So heißen die Erwachsenen

Illustration von Gerd Altmann auf Pixabay

„Wie lauten die häufigsten Vornamen der Erwachsenen in Deutschland?“ – das ist eine vermeintlich leicht zu beantwortende Frage. Die Antwort fällt überraschend schwer, denn es gibt keine verlässlichen Informationen dazu. Ich hatte in den letzten Jahren schon zwei Mal versucht, eine Lösung zu finden (Vornamenstatistik der derzeit lebenden Bevölkerung und Gesamtübersicht über alle Jahrgänge). Mit den Ergebnissen war ich aber nie richtig zufrieden. Das größte Hindernis: Meine Stichprobe ist zwar repräsentativ, wenn man jeden Geburtsjahrgang für sich betrachtet. Jahrgangsübergreifend sind die absoluten Zahlen aber nicht vergleichbar, weil für einzelne Jahrgänge mehr Daten vorliegen als für andere.

Für die folgende – viel bessere – Auswertung habe ich die Daten aus meiner Stichprobe so umgerechnet, dass sie im richtigen Verhältnis zu den Geburtenzahlen stehen, so dass die Jahrgänge vergleichbar sind. Leider fehlt immer noch ein wichtiger Parameter: die Sterberate pro Jahrgang. Um herauszufinden, wie die meisten Erwachsenen heißen, die jetzt in Deutschland leben, reicht es nicht aus, zu wissen, wie viele Menschen in den betrachteten Jahren geboren wurden. Ich müsste auch wissen, wie viele dieser Menschen mittlerweile gestorben sind. Weil ich es aber nicht weiß, habe ich mir damit beholfen, mich auf die Altersgruppe der 19- bis 74-jährigen zu beschränken. Trotz dieses Kompromisses glaube ich, dass es zur Zeit keine genauerer Antwort auf die Frage nach den häufigsten Vornamen der Erwachsenen in Deutschland gibt.

Die häufigsten Vornamen der zur Zeit in Deutschland lebenden Erwachsenen

Frauen Männer
  1. Sabine
  2. Susanne
  3. Petra
  4. Monika
  5. Claudia
  6. Birgit
  7. Andrea
  8. Stefanie/Stephanie
  9. Karin
  10. Katrin/Kathrin
  11. Julia
  12. Anna
  13. Nicole
  14. Anja
  15. Gabriele
  16. Angelika
  17. Martina
  18. Brigitte
  19. Heike
  20. Sandra
  21. Renate
  22. Barbara
  23. Christina
  24. Katharina
  25. Christine
  26. Kerstin
  27. Ursula
  28. Maria
  29. Ute
  30. Sarah/Sara
  31. Marion
  32. Silvia
  33. Melanie
  34. Ulrike
  35. Bettina
  36. Jutta
  37. Silke
  38. Tanja
  39. Christiane
  40. Elke
  41. Nadine
  42. Ingrid
  43. Daniela
  44. Angela
  45. Jennifer
  46. Anke
  47. Cornelia
  48. Nina
  49. Sonja
  50. Katja
  51. Regina
  52. Britta
  53. Eva
  54. Annika
  55. Beate
  56. Jessica
  57. Manuela
  58. Gisela
  59. Anne
  60. Lisa
  1. Michael
  2. Thomas
  3. Andreas
  4. Peter
  5. Stefan/Stephan
  6. Christian
  7. Hans
  8. Klaus
  9. Jan
  10. Wolfgang
  11. Frank
  12. Matthias
  13. Jürgen
  14. Alexander
  15. Martin
  16. Bernd
  17. Markus
  18. Thorsten/Torsten
  19. Uwe
  20. Jens
  21. Jörg
  22. Ralf/Ralph
  23. Sven
  24. Daniel
  25. Sebastian
  26. Rainer
  27. Manfred
  28. Oliver
  29. Holger
  30. Dirk
  31. Tobias
  32. Philipp
  33. Carsten/Karsten
  34. Florian
  35. Dieter
  36. Christoph
  37. Dennis
  38. Joachim
  39. Patrick
  40. Marc/Mark
  41. Karl
  42. Andre
  43. Marco/Marko
  44. Tim
  45. Kai
  46. Marcel
  47. Robert
  48. Werner
  49. Lars
  50. Rolf
  51. Günther
  52. Norbert
  53. Lucas/Lukas
  54. Volker
  55. Gerhard
  56. Felix
  57. Nils
  58. Benjamin
  59. Ulrich
  60. Olaf

Basis dieser Auswertung: Eine repräsentative Stichprobe von Menschen, die von 1945 bis 2000 geboren sind und in Deutschland leben. Ich habe ausschließlich die ersten Vornamen berücksichtigt und gleichklingende Namen zusammengefasst.

Und außerdem …

14 Gedanken zu “So heißen die Erwachsenen”

  1. Da sind auf jeden Fall alle Namen dabei, die man ständig hört – und auch viele, die ich gar nicht mag (z.B. Jens, Sven, Lars, Nils,…) und bei denen mich doch erstaunt, dass sie sooo häufig vergeben wurden.

    Kai überrascht mich etwas. Den hätte ich nicht so weit oben vermutet.
    Bei den Mädchennamen hätte ich Michaela in den Top-60 vermutet.

    Eine mega interessante Liste! Merci. Ach ja, Knud, hast du den Erstnamen oder alle Vornamen einer Person ausgewertet?

  2. Ich bin gerade per Zufall auf einer andere Statistik-Seite gelandet, die die Häufigkeit von Vorn- und Nachnamen auswertet. (Keine Ahnung wie, also nur mit Vorsicht zu geniessen.)
    Die häufigsten männlichen Namen stimmten so ziemlich überein, bei den weiblichen sind es angeblich Sandra, Nicole und Claudia.

    Am erstaunlichsten aber fand ich, dass Sandra erst auf Platz 8 auftauchte und unter den 20 häufigsten Namen nur 7 weibliche waren.
    Was die Vermutung, dass mehr weibliche als männliche Namen verwendet werden, bestätigen würde.

    • Endlich mal eine Hitliste, wo mein Name weit oben steht. Als eine Susanne aus dem Jahrgang 1983 habe ich allerdings eher selten gleichaltrige mit dem Namen getroffen.

  3. Klar, die Namen sind alle bekannt, aber es gibt exakt drei darunter, deren Träger mir noch niemals persönlich begegnet sind: Silvia, Uwe und Holger.
    Schon lustig, wie sich gefühlte und tatsächliche Häufigkeit manchmal unterscheiden 🙂

    • Ist natürlich auch regions- und altersabhängig, wen man so kennt. Ich habe noch nie eine Jennifer getroffen (glaube ich), bloß eine Jenny. Holger fällt mir auch keiner ein. Auch Joachim, Rolf und Gerhard: Fehlanzeige. Ansonsten fallen mir zu den meisten der Top-60 gleich mehrere Gesichter ein 🙂

    • Bei mir ist es ganz anders, die Holgers in meinem Bekanntenkreis muss ich durchnummerieren 🙂
      Dafür kenne ich weder Sarah, Nadine, Jessica, Sebastian, Marcel noch Lukas.

    • Witzig, wo versteckst du bloß die ganzen Holgers?!? Ich “kenne” den bloß als Bruder von Tina Martin (“Bibi und Tina”) 😉

      Sarah, Nadine, Jessica, Sebastian sind alle gut zehn Jahre jünger als ich und v.a. im aktuellen und ehemaligen Kollegenumfeld zu finden. Marcel und Lukas sind noch ein Stück jünger (Ü20 aber auch schon), die Söhne von Cousinen.

  4. Ich kenne gleich mehrere Silvias, Uwes und Holgers. Auch Joachims, Rolfs und Gerhards. Alle in der Großelterngeneration (und einen Rolf in den 20ern). Nur die Holgers sind im (älteren) Papaalter.

    Wenke

  5. Dann mach ich auch mal mit.
    Bei mir bleiben folgende stehen:
    Brigitte
    Ingrid
    Angela
    Lisa

    Rolf
    Gerhard

    Mir fällt tatsächlich keine Lisa ein. Verrückt.

    • Eine halbe Stunde später ist mir nun eine Lisa eingefallen. Ist eine nicht sehr einprägsame Frau gewesen. Passt irgendwie zum unscheinbaren Namen.

  6. Das ist eine sehr interessante Liste, Knud! Danke dafür! Auch die 300er-Liste finde ich sehr interessant.

    Ja, die Namen kenne ich alle. Michael, Thomas und Matthias könnte ich durchnummerieren, weil ich so viele kenne, bei Daniel und Christian fallen mir auch mehrere ein.

    In der Liste treffen mehrere Generationen aufeinander, z. B. Norbert und Lukas. Während Lukas ein Kinder- und Teenie-Name ist, gehört Norbert in die Opa- und Onkel-Generation.

    Ich überlege gerade, ob ich jemanden nicht kenne. Ich bleibe auch an Jennifer hängen. Zu Gabriele und Angelika fällt mir gerade auch niemand ein, die gehören zur Generation meiner Eltern und bestimmt kennen sie jemanden, der so heißt.

    Ein Holger gehört zu meinen Arbeitskollegen, geboren in den 70ern. Ebenso Annika, Lisa und Julia – so heißen jüngere Kolleginnen, so um die 30.

    Zu den meisten Namen kenne ich jemanden, nicht alle persönlich, nicht alle wirklich gut, einige kenne ich nur vom sehen. Oder ich kannte mal jemanden aus meiner Schulzeit und habe keinen Kontakt mehr.

    Ich kenne eine Ursula (genannt Ursel), geboren Anfang der 70er Jahre. – Ein typischer Tantenname in meiner Generation. Ursel steht zu ihrem “alten” Namen, geht selbstbewusst damit um. Soviel zum Thema “der Name ist aus der Zeit gefallen”.

  7. Oh. Mein Name ist in den Top 5, der meines Mannes in den Top 20.
    Die Namen unserer Eltern (3 davon in ihrer Generation –
    alle über 70 – durchaus häufig), sind nicht in den Top 60 dabei, die Namen unserer Kinder (1 Top 10 und 1 Top 100 Name im jeweiligen Jahrgang), auch nicht.

  8. Ich kenne zu sämtlichen Namen auf dieser Liste mindestens einen erwachsenen Namensträger/Namensträgerin, bei den meisten gleich mehrere.

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