April 2022: Aksinia, Doron und mehr

Während ich mir schon erste Namensfunde aus dem Mai 2022 notiere, hier noch schnell meine kommentierte Kollektion ganz subjektiv (?) spannender Namensbegegnungen vom April:


Aksinia * Olena * Doron (m) * Ninon (f) * August * Ago * Dunkelmut * Lukrezia * Malos (f) * Holmer

Annemaries Namen des Monats

Aus „Mord mit Aussicht“: Aksinia und Dunkelmut

Anlässlich der neuen Staffel „Mord mit Aussicht“ habe ich die frühere Hauptdarstellerin gegoogelt und bin dabei auf ihren Drittnamen gestoßen: Caroline Therese Aksinia Peters. Dank Knuds Namenslexikon weiß ich nun, dass es sich wahrscheinlich um eine russische Nebenform von Xenia, „die Gastfreundliche“, handelt.

Der Name Dunkelmut dagegen klingt nicht nur ausgedacht, er ist es auch; in einer neuen Folge „Mord mit Aussicht“ hat ein Althippie diesen Namen für sich gewählt. Bei meiner Recherche entdecke ich außerdem ein käuflich erhältliches Herren-T-Shirt, auf dem „Du Helmut Ich Dunkelmut“ steht, sowie Dunkelbunt, einen der Künstlernamen des als Hundertwasser bekannt gewordenen Malers (bürgerlich: Friedrich Stowasser, 1928–2000).

Mit O: Olena, Doron, Ninon, Ago und Malos

Namen mit O haben es mir (mal wieder) angetan. Olena Wolodymyriwna Selenska ist First Lady der Ukraine, Doron Melamed – schon der Nachname klingt nach Medizin – ein im Zuge der Pandemie zitierter Professor für Immunologie aus Israel. Sein Name hat die beliebte Bedeutung „Geschenk“ und teilt die letzten zwei Buchstaben mit Ninon. Dieser weibliche Name wiederum (eine französische Nina) fiel mir anlässlich des Todes von Schauspieler Uwe Bohm auf, seine Witwe heißt so.

Ago von Maltzan war ein Diplomat in der Weimarer Republik und trug eigentlich die Vornamen Adolf Georg Otto. Initialen, die einen coolen Spitznamen ergeben – das wäre doch mal ein Motto für eine Namenssuche! Und zuletzt Malos: Dieser rätselhafte Vorname gehört einer Zahnärztin, von der kürzlich in der Süddeutschen Zeitung zu lesen war.

Mehr TV-Funde: August und Lukrezia

August kenne ich natürlich schon lange, habe ihn mir beim Tatort-Gucken aber trotzdem notiert: anlässlich des Debüts von Axel Milbergs Sohn August Lasse (bei Wikipedia fälschlich zu einem August Gustav gemacht – warum nicht gleich Augustav?!) Milberg. Mir gefällt der Name, trotz des immer mal wieder ins Feld geführten „Dummen August“, und da er auf Platz 375 steht, sehen das heute wohl deutlich mehr Eltern ähnlich als noch 2003, im Geburtsjahr von August Milberg.

Eine Passantin mit dem Vornamen Lukrezia war im April mal in der Tagesschau zu sehen; für mich ein Name, der leicht etwas „zu groß“, zu dramatisch für seine Trägerin wirkt.

Keiner ist eine Insel – bloß Holmer

Der Name Holmer stand hier in einer Familienanzeige und gibt rein assoziativ viel her, von (Sherlock) Holmes bis Homer (Simpson). Oder ist‘s ein individualisierter Holger? Ergoogelt habe ich dann aber, dass es sich um einen nordischen Namen handelt, Bedeutung in etwa „Insel“ und „berühmt“ oder auch „Inselbewohner“. Wieder was gelernt!

8 Gedanken zu „April 2022: Aksinia, Doron und mehr“

  1. PS: Den Namen Ago habe ich übrigens in einer aktuellen Ausstellung („Dressed“) des Hamburger Kunst- und Gewerbemuseums aufgepickt, in der u.a. Kleidung der Gattin dieses Herrn zu sehen ist. In dem Zusammenhang noch zu nennen ist der Vorname der Museumsdirektorin: Tulga, in div. Online-Namenslexika eigentlich als männlich aufgeführt.

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  2. Ninon Ausländer war die dritte Frau von Hermann Hesse. Der Name hat eine ganz angenehme Struktur, sehr kurz, einfach, trotzdem ziemlich selten, könnte ich mir gut als Zweitnamen, wie Marie und Sophie, vorstellen.

    August heißt eine Tochter von Mark Zuckerberg, das macht den Namen für mich leider nicht sympathischer.
    Im Allgemeinen sind in den USA Monatsnamen als Vornamen häufiger, wie April, June, May, January – ich stelle mir vor, dass die Eltern den Monat mögen und das dem Kind mitgeben wollen, aber für mich ist auch der Klang wichtig, und der der meisten deutschen Monatsnamen ist nicht so mein Fall.

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    • Ninon lässt mich sofort an Mignon denken, beide hübsch, aber letzterer ist hübscher, und wenn man den Nasallaut nicht hinbekommt, klingt es nicht so schön.
      Ninon ist sicher einfacher zu buchstabieren, aber als Diminutiv käme der Name für mich standesamtlich nicht infrage.

    • August ist ja aber kein klassischer Monatsname – wie April bspw., sondern ein Name mit eigener Bedeutung.
      Ansich finde ich den Namen ganz hübsch, dazu kommt, dass man ihn nicht abkürzen Wil bzw. gut abkürzen kann, ohne ihn zu sehr zu verhunzen (Gus ist so eine gängige Abkürzung). Aber leider hab ich ist es familiär so, dass viele aus der 1910er Generation so hießen und ich nicht ganz einschätzen kann, wie tief die im Nazi-Dasein waren…

  3. Bei Lukrezia denke ich zuerst an Luc Jochimsen.

    Holm ist mir als VN geläufig, Holmer klingt für mich wie Dieter, Heiner oder Frieder.

    Malos verbindet sich leider sofort mit dem lateinischen malus, also schlecht oder böse. Keine gute Wahl.

    Dunkelmut dagegen klingt eher mystriös, aber auch nach Bastelkeller, da „dunkel“ ja kein üblicher Bestandsteil germanischer/althochdeutscher Namen ist. Und Helmut nichts mit „hell“ zu tun hat.
    Interessant finde ich aber den Namensteil „mut“, der zwar momentan nicht in Mode aber doch sehr geläufig ist. Es gibt sowohl weibliche als auch männliche Namen damit, wäre er also nicht perfekt für Unisexnamen? Lässt sich erklären, warum Almut und Diemut weiblich, Hartmut und Helmut aber männlich sind?

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    • muot war im Althochdeutschen schwankend in seinem grammatischen Geschlecht. Das zieht sich auch in deutschen Komposita bis heute durch: Die Anmut, die Demut; aber der Hochmut, der Übermut. Welche Form mit welchem Geschlecht herauskommt, lässt sich meines Wissens nicht schlüssig erklären, vielleicht klingen Hart- und Helm- als Erstglieder so männlich, dass sie auch die entsprechenden Namen in männliche Lager gezogen haben. Dass Hadumod dann aber doch weiblich ist, lässt sich mit diesen Gedanken alleine auch nicht erklären.

    • wir hatten das Thema vor „Urzeiten“ (also 2016/2018) schon mal mit Namen die auf -mut oder -wig enden (Ludwig vs. Hedwig z.B.)

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