Nee zu Marlené

Marlene

Dieser Text beginnt mit langen Beinen und langen blonden Haaren … einer Erinnerung an meine Jugend in den 70ern zuliebe. Damals kannte jedes Kind die Entertainerin Marlène Charell. Aus Winsen an der Luhe stammend, hätte „Miss Longlegs“ die Welt mit ihrem Geburtsnamen Angela Miebs wohl kaum beeindruckt. So entschied sie sich bei ihrem Karrierestart in Paris in Anlehnung an, na klar, Marlene Dietrich für ihr Pseudonym.

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Die neuen Indianernamen

Die neuen Indianernamen

Die Bedeutung von Namen – „die Weisheit“, „der Ruhebringer“ und so weiter – ist für die meisten Eltern heute höchstens drittrangig, so jedenfalls mein Eindruck (dazu gibt es auch Studien). Eine Ausnahme, nach der in Foren mit schöner Regelmäßigkeit gesucht wird, bilden nur jene Namen, die „Geschenk“ bedeuten wie Theodor, sowie solche, die in Richtung „Kämpfer“/“Kämpferin“, „Kraft“ oder „Leben“ gehen (Mathilda, Ava, Zoe). Mitunter erfährt man auch das Motiv der Eltern: eine lange Kinderwunschzeit, eine komplizierte Schwangerschaft oder Frühgeburt. Dieser Erfahrung soll offenbar ein Denkmal gesetzt oder das Kind mit einer Art von positivem Aberglauben gestärkt werden.

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Wie Hund und Katze

„Das ist doch ein Tiername!“ Mit dieser Bemerkung kann man Namenssucher, die ihren Favoriten preisgeben, so richtig schön ärgern. Dabei sind Halter von Hund, Katze und Co. ja komplett frei, ihre Tiere zu benennen. Klassiker wie Bello, Waldi, Rex oder Mieze haben in der Mehrzahl längst ausgedient („Muschi“ hieß zuletzt nur eine Politikergattin). Das belegt auch die Hitliste des Tierschutzvereins Tasso, die auf Grundlage der 2017 neu registrierten Tiere erstellt wurde.

Namen, auf die der destruktive Kommentar häufiger zutrifft als auf andere, gibt es aber schon, und überhaupt recht viele Menschennamen an Tieren – in den Top Ten der weiblichen Hunde sind es gar 100 Prozent. Ich habe die Tasso-Listen mit unseren abgeglichen und hinter den für Kinder gängigen Namen den Rang bei beliebte-vornamen.de ergänzt:

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Gute Frage 11: Sollte Noras Bruder Aron heißen?

NORA ARON

In letzter Zeit sind mir geballt einige Sprachspielereien im Zusammenhang mit Namenssuchen aufgefallen. Da ist zum Beispiel die Schwangere, die einen Namen für ihren kleinen Jungen sucht und den Namen der werdenden großen Schwester verrät: Nora. Es dauert gar nicht lange, bis in der um Rat gefragten Community der Vorschlag Aron (oder Aaron) aufkommt: „Nora rückwärts gelesen, find ich klasse.“ Weitere Schreiberinnen stimmen zu: „Geile Idee“ und „Würde ich definitiv machen, wenn ich eine Nora hätte“.

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Ist das überhaupt ein Name?!

Man muss nicht besonders tief graben, um auf einen Namen zu stoßen, über den manche Leute sich so richtig, richtig echauffieren können: Auf Platz 109 der beliebtesten Jungennamen wird man fündig – bei Fritz. Über Fritzchen-Hasser habe ich hier früher schon mal geschrieben.

Doch es geht noch ärger, nämlich wenn ein zwar weder ausgedachter noch kevinistischer, dafür aber sehr alter und seltener Name ins Rennen geworfen wird. Ein Name wie Habakuk oder Prosper. In beiden Fällen konnte ich beobachten, wie in Namens-Foren die Wellen hoch schlugen, weitaus höher vermutlich, als die nach Meinungen fragenden Eltern gedacht hatten: „Furchtbar, einfach furchtbar … damit tust du deinem Kind nix Gutes … Kinder mit solchen Namen haben ab dem Kindergarten nur Probleme, von Bewerbungen will ich gar nicht erst reden … ich glaub, das Kind würde später gehänselt werden, auch wenn es nur der Zweitname ist.“ Gerade bei Prosper lief die Assoziationsmaschinerie förmlich über, vom Medikament (Prospan) über „Kloreiniger“/Meister Propper bis zum Vulkanischen Gruß (Star Trek, „Live long and prosper“) war alles dabei. Dazu wurde der Schwangeren, die nach Kombinationsideen gefragt hatte, der konstruktive Vorschlag „Adolf Prosper“ gemacht. Eine andere Schreiberin schlug immerhin wohlmeinend vor, an erster Stelle „was Süßes wie Elias, David oder Matteo“ zu nehmen (zwischen den Zeilen: als Ausgleich für die Katastrophe von einem Zweitnamen).

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