Namensrückblick 2018: Und es war Summer

Welche Namen aus Film, Fernsehen oder Zeitgeschehen könnten 2018 bei Eltern in spe bleibenden Eindruck hinterlassen haben? Welche gehören (für mich!) einfach dazu? Ein Marsch durch das scheidende Jahr, in dem es endlich Sommer wurde, etwas Orakelei inklusive.

Jahresrückblick 2018

Januar

Ach, du „Schmerzensreiche“: Cranberries-Sängerin Dolores O’Riordan wird in einem Londoner Hotelzimmer tot aufgefunden. Bruno Mars, eigentlich Peter Gene Hernandez, räumt bei den Grammy Awards sechs Trophäen ab, und Viorica Dăncilă wird als erste Frau zur Ministerpräsidentin von Rumänien gewählt. (Wer hier regelmäßig liest, weiß, weshalb mir ihr Name besonders aufgefallen ist.)

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Namenskette: Sieben Frauen & Hans

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Ein bisschen altbacken, ein bisschen Aufreger und viel Eiskönigin: so sieht die Namenskette aus, die ich heute – ohne besonderen Anlass – aufgefädelt habe. Und die wieder mal beweist, was ein Buchstabe schon bewirken kann. Viel Spaß beim Lesen!

1. Überraschende Ulla

Ich war ganz schön verblüfft, als meine Tochter mir von einem etwa gleichaltrigen Mädchen berichtete, das Ulla heißt. Noch mehr out kann ein Name heute kaum sein. Allerdings findet mein Kind diese Kurzform von Ursula, Ulrike oder Hulda, die mir im Umfeld meiner Mutter ebenso begegnet wie in Skandi-Krimis, nicht halb so bemerkenswert wie ich.

2. Etablierte Ella

Tausche dumpfes U gegen helles E – und ab geht’s in die Top Twenty: Auch Ella (Platz 19) ist eine Kurzform und deshalb in Sachen Bedeutung mehrdeutig, rückführbar etwa auf Elisabeth, Eleonore oder Elfriede. Auf mich wirkt Ella sehr feminin, schon wegen der Nähe zu dem französischen Personalpronomen und des Songs „Ella, elle l’a“ (1987). Die 2018 verstorbene France Gall (in den 60ern für Hits wie „Zwei Apfelsinen im Haar“ verantwortlich) widmete ihr Lied Jazz-Sängerin Ella Fitzgerald, besingt aber recht allgemein eine Dame mit dem „gewissen Etwas“.

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Die neue Bruchstückmode

Tafel Schokolade © by-studio - fotolia.com
Schokolade © by-studio – fotolia.com

Kurz und weich, hell und bedeutungslos – solche Namen mischen jetzt ganz vorn in den Favoritenlisten werdender Eltern mit. Konkret meine ich die Jungennamen Lias und Lian, die schon seit ein paar Jahren für mütterliche (und väterliche?!) Entzückensrufe sorgen. Was mag dahinterstehen? „Elias ist ja toll, aber so häufig“? „Nee, Schatz, Elias klingt mir zu sehr nach Mönch“? Die enorme Beliebtheit von mit L beginnenden Namen mischt sicher auch mit. La-le-lu, nur der Mann im Mond schaut zu. Lian steht in Deutschland aktuell auf Platz 80, Lias auf 89.

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Plädoyer für englische Namen

Diesen Text schreibe ich aus einem Gefühl heraus, das wohl in etwa dem entspricht, was unser Stammkommentator Jan W.  gerade mit „Bockigkeit“ umschrieben hat: „Alle finden das schlecht, also muss ich es – zumindest versuchsweise – mal gut finden.“ Es geht mal wieder um englische oder amerikanische Namen, zu denen man auch hier öfter Anmerkungen liest wie „Mit entsprechendem Hintergrund okay“, „Hoffentlich passt der Nachname“ – oder, wenn es dicker kommt, auch „O Graus – Hartz IV!“.

Eigentlich mag ich Namen, die nach englischem Reglement gesprochen werden, zu deutschen Nachnamen nicht so gern, eben wegen des Bruchs in der Aussprache: Jamie Jensen, Haylie Schröder und so weiter. Das ermüdende Herumreiten auf Studien einerseits, wie schlecht es Kevins und Chantals doch hätten, und die unbeeindruckt davon geliebten Favoriten etlicher Eltern andererseits bringen mich aber zum Nachdenken.

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