Grtschn – das soll ein Name sein?

Alle reden vom großen Finale der TV-Serie Breaking Bad. Alle? Fast alle. Ich stecke noch in der dritten Staffel, darum bitte nicht verraten, wie es ausgeht!

Warum ich so hinterherhänge, das liegt auch daran, dass ich tagelang über einen Namen gegrübelt habe: Grtschn. So heißt eine Figur in Breaking Bad, jedenfalls klingt der Name so. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass das, was Grtschn ausgesprochen wird, ein deutscher Vorname ist. Geschrieben wird der Name nämlich Gretchen! So wie ihn die Leute in der Breaking Bad-Hauptstadt Albuquerque aussprechen, gefällt mir der Name allerdings überhaupt nicht. Das scheint den Menschen in den USA nicht anders zu gehen, denn der Name gehört trotz der TV-Promotion nicht mehr zu den amerikanschen Top 1000.

Hier noch ein paar weitere Vornamen aus der Serie Breaking Bad:

Walter * Jesse * Tuco * Hank * Skyler * Brandon * Marie * Gustavo * Saul * Jane * Gale * Ted

Autor:

Knud Bielefeld ist Vornamenanalytiker und erstellt Jahr für Jahr eine Auswertung der beliebtesten Vornamen Deutschlands.

12 Kommentare zu "Grtschn – das soll ein Name sein?"

  1. Schtroumpfette sagt:

    Ich verfolge die TV-Serie Breaking Bad nicht, daher kann ich auch nichts verraten. 😉
    Allerdings habe ich mich gerade auf Wikipedia mal etwas informiert und auch gesehen, dass die Kritiken ja sehr positiv sind; da habe ich wohl ’was verpasst. „Grtschn“ reißt mich jetzt aber dennoch zu einem Kommentar hin:

    „Grtschn“ tut ja in den Augen weh! Das Wort „Grätsche“ war hier meine zweite Assoziation. Die erste Assoziation beim Lesen des Wortes war „Gretchen“, aber ich wusste nun ja auch schon, dass es um Vornamen geht… 😉
    Wenn Gretchen in den USA „Grtschn“ ausgesprochen wird, sind leider gerade die für mich schönen Elemente des Namens (beide Vokale + der weiche ch-Laut) der englischen Aussprache zum Opfer gefallen.
    Also mir gefällt der Name so auch überhaupt nicht. Dass er „trotz der TV-Promotion nicht mehr zu den amerikanischen Top 1000“ gehört, kann ich verstehen.
    Von den anderen Namen der Serie finde ich Saul (englisch ausgesprochen) gar nicht schlecht.

  2. Mark sagt:

    Kenne in den USA viele Gretchens, denn in meinem Jahrgang war der Name noch relativ beliebt (Mitte 1970er). Er wird eigentlich meistens doch viel vokaliger ausgesprochen als oben beschrieben; zumindest höre ich das so. Finde ihn eigentlich lustig und hübsch–in Deutschland fände ich Gretchen doof, aber hier, charmant.

    Aber die meisten Deutschen, die diesen Namen hier antreffen, können mit ihm nichts anfangen. So toll finde ich ihn jetzt auch nicht…. Greta ist auch im Englischen schöner als Gretchen, und Margaret sowieso.

    Andere „deutsche“ Namen, die hier beliebt sind oder es noch in den 1970ern waren: Liesl (wegen „The Sound of Music“), Annaliese, Carl, Hans (kenne einige Hanse hier, heißen, glaube ich, auch wegen „The Sound of Music“ so).

    • Mark sagt:

      Heidi war auch frueher recht beliebt hier… Solche Namen haben immer so eine kitschige Deutschland- bzw. Alpenromantik als Kontext.

  3. Helena sagt:

    Also ich kenne Gretchen in der Ami Aussprache schon ewig und finde ihn da auch viel schöner, moder als hier, warum auch immer

  4. Jia sagt:

    Ich muss sagen, dass ich sofort wusste, als ich Grtschn gelesen habe, dass es sich um Gretchen handeln muss. Fand das jetzt nicht so kompliziert, wohl auch nicht, wenn ichs nur gehört hätte… hmm…

  5. Schtroumpfette sagt:

    Ich wusste nicht, dass Gretchen in den USA mal ein gängiger Vorname war. Ich stöbere so gern bei Wikipedia und da ist auch vermerkt, dass sich der Name Gretchen in den USA größerer Beliebtheit erfreut als hierzulande:

    „ Insbesondere in den Vereinigten Staaten findet er sich als regulärer Vorname. Demgegenüber stellt er im deutschsprachigen Raum mehr eine umgangssprachliche Koseform dar.“

    Und tatsächlich ist Gretchen für mich auch eher eine Koseform. Ich würde Gretchen z.B. auf eine Stufe mit Mariechen setzten: Gretchen als Koseform von Margarete (oder Greta) und Mariechen als Koseform von Marie (oder Maria).

    Mich würde interessieren, wie der Name Gretchen in den USA populär wurde. Dazu steht nichts im Eintrag. Meine erste Assoziation bzw. die einzige Gretchen, die mir spontan ein „Begriff“ ist, ist Gretchen aus Goethes „Faust“.
    Das Märchen „Hänsel und Gretel“ der Brüder Grimm könnte doch auch etwas mit der Popularität der Namen Gretchen und Hans in den USA zu tun haben, oder?
    Oder verliere ich mich da wieder?

    • Knud Bielefeld sagt:

      So viel ich weiß heißt Gretchen auch in der englischen Übersetzung des Faust so. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der Name in den USA bekannt ist. Was die nicht die Frage beantwortet, warum der Name mal populär war. Platz 191 im Geburtsjahrgang 1973 war bisher übrigens die höchste Platzierung.

    • Schtroumpfette sagt:

      Platz 191 im Geburtsjahrgang 1973 finde ich in den USA eine außergewöhnliche Platzierung für einen deutschen Vornamen, der ursprünglich „lediglich“ eine Variante oder Koseform eines anderen deutschen Vornamens ist.
      Ich gehe auch davon aus, dass der Vorname Gretchen durch Goethes „Faust“ über den großen Teich gekommen ist. Ich nehme auch an, dass sich aus der Popularität des „Faust“ die Popularität des Namens entwickelt hat.
      Warum Gretchen aber gerade in den 70ern in den USA so beliebt war, schreibe ich jetzt einfach mal einem (wie so oft nicht zu erklärenden) Modephänomen zu.

      Auch in Frankreich ist der Vorname Gretchen durch Goethes „Faust“ bekannt. Allerdings war der Name in Frankreich lange Zeit negativ konnotiert.
      Die negative Konnotation beruht auf dem negativen Deutschlandbild, das seit dem Deutsch-Französischen Krieg und dem Ersten Weltkrieg in Frankreich propagiert wurde.
      Gretchen war lange Zeit ein „Sammelbegriff“ für Mädchen, die damals negativ auffielen und ins Lächerliche gezogen wurden.
      Dass der Name Gretchen dafür „herhalten“ musste, liegt in erster Linie daran, dass die aufeinanderfolgenden Laute „t“ und „ch“ in der französischen Sprache sehr hart wirken und Franzosen mit dieser Lautkombination aggressive Handlungen assoziieren.
      Letzterer Aspekt mag auch der Grund dafür sein, dass der Name auch in den letzten Jahrzehnten in Frankreich nicht vergeben wurde.

      Mir drängt sich gerade noch die Frage auf, welche Charakterzüge denn die „Grtschn“ in der TV-Serie Breaking Bad hat??

    • Knud Bielefeld sagt:

      Gretchen ist nett, hilfsbereit, intelligent, reich und schön.

  6. Rina sagt:

    Du hast Mike (die coolste Sau von allen), Hector, Steve und Elliott vergessen 😉 Und später gibt es noch die kleine Holly…

    Zu Grtschn: Ich kannte die englische/amerikanische Aussprache auch schon vor der Serie und fand sie durchaus immer etwas gewöhnungsbedürftig für deutsche Ohren, aber trotzdem vergebbar. Dennoch würde ich Margaret vorziehen.

  7. Kati sagt:

    Also Gretchen kannte ich – ausser natürlich bei Goethe – von der Schauspielerin Gretchen Mol und der Countrysängerin Gretchen Wilson.
    Daher war der Name mir im Zusammenhang mit den USA bekannt.
    Interessant ist, das beide Gretchens recht zeitnah das Licht der Welt erblickten, 1972 und 1973.
    Übrigens habe ich, gerade bei Gretchen Wilson eine andere Aussprache gehört : anmoderiert wird sie meisten mit „Griitchn“ also ein langes I, wie beim Wort Greet.

  8. Anna sagt:

    Das Gretchen in den USA vergeben wurde, wusste ich auch schon länger, da ich früher Disneys große Pause geguckt habe, und eine der Hauptcharacktere gespielt hat. Sie war sehr intelligent vernünfigt und sehr hilfsbereit, passt ja zu dem charackter von breaking bad. Es ist eine Zeichentrickserie und ist von 1997
    Ich persönlich ziehe aber die deutsche aussprache vor, wobei ich es auch eher als einen Kosenamen für Greta empfinde

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