Wie Prinz George zu seinem Namen gekommen ist

Namensfindung bei Königs ist schon ein besonderes Ereignis für Vornamenexperten und -amateure. Da kann man so schön spekulieren und kombinieren, denn anders als bei einfachen Leuten („Hauptsache der Name klingt gut“) wird im Hochadel noch sehr auf Traditionen und Regeln geachtet, wenn die diversen Namen ausgesucht werden.

Einen vom Vater, einen vom Großvater, einen vom Urgroßvater und noch was Interessantes dazu – so sind schon die Thronfolger Prinz Charles und Prinz William zu ihren Namen gekommen: Charles Philip Arthur George hat den Philip von seinem Vater, den Arthur von seinem Großvater und den George von gleich zwei Urgroßvätern geerbt. Den Namen Arthur hat Charles wiederum an seinen ältesten Sohn William Arthur Philip Louis weitergegeben wie auch den Namen Philip, wobei der ja eigentlich von Williams Großvater in die Familie gebracht wurde. Der Name Louis wurde zum Gedenken an den Bruder von Williams Urgroßvater ausgewählt: Louis Francis Albert Victor Nicholas Mountbatten war ein enger Vertrauter sowohl seines Neffen Philip als auch dessen Sohnes Charles und ist wenige Jahre vor Williams Geburt bei einem Attentat ums Leben gekommen.

Union Jack

Den Namen Louis hat jetzt William an seinen Sohn weitergegeben. George hat der kleine Prinz von seinem Großvater Charles geerbt. Es gab schon sechs Mal König George in England. König George VII wird Prinz George Alexander Louis aber wohl nicht werden, denn so möchte sich Prinz Charles eines Tages nennen (Charles hat als Königsname keine ruhmreiche Vergangenheit).

Fehlt noch die Herkunft des Namens Alexander. Kreise vermuten, dass damit Königin Elizabeth II geehrt wird, deren zweiter Name Alexandra ist. Das würde auch zur obengenannten Regel passen, nur dass dann der Name von der Urgroßmutter anstatt vom Urgroßvaters entlehnt wurde. Andererseits gibt es auch einen Alexander in der Ahnenreihe des Prince George of Cambridge: Ein Urururgroßvater (der Vater von Louis Mountbatten) hieß Louis Alexander.

Autor:

Knud Bielefeld ist Vornamenanalytiker und erstellt Jahr für Jahr eine Auswertung der beliebtesten Vornamen Deutschlands.

3 Kommentare zu "Wie Prinz George zu seinem Namen gekommen ist"

  1. Schtroumpfette sagt:

    Das ist alles sehr interessant, aber ich frage mich da immer, inwieweit die ins Königshaus eingeheiratete Person (in diesem Falle die Mutter von Prinz George) auch Mitspracherecht bei der Namensvergabe hat.
    Als der kleine Prinz George zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert wurde, sagte sein Vater Prinz William, dass sie (also beide: Kate und William), nachdem sie nun den Kleinen besser gesehen haben, den Namen auswählen möchten. Es hörte sich so an, als ob das Kind in diesem Falle nicht zu seinem Namen gekommen ist, sondern sich die Eltern auch nach dem Aussehen ihres Sohnes gerichtet haben. Naja, eine Liste mit möglichen Vornamen aus der Familie wird vermutlich schon bereit gelegen haben.

  2. Mark sagt:

    Ich finde es interessant, dass der Kleine nur drei statt vier Namen bekommen hat (sein Vater und Großvater haben beide vier Namen). Wahrscheinlich ein weiteres Zeichen der größeren Lockerheit und Modernität des Paares.

    Schtroumpfette, der Gedanke an das Mitspracherecht Kates ist mir auch gekommen. Bei der schwedischen Prinzessin Estelle sind ja auch Namen der bürgerlichen Seite mit dabei, hier aber scheinbar nicht.

    Hatte mir schon gedacht, dass einer der ganz häufigen Königsnamen als Erstname gewählt wird, da dies ja der Thronfolger sein wird. Da kamen wohl nur George, James, Charles, Henry, William und Edward in Frage, wobei Charles und William unwahrscheinlich waren. Mein Favorit war James.

    Prince Charles sollte Mut haben, mit seinem Erstnamen als König anzutreten, auch wenn der letzte King Charles geköpft wurde. Es wirkt unheimlich künstlich wenn er sich auf einmal George nennt.

  3. Alexa sagt:

    Ich hatte eigentlich gehört, dass Alexander Kates Wunschname war. Ansonsten hätte ich für einen zukünftigen König einen etwas selteneren Namen gewählt.

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