Babynamen der Woche 31/2015

Annalena * Alicia * Ellis * Timothy * Sarah Nicolle * Botond * Raihanna * Marziparno * Noel Carlos * Leart * Mohamed-Petar * Liva * Erva * Sady * Charlotte Mathea * Jarno * Dima * Selena * Melissa Maria Theresia * Felina Merve * Julius Erwin * Norel-Joshua * Fiona * Lyss * Lio Joel * Milana * Bendix * Leven Jan Hendrik

Zwillingspaar der Woche: Mia und Ben

Autor:

Knud Bielefeld ist Vornamenanalytiker und erstellt Jahr für Jahr eine Auswertung der beliebtesten Vornamen Deutschlands.

24 Kommentare zu "Babynamen der Woche 31/2015"

  1. Mark sagt:

    Interessante, ungewöhnliche Namen heute.

    Bei Marziparno liegt „Marzipan“ natürlich sehr nahe–muss diesem Namen mal nachgehen. Ich denke, es ist ziemlich sicher, dass es sich hier um kein deutsches Kind handelt.

    Bei Raihanna liegt natürlich die Popsängerin Rihanna sehr nahe, wobei die ja Rih-anna ausgesprochen wird, und nicht Rai-hanna. Auch diesem Namen muss ich mal nachgehen.

    Bei Mohamed-Petar überrascht das Petar. Denn Peter ist ein überaus christlicher Name, der in der muslimischen Welt in keiner Form vorkommt. Aber vielleicht handelt es sich bei Petar um einen Namen, der mit Peter gar nicht verwandt ist. Also nochmal: Recherche ist angesagt.

    Milana anstatt Milena–nun, diese Form wird es wahrscheinlich auch geben. Klanglich finde ich Milana eigentlich noch schöner als Milena.

    Leart–hier stellt sich die Frage ob selbstgebastelt oder wirklich irgendwo traditionell. Also schon wieder: Recherche.

    Timothy–mein Bruder heißt Tim, weil meine Eltern damals einen Namen wollten, der im Deutschen und Englischen problemlos ginge. Timothy, befürchteten sie, wäre für Deutsche unaussprechlich, und Timotheus oder Timo wäre in den USA befremdlich gewesen. Also nannten sie ihn Tim. Wir haben unseren deutsch-rumänisch-amerikanischen Sohn Timotei genannt, um seine rumänische Identität zu kultivieren, obwohl Timotei natürlich in den USA und auch in Deutschland recht exotisch ist. Zumindest enthält der Name kein englisches TH, was die Aussprache dann doch in Deutschland viel einfacher macht, als das bei Timothy der Fall ist.

    Normalerweise haben Amerikaner Zweitnamen–deshalb gehe ich davon aus, dass dieser Timothy kein Amerikaner ist. Wenn es ein deutscher Junge ist, dann finde ich den Namen auch heutzutage für Deutschland nicht so geeignet, da es bei vielen auch heute noch mit der englischen Aussprache hapern wird.

    Ellis–traditionell wäre das im Englischen eher ein Junge, obwohl der Name so selten ist, dass er nicht eindeutig festgelegt ist. Gehe bei dieser Namensgebung in Deutschland von einem Mädchen aus.

    Am schönsten finde ich heute Julius Erwin und Leven Jan Hendrik.

    • Mark sagt:

      Marziparnosuche–es gibt in Deutschland einen Sänger namens Martin Marziparno, über den ich allerdings nichts näheres herausfinden konnte.

      Ansonsten gibt es einen Media Viewer, der Marziparno heißt.

      Sehr seltsam….

  2. Jan Wilhelms sagt:

    Mohamed-Petar klingt nach „ex-ju.de“-Mischling. Also ein Elternteil bosnisch-moslemisch (vermutlich der Vater), das andere serbisch-christlich, beide im wunderbar multikulturellen Deutschland sozialisiert und beheimatet.

    (Das kann natürlich auch völlig falsch sein, wie immer bei der Interpretation von Vornamen. Wie auch immer: Das alte Jugoslawien war ein bemerkenswertes Land… 🙂 🙁 )

  3. elbowin sagt:

    Sarah Nicolle * Da krieg ich einen Koller! Wie kann man Nicole mit Doppel-L schreiben?
    Botond * Ein kleiner Ungar
    Raihanna * Eigenartige Schreibweise, phonetisch wäre es doch eher Reihenna 😉
    Marziparno * Lächerlicher selbstgestrickter Name, hoffentlich zieht der Standesbeamte die Notbremse!
    Mohamed-Petar * Musste wie Jan Wilhelms an Ex-Jugoslawien denken.
    Erva * Sieht interessant aus, woher kommt dieser Name?
    Charlotte Mathea * Der Matthea fehlt ein t. Wenn man Buchstaben sparen will, kann man besser das H weglassen
    Norel-Joshua * Noël bayrisch ausgesprochen? (In Bayern wird bei einem Hiat gerne ein -r- eingeschoben)

  4. Jan Wilhelms sagt:

    Und hö, blöd: auch in dieser Woche wieder kein Pluto dabei. 🙁

    :mrgreen:

  5. Moni sagt:

    Und auch diese Woche wiegt uns Knud erst mit ein paar völlig unverfänglichen Namen in Sicherheit, um dann die dicke Keule auszupacken…

    * Ellis: Ich weiß, eigentlich ein ganz regulärer Name, aber ich frage mich trotzdem, wie oft er wohl für ein Mädchen namens Alice gehalten werden wird. Darüberhinaus ist der Name leider hierzulande durch das „Who the f**k is Alice“ völlig ruiniert worden…

    * Sarah Nicolle: Das ist nicht individuell oder pfiffig, sondern einfach nur falsch.

    * Raihanna: „Rihanna finden wir toll, aber wir wollten nicht, dass die Leute denken, wir hätten unser Kind nach ihr benannt, deshalb haben wir’s geändert.“ (Frei erfundene aber meiner Meinung nach wahrscheinliche Erklärung der Eltern)

    * Marziparno: Da ist der kulturelle Hintergrund völlig egal. So kann und darf man sein Kind nicht nennen!

    * Leart: Hier würde mich die Aussprache interessieren. „Léart“, „Liert“, „Löhrt“ oder noch ganz anders?

    * Norel-Joshua: Wird wahrscheinlich sein Leben lang überall verbessern müssen, dass er eben NICHT Noel heißt…

    • Nadja sagt:

      Bei Marziparno hoffe ich auch, dass der Name aus einer vor-standesamtlichen Quelle stammt und irgendjemand die Notbremse zieht. Da werden ja Kevin, Chantal und Justin plötzlich richtig sympathische Namen.

    • Violet sagt:

      Ellis ist auch weiblich. Aber auch (oder gerade) eine weibliche Ellis wird sicherlich für eine Alice gehalten.

  6. Annemarie sagt:

    Erva scheint arabisch zu sein, gefällt mir gut – eine Eva mit r drin 🙂

    Ellis kenne ich als Kurzform von Elisabeth, wie bei der Schöpferin von Pumuckl, Ellis Kaut. Aber die Alice-Problematik würde mich stören.

    Ach ja, Norel gefällt mir vieeel besser als der gängige Noel. Klingt ja eigentlich auch anders. Bloß der Bindestrich … och nö.

  7. amk sagt:

    Fast übersehen und erst beim wieder hochscrollen entdeckt, das Zwillingspaar der Woche: Mia und Ben.

    Wäre mir ja gerade in dieser Kobination (auch wenn Mia „nur“ noch auf Platz 2 der Hitliste steht) viel zu langweilig…

  8. Jan Wilhelms sagt:

    – Ellis hätte ich auch sofort für weiblich gehalten – keine Ahnung warum (die Pumuckl-Schöpferin kannte ich nicht). Vermutlich wirklich wegen Alice (/ellis/), Elise, Elisabeth… Warum soll das denn ein Männername sein?

    – Ein Hoch der altberühmten ehemals Freien Reichs- und immer noch Hansestadt Lübeck, die diesmal gleich zweimal vertreten ist! Nämlich mit ihrem Marzipan und dem unglücklichen Bankrotteur Bendix Grünlich (gebürtig aus HH), seines Zeichens erster Ehemann der Antonie Buddenbrook.

    Ob sich hier noch ein Verteidiger des armen Marzipanos bzw. seiner unvernünftigen Eltern findet?

    Printus aus Aachen, Stolly aus Dresden und Bratwursta aus Nürnberg…

    Und auch diese Woche wiegt uns Knud erst mit ein paar völlig unverfänglichen Namen in Sicherheit, um dann die dicke Keule auszupacken…

    :mrgreen:

    • Mark sagt:

      Ellis steht für „Ellison“–das S am Ende steht für „son“ und ist typisch für angelsächsische Patronymen. Daher ein Männername. Allerdings kommt der Name in der englischsprachigen Welt fast nur als Nachname vor. Er ist also nicht so stark festgelegt, dass er nicht auch als Mädchenname vorkommen könnte.

    • Mark sagt:

      Habe Ellis nochmal recherchiert. Ellison ist natürlich ein Patronym, aber Ellis selbst doch nicht–es ist die mittelalterliche englische Version von Elias, die an viele Kinder vergeben wurde, deren Väter im Heiligen Land auf Kreuzzug gewesen waren–man vergab zu dieser Zeit viele alttestamentarische hebräische Namen, um die Kreuzzügler zu ehren. Der Name verschwand mit der Zeit weitgehend als Vorname, lebte aber als Nachname weiter.

  9. Annemarie sagt:

    Oh ja, Bendix Grünlich! Der hat mir diesen Namen auch erst vergällt, aber nachdem ich ihn häufiger gelesen habe, gefällt er mir eigentlich ganz gut.

    Zu Sady fällt mir gerade noch ein, dass ich ca. in der 2. Klasse eine Geschichte geschrieben habe, in der – festhalten! – Zwillingsbabys namens Heidi und Seidi vorkamen 😉

  10. Leon sagt:

    Ellis, Timothy, Sady – englischsprachiger Hintergrund? Englische Namen werden auch oft in Familien afrikanischer oder schwarzamerikanischer Herkunft vergeben, das wäre hier auch eine Möglichkeit. Statt „Sady“ hätte ich die Schreibweise „Sadie“ vorgezogen
    Sarah Nicolle – das zweite l muss nun wirklich nicht sein
    Raihanna – Rihanna in neuer Aussprache? „Raihanna“, „Raihenna“ oder „Räihenna“?
    Marziparno – Marzipano wäre zwar genauso schlimm, aber wenigstens konsequent gewesen
    Norel – nie gehört, nie gesehen
    Lyss – eine verunglückte Liz?

    MfG Leon

    • Jan Wilhelms sagt:

      Marziparno – Marzipano wäre zwar genauso schlimm, aber wenigstens konsequent gewesen

      Hö, das zweite r habe ich auch übersehen…

      Nun, vielleicht sollte das Kind nach den Planungen der Mutter ja Mats Arno heißen – und es ist da etwas schiefgegangen in der Übermittlungskette zwischen der erschöpften Mutter im Krankenhaus, dem bildungsfernen Vater und dem migrantisch grundierten Kontaktbeamten im Standesamt. 😀 („Was nun? Bist Du aus Osten oder aus Westen? Marzahno oder Marzipano?“ „Näää, was mit Arno…“ „Gut, also Marziparno mit nem r!“)

      (Ein zumindest vergleichbares Malheur wäre bei meiner eigenen Geburt tatsächlich um ein Haar geschehen…)

    • Leon sagt:

      Das wäre natürlich eine Erklärung (wenn auch keine übermäßig wahrscheinliche) *g*
      Derlei Fehler passieren tatsächlich, wenn auch selten – eine Kollegin meiner Mutter heißt „Janyene“, weil der Standesbeamte anscheinend seine Ohren nicht gewaschen hatte – eigentlich sollte ihr Name ganz schlicht „Janine“ lauten.
      Eine Freundin von mir hat eine doppelte Staatsbürgerschaft und heißt sowohl Viktoria als auch Victoria, weil irgendjemand etwas durcheinander gebracht hat.
      Allerdings ist „Marziparno“ so weit von jedem mir bekannten Vornamen entfernt, dass zu befürchten steht, dass es sich nicht um ein Versehen, sondern um ein Übermaß an Fantasie (oder schrägem Humor?) handelt

      Arrangieren kann man sich sicherlich sogar mit Marziparno – aber es würde mich doch sehr wundern, wenn der Junge später nicht buchstäblich überall per Ausweis zusichern muss, dass es sich wirklich um seinen amtlichen Vornamen handelt

  11. Martina sagt:

    Marziparno vielleicht sollte es ein Marziano werden.

  12. Schtroumpfette sagt:

    Nachträglich noch meine Tops:

    Mädchennamen:

    1. Fiona
    2. Alicia
    3. Charlotte Mathea

    Jungennamen:

    1. Julius Erwin
    2. Noel Carlos
    3. Lio Joel

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