Wenn das keine keine Juristenkarriere (bevorzugt Strafrechtlerin) wird, dann weiß ich auch nicht mehr! 😉

    • Rebecca Sophie sagt:

      Ein Artikel zu amerikanischen Prominenten, die ihren Töchtern männliche Namen gegeben haben, mit Bildern.
      Casper gefällt mir irgendwie…
      http://nameberry.com/blog/a-girl-named-james

    • Jan sagt:

      Rebecca Sophie,

      verzeih einem armen Altwelt-Unterschichtler, aber ich mag mich mit dieser Masche weiterhin nicht befreunden. Von diesen US-Promis habe ich natürlich samt und sonders noch nie gehört. Bei den Namen ihrer Kinder ist es ähnlich: weder hätte ich sagen können, ob diese Namen männlich oder weiblich sind, noch, ob es überhaupt Namen sind und nicht irgendwelche Buchstaben-Agglomerationen. :-/

      Ich schwöre, nicht von Putin bezahlt zu sein – aber ich finde es weiterhin gut, wenn Mädchen Mädchennamen und Jungen Jungsnamen verpaßt bekommen.

      Die Amis haben doch echt einen an der Waffel…

    • lenchen sagt:

      @Jan:
      Wenn das Kind allerdings einen französischen Namen erhält, weiß ich nicht, ob die Leute es in Amerika richtig aussprechen könnten. Schließlich ist er weder spanisch noch englisch, wie in anderen Beiträgen eine Grundvoraussetzung für bilingual ist.
      Kann man eigentlich auch pauschalieren oder? Wenn man als gebildet klingen will, warum dann nicht einen spanischen Namen? Quasi, „mein Kind ist nicht nur ein female lawyer, sondern auch mehrsprachig unterwegs – hilft den armen und schwachen Immigranten, damit die zu ihrem Recht verholfen wird.“

    • Jan sagt:

      @lenchen

      Gut, dann eben nicht Guillotine, sondern Garrote.

      Das wäre „bilingual“ und entspräche auch eher den US-amerikanischen Hinrichtungs-Gepflogenheiten.

      😉

    • Maria Th. sagt:

      Wenn das Kind allerdings einen französischen Namen erhält, weiß ich nicht, ob die Leute es in Amerika richtig aussprechen könnten.

      Das bezweifele ich auch! Man vertraue da aber auf die Phantasie der Amerikaner
      vielleicht so wie „guy-o-tyne“ 😀

      Quasi, „mein Kind ist nicht nur ein female lawyer, sondern auch mehrsprachig unterwegs – hilft den armen und schwachen Immigranten, damit die zu ihrem Recht verholfen wird.“

      Ich erlaube mir ebenfalls stärkste Zweifel, dass eine Tochter von Leuten, die ihrem Mädchen deswegen einen männlichen Vornamen geben, damit sie später als female lawyer besser verdient als mit einem weiblichen Vornamen, dann für die Armen und Schwachen eintreten soll. Da geht es doch vielmehr um das ganz große Geld im Bereich Consulting, Firmenübernahmen, die großen Schadenersatzprozesse, da verdienen Anwälte richtig Geld! Die Armen und Schwachen können ja für einen Rechtsbeistand nichts oder nicht viel ausgeben…

    • Rebecca Sophie sagt:

      Rebecca Sophie,

      verzeih einem armen Altwelt-Unterschichtler, aber ich mag mich mit dieser Masche weiterhin nicht befreunden. Von diesen US-Promis habe ich natürlich samt und sonders noch nie gehört. Bei den Namen ihrer Kinder ist es ähnlich: weder hätte ich sagen können, ob diese Namen männlich oder weiblich sind, noch, ob es überhaupt Namen sind und nicht irgendwelche Buchstaben-Agglomerationen. :-/

      Ich schwöre, nicht von Putin bezahlt zu sein – aber ich finde es weiterhin gut, wenn Mädchen Mädchennamen und Jungen Jungsnamen verpaßt bekommen.

      Die Amis haben doch echt einen an der Waffel…

    • Rebecca Sophie sagt:

      Ich wollte natürlich noch was dazu sagen…

      Rebecca Sophie,

      verzeih einem armen Altwelt-Unterschichtler, aber ich mag mich mit dieser Masche weiterhin nicht befreunden. Von diesen US-Promis habe ich natürlich samt und sonders noch nie gehört. Bei den Namen ihrer Kinder ist es ähnlich: weder hätte ich sagen können, ob diese Namen männlich oder weiblich sind, noch, ob es überhaupt Namen sind und nicht irgendwelche Buchstaben-Agglomerationen. :-/

      Ich schwöre, nicht von Putin bezahlt zu sein – aber ich finde es weiterhin gut, wenn Mädchen Mädchennamen und Jungen Jungsnamen verpaßt bekommen.

      Die Amis haben doch echt einen an der Waffel…

      dito, auch wenn es beim letzten Satz vermutlich sehr viele Ausnahmen gibt, oder um es mal anders zu sagen, es gibt dort genau so viele dumme Menschen wie hier, nur fallen die mehr auf (nicht von mir).

    • Jan sagt:

      @ R.S. et al.

      Um nur einen Verdacht kurz auszuschließen: Es ist m.E. nichts blöder und kontraproduktiver als dieser gängige eurasische Generalverdacht gegen die „barbarischen Amerikaner“. So habe ich das nicht gemeint!

      Mein langjähriger Lieblingsmaler ist der US-Amerikaner John Singer Sargent. Als in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Neuengland Thoreau, Emerson und Poe geschrieben haben, haben meine eigenen Vorfahren noch unter steinzeitlichen Bedingungen in der kalten Kuhscheiße in der norddeutschen Tiefebene oder als verstunkene Köhler im Harz gehockt.

      Aber Witzchen reißen über die Typen darf man natürlich. Hoffentlich gelingen die Witzchen dann auch. 😉

  14. Jan sagt:

    @ Mark

    Jetzt habe ich noch ’ne Frage. Mein schon erwähnter US-amerikanischer Brieffreund hat damals (also vor ca. 15 Jahren) mal fallenlassen, daß es in den zivilisierten Schichten der US-amerikanischen Gesellschaft ganz unmöglich sei, seinen Sohn George zu nennen. Ich habe mich damals gewundert (es ist doch ein klassischer Name!), habe aber leider versäumt nachzuhaken…

    Also:

    1. Stimmt(e) das?
    2. Wenn ja, warum? Wegen Washington? Oder wegen der Bush-Präsidenten?

    • Mark sagt:

      Jan,

      Der Name George war bis vor nicht allzu langer Zeit einfach total altmodisch. Warum Dein Bekannter die Unmöglichkeit gerade dieses Namens betont hat, das kann ich nicht beurteilen. Mir ist nur bewusst, dass der Name erst in den letzten Jahren wieder etwas modefähig geworden ist, gerade auch seit Prince William seinen Sohn George genannt hat (plötzlich assoziiert man mit dem Namen somit wieder ein Baby und keinen alten Mann).

      Mir ist nicht bewusst, dass dieser traditionelle Name irgendwie ganz besonders verpönt gewesen sei…. Eben einfach nur altmodisch, und zwar noch eine Ecke altmodischer als ein Name wie Charles.

    • Jan sagt:

      Jäp, danke, Mark,

      ich bringe die konkrete Kommunikationssituation von damals nicht mehr zusammen, aber das dürfte es wohl gewesen sein: einfach nur ein (damals vor 15 Jahren) altmodischer Name. Ich hatte da vermutlich etwas hineingeheimnißt, was gar nicht da war, also irgendeine „Aufladung“ oder Besetzung des Namens George. (Besagter Freund war jedenfalls dezidiert kein „Liberaler“…)

  15. Rina sagt:

    k.A., Jan.

    Aber mir fällt bei dieser Liste der Trend zur Vereinheitlichung der Namen auf. Mindestens 12 Mädchen- und 11 Jungennamen könnte man unter die häufigst vergebenen Namen in der gesamten westlichen Welt zählen.
    Globalisierung überall.

    • Mark sagt:

      Ist mir auch aufgefallen. Wobei mich immer interessiert, welche Kultur die globalen Trends am ehesten anregt und bestimmt. Mia scheint tatsächlich ein in Deutschland geborener internationaler Trend zu sein. Isabella hängt mit der US-amerikanischen Popkultur zusammen (Twilight-Saga). Charlotte erhielt sicher durch die britische Prinzessin einen Riesenauftrieb, war aber schon vorher im Kommen (und da wäre dann auch wieder interessant zu wissen, wo dieser Trend ursprünglich herkommt–ich tippe auf Großbritannien).

      Aber z.B. Sophia/Sofia? Lucas? Oliver? Amelia? Schwer zu sagen, woher diese Namen ihren Auftrieb nehmen. Lucas ist ja auch eher die kontinental-europäische als die angelsächsische Variante des biblischen Namens, also liegt die Vermutung europäischen Einflusses nahe. Liam kommt sicher aus Irland und Großbritannien nach USA, auch durch Schauspieler wie Liam Neeson und Liam Hemsworth.

      Sicher sind US-amerikanische hausgemachte Trends: Abigail, Madison, Jayden, Ethan, Grace.

    • Mark sagt:

      Wobei mir gerade einfällt, dass Liam Hemsworth Australier ist. Die Australier neigen aber ja auch stark zu irischen und britischen Namen.

    • Maria Th. sagt:

      Es gibt aber auch die US-Schauspielerin Mia Farrow („Rosemary’s Baby“, langjährige Partnerin von Woody Allen);
      – also ist Mia kein genuin deutscher Name, vermute ich.

    • Rebecca Sophie sagt:

      Eine Urenkelin der Queen heißt meines Wissens auch Mia, aber irgendwie kann ich mir den Namen im englischsprachigen Kontext so gar nicht vorstellen.

    • Jan sagt:

      Mia scheint tatsächlich ein in Deutschland geborener internationaler Trend zu sein

      Also, bevor das mit Mia in Deutschland vor einigen Jahren so in Schwung gekommen ist, war aber die einzige Mia, die man hier so kannte, wenn ich mich nicht schwer irre, die Schauspielerin Mia Farrow, also (wie ich gerade lese) eine US-Amerikanerin mit australisch-irischen Wurzeln. Als hier in den Gebutsanzeigen die ersten Mien auftauchten, dachte ich mir „Hü? Kommt die Olle hier also doch noch zu Ehren… Jetzt fehlen noch Jean Seberg und Miou-Miou…“

    • Maria Th. sagt:

      Allerdings gibt es (wie ich schon einmal erwähnt habe) in Hans Falladas Roman „Kleiner Mann, was nun“ die Figur Mia Pinneberg. Der Roman spielt in den späten zwanziger Jahren und Mia Pinneberg wird dargestellt als eine ältere Frau mit zweifelhaftem Lebenswandel.

    • mgl sagt:

      das will zwar keiner wissen, aber: Mia Farrow hat eine Schwester namens Prudence. Die ist irgendwie in ihrem Bewusstsein gefangen. Daher das Beatles-Lied Dear Prudence.
      Mia und Prudence. mit der heutigen Modenamen-Mia-Assoziation klingts merkwürdig krass unterschiedlich.

  16. Maria Th. sagt:

    Und übrigens: die junge (eigentliche) Heldin des Buchs heißt Emma 🙂

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