Langzeitstudie visualisiert Wirkung von Vornamen

(ots) – Vornamen erzeugen Bilder in unseren Köpfen. Unbewusst wecken sie Erwartungen an das Wesen der jeweiligen Person. Eine Leipziger Langzeitstudie ermöglicht werdenden Eltern Einblicke in die Wahrnehmung ihrer Wunschnamen. Sie zeigt mit detaillierten Wirkungsprofilen, welche Assoziationen Vornamen in uns wecken.

So ruft der Name Felix das Bild eines sportlichen, frechen Jungen hervor, der nicht unbedingt durch seine Intelligenz auffällt. Als schlau gilt hingegen Maximilian, den man außerdem in einer wohlhabenden Familie vermutet. Anton wird vorwiegend mit hohem Alter assoziiert und als nicht wohlklingend eingeschätzt. Ebenfalls als alt, dafür als sehr intelligent und zuverlässig gilt eine Elisabeth. Attraktivität wird mit dem Namen nicht assoziiert. Aber mit Emilia. Eine junge, zuverlässige und attraktive Person erwarten wir.

Sechs Jahre lang bat der Leipziger Namenforscher Thomas Liebecke (36) Internet-Nutzer, ihre Assoziationen zu Vornamen festzuhalten. Mehr als 500.000 Stimmen zu über 2.300 Namen wurden maschinell ausgewertet. Die daraus gewonnenen Wirkungsprofile, sogenannte Onogramme, zeigen grafisch, welche Eigenschaften Vornamen anhaften. Werdende Eltern finden in den Onogrammen Hinweise darauf, ob ihr Wunschname möglicherweise negativ belastet ist. Auch Bedeutungsnuancen werden sichtbar. So wurden Träger von Vollformen (Jennifer, Alexander, Maximilian) durchweg als erfolgreicher eingeschätzt, als Träger der zugehörigen Kurzformen (Jenny, Alex, Max).

Die Wahrnehmung von Vornamen ist natürlich individuell; die ermittelten Charaktereigenschaften treffen nicht auf einzelne Namenträger zu. Aber: „Unsere Erwartungen an einen Namenträger sind durch bisherige Erfahrungen mit Trägern dieses Namens geprägt, eigene Bekannte oder Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens“, erläutert Liebecke. Daher wirkt beim „Verstehen“ von Vornamen auch ein Kollektivempfinden.

Thema: Wissenschaft

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