Babynamen der Woche 11/2019

Lenny Josua * Annina * Lucy Kathaleya * Liana * Karl Jonnes * Greta Edith Elsa * Stella Lucya * Alexis * Vittoria Emilia * Josy * Karlotta Josefine * Nevio * Paul Philipp * Leano * Summer * Aleyna * Letty * Lilaila Emilia * Defne * Carl Dario * Nelo * Magnolia * Sascha Luise * Agata * Milou Lisa Mia * Helia * Veles * Anni Friederike * Antoni * Elenya * Klara-Jolie Flora Elly

Baby Namen

Und außerdem …

23 Gedanken zu “Babynamen der Woche 11/2019”

  1. Liana klingt wie eine postmoderne Kopfgeburt, ist es aber nicht ganz. Es gibt in Hannover-Herrenhausen eine Stadtteil-Prominente mit dem Vornamen Liane (mit -e), die mittlerweile munter auf die achtzig zugeht. Bei (zu bezweifelndem) Interesse bitte Google bemühen. Allerdings klingen Liana und Liane schon ein bißchen nach „Ich nehm mir den Strick!“.

    Magnolia finde ich knuffig. 🙂 Ich mag die Bäume! Und Name und Bäume wecken Assoziationen an den guten alten Süden der USA. Stella Lucya ist vielleicht ein bißchen zu sehr Sternengeglitzer und Straß-Steinchen. Aber ich mag diese abgedrehten Pippi-Langstrumpf-Namen mittlerweile lieber als die Hochheitsnamen der Bionade-Bourgeoisie.

    Lilaila Emilia. Herr, erbarme Dich! Einen Klops mit einer dermaßen dicken Vokal-Sauce bekommt man selten auf den Teller! Wie wär’s mit Eiaeia Alalà? Bei (zu bezweifelndem) Interesse bitte wiederum Google bemühen.

    Wahlpflichtspiel: Magnolia & Paul Philipp
    Burner der Woche: Sascha Luise & Nelo

    • Liane ist ein sehr schöner Name, wie ich finde; der zweite Vorname einer guten Freundin von mir (Jg. 1962, also noch keine 60), hab sie immer beneidet um diesen schönen Namen; mit dem ersten heißt sie übrigens Sylvia.
      Und die Liane, die auf die achtzig zugeht, hatte damals schon einen recht modernen Namen, besser jedenfalls als Emma oder Lotte, die finde ich ziemlich altertümlich (früher auf dem Land hießen die Kühe so), werde nie verstehen, warum die zur Zeit so beliebt sind.

  2. Mir gefallen (mit einigen Abstrichen/Änderungswünschen):

    * Annina: schöne Alternative zur häufigen Anna
    * Lucy Kathaleya: gefällt mir vom Klang, aber ich hätte Cataleya lieber so geschrieben – oder Kathalea genommen, dazu dann aber Luzie
    * Liana: schöne Alternative zur häufigen Lina
    * Stella Lucya: allerdings nur als Lucia, das y gehört nicht dahin … Schön, dass beide Namen etwas mit Leuchten zu tun haben
    * Vittoria Emilia: hier nur als Victoria Emilia, Vittoria finde ich vom Klang her merkwürdig und das Schriftbild sieht einfach falsch aus in Deutschland
    * Karlotta Josefine: allerdings nur als Carlotta, mit K erinnert es mich an Karotten
    * Nevio: hier hätte ich aber einen knackigen Zweitnamen vergeben, damit es nicht zu weich für einen Jungen klingt
    * Aleyna: schöner Klang und Bedeutung – und hier macht das y Sinn!
    * Magnolia: sehr blumig, aber hübscher Klang, könnte nur ein Problem werden, wenn Magnolia das Gegenteil vom süßen Prinzesschen wird, daher hätte ich einen knackigeren Zweitnamen ganz gut gefunden!
    * Helia: hübsch, selten, schöne Bedeutung!
    * Elenya: schöne Alternative zur häufigen Elena
    * Klara-Jolie Flora Elly: Bei Klara-Jolie kann ich sogar mit einem Doppelnamen leben, fände aber die Schreibweise mit C schöner. Flora mag ich auch, Ella ist mir zu spitznamig. Insgesamt als Kombination aber nicht rund klingend.

    Zum Rest:

    * Lenny Josua: Lennard/Leonard Joshua oder Joshua Leonard hätte mir gefallen, Lenny finde ich zu kindlich
    * Karl Jonnes: Karl wird nie meins werden, Jonnes gehört wohl zu friesischen Vornamen, oder? Die mag ich auch fast nie … Finde sie meistens plump.
    * Greta Edith Elsa: zu hart, zu altmodisch
    * Alexis: Ausweichname, weil Alexa nicht mehr “geht”? Klingt für mich eher männlich, Alexa gefiele mir vom Namen trotzdem besser.
    * Josy: zu spitznamig
    * Paul Philipp: mit Paul geht es mir wie mit Karl, und wenn ich ihn noch hundertmal lese/höre, für mich bleibt er altmodisch. Philipp ist neutral…
    * Leano: zu niedlich/weich für einen Jungen
    * Summer: als Zweitname in Ordnung, aber als Erstname ist er mir zu englisch und zu sehr Begriff
    * Letty: warum nicht Letizia? Selbst dann gefiele mir Tizi/Tizia als Spitzname besser. Letty ist für mich echt kein Name 🙁 
    * Lilaila Emilia: Da sind selbst mir zu viele L enthalten, es wäre vielleicht mit einem etwas härteren Zweitnamen gegangen. Aber Emilia ist selbst nur weich, wieder ein L und noch zwei I, zuviel des Guten!
    * Defne: dann lieber Daphne
    * Carl Dario: Carl s.o., Dario – hmm … besser als Carl.
    * Nelo: auch zu niedlich, da denkt man, es sollte eine Nele werden …
    * Sascha Luise: Sascha ist in meinem Kopf einfach männlich – und hübsch finde ich ihn auch nicht. Immerhin kann sie später auf Luise ausweichen.
    * Agata: zu altmodisch und a-lastig
    * Milou Lisa Mia: Milou klingt für mich nach Katzennamen. Lisa und Mia eher unspannende Allerweltsnamen …
    * Veles: damit kann ich gar nichts anfangen 
    * Anni Friederike: Anni ist mir zu spitznamig, Friederike durchgängig zu hart.
    * Antoni: zu niedlich, warum nicht Anton?! Oder soll das etwa ein eingedeutschter Anthony sein? 🙁

  3. Oh, eine Helia! Ich war mit einer Helia in der Mittelstufe, als man schon Chemie hatte, und weiß noch, dass ich damals anfangs an Helium denken musste … Heute finde ich den Namen schön und bei der bunten Vielfalt in den Kinderzimmern auch nicht mehr besonders auffällig. Gefällt mir auch besser als die beliebte Lia, da ist einfach mehr Substanz.

    • Ja, aber wenn ich mich an meine Schulzeit (70er – 80erJahre).erinnere: Da waren in einer Klasse 1,2, vielleicht 3 ungewöhnliche Vornamen vertreten. Heute in Kindergarten und Schulen meiner Kinder stoße ich in fast jeder Klasse bzw. Gruppe auf mehrere mir bislang unbekannte oder seltene Vornamen.

      Viele Grüße

    • Ich halte diese Diversifizierung der Vornamensvergaben für einen Teil eines tieferen gesellschaftlich-kulturellen Phänomens: Geistige, mentale und politische Vereinheitlichung soll durch das Plakatieren von „Individualität“ und „Kreativität“ kaschiert werden.

      Man denke an die berühmten „Blasenbildungen“ im Internet. Man denke an die ganze Langweiligkeit der politischen Käseglocke in Berlin: CDU und Grüne sind kaum noch zu unterscheiden, die FAZ unterscheidet sich kaum noch vom Spiegel. Man denke an die neudeutsche Empörungs- und Angstkultur, die im wesentlichen dazu dient, sich gegenseitig auf die Schultern zu klopfen und sich seiner Wohlanständigkeit zu versichern. Und die Leute, die am lautesten für „Buntheit“ plädieren oder gar demonstrieren, sind erfahrungsgemäß die allerlangweiligsten und bravsten grauen Mäuschen. Nichts Öderes als etwa ein CSD, eine „Dragqueen“, eine „Loveparade“ oder ein „Karneval der Kulturen“ *schnarch*. Aber wenn die Identitären im Wedding demonstrieren, ist es wie ein Blitz aus dunklen Wolken bei einem Sommergewitter!

      Im Deutschland der 50er und 60er Jahre hat eine heute unvorstellbare geistige Freiheit geherrscht – und das meine ich in einem viel weiterem Sinne als das von den Dusselrechten in den Kommentarspalten des Netzes beklagte Fehlen von „Meinungsfreiheit“.

      Ich hatte gestern morgen den ganz ungewöhnlichen Namen Magnolia gelobt. Aber um mit Freude Tabus brechen zu können, muß es erstmal Tabus geben, wa? Wie öde wird es, wenn der aufgesetzte Tabubruch selbst zum Konsens oder zur Verpflichtung wird: „Waas, ihr wollt sie Emma nennen? So heißt doch jede Dritte!“ „Antonia geht leider nicht, denn so heißt schon ein Mädchen in unserem Umfeld.“ So etwas schreibt garantiert nur eine Versicherungsfachangestellte oder eine Hausfrau.

      Wenn aufgesetzte Individualität zum Konsens wird, wird der Konsens zur Individualität. Darauf dürften (zumindest teilweise und unterbewußt) auch die Charlottismen, also die Suche nach „klassischen“ Vornamen, beruhen.

      Mit dem Verkauf von „Individualität“ und „Kreativität“ läßt sich in einer immer uniformer werdenden Gesellschaft richtig gut Geld verdienen: Die schon erwähnten CSDs und Kulturen-Karnevale mit ihren Würstchen- und Bierbuden. (Gut, die Loveparades sind nun out, nachdem da mal in Duisburg in paar Leute totgetrampelt worden sind, nachdem man „das Strukturprinzip der Parade gegen das Strukturprinzip des Internierungslagers ausgetaucht“ hat.) Eine „Frau mit Bart“ beim ESC. Die Mittelaltermärkte. Der teure Designer-Scheiß inklusive des Mannificktum-Retrokrams’ für die Besserverdienenden – die ungezählten Bastelläden für die Hausfrauen. Die nun schon längst wieder berüchtigten „Töpferkurse an der Volkshochschule“. Ikea, das in ~350 Filialen exakt das gleiche verkauft, aber seinen Kunden das Gefühl gibt, allesamt Individualisten zu sein.

      Gibt es eine Patentlösung? Nein. Charisma, Persönlichkeit, geistige Schaffenskraft und Individualität sind weder käuflich noch auf Rezept erhältlich. Sie sind eine Gabe dessen, der Einer ist.

      https://www.youtube.com/watch?v=FtDVOSANVaM

    • Folgende “Exoten” mit deutsch klingendem Nachnamen fallen mir aus meiner Schulzeit in den 90ern noch ein (fast alle aus einem Jahrgang):

      Jungs: Delf, Ferry, Ranko, Wilko (Bruder von Ranko), Yngve

      Mädchen: Helia, Kirsi, Leslie, Randi, Thordis

    • Gibt es hier eigentlich schon etwas über Jungsnamen auf -o?

      Wilko hieß ein Kommilitone von mir, heute so etwa 55. Tatsächlich ein autochthoner Ostfriese, wovon schon sein arg inzestuöses Aussehen Zeugnis gegeben hat. War aber ein kluger Kopf.

      „Mongo ist die friesische Form von Manfred.“ 😀

      Die Tolkien-Namen Arwen und Thorin sieht man hier ja ab und zu mal. Klar: Eine Frau soll schön sein und ein Mann stark. Auch wenn man eher traditionelle Vornamen mag, ist der Reflex völlig verständlich. Nur einen Bilbo oder Frodo wäre mir hier noch nicht untergekommen. Ebenfalls klar: Wer will schon, daß sein Sohn kleinwüchsig wird? (Und Legolas kommt zumindest in den Tolkien-Verfilmungen schon arg schwuppig rüber. Boromir könnte womöglich slawisch klingen, da sei Gott vor. Gandalf paßt als alter Mann offenbar nicht zu einem Kind. Und Aragorn als Vorname wäre Majestätsbeleidigung. Wie in Hannover Ernst August. 😉 )

      Heimo Schwilk, Jg. 1952, geboren in Stuttgart.

      Mario und Marko sind in Deutschland (Alt-BRD und DDR) waren schon in meiner Generation vollkommen etabliert, ob einem das paßt oder nicht. (Mir paßt es nicht.) Immo zumindest im Westen auch.

      Das mit den japanischen Mädchennamen auf -ko (=„-chen“, „-lein“) ist ein Sonderfall.

      Bongo Mdebele. Bingo Casino Spelunkski. Lollo Rosso Lünzmann. 😀

  4. Magnolia–der Name ist mir aus den USA bekannt. Dort gibt es auch viele andere Blumen/Blütennamen wie Blossom, Daisy, Violet und Rose, und überhaupt viele Naturnamen, wie Sky, Willow, Sage, Sierra, usw. Magnolia ist da einer der selteneren Natur- bzw. Blumennamen.

    Habe in Texas gelebt und die großen, duftenden, weißen Magnolienblüten, die immer im Mai und Juni zu sehen waren, und die wie Sterne aus dem dunklen gummiartigen Laub hervorleuchteten, mit großer Freude wahrgenommen. Für mich ein Name mit positiven Assoziationen und dazu noch einem schönen Klang.

    Die in Deutschland zu sehenden “northern magnolias” mit ihren lila-weißen Blüten auf laublosen Bäumen (die Blätter kommen erst nach den Blüten) finde ich doch um einiges weniger bezaubernd. Hier macht der Name Magnolia für mich nicht so viel Sinn. Aber immerhin lässt er sich auf sehr natürliche Weise auch im Deutschen aussprechen–das ist schon einiges Wert. Er klingt Deutsch ausgesprochen auch gut.

    Also nicht ganz schlecht, aber in USA passt der Name doch noch ganz anders in Kultur und Landschaft hinein.

    Die Magnolie wurde übrigens nach dem französischen Botaniker Magnol bennant.

    Greta Edith Elsa–

    Greta mag ich, Edith finde ich im Englischen absolut hübsch, im Deutschen aber etwas hart, und Elsa geht so–da mag ich andere Kurzformen von Elisabeth lieber. Als Gesamtkombi ist das ganze nicht recht flüssig, aber auch nicht ganz schlecht. E, A und T sind die verbindenden Elemente. Zumindest eine sehr interessante und ungewöhnliche Kombi, modern aber auch irgendwie noch halbwegs traditionell, in Anlehnung an alte Klassiker wie Margarethe und Elisabeth, und mit Edith als auch nicht ganz modernem Namen (diesen Import aus dem Englischen gab es ja früher in Deutschland noch mehr als heute).

    • Freut mich außerordentlich, daß jemand meine spontane Sympathie für Magnolia teilt! Vor dem Balkon meiner Mutter steht ein Europäischer Magnolienbaum. Seine Blüte März/April ist für mich immer so ein Symbol des Frühlings. So wie kurz zuvor die Krokusse.

      Von wegen Blüten ohne grüne Blätter: Eine Art herbstliches Gegenstück dazu wäre die Herbstzeitlose. Eine Krokusart, die aber eben im Herbst blüht, nachdem sie ihre grünen Blätter abgeworfen hat. (Auf englisch daher auch „naked ladies“ genannt.) Hier im Bergarten gibt es ein paar. Aber Vorsicht! Bitte nicht drauf rumkauen, das hat schon den stärksten Ochsen umgehauen. Die Dinger sind hochgiftig. Als hier vor ca. fünfzehn Jahren die kulinarische Bärlauch-Manie losging, haben einige Bärlauch-Sammler noch nicht blühende Herbstzeitlose für Bärlauch gehalten – hat einige Leute in die Kiste gebracht. Herbstzeitlose sind fast so letal wie Knollenblätterpilze, die ja auch gerne mal für Wiesenchampignons gehalten werden.

      Aber Sage als Mädchenname? Ich weiß nicht… Salbei ist schon ein ziemlich grobes, derbes Kraut (wie etwa auch Rosmarin oder Bohnenkraut). Muß dann immer an fettigen Aal, an diese italienischen Piccatas oder an den schauderhaften Salbei-Tee denken.

      Blumennamen für Mädchen sind aber grundsätzlich sehr schön. Sind doch die Frauen unsere Blumen! 🙂

      Mag daher auch Jasmin und Iris sehr gerne – obwohl sie im Moment in D nicht gerade en vogue sind. Aber beides sind so schöne und edle Blumen!

      Und was wäre ein Harki-Sermon ohne einen doofen Witz, eine Exfreundin oder einen Diss gegen „friesische” Vornamen? „Nelke ist die friesische Form von Nele.“ Falls die Tochter als eher häuslich denn als verführerisch oder politisch gewünscht wird, böten sich vielleicht Gerania oder Petunie als segenverheißende Vornamen an.

      Daisy. Gibt es im AE eigentlich auch Cutter als Nachnamen? 😀 Ich finde „Gänseblümchen“ ein bißchen zu harmlos für eine schöne Frau… Lady Bird (Marienkäfer) als Kosename für die Frau von Präsident Johnson wurde in Nicht-Angelsachsistan notorisch falsch verstanden – weil sie halt mit ihrem Zinken wirklich etwas vogelhaft ausgesehen hat. (Auch ein Kopf wie Peter Scholl-Latour hat das falsch verstanden.) Sakura hatten wir ja nun gerade letzte Woche.

      Rosa ist irgendwie ein Spezialfall. Die meisten Leute hören den Namen als süßlich. Aber ein Historiker assoziiert Rosa Luxemburg – oder Rosa Schanina, wenn er sich für Militärgeschichte interessiert. Schanina war eine sowjetische Scharfschützin im Zweiten Weltkrieg, sah sehr hübsch aus. Gefallen mit 21 Lebensjahren im Jahre 1945 in Ostpreußen. Sie hatte bis dahin 53 bestätigte Todesschüsse auf die Invasoren. Nicht schlecht für eine Rose, wa? Rosen haben eben Stacheln.

    • Wir haben eine Sternmagnolie im Garten, sehr schön. Magnolia ist ein schöner Namen, vielleicht zu schön?
      Edith gefällt mir auch gut, für mich positiv besetzt.
      Dario, da fällt mir Dario Fo ein und der Sohn von Freunden, Vater Italiener, Mutter aus Deutschland.
      Liana, so heißt eine Schulfreundin, gut vergebbar.
      Agata, klingt ein wenig streng beim ersten Hören, aber ist dann wunderschön.

    • Und ich werde es nie ganz verstehen: Warum gehört das Züchten von Rosen so fest zum Klischee vom „alten Soldaten“? Man denke an den wunderbaren Film „Die Wildgände kommen“: Oberst Faulkner will Oberfeldwebel Sandy Young für seine Operation anwerben. Er besucht ihn in seinem Reihenhaus – und Young ist gerade dabei, die Rosenstöcke zu beschneiden.

      Die Leitfigur der heutige Neuen Rechten in Deutschland, ein Miles doctus, wie er im Buche steht, ist ebenfalls Hobbygärtner und Tierzüchter. Und seit den Tagen Spartas und Roms hat sich ein Militär-Aristokrat für die Landwirtschaft zu interessieren.

      Dieses Klischee hat sogar mal ab und zu Rückwirkungen auf die reale Politik unserer Tage: Während des Ersten Tschetschenienkrieges (1994-1996) hat der Separatistenführer General Dschochar Dudajew dem russischen Präsidenten Jelzin angeboten zurückzutreten, wenn Rußland die Unabhängigkeit Tschetscheniens anerkenne: „Ich züchte dann Rosen“.

      Oder man denke an die Rosenkriege. Die blutigen Auseinandersetzungen im spätmittelalterlichen England zwischen den Häusern York (Weiße Rose) und Lancaster (Rote Rose), die dann das Haus Tudor (mit der rot-weißen Tudor-Rose) hervorbringt. Diese Symbolik nachempfunden war bekanntlich die Weiße Rose der Widerstandsgruppe der Geschwister Scholl. Und der Titel des recht amüsanten Ami-Films „Der Rosenkrieg“ aus den 80ern über einen mörderischen Ehestreit.

      Trotzt des heutigen Valentines-Day-Rosen-Herzchen-Kitsches: Die Symbolik der Rose ist außerordentlich komplex und vielschichtig. Liebe und Haß, Krieg und Frieden gehören eben zusammen. (Wer nicht mal ab und zu davon träumt, seinen geliebten Mann oder seine geliebte Frau zu erstechen, hat das Gefühlsleben eine Tiefseequalle.)

      Und für diese Dichotomie ist die Rose die beste Symbolpflanze.

  5. Antoni! Endlich ist mal ein kleiner Antoni dabei. Juchuuu! 🙂

    Antoni ist einer meiner Lieblingsnamen; ich könnte mir auch vorstellen ihn zu vergeben. Einer der schönsten katalanischen Namen – und überhaupt!

    Lenny Josua – Lenny ist mir eher zu süsslich, aber Josua erdet den Namen. Mir würden nicht viele Namen einfallen, die das täten. Ich finde die Kombi gut. Über den biblischen Josua freue ich mich besonders.

    Annina – gefällt mir. Ist wohl eine Verniedlichungsform von Anna.

    Liana – da denke ich an eine frühere Bekannte namens Lilliana. Liana könnte als Kurzform durchgehen. Mir gefällt’s – klingt edel.

    Karl Jonnes – die Kombi finde ich ok, hört man nicht oft. Jonnes ist erfrischend und passt als Zweisilber etwas besser zu Karl als Johannes (geht aber auch).

    Vittoria Emilia – zwei Viersilber auf -ia klingen etwas aufgezählt, aber die Länge der Namen macht schon auch auf unterschiedliche Elemente aufmerksam. Die italienische Vittoria mag ich, Emilia noch mehr. Eine schöne italienische Kombi!

    Karlotta Josefine – das K stört mich bei dieser italienischen Form sehr. Carlotta Josefine oder Carlotta Josefina hätten mir besser gefallen. Die Kombi ist ansonsten ok. Besonders die Wiederaufnahme des “o” macht die Namen zueinander passend.

    Paul Philipp – Karl Philipp oder Paul Philipp – da tut sich nicht viel. Kann man machen, in meinen Augen aber schon etwas langweilig.

    Leano – ist mir zu weich klingend, Leandro mag ich mehr.

    Carl Dario – klanglich besser als Carlo Dario, aber irritiert bin ich schon etwas…. Insgesamt völlig ok.

    Anni Friederike – die Kombi mag ich, obwohl ich an sich kein grosser Fan der Einzelnamen bin. So kombiniert finde ich das gut. Dreimal ein langes i + genügend Abwechslung finde ich durchaus wohlklingend.

    Meine Tops:

    Jungennamen: Antoni, Lenny Josua und Karl Jonnes.

    Mädchennamen: Liana, Vittoria Emilia und ??? Annina.

  6. Wahlpflicht (Wirklich begeistert bin ich heute nicht):
    Anni Friederike und Lennart Joshua

    Auch ich finde Magnolia sehr hübsch, würde den Namen jedoch nicht selbst vergeben.

  7. Wahlpflicht
    Karl Jonnes * Jonnes ist ein Name, an den man sich gewöhnen muss. Aber interessant.
    Paul Philipp * etwas lahm
    Magnolia * äußerst interessant. Eventuell etwas zu blumig für den Alltags Gebrauch, im Englischen aber als Maggie sehr schön abzukürzen.
    Karlotta Josefine * kann man machen

    Wild geschüttelt
    Jonnes Karl Philipp
    Flora Karlotta
    Luise Magnolia – aber nur weil Flora Magnolia zu viel des Guten wäre

    Mein Senf
    Annina * klingt stotterig.
    Stella Lucya * Aleyna * Letty * Lucy Kathaleya Elenya * Diese Y- und Abkürzungs-Liebe werde ich nie verstehen.
    Lilaila Emilia * Lalilalulialelaleee
    Milou Lisa Mia * immerhin konstant bei Abkürzungen geblieben.

  8. Bei Vittoria Emilia muss ich irgendwie sofort an Vittorio Emanuele bzw Viktor Emanuel II denken, der ja auch gestern Geburstag hatte.
    Wäre schon ein interessanter Zufall.

    • Ahoi Sr. Estarra,

      ja, ich mußte heute morgen bei Vittoria Emilia auch sofort an Vittorio Emanuele denken, allerdings an Viktor Emanuel III. (Das mit dem Geburtstag von VE II war mir neu.)

      Ich hatte aber nichts dazu gesagt: Erstens weil ich hier eh schon viel zu viel sage, wa? Zweitens war ich mir über die Ableitung von Emilia und Emanuel nicht im klaren.

      Greets

      Jehan

  9. @ Irmi

    Witzig, meine Tante heißt genauso. Ist aber knapp über 60.
    Gerüchten zufolge sollte es bei ihr ursprünglich “Silvana Liana” sein, aber mein Großvater hatte sich dagegen gestellt.

    • Also, ich würde mal sagen: Dein Großvater hat mit seinen Bedenken gegen Silvana recht gehabt. Zumindest bei Ösis und/oder Weintrinkern würde der Name für Gelächter sorgen – halt wegen der österreichischen Rebsorte Silvaner. Klingt ja nun im Standardhochdeutschen praktisch gleich. Silvana Riesling aus Linz heiratet den Franko-Amerikaner Merlot Zinfandel – Töchterlein heißt dann Chardonnay Sirah.

      @ Irmi, mein Schatz,

      die Wechselwirkung zwischen Tier- und Menschennamen ist sehr interessant! Immer wenn ich Lisa höre, muß ich sofort an eine Kuh denken – so hieß nämlich eine der wenigen Kühe meiner landlosen Vorfahren. Auch das sehr schöne Lied „Sad Lisa“ von Cat Stevens hat diese Erzählungen meiner Oma nie ganz auslöschen können. Axel als Name für einen Wachhund, Robert für ein Meerschweinchen in den 90ern, Balou für einen verhaltensgestörten Schmuse-Köter im SPD-Milieu oder eben für ein verhaltensgestörtes Kind.

      Auf dem niedersächsischen Lande war auch dieser grobe Scherz nicht ganz unüblich: Schweine, gerade Sauen, wurden nach ungeliebten Nachbar_innen benannt.

      @ Schtroumpfette

      Deine Begeisterung über Antoni ist hübsch zu lesen. 🙂 Ja, ist das katalanisch? Ich dachte, die hießen da alle Carlsch, Lwisch, Frantschesch oder Päpp und äßen immer nur Formantsch. Antoni ist für das Katalanische ungewohnt klangvoll! 😀 Um Pardon, ich weiß, das ist jetzt (unberufener) kastilischer Sprach-Chauvinismus.

      Einer meiner beiden Lieblingsmaler ist Katalane und gleichzeitig spanischer Turbo-Patriot: Augusto Ferrer-Dalmau Nieto. Er schreibt auch auf katalanisch. Er wurde schon vor vielen Jahren von den Separatisten aus Barcelona weggeekelt.

      Breche das mal lieber ab, ansonsten explodiert über Hannover noch die nächste katalonisch-provencalische Atombombe, wa?

  10. Nur wenig brauchbares dabei diesmal.

    Annina – die kleine Anna, wirklich hübsch
    Liana – echt schön
    Stella – auch gut, ich würde Estella bevorzugen
    Vittoria Emilia – ich finds gut, auch in der Kombi
    Magnolia – mal was ganz anderes, gefällt mir

    Sonst so gut wie nichts, das mir gefällt:

    Lenny, Lucy, Josy, Letty – das sind doch keine Namen, die Eltern sind entweder selbst noch Kinder oder höchstens Anfang 20. Die Namen sind viel zu niedlich, die Menschen bleiben nicht ewig Babys.

    Aleyna – noch so ein Y-Unfall, trotzdem klingt es immer noch wie “Allein”

    Alexis – bleibt für mich ewig das Biest aus dem “Denver Clan”

    Jonnes – ein verstümmelter Johannes? Sind doch nur 2 Buchstaben ;-))

    Karlotta – so geschrieben (mit K statt C) denk ich immer an Karl-Otto (ein Loch ist im Eimer 😉 wer kennt das noch??

    Lilaila – was soll das denn? La-Le-Lu ? oder Lieblingsfarbe Lila?

    Defne – komische Schreibweise von Daphne oder was sonst?

    Milou – so würde ich nur eine Katze nennen

    Helia – noch nie gehört oder gelesen, erster Gedanke war auch Helium

    Leano, Nelo und Veles – klingen ziemlich nach Eigenkreationen

    Karla-Jolie – passt irgendwie nicht richtig; eine bodenständige Karla zur Hollywooddiva Angelina Jolie??

  11. Greta Edith (Elsa) – Es könnte sein, dass Greta durch die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg noch beliebter wird. Zumindest ist der Name gerade oft in den Medien präsent. Ich finde den Namen Greta schön, besser als diese vielen “Lala-Namen”. Und so häufig wie hier in BdW ist Greta gar nicht. Edith gefällt mir auch, ist nicht so der Standard-Zweitname. Elsa hätte ich weggelassen, ich habe als Assoziation die Kuh Elsa oder die Disney-Elsa im Kopf.

    Stella Lucya – was soll das y? Stella Lucia wäre ein schöner Name. Auch die Bedeutungen passen gut zusammen.

    Karlotta Josefine – Carlotta gefällt mir nur mit C. Ich schließe mich den anderen an, Karlotta erinnert mich an Karotten.
    Carlotta Josefine hätte ich schön gefunden.

    Anni Friederike – lieber Annika Friederike, Anni wirkt so unvollständig.

    Vittoria Emilia – Ich vermute eine kleine Italienerin.

    * Josy – Wenn dann wenigstens Josie, das finde ich süß, noch besser wäre natürlich Josefine/Josephine.

    Magnolia – Wir haben eine Magnolie im Vorgarten stehen, mit dicken Knospen, kurz vor der Blüte. Sieht sehr schön aus. Aber als Vornamen gefällt mir das nicht. Jasmin hingegen, ist ein normaler Vorname, den ich auch ganz hübsch finde. Daisy ist für mich eher ein Haustiername.

    Klara-Jolie Flora Elly – Die klassische Klara und Jolie mit Bindestrich, das passt nicht zusammen. Davon abgesehen, dass ich vier Namen zuviel finde, diese hier wirken wie eine Aufzählung. Klara, Jolie, Flora, Elly kommt mal alle her …
    Wild geschüttelt gefällt mir Klara Josefine oder Klara Emilia.

    Agata – würde ich Agatha schreiben, ein schöner alter Name. Wild geschüttelt gefällt mir: Agatha Luise

Schreibe einen Kommentar