Mein seltener Name und ich: Birka

Mit der Bedeutung von Namen habe ich es nicht so. Vor allem, wenn sie sich nicht intuitiv erschließt, sondern man beim ersten Hören an etwas anderes denkt. Bei Birka ist das so. Meine Assoziationen sind:

  • schlanke Laubbäume mit weißschwarzen Stämmen, Maigrün, Frühling
  • Birk, der beste Freund von Lindgrens „Ronja Räubertochter“

Tatsächlich handelt es sich bei dem Namen Birk, der in Skandinavien seit Beginn des 20. Jahrhunderts gebräuchlich ist (laut Vornamen-Duden), seinen Wurzeln nach wohl eher um eine alemannische Kurzform von Burkhard. In den 60er Jahren soll der Name über Skandinavien erneut nach Deutschland gelangt sein, also lange vor dem Erscheinen der „Räubertochter“ 1981. Birk wird allerdings auch mit dem isländischen und schwedischen Mädchennamen Björk in Verbindung gebracht und bedeutet dort und auch als Vokabel im Dänischen eben doch „Birke“. Birka und Birke sind die weiblichen Formen des Namens. Für Jungen gibt es auch noch Birko.

Zu allem Überfluss spucken manche Nachschlagewerke noch „die Glänzende“ aus. So glänzend wie frisches Birkenlaub? Baum, Burg oder Glanz – sei’s drum! Birka, Jahrgang 1968 und in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsen, mag ihren Namen jedenfalls sehr. Besonders gefällt der in Dresden lebenden Buchhändlerin, „dass er beinhaltet, woher ich komme. Birka heißt auch ein Wikingerort auf einer schwedischen Insel. Ich komme gern aus dem Norden.

Mein seltener Name und ich

Birkas Name wird mit kurzem i gesprochen. „Wie die Birke, nur mit a am Ende – das ist schnell erklärt.“ Einen weiteren Vornamen hat sie nicht. Ihre jüngere Schwester heißt Ellen. Weiß sie, wie ihre Eltern auf ihren Namen gekommen sind? „Meine Mutter kannte in Stralsund eine Birka und ihr gefiel der Name.“ Sie selbst hat auch schon andere Birkas getroffen. „Das ist immer etwas komisch. Eine ist in allem das Gegenteil von mir und stammt aus Leipzig. Irgendwie nimmt man an, dass andere mit demselben seltenen Namen ähnlich sein müssen wie man selbst – oder dass eine Birka zumindest nicht aus Sachsen kommen kann.“

Manchmal wird sie Birki genannt. An Verhohnepipelungen kann Birka sich nicht erinnern: „Der Name lässt sich zum Glück schwer verhunzen.“ Bei ihrer Namenswahl für ihre Tochter hat sie ihr Name „eher nicht“ beeinflusst. „Wir haben uns für Marla entschieden, weil unsere Tochter einen kurzen Nachnamen hat und wir uns durch Marla Glen haben inspirieren lassen.“ Hier noch schnell meine Assoziationen zu Marla:

  • die amerikanische Sängerin
  • Kind der 2000er-Jahre, ein Mix aus dem alten Namen Karla und dem neudeutschen Marlon
  • und zuletzt, etwas abseitig: eine Online-Diskussion, bei der es darum ging, ob die Tochter eines Malers Marla heißen könne (ich finde: sie kann!)

Auf die Kurzform von Marlene, ihrerseits Kürzel von Maria Magdalena, die eigentlich dahintersteckt, wäre ich ohne Weiteres nicht gekommen.

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Freunde und Kollegen von Annemarie Lüning kennen das schon: Bei Plaudereien mit der Mutter einer 9-jährigen Tochter landet man überdurchschnittlich oft beim Thema Vornamen.

10 Kommentare zu "Mein seltener Name und ich: Birka"

  1. Jan sagt:

    Kurz und halb-off-topic zum Baum Birke: Die Russen halten das für ihren National-Baum. (Weshalb zum Beispiel die „Intershops“ in der ollen SU „Berjoska“ geheißen haben.) Nu, als Plattdeutscher, der fast aus dem Moor kommt, habe ich das immer für eine Anmaßung gehalten. 😉 Anfang der 90er habe ich wirklich mal erlebt, daß sich eine Russin darüber gewundert hat, daß es auch in Deutschland Birken gibt.

    Birken sind m.E. sehr, sehr schöne Bäume. 🙂 Darauf können sich wohl Slawen und Germanen verständigen. Wie über so vieles andere auch.

    Aber hier soll es ja um den Namen Birka gehen, der offenbar nichts mit den Bäumen zu tun hat.

    (Ich muß aber zugeben, daß der Name auch an Birkenstock-Latschen denken läßt. Und indem ich dies hier schreibe, trage ich ebendiese „Birkis“. 🙂 )

  2. Rebecca Sophie sagt:

    Ich finde den Namen vom Klang her eigentlich ziemlich schön und ich finde auch, das Birken schöne Bäume sind. Und es gibt ja such den Vornamen Lind(a/e), der recht verbreitet ict.
    Ich habe folgendes gefunden:
    Zufluchtsstätte, Schutz, Burg (von Burkhard)
    arab. Der Segen
    Birke (vom isländischen und schwedischen Vornamen Björk)
    Die glänzende (von bircha)
    Name mehrerer Orte u.a. einem schwedischen Weltkulturerbe

  3. Jan sagt:

    Mal so ganz nebenbei, aber doch auch halbwegs im Kontext: Ein Freund von mir hat eine Bekannte namens Walda. Und diese Walda fragt sich nun seit geraumer Zeit, woher ihr Name stammt und wie er sich erklärt. Ich weiß weder, wie alt die Frau ist, noch wo sie genau herkommt (sie ist aber wohl Deutsche), noch ihren gesellschaftlichen Kontext, noch ob ihre Eltern (die ja wissen müßten, wie sie auf den Namen gekommen sind) noch leben. Die Frau findet nichts dazu – im Netz führen Recherchen nur zu Suchmaschinen-Fallen, Papier-Nachschlage-Werke habe ich hier nicht.

    Der Freund von mir hat das vorgestern per Mail an mich herangetragen… Wüßte jemand was?

    Meine erster Gedanke war halt: „Na, halt von den Eltern selbstgeschnitzt, klingt irgendwie altertümlich, die Deutschen lieben eben den Wald…“ Aber keinerlei Evidenz dafür.

    TiA

    Jan

    • Rebecca Sophie sagt:

      Also ich hätte zuerst mal eine Kurzform von altdeutschen Namen, die mit Wal(d) beginnen vermutet, also zum Beispiel Waltraud, Walburga…
      Dann habe ich den Namen mal auf einer (nicht immer komplett vertrauenswürdigen) Seite eingegeben und siehe da „Der Name Walda kommt aus dem Germanischen und bedeutet so viel wie Herscherin/Gebieterin oder ‚die Führende , Leitende'“. Ist also wohl doch keine Eigenkreation, oder Zufall.

    • Knud sagt:

      Ein Fundstück im Netz:
      http://www.beliebte-vornamen.de/19787-welda.htm
      (keine Suchmaschinen-Falle!)

    • Jan sagt:

      Jo, vielen Dank für die Antworten! 🙂

      Die Erklärung „ursprünglich Kurzform eines Namens auf Wal-“ ist sicher plausibel. Und wenn die Eltern nicht mehr befragbar sind (wie es zu sein scheint), wird sich eh nicht mehr rekonstruieren lassen, was sie sich so gedacht haben…

      Nochmals danke!

      Jan

  4. Anonymous sagt:

    Alles was ich über den Namen Walda gefunden habe ist dass der Name ein Germanischer Name ist und Walten, Herschen bedeutet.

  5. anonymus sagt:

    es gab eine stadt in südschweden, die hieß birka. muss so um die zeit der wiinger gewesen sein.

  6. Birka Flottmann sagt:

    Ich besitze diesen wunderbaren seltenen Namen.
    Leider wird er beim ersten hören entweder mit dem Baum Birke assoziiert oder mit Bier.
    Mein Vater meint meist scherzhaft das er mich Bierkasten nennen wollte aber da Mama dagegen war wurde es die kurzform „Birka“ …
    Nervig wird es bei Dingen mit Namen drauf wie Tassen, Schilder und co. Nie gibt es den Namen.. Somit fallen kitschige Urlaubserinnerungen weg. Hat alles seine Pros und Contras

  7. Birka sagt:

    Das ist ja mal ne schöne Erklärung. .Bierkasten. …Abkürzung Birka….herrlich. …Ich habe mich früher oft geschämt, weil immer alle 2x fragten, wie ich heiße. …Heute bin ich stolz drauf

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