Elbowins Namensfundstücke Winter 2026

Es haben sich wieder Namensfundstücke bei mir angesammelt, von alt bis neu. Viel Spaß mit

Arnika, Bertwin, Domme, Dorin, Geralf, Germin, Germine, Juma, Kennedy (m), Mita, Quint, Sidar (f), Singa und Tille

Arnika,nicht Annika, ist einerseits ein schöner Pflanzenname, andererseits erinnert er an die Namen auf Arn- wie Arne oder Arnfried. Es ist mir an einer Studentin aufgefallen.

Bertwin mein Griff in die altdeutsche Abteilung, beim Zeitunglesen ist mir ein lebender Namensträger ohne überregionale Bedeutung begegnet

Domme ist mir als Kurzform für Dominik ins Auge gefallen. Eine Kurzform für Dominik war mir vorher nicht geläufig, in meiner Jugend war der Name superselten.

Dorin (m) heißt ein Journalist mit Vornamen. Der Name kommt aus dem Rumänischen.

Geralf Pochop ist mir als Autor über Punk in der DDR aufgefallen. Der Name Geralf hat Stil und erinnert auch ein wenig an Geralt von Riva.

Germin ist mir an einem schon lange emeritierten Physikprofessor aufgefallen. Der Nachname ist typisch deutsch.

Germine habe ich bei der Recherche nach Germin in der Wikipedia entdeckt, die Namensträgerin lebte Anfang des 19. Jahrhunderts.

Juma Kliebenstein ist eine Kinderbuchautorin. Der Name klingt sehr nach Pseudonym, aber ich diesbezüglich nichts eindeutiges gefunden. Ich könnte mir Juma als Zusammenziehung von Julia-Maria vorstellen.

Kennedy (m) Okpola spielt Fußball, dieses Jahr für den SC Paderborn

Mita ist eine Künstlerin und ehemalige Punk-Schlagzeugerin aus der DDR.

Quint ist natürlich eine Kurzform von Quintus. Der Name ist mir an Quint Haidar Aly aufgefallen, der sich für eine digitale Veröffentlichung aller Gerichtsurteile in Deutschland einsetzt.

Sidar (f) ist mir an einer Frau mit bosnischem Nachnamen aufgefallen

Singa ist eine Fernsehmoderatorin, geboren in Hamburg. Der Vorname fiel mir ins Auge, als ich zu Beutolomäus (siehe Namen allein zu Haus von Vivi) recherchiert hatte

Tille Vorname einer kürzlich verstorbenen Frau. Tille könnte eine weibliche Form von Till oder eine Koseform von Ottilie sein.

35 Gedanken zu „Elbowins Namensfundstücke Winter 2026“

  1. Es freut mich, elbowin, dass du Singa ausgewählt hast. Sie hat meine Kindheit (und vermutlich auch die von Vivi) geprägt. Der Moderator, der abwechselnd mit ihr im Kinderfernsehen moderiert hat, heißt Juri. Die Namen waren für uns damals beide sehr ungewöhnlich, fast so wie Künstlernamen.

    Hat sich eigentlich irgendwer von euch als Kind Gedanken darüber gemacht, dass Moderator:innen auch einen Nachnamen haben?

    Antworten
  2. Domme für Dominik ist in meiner Generation eine geläufige Abkürzung, total spannend, dass du sie gar nicht kennst.
    Dorin hat was, ob es wohl mit Doreen verwechselt wird?
    Über Juma Kliebenstein habe wir auf diesem Block mal gesprochen, ist ein paar Jahre her, glaube ich.

    Meine Name:
    Kaysone Phomvihane, laotischer Politiker

    Amevou-Ludovic Assemoassa, französisch-togolesischer Fußballspieler

    Berno
    Folgende Namen stammen aus Babygalerien:
    Nichifor Lipan (m)
    Nosirjonzoda (f)
    Nirinya (f)
    Rayhane (f)

    Hilbert Meyer, deutscher Pädagoge, Zwillingsbruder Meinert Meyer,

    Ortolf von Baierland, Ma.deutscher Arzt

    Sibella Laing (Studienfreundin von König Charles)

    Dann habe ich eine Doku über eine Familie mit 8 Kinder gesehen(zwischen 24 und 6): Laurentius, Leander, Laetita, Liliana, Leonore, Livarius,Landelin, Linus

    Und eine über Drillingsbabys, von denen das letzte leider verstarb: Zoey, Zola, Zhara (sie wurde wie Sarah ausgesprochen). Die Eltern sind ein Deutsch-Ghanaisches Paar. Z als Alliteration finde ich so ungewöhnlich.

    Marileen

    Ueli Kestenholz, Schweizer Snowboarder und Extremsportler

    Minu Barati, Journalistin Die Zeit

    Gedeon

    Gabourey „Gabby“ Sidibe, US-amerikanische Schauspielerin

    Antworten
    • Nichifor Lipan ist ein spannendes Kaninchenloch. Der Name Nichifor ist eine rumänische Form von Nikephoros, Lipan ist der rumänische Name eines Fisches (Europäische Äsche) und ein Nachname. Das Kaninchenloch tut sich auf, wenn man beide Namen zusammen sucht, dann findet sich ein rumänischer Roman (Baltagul) in dem es um die Ermordung eines Schäfers namens Nechifor Lipan geht, und wie seine Frau den Mord entdeckt und schließlich aufklärt.

      Nosirjonzoda ist wohl tadschikisch, die persische Entsprechung müsste Nasirjanzadeh sein.

    • Ich kenne viele Dominiks, aber Domme ist mir auch neu. Als Abkürzung ist mir höchstens Domi mit langem O untergekommen.
      Aber Ueli ist hier in der Schweiz total normal, nur die Aussprache muss man als Standarddeutsch-sprechender Mensch erstmal üben. Diesen Diphtong gibt’s hier auch mit üe wie in Brüeder (Singular). Beispiel: Da isch min Brüeder Ueli. (Das ist mein Bruder Uli)

  3. Ich hatte tatsächlich mal Kontakt mit einer Julia Maria, die sich Juma nannte.
    Quint ist doch durch den Illustrator Quint Buchholz recht bekannt.
    Mein neuestes Fundstück: Fotis, griechischer Nachname. Ich tippe auf einen Männernamen mit Licht-Bedeutung (den Frauennamen Fotini kannte ich schon).
    Schöne Nachnamen sind Unzeitig und Wettlaufer.

    Antworten
    • Quint Buchholz hatte ich jetzt gar nicht auf dem Schirm, obwohl mir einige seiner Bilder (zum Beispiel der Buchtitel von „Sofies Welt“) schon begegnet sind.

      Fotis kenne ich tatsächlich als Vornamen, getragen von Fotis Jannidis, Professor für die noch recht neue Disziplin Digital Humanities in Würzburg.

    • Hehe, genau um diesen Fotis handelt es sich. Wo er in welcher Funktion tätig ist, wusste ich nicht, ich habe den Namen nur in Fußnoten gelesen. Zitiert wird er von der kürzlich erwähnten Seraina. Auf die beiden Personen mit den lustigen Nachnamen bezieht sie sich ebenfalls.

    • Teja könnte eine phonetisch geschriebene Form zu Thea sein, würde ich auf dem Balkan verorten.

      Uso ist wegen der Nähe zu Ouzo natürlich nicht besonders deutschlandtauglich, woher kommt der Namensträger?

    • Persönlich kenne ich bislang nur einen männlichen Teja (der in Dtschl. wohnt). War wohl auch der Name eines gotischen Königs.

    • Ich habe noch ein bisschen nachgeschaut, was es mit dem Gotenkönig Teja auf sich hatte: Er war der letzte seines Reiches, der von den oströmischen Feldherren besiegt wurde und in der Schlacht gefallen ist.

      Als literarische Figur taucht er in „Ein Kampf um Rom“ von Franz Dehn auf, ein Roman, der sich lange sehr gut verkauft hat.

  4. Mir war Domme als Kurzform zu Dominik auch noch gar nicht geläufig. Klingt aber auch eher nordisch. Hier im Süden heißen alle Dominiks die ich kenne mit Spitznamen Domi.

    Dorin kannte ich bereits. Ist einer von sehr vielen rumänischen Vornamen auf -in. Ich kenne einen Sorin und einen Florin, beide ebenfalls Rumänen.

    Mir sind in letzter Zeit aufgefallen:
    Ettje
    Irem (f)
    beide im beruflichen Kontext. Irem kam glaube ich aus Ägypten.

    Außerdem habe ich mir eine Menge Namen notiert, als ich mich in die sorbische Kultur und Geschichte eingelesen habe:
    Awgust
    Hinc
    Hanzo
    Juro
    Die sorbische Kultur bietet ein ein riesiges Potenzial an super spannenden Namen. Da könnte man wahrscheinlich eine zehnmal so lange Liste schreiben und hätte noch nicht alle interessanten Namen abgedeckt.

    Antworten
    • Hanzo und Juro kenne ich aus dem „Krabat“ von Otfried Preußler.

      Weitere Namen aus dem Krabat, an die ich mich erinnere:
      Jungen/Männernamen:
      Tonda
      Michal
      Merten
      Janko
      Witko
      Lobosch
      Andrusch

      Mädchennamen:
      Worschula
      Raduschka
      Milenka
      Duschenka

  5. Noch ein Nachtrag zu Germin: Beim Nachgucken bin ich auf einen Photographen mit dem Künsterlernamen Germin gestossen, der mit bürgerlichem Namen Gerhard Mingram hieß. Der Nachname Mingram kommt von einem heute nicht mehr verwendetem Vornamen, der sich aus megin „groß“ und hraban „Rabe“ zusammensetzt.

    Antworten
    • warum werden die alten Vornamen nicht mehr verwendet? mit Raben und Wölfen und guten Eigenschaften…Raban heißt einer bei den Fußballkerlen..aber sonst selten.

    • @mgl

      Außer Raban ist Wolfram noch einigermaßen bekannt, da treffen sich sogar Wolf und Rabe. Andere Zusammensetzungen mit ram sind schon sehr exotisch, vielleicht gehen noch Bertram und Guntram.

      Bei Tammena habe ich auch Rabe als ostfrieischen Vornamen gefunden, der wird da aber als Verkürzung von Radbod gedeutet.

  6. Habe heute ein Autokennzeichen gesehen: FRI DA, fand ich süß. LU NA ist mir auch schon begegnet.
    Es sind an sich keine seltenen Namen, aber als Kennzeichen habe ich sie davor noch nicht gesehen.

    Antworten
    • Mannheim hat da ein dankbares Kennzeichen, da gehen unter anderem

      MA-X, MA-RC, MA-RK, MA-RS, MA-IA, MA-JA, MA-NU, MA-RA

      daneben sind MA-MA und MA-MI sehr beliebt in der Quadratestadt.

    • Donilda klingt südamerikanisch auf mich. Dort ist es üblich, Namenselemente aus unterschiedlichsten Sprachen in den großen Mixer zu stecken und neu zu kombinieren. Ein ähnliches Prinzip wie bei Knuds Vornamengenerator.

  7. Ich kenne Mädchen im Grundschulalter:
    Kinga und Kensi. Diese Namen habe ich noch nie gehört und weiß auch nichts über die Bedeutung. Es sind deutsche Eltern.

    Antworten
    • Kinga ist die polnische und ungarische Form von Kunigunde. Der Anklang an das englische Wort king schadet dem Namen auch nicht.

      Kensi kenne ich nur aus dem englischen Sprachraum als einen aus dem Familiennamen Mackenzie entstandenen Vornamen.

  8. Danke, Elbowin, für die Namensfundstücke mit Erläuterungen, ich lese sie immer wieder gern und lerne dazu 😉

    Ich kannte schon Arnika und Quint aus Namensbüchern.
    Dorin ist mir schon „in echt“ begegnet, Kennedy als Vorname in einem Buch.

    Germine könnte eine Form von Hermine sein (im Russischen wird ja H zu G).

    Ich nehme mir auch immer vor, ungewöhnliche Namen, die mir begegnen, zu sammeln und hier vorzustellen. Aber das systematisch zu machen, bekomme ich dann doch nie hin.
    Aber einige habe ich notiert und ein paar sind mir im Gedächtnis geblieben. Also, demnächst kommen hier auch wieder ein paar Fundstücke von mir.

    Antworten
  9. Wunderbare Fundstücke habt ihr wieder ausgegraben; immer wieder spannend und erhellend zu lesen.
    Nette Entdeckung: Der Name von Prof. Fotis Jannidis war mir von der LMU München her bekannt.
    Arnika ist schön, reiht sich harmonisch ein unter die vielen Pflanzennamen, die zu Vornamen wurden.

    Bei mir haben sich in letzter Zeit so viele Namensfunde angesammelt, dass ich gar nicht weiß, wohin damit.
    Eine kleine Auswahl – falls bereits hier genannte Namen darunter sein sollten, lest einfach drüber weg:

    Aimé Majorique; Ayzit; Bringfried; Ellenora; François-Régnault; Irmengard Konradine; Irmbert; Kaare; Lyjan-Lou-Summer („Lou“); Kennet; Germut; Ralitsa; Reinlinde; Sieghilde; Silvian; Toke; Torun; Wolfhart und Victorine.

    Aimé Majorique – Aimé Majorique Beauparlant (!) war Mitglied des kanadischen Parlaments
    Ayzit – Ayzit Bostan, Designerin
    Diara – Diara (mit ‚r‘, nicht ‚Diana‘ mit ’n‘)
    François-Régnault – François-Régnault Nitot, französischer Hofjuwelier und einer der berühmtesten Goldschmiede seiner Zeit, fertigte die aus dem Louvre gestohlene Kette aus 32 Smaragden und 1138 Diamanten, die Napoleon I. im Jahr 1810 seiner zweiten Frau Marie-Louise schenkte.
    Irmengard Konradine – aus einer Todesanzeige
    Irmbert – Klein-Irmbert ist mir in einem Roman begegnet, ansonsten aber noch nie untergekommen.
    Kaare – Kaare Dybvad Bek, Dänemarks Einwanderungsminister
    Kennet – Kennet (nur mit ‚t‘, nicht mit ‚th‘) Eichhorn ist mit 16 Jahren und 14 Tagen zum jüngsten Zweitliga-Fußballprofi der Geschichte geworden.
    Germut – Verfasserin eines Leserbriefs, vermutlich ein älterer Jahrgang
    Ralitsa – woher kommt der Name?
    Silvian – nicht ‚Silvio‘ oder ‚Silvano‘, sondern ‚Silvian‘
    Toke – Toke Reimar, SZ-Autor
    Torun – Torun Eriksen, skandinavische Jazzsängerin
    Victorine – Victorine von Gonzenbach und Elisabeth Ettlinger, Schweizer Archäologinnen, die zwischen 1948 und 1952 Grabungen am „Schutthügel von Vindonissa“ durchgeführt haben. – Der Name erinnert mich an Victoire von Carayon aus Fontanes ‚Schach von Wuthenow“.

    Antworten
    • Schöne Namen hast Du gefunden!

      Ayzit klingt sehr fremdartig und exotisch, ich hätte jetzt eine Berberin vermutet, ist aber ein seltener türkischer Vorname.

      Bringfried für einen Mann ist richtig selten, Bringfriede für Frauen begegnetet einem ab und zu

      Ellenora ist eine Namensform „zwischen den Stühlen“ Ellen + Nora, und dazu noch etwas Eleonora. Würde ich iwie in die Jahre 1920–1940 verorten, wo Zusammensetzungen wie Ellenruth nichts außergewöhnliches waren

      Irmbert ist schon sehr speziell, ich glaue, ich kennen keinen einzigen Mann mit einem Vornamen auf Irm-

      Ralitsa ist bulgarisch und bedeutet „Rittersporn“. Ich kannte mal eine Studentin mit diesem Vornamen.

  10. neulich gelesen: bei Anne Frank in Holland hieß ein jugendlicher Bekannter Hello Silberberg. Hello!
    Im Mittelalter hießen bestimmt auch schon Leute Hello, wenn das eine Kurzform aus dem deutschsprachigen Raum ist.
    Hello Goodbye, Hello Goodbye…

    Antworten
    • Die Namensform Hello wirkt sehr friesisch auf mich, sie könnte als Kurzform zu Helmut durchgehen. Ich habe in Tammena nachgeschlagen und er listet Hello tatsächlich als historischen ostfriesischen Männernamen.

Schreibe einen Kommentar