Dreimal Charlotte

Seit 2009 schon steht Mia auf Platz 1 der Mädchennamen. Wenn ich mich allerdings in meinem (kinderreichen) Umfeld umschaue, komme ich nur auf eine einzige kleine Mia, die ich über drei Ecke „kenne“. Der gefühlt häufigste Mädchenname ist ein anderer: Charlotte – da fällt mir locker ein halbes Dutzend ein.

Zeigen sich hier etwa Einflüsse von „Sex and the City“? Oder doch von übermäßiger Goethe-Lektüre (Werthers Lotte)? Jedenfalls: Eine Häufung, die ergründet werden will! Ich habe mit drei Charlotte-Müttern gesprochen, alle wohnhaft im Raum Hamburg. Ihre Töchter sind zwischen Ende 2007 und 2008 geboren. Schon interessant: Charlotte (zuletzt auf Platz 25) erreichte 2008 bundesweit Platz 26 in Hamburg aber Platz 8! Noch verrückter nach Charlotte waren nur die Berliner (Platz 3).

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Wovor William warnt – neuer „Namensabratgeber“ bei Rowohlt

Nach dem königlichen Willem und dem traditionsbewussten Wilhelm jetzt noch ein William, der die Namensszene aufmischt: Kann das Zufall sein?! Keine Ahnung. Jedenfalls hat William Wahl, Sänger und Songwriter des Kölner A-cappella-Ensembles Basta, soeben bei Rowohlt einen „Namensabratgeber“ veröffentlicht. „Ernst beiseite!“ (Amazon Partnerlink) versammelt „500 Namen, die Sie Ihrem Kind besser nicht geben sollten“.

Und Wahl setzt noch einen drauf: mit www.chantalisator.de, einer App zum „Chantalisieren“ von Namen – für mehr „Exotik und Originalität“. Musste ich natürlich gleich mal probieren: Aus Annemarie wird Ann-Zoë. (Und aus Knud, nur so als Beispiel, überraschenderweise Kingsten-Dylan.) „So wie Männer früher eine Kneipe aufmachen wollten, denken sie sich heute Apps aus. Ich bin da keine Ausnahme“, kommentiert der 39-Jährige seine Kreation im Interview.

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Alt und alt gesellt sich gern?

Beginnen wir mit etwas Denksport: Stellen Sie sich vor, es wäre Ihr Wunsch, Ihrem Sohn den Namen Ihres Opas oder Uropas als Zweitnamen mitzugeben. Nehmen wir dazu an, es handle sich um einen eher „mutigen“ Namen. Zum Beispiel um Wilhelm. Wilhelm erreichte 2012 in den Erstnamen-Charts Platz 312. Als Zweitname schaffte er es dagegen sogar auf Platz 72, was wohl zweierlei beweist: Zweitnamen genießen größere Narrenfreiheit. Und nicht wenige Eltern bejahen heute Familientradition.

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Oma kann sich nur darüber wundern

Als meine Eltern ihr Enkelkind das erste Mal zum Kinderturnen begleiteten, waren sie doch einigermaßen verwundert. Und zwar über die Namen: Paula, Ida, Greta, Frieda, Emma – die volle Bandbreite der neuen alten Namen brach mit Wucht über sie herein. „So hätten wir früher nie heißen wollen“, meint meine Mutter, die 1944 auf den Namen Karin (damals Platz 2) getauft wurde. Zwar habe es auch zu ihrer Zeit vereinzelt Kinder mit solchen Namen gegeben, diese seien aber bedauert worden.

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Plädoyer für Mitwisser

„Habt Ihr schon einen Namen?“ Hier geben sich werdende Eltern gern geheimnisvoll. Manche kontern mit „Projektnamen“, Klaus-Bärbel oder Schakkeline. Dabei sprechen gute Gründe dafür, die Auswahl des richtigen Namens nicht komplett mit sich selbst und dem Partner auszumachen: Namenssuche: Reden Sie darüber – aber nicht mit jedem

Schwangere verrät den Babynamen © Scott Griessel - Fotolia.com
Foto © Scott Griessel – Fotolia.com

Balian, der Selbstbestimmte

Zu den vielen faszinierenden Aspekten des Themas Vornamen gehört für mich dieser: Eltern wählen für ihre Kinder. Die wachsen dann in ihren Namen hinein – oder gelegentlich vielleicht auch mal nicht. Es gibt nur wenige Ausnahmesituationen, in denen Erwachsene sich selbst einen Namen aussuchen können. Die Einbürgerung von Ausländern etwa. Auch die Wahl eines Künstlernamens kann man wohl dazuzählen, und ein gewisser Jorge Mario Bergoglio, keinesfalls zu verwechseln mit dem schillernden Modeltrainer Jorge Alexis Gonzalez, ließ sich bei seiner Umbenennung vom heiligen Franz von Assisi inspirieren: Er heißt jetzt Papst Franziskus.

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Lotti süß, Otti doof?

Kürzlich las ich in einem Forum von einer Frau, die mit dem Gedanken spielte, ihre noch im Bauch befindliche Tochter nach ihrer geliebten Oma zu benennen: Ottilia – „aber was, wenn sie dann überall nur Otti heißt?!“

Der Vorname Ottlia mit Bedeutung und OnogrammMeine spontane Reaktion: Na und? Wenn diverse Trägerinnen des beliebten Retro-Namens Charlotte (aktuell Platz 25) liebevoll Lotti gerufen werden, was macht Otti dann so abwegig? Otti Fischer (übergewichtiger Schauspieler)? Ottifanten (aus der Mode gekommene Rüsseltiere)? Spielt das vorangestellte L wirklich so eine große Rolle (immerhin sind L-Namen wie Lina, Lena, Lilli, Lara ja sehr angesagt)? Ich kann das nicht so recht glauben.

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Was Kindern gefällt

Kinder lieben Diminutive, Verniedlichungen. Jedenfalls Mädchen im Kindergartenalter. Meine Tochter nennt ihre Freundinnen Sarah, Maja, Paula und Ida folglich Sari, Maji, Pauli und Idachen. Was lieb und süß klingt, schmeckt dem Mädchenohr offenbar genauso gut wie das Mädchenauge wohlgefällig auf rosaroten, glitzernden und großäugigen Figuren à la Lillifee und Hello Kitty ruht.

Kinder lieben Bekanntes. Meine Tochter verkündete mit knapp 4, dass sie einmal eine Tochter namens Sarah haben wolle (siehe oben). Neue Stofftiere oder Puppen nennt sie zur Zeit gern und immer wieder – Namensdopplungen hin oder her – Lotta, Lotte und Greta, nach weiteren Mädchen aus ihrem Umfeld. Aktuelle Namensmoden spielen für sie trotzdem keine Rolle: Eine Puppe mit langem Blondhaar heißt Ilona. Wie die langhaarige Ilona aus der Igelgruppe, deren Name in ihrem Geburtsjahrgang (2006) nicht mal in die Top 500 kam.

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