Die häufigsten Babynamen der 2010er Jahre [2010 – 2018]

Zum letzen Mal habe ich einen vorläufigen Stand der Hitliste der häufigsten Babynamen der 2010er Jahre ausgewertet – mit dem Jahrgang 2019 wird endlich das Endergebnis feststehen.

Hier die Top 30 der 2010er Jahre (Stand Ende 2018), an anderer Stelle habe ich die jeweils 1.500 beliebtesten Jungen- und Mädchenvornamen der 2010er Jahre veröffentlicht. Grundlage dieser Hitliste sind die Vornamen von mehr als 1,6 Millionen Kindern, die in den Jahren 2010 bis 2018 in Deutschland zur Welt gekommen sind.

Weibliche Vornamen Männliche Vornamen
  1. Mia
  2. Emma
  3. Hannah / Hanna
  4. Sophia / Sofia
  5. Emilia
  6. Anna
  7. Lea
  8. Lina
  9. Lena
  10. Marie
  11. Leonie
  12. Emily / Emilie
  13. Amelie
  14. Luisa / Louisa
  15. Johanna
  16. Sophie / Sofie
  17. Lilli / Lilly
  18. Clara / Klara
  19. Laura
  20. Leni
  21. Lara
  22. Nele / Neele
  23. Mila
  24. Maja / Maya
  25. Charlotte
  26. Sarah / Sara
  27. Ida
  28. Ella
  29. Matilda / Mathilda
  30. Lia / Liah
  1. Ben
  2. Leon
  3. Jonas
  4. Paul
  5. Finn / Fynn
  6. Lucas / Lukas
  7. Luis / Louis
  8. Luca / Luka
  9. Elias
  10. Noah
  11. Felix
  12. Maximilian
  13. Max
  14. Henri / Henry
  15. Julian
  16. Tim
  17. Moritz
  18. Jacob / Jakob
  19. Philip / Philipp / Phillip / Filip
  20. Emil
  21. Niclas / Niklas
  22. Oskar / Oscar
  23. David
  24. Alexander
  25. Anton
  26. Tom
  27. Jan
  28. Liam
  29. Theo
  30. Eric / Erik

Diese Rangliste wurde anhand einer repräsentativen Stichprobe ermittelt. Gleich häufige Vornamen sind alphabetisch sortiert. Es wurden nur die ersten Vornamen ausgewertet.

Und außerdem …

40 Gedanken zu “Die häufigsten Babynamen der 2010er Jahre [2010 – 2018]”

  1. die Listen sind recht ähnlich zu den Listen von 1998-2000.
    Knud verbringt wirklich unglaublich viel Zeit damit diese Listen zu erstellen. Sehr gut, Knud.

  2. Mädchennamen, die ich gut finde: Emma, Hanna, Sophia, Emilia, Anna, Marie, Luisa, Johanna, Sophie, Klara, Laura, Maja, Charlotte, Sarah, Ida, Ella, Mathilda.

    Graue Zone, Mädchenname: Mia finde ich als Rufname für eine Maria gut, aber nicht so sehr als Vollname; Nele finde ich für Norddeutschland gut; Lea, Lina, Lena und Leonie finde ich so halbwegs gut. Lilli mag ich in gewisser Weise, ist aber schon etwas gelallt.

  3. Diese Mädchennamen finde ich am schönsten:

    Hannah
    Sophia
    Emilia
    Anna
    Lena
    Marie
    Leonie
    Luisa
    Johanna
    Sophie
    Laura
    Maja
    Sarah
    Mathilda

    und diese Jungennamen gefallen mir:

    Jonas
    Lukas
    Felix
    Moritz
    Jakob
    Philipp
    Niklas
    David
    Alexander
    Tom
    Jan
    Erik

    Die beiden letzten gefallen mir auch als Jan Erik.

    Liam und Lia gefallen mir am wenigsten, Nele ist auch nicht mein Fall.

  4. Ein Spiel, bei dem Ihr mitmachen könnt, wenn Ihr Lust habt:

    Wenn Ihr die fünf beliebtesten Namen in Deutschland “wünschen” dürftet, was wären diese? Es geht hier nicht einfach darum, was Eure 5 liebsten Namen sind, sondern was Ihr auch allgemein kulturell gut fändet.

    Hier meine Wunschliste der Mädchennamen:
    1. Maria
    2. Hildegard
    3. Gertraud
    4. Elisabeth
    5. Kunigunde

    Hier meine Wunschliste für Jungennamen:
    1. Hans
    2. Karl
    3. Konrad
    4. Heinrich
    5. Wilhelm

    Kurze Erklärung: über eine Rückwendung zum altdeutschen Namensgut würde ich mich freuen, und da würde ich mich besonders freuen, wenn die ganz großen Klassiker wie Heinrich und Hildegard weite Verbreitung fänden. Gleichzeitig wären mir aber auch die traditionellen christlichen Namen wichtig–vor allem der Name der Mutter Gottes, Maria, und der früher in allen christlich geprägten Ländern besonders häufige Johannes/Johann/Hans.

    • Mark, so einen Whopper kriegt man nicht jeden Tag auf den Teller*! Danke! Bei dem Spiel muß ich unbedingt mitmachen:

      Mädchen:

      1. Anna
      2. Maria
      3. Johanna
      4. Elisabeth
      5. Hanna

      (Übrigens hatte ich eine hübsche Kommilitonin namens Kunigunde und eine ebenso hübsche namens Hildegard. Beide haben unter ihren Vornamen gelitten. 😀 Es war vor der Retronamen-Zeit.)

      Jungs:

      1. Heinrich
      2. Richard
      3. Johann
      4. Otto
      5. Wilhelm

      *) Die Redewendung mit dem Whopper, den man nicht jeden Tag auf den Teller bekommt, habe ich von einem alten neurechten Freund von mir. Er hat das gesagt, als 2006 die Waffen-SS-Mitgliedschaft von Günter Grass aufgeflogen war. Mein Freund meint, er hätte zuerst gedacht, das sei ein schlechter Aprilscherz, aber nein, das war es nicht. Watt häbbt wi lacht!

    • Ich mache mit. Mir ist es wichtig Namen mit unterschiedlichen Wurzeln, die hier mittlerweile (auch) verankert sind, zu wählen. Ich entscheide mich für zwei Namen deutschen Ursprungs, einen lateinischer, einen hebräischer und einen griechischer Herkunft. Am liebsten würde ich die Liste erweitern, aber dann wird sie zu lang – was typisch für mich wäre. Ich halte mich also einfach mal an deine Spielregeln, Mark, und wähle jeweils fünf Namen.

      Jungennamen:

      Karl
      Alwin
      Martin
      Rafael
      Leander

      Mädchennamen:

      Almut
      Irmgard
      Julia
      Johanna (griech.-hebr.)
      Margarete

    • @Schtroumpfette

      War Karl jetzt vom Tode Karl Lagerfelds inspiriert? Welch eine traurige Nachricht! 🙁 Ein großer Mann ist in gesegnetem Alter gestorben.

      Als Niedersachse kann ich mit dem Vornamen Karl nicht soviel anfangen. Es liegen fünftausend Köpfe dazwischen – nämlich diejenigen meiner Stammesbrüder, die Karl der Große im Jahre 782 im Blutgericht von Verden hat hinrichten lassen. Natürlich achte ich aber auch den Vornamen Karl. Ja, auch Karl den Großen. Eine Liste von berühmten Karls kann ich mir hier wohl sparen. Nur einer soll nicht fehlen: Kaiser Karl V., der „letzte Burgunder“. Als spanischer König Karl I. Ferner die ultrakatholischen Carlisten aus Navarra. Halt! Ich hör ja schon auf. Karl ist auch ein Name des Abendlandes, das muß ich zugeben.

      Johanna höre ich weder hebräisch noch griechisch (obwohl das etymologisch natürlich richtig ist), sondern als französisch. Natürlich wegen Jeanne d’Arc, der tapferen Jungfrau von Lothringen.

    • Mark
      Ich weiß deine Vorliebe für altdeutsche Namen zu schätzen. Vereinzelt gibt es sie ja auch schon wieder. Friedrich ist gar nicht mehr so ungewöhnlich. Ludwig habe ich auch schon mal gehört. Dann kenne ich Jugendliche, die Richard, Ludger und Roland heißen. Mädchen heißen Friederike oder Karla.

      Wünschen würde ich mir wieder längere, vollständige Namen. Thomas anstatt Tom, Matthias anstatt Mathis oder Mats. Oder Benno anstatt Ben. Gero würde mir auch gefallen.

      Und bei den Mädchen wünsche ich mir nicht so viele Phantasie-Namen, lieber Julia und nicht Juli.

      Meine TOP-5 der altdeutschen Namen:

      1. Friedrich
      2. Konrad
      3. Benno
      4. Richard
      5. Ludger
      ___

      1. Mathilde
      2. Friederike
      3. Wilma
      4. Gisela
      5. Irmgard

      Wilma hat eher eine Chance beliebter zu werden als Wilhelmine.

      Dann noch die Frage nach traditionellen christlichen Heiligennamen. Unter den beliebten Namen tauchen noch viele Heiligennamen auf (Anna, Marie, Johanna, Klara, Paul, Anton, Jakob) aber die werden meistens nicht mehr als Heiligennamen wahrgenommen. Oft ist ein allzu christlich wirkender Name gar nicht gewünscht. Maria wird in den BdW als zu fromm klingend kommentiert, als Name für Ordensschwestern (die ja oft Maria als ersten Namen tragen, zusammen mit einem weiteren Heiligennamen).

      Für mich schöne Heiligennamen, die gerne beliebter werden dürfen. (Zum Teil sind sie ja schon beliebt.):

      Johannes
      Martin
      Sebastian
      Matthias
      Thomas

      Katharina
      Magdalena
      Franziska
      Margareta
      Elisabeth

      Maria habe ich mal außen vor gelassen, würde mich aber freuen, wenn Maria beliebter würde.

    • @ Mareike & Mark

      Der Witz bei „Marks Spiel“ ist echt, daß es in alle möglichen Richtungen ausarten kann. 😀

      Meine liebsten katholischen Heiligennamen:

      1. Maria
      2. Anna (Gründe liegen wohl jeweils klar zutage)
      3. Magdalena
      4. Barbara, Schutzheilige der Bergleute (auch wenn der Name hier und heute gerade arg altbacken wirkt, aber das kann man ja ändern, wie wir wissen).
      5. Elisabeth

      1. Mark (Das ist jetzt wirklich keine Schleimerei gegenüber dem Mark hier, sondern eine Referenz an Venedig und an die Schönheit des Evangeliums nach Markus. Markus hingegen klingt zu sehr nach meiner Generation.)
      2. Johannes (mit regionalen Derivaten à la Johann, Jan). Mein Schutzheiliger.
      3. Franz Xaver als Begründer der Weltmission. Geht leider in Norddeutschland nicht, weil der Name immer als „bairisch“ empfunden wird, obwohl er genuin baskisch ist.
      4. Benedikt. In meinem alten Forum hatten wird einen Studenten zum Priesteramt dieses Klar-Vornamens. Als dann Ratzinger 2005 zum Papst gewählt wurde und den Papstnamen Benedikt angenommen hat, war das Gelächter groß. 😀
      5. Georg – Schutzheiliger der Ritterschaft.

      Soll ich noch ’ne Fünfer-Liste mit islamischen Vornamen nachlegen? 😀

    • @ Jan: Nein, Jan, Karl finde ich seit jeher sehr schön. Ich glaube, das erste Mal hatte ich den Namen in Verbindung mit Heinz gehört, genauer gesagt geht es um die Verbindung zu Karl-Heinz Riedle und Karlheinz Böhm. Karl fand ich immer ganz toll, nur Heinz dahinter störte mich. Und Kalle als Koseform mochte ich auch nicht. Dann gibt es noch die Carls aus Schwedens Königshaus: König Carl Gustaf und Prinz Carl Philip. Das waren die, die mir zuerst bekannt waren. Karl Lagerfeld kannte ich im Prinzip schon immer (Zeit meines Lebens), aber ich sah ihn früher eher als (ganzen) Begriff.
      Viel später wurde mir bewusst, dass Karl auch allein stehen kann. Ich glaube, es gab da ‘ne Schlaufe von Carlos über Carlo zu Carl/Karl und dann noch die Verbindung mit Carla/Karla, Caroline, Charlotte etc..
      Ich habe Karl/Carl oft in Verbindung mit Paul und Pierre im Kopf – schon immer. Ein sympathisches Dreiergespann!
      Karl (Otto) Lagerfeld hat jedenfalls einen sehr schönen Vornamen, der auf ewig (auch) mit ihm verbunden sein wird. Inspiration war er hier aber nicht direkt. Karl ist mein deutscher Lieblingsname, wenn ich es mir recht überlege.

    • zu Anna
      Natürlich ist Anna auch für mich ein wichtiger Heiligenname. Da Anna immer noch sehr beliebt ist, habe ich sie in meiner persönlichen Liste nicht aufgeführt. Das gleiche gilt für Johanna.

      zu Barbara
      Ich kenne zwei junge Barbaras. Die eine ist die Tochter eines katholischen Diakon, die andere stammt aus einer sehr engagierten, ebenfalls katholischen Familie.

      zu Benedikt
      Den hätte ich auch noch aufzählen können. Mag ich auch viel lieber als Ben und dessen Vollform Benjamin. Aber nicht wegen Ratzinger, aber ich weiß von einem Jungen, der kurz nach der Papstwahl geboren wurde und dann tatsächlich Benedikt genannt wurde.

    • @ Schtroumpfette

      Ich war wirklich bestürzt über den Tod Lagerfelds, und das ist jetzt keine Schleimerei. Mochte halt einfach seine Art: Schrill, vom extremer Schaffenskraft (neudeutsch: Kreativität), politisch grundsätzlich unkorrekt, provokant. Sprach perfekt französisch, hat sich aber im Deutschen immer noch diesen Hamburger Akzent bewahrt.

      Da ist ein großer Mann in gesegnetem Alter gestorben.

      Mit Charles de Gaulle wird es komplizierter. Ich glaube, es war Malraux, der gesagt hat: „Es gibt keinen Franzosen, der nicht Gaullist war, Gaullist ist oder Gaullist sein wird.“ Als rechte Studenten hatten wir folgendes intellektuelle Problem: Wir mußten uns als Frankreich-Freunde als „Gaullisten“ einsortieren lassen – im Gegensatz zu den verhaßten „Atlantikern“ (also den Ami-Knechten). Gleichzeitig konnten wir de Gaulle eigentlich nicht ausstehen, weil er 1961-62 das französische Algerien verraten hatte. (Heute bin ich wieder „Eurasier“, also Befürworter eines Bündnisses zwischen Deutschland und Rußland.)

      Die slawischen Wörter für „König“ – Król, Kral, Karol… – leiten sich übrigens alle von Karl dem Großen ab. Die haben halt gedacht, jeder König würde Karl heißen.

      Einen ganz wichtigen Karl habe ich noch vergessen: Karl XII. von Schweden, militärischer und politischer Gegenspieler Peters des Großen im Großen Nordischen Krieg.

      @ Mareike

      Freue mich sehr zu hören, daß es auch wieder junge Barbaras gibt!

      Anna ist so etwa mein abendländischer Lieblingsmädchenname. Die hl. Anna ist auch die Schutzherrin Québecs. Tapfere französische Offiziere haben im Siebenjährigen Krieg erbeutete englische Fahnen der hl. Anna zu Füßen gelegt!

      Tja, Aischa oder Anna? Auch so ein existentielles Problem…

      Und überhaupt fängt der schönste Mädchenname der Welt mit F- an. 🙂

    • @ Jan

      “Ich war wirklich bestürzt über den Tod Lagerfelds”
      “Da ist ein großer Mann in gesegnetem Alter gestorben.”

      Das würde ich so unterschreiben, Jan. Mich hat die Nachricht traurig gestimmt.

      “Die slawischen Wörter für „König“ – Król, Kral, Karol… – leiten sich übrigens alle von Karl dem Großen ab. Die haben halt gedacht, jeder König würde Karl heißen.”

      Das finde ich sehr interessant. 🙂 Danke für die Info, Jan! Karl scheint international (zumindest früher) eine grosse Bedeutung zu haben. Ich frage mich, welcher Name deutschen Ursprungs im Ausland wohl am bekanntesten ist…?

      Ach ja: welcher ist denn der schönste Mädchenname deines Erachtens?

    • Schtroumpfette,

      freut mich echt, daß sich hier immer noch ein gewisser Elitenkonsens finden läßt!

      „Ich frage mich, welcher Name deutschen Ursprungs im Ausland wohl am bekanntesten ist…?“

      Ja, aber diese Uralt-Namen wie Karl, Richard, Wilhelm oder Roger sind ja alle herumgereicht worden, bevor es die Nationen England, Deutschland oder Frankreich überhaupt gegeben hat – bestimmte Vornamen sind älter als die Nationen. Siehe eben z.B. Hugo, der heute in D als urdeutsch und in F als urfranzösisch empfunden wird.

      Das ist es u.a. auch, was mich an Marks Faible für „altdeutsche“ Namen stört. Mark ist echt ein interkulturelles Phänomen. Ein Mensch der zwischen den Kulturen und den Heimaten steht, aber ästhetisch so etwa argumentiert wie ein nationalistischer Student im deutschen Vormärz (also in den Jahren so etwas zwischen 1830 und 1848). Ich habe es schon oft gesagt, und sage es gerne wieder: Multikulturalität auf hohem Niveau und nicht als Lippenbekenntnis von Piesen bereichert (ja: bereichert!) unser Vaterland.

      Tja, welcher (heutige) deutsche Vorname ist im Ausland am bekanntesten? Gute Frage. Hans? Karl? Otto? Kevin? Elisabeth? Ich weiß es nicht.

      „Ach ja: welcher ist denn der schönste Mädchenname deines Erachtens?“

      Sag ich nicht! 🙂 (Es ist weder Franziska noch Friederike, keine Angst.)

    • Król gibt es auch im Ungarischen mit der Bedeutung “König”, nicht wahr?
      Und ich weiß einen schönen Mädchennamen mit F: Framboise 😀

      Erkenntnis des Tages: Vier Stunden Schlaf sind zumindest mir zu wenig.

    • Erstmal, danke an alle “Spielteilnehmer”–finde Eure Beiträge sehr interessant.

      @Jan: Interessante finde ich, dass bei Dir fast alle Jungennamen germanisch sind, aber keiner der Mädchennamen. Es ist ja schon seit Jahrhunderten so, dass in Deutschland Jungen eher einen altdeutschen Namen abbekommen als Mädchen. Alle von Dir angeführten Namen finde ich sehr schön. Anna wäre bei mir auch ganz weit oben, vielleicht sogar die Nr. 6. Otto ist auch ein Name, den ich sehr mag; Richard ebenfalls, aber er steht bei mir doch noch deutlich weiter unten auf der Liste als Otto. Was die Belastung durch Namen angeht: ich befürchte, so manche junge Hildegard und Kunigunde hätte es ebenfalls nicht leicht. Grundsätzlich glaube ich auch, dass es für Mädchen schwieriger ist, einen unmodischen Namen zu tragen, als für Jungen. Wir hatten eine Irmtraud an der Schule, deren Name ihr nicht so leicht viel; der Reinhard an unserer Schule schert sich allerdings um nichts.

      Und ja, mit Günter Grass war das echt ein Schock, eben weil er sich so politisch korrekt aufgespielt hat, über die Jahrzehnte; hätte es doch besser gleich von Anfang an thematisieren sollen, dass er eben auch “eine Vergangenheit” hat….

      @Schtroumpfette:

      Die von Dir aufgeführten Namen finde ich auch allesamt schön. Bin fasziniert von Deiner Vorliebe für Almut und Irmgard, da diese Namen ja den meisten Leuten nicht zusagen würden; finde es toll, dass Du so offen bist, in diesen Namen, die ich auch sehr schön finde, das Gute/Schöne zu sehen. Den Namen Karl stufe ich bei mir ja auch sehr hoch ein–einfach ein kurzer, knackiger Name, sehr ausdrucksvoll, an “Kerl” anklingend…. Alwin finde ich auch gut; Rafael gefällt mir auch, wobei ich die Schreibweise Raphael bevorzugen würde. Leander–ja, mag ich auch, wobei der Name mir aber fast schon zu weich ist…. Martin finde ich sowieso toll–Martin von Tours ist mein Lieblingsheiliger. Julia und Johanna sind mir auch sympathisch. Das Prinzip, die unterschiedlichen Wurzeln der deutschen Namenskultur ausschöpfen zu wollen, kann ich gut nachvollziehen.

      @Mareike: Ja, das Abrücken von Kurzformen würde ich auch allgemein begrüßen. Kurzformen habe ich sehr gerne als Rufformen–finde es schön, wenn es volkstümliche Rufformen gibt, wie Bernd/Benno für Bernhard, Velten (für Valentin), Melcher (für Melchior), Mia (für Maria), Liese (für Elisabeth), usw.–wenn aber die Vollform offizieller Name ist. Finde es besonders gut, wenn die Rufformen herkömmliche deutsche Rufformen sind, statt amerikanische (Ben, Tom, Tim, Lisa, etc.).

      Die altdeutsche und Heiligennamenlisten finde ich beide sehr schön.

      @Jan: Mark im Deutschen finde ich zwar nicht schlecht (knackig, knapp, markant) aber doch auch irgendwie nicht so klanghaft–bin halt auch die amerikanische Aussprache des Namens gewohnt, und im Deutschen fehlt mir dann das R, das man ja im Deutschen kaum hört. Markus finde ich da im Deutschen schon klangvoller–wobei der Name aber tatsächlich in Deutschland absolut mit den 1960er/70er Jahren verbunden ist. Bin aber froh, dass ich die traditionelle amerikanische Form des Namens abbekommen habe. Mag es gar nicht, wenn Leute mich mit C schreiben, und ich dann plötzlich Franzose statt Amerikaner bin.

      Barbara finde ich auch gut.

    • @ Mark

      Kurzer Nachtrag:

      „Martin von Tours ist mein Lieblingsheiliger“

      Kann ich absolut nachvollziehen. Die perfekte Kombination der beiden (meines Erachtens) wichtigsten Tugenden des Rittertums: Die Härte und die Milde. Der kriegerische Sinn, der Stolz – und das Erbarmen mit den Schwächeren. Kennst Du Schillers wunderbares Johanniter-Gedicht?

      https://www.friedrich-schiller-archiv.de/gedichte-schillers/kurze-gedichte/die-johanniter/

      Eine persönliche Anekdote. Vorm Edeka hockt ein Bettlerpärchen, so mitte zwanzig. Mein Konto war gerade mal wieder im tiefroten Bereich, und ich hatte zunächst bedauernd abgewinkt. Aber nach zehn Metern hatte ich mir dann doch gedacht: „Nee Klaas, so einfach läßt Du Dir Deinen Schneid nicht abkaufen! Und von der Sparkasse Hannover schon mal gar nicht.“ Bin zurückgeeilt und hatte den beiden einen (verhältnismäßig) üppigen Betrag gegeben. Sie haben sich sehr nett bedankt. Ich dann todernst: „Ich habe Ihnen zu danken, weil sie mir Gelegenheit gegeben haben, eine gute Tat zu tun.“

      Ich kann an Bettlern nicht vorbeigehen, ohne ihnen zumindest ein bißchen zu geben. Ehrensache.

      Ist vermutlich katholische „Werkgerechtigkeit“. Aber auch der Islam verlangt ja von uns, den Armen zu geben.

      Nur der Name Martin klingt auch schon wieder so schauderhaft nach meiner Generation wie eben auch Markus mit -us.

    • @ Jan

      “Ja, aber diese Uralt-Namen wie Karl, Richard, Wilhelm oder Roger sind ja alle herumgereicht worden, bevor es die Nationen England, Deutschland oder Frankreich überhaupt gegeben hat – bestimmte Vornamen sind älter als die Nationen. Siehe eben z.B. Hugo, der heute in D als urdeutsch und in F als urfranzösisch empfunden wird.”

      Der Hinweis macht mir bewusst, dass ich mir meine Frage hätte sparen können oder ich mich sehr unpräzise, wenn nicht falsch, ausgedrückt habe. Ich dachte eher an die Verbreitung eines Namens der frühestens mit der Entwicklung des Hochdeutschen (Althochdeutschen) entstanden ist. Der Begriff “Entwicklung” im Hinblick auf Sprachwandel lässt es wohl kaum zu eine präzise Antwort zu geben – lange nicht.

      Ach ja: Schön, dass es sich nicht um Franziska oder Friederike handelt…! 😉

      @ Mark

      “Martin finde ich sowieso toll–Martin von Tours ist mein Lieblingsheiliger.”

      Das sehe ich ganz genauso. 🙂

    • „Ach ja: Schön, dass es sich nicht um Franziska oder Friederike handelt…!“

      Ja, finde ich auch gut! 😀

      Also: Die Entstehung von Nationalsprachen, Nationen und Nationalkulturen (inklusive der Alltags- und damit der Namenskultur) sind ein äußerst komplexes Phänomen. Es läuft in jeder Nation etwas anders, es läuft teilweise zeitlich parallel, teilweise aber eben auch nicht.

      Das Deutsche etwa ist mit Luther so ungefähr geschaffen – von ein bißchen Rechtschreib-Pillepalle und diversen anderen Details mal abgesehen. Die Einheit kommt aber erst 1871 – unter Regie der Typ_innen aus Potsdam. In Frankreich hingegen sind die Herausbildung der heutigen französischen Hochsprache und des Absolutismus im späten 17. Jahrhundert aufs engste verwoben. Und in Italien etwas wurde das moderne Hochitalienisch erst mit der RAI nach dem Zweiten Weltkrieg verbreitet, also mal ein schlappes Jahrhundert nach der Nations. bzw. Staatawerdung. In den arabischen Staaten hingegen können sich die halbwegs gebildeten immer über das Hocharabisch verständigen, obwohl sich etwa maghrebinisches und levantinisches Arabisch mindestens (!) so stark unterscheiden wie Deutsch und Holländisch.

      Mein Lieblingsheiliger ist Dominikus, gefolgt von Ignatius und Franz Xaver. Und dann eben die „Ritter-Heiligen” Georg, Mauritius und Martin. Der hl. Andreas als Schutzpatron Burgunds. Aber alle Namen gehen hier und heute irgendwie nicht oder jedenfalls noch nicht wieder.

  5. Unter den Jungennamen am besten finde ich:
    Paul, Anton, Moritz, Philipp, Noah, Elias, Jonas, David, Jakob.

    Auch gut: Lukas, Niklas, Oskar, Maximilian, Alexander, Felix, Emil.

    Nicht so toll: Luca, Henry, Louis/Luis, Julian, Liam, Tom, Tim.

    Jan nur als norddeutscher Regionalname. Erik im Norden, aber Erich ist mir lieber.

    Finn–ist jetzt nicht schlecht, aber schon etwas wurzellos.

  6. Nun wähle ich aus obiger “2010er Liste” auch noch die m.E. schönsten Namen aus.

    Jungennamen:

    Paul
    Felix
    Julian
    Noah
    Luis/Louis

    Mädchennamen:

    Emilia
    Johanna
    Leonie
    Charlotte
    Ida

  7. Jetzt auch von mir nur die fünf schönsten Namen aus der 2010er-Liste:

    Luisa
    Lena
    Mathilda
    Johanna
    Sophia

    Niklas
    David
    Felix
    Jakob
    Lukas

  8. Die Schwierigkeit (und damit der Reiz) bei „Marks Spiel“ besteht natürlich darin, sauber die Fragestellungen zu unterscheiden:

    1. Welche Vornamen mag ich selbst besonders gerne?

    2. Welchen Vornamen wünsche ich größere Verbreitung, sähe sie also gerne als Top-5?

    Das ist fast schon ein erkenntnistheoretisches Problem! 🙂 Falsche Antworten sind schnell weggewischt, aber falsche oder mißverständliche Fragen halten sich über Jahrzehnte oder Jahrhunderte.

    Ich finde zum Beispiel die arabischen Vornamen Aischa und Fatima überirdisch schön – ob ich ihnen aber größere Verbreitung in Deutschland wünschen sollte, dessen bin ich mir nicht sicher.

    Absolut kollinear hingegen läuft das bei mir mit Anna, Maria, Johanna, Wilhelm und Richard. Namen des Abendlandes.

    Daß ich der Versuchung widerstehen mußte, Ernst August oder Friedrich Georg in meine Wunsch-Top-5 aufzunehmen, ist wohl klar, wa? 😀

    @ Mareike

    „Niklas“

    🙂 🙂

  9. Ich fürchte, 5 “Lieblingsnamen” aus der Top-30-Liste bekomme ich nichtmal zusammen, jedenfalls nicht pro Geschlecht.
    Maximilian und Alexander sind in Odrnung, wenn ich sie auch nie selbst gewählt hätte, bei den Mädchen vielleicht Mathilde und Louise, oder doch lieber Mechthild und Ludovica.
    Mir gefallen die Lieblinge der Wirtschaftswunderzeit besser (natürlich nicht alle), die z.Zt. als sehr antiquiert wahrgenommen werden. Wahrscheinlich, weil die Grosseltern der jetzigen Babies sie tragen.
    Als da z.B. wären:
    Renate, Susanne, Irmgard, Regina, Barbara, Gabriela, Monika
    Martin, Gilbert, Ansgar, Matthias, F/Gerfried, Ulrich
    Aber das ist natürlich nur eine spontane Auswahl, und zu Top-30-Namen brauchen sie meinentwegen auch nicht zu werden. Dann wären sie ja schon wieder so gewöhnlich wie Lena, Jonas, Elias und Mia.

  10. Mir ist schon häufiger aufgefallen, dass die weiblichen derzeit beliebten Namen wesentlich traditioneller sind als die männlichen. Meine Theorie dazu ist, dass ein weicher Klang modern ist. Viele traditionelle Frauennamen haben den. Für Männernamen muss man da schon auf in Deutschland traditionslose Namen zurück greifen

  11. Meine Lieblinge aus obiger Liste wären

    Anna
    Marie
    Klara
    Maja
    Mathilda

    Jonas
    Emil
    Niklas
    David
    Theo

    Marks Spiel ist schon schwieriger … ich glaube, da komme ich mit meinen persönlichen Vorlieben zu sehr durcheinander 🙂

  12. @ Pani Kasiu

    Wie es im Ungarischen aussieht, weiß ich nicht. Ich hatte ans polnische „król“ gedacht, eben ausgesprochen „Krull“.

    Mein Lieblingsschriftsteller Werner Bergengruen macht unter anderem in seinem Roman „Am Himmel wie auf Erden“ die untergehende slawische Kultur im Brandenburg der Frühen Neuzeit zum Thema. Die Sorben warten auf den „gnadny kral“, den gnädigen König, der sie vom Joch der Deutschen, also sozusagen der Wessis 😀 , erlöst.

    Daß sich ein alter US-amerikanischer Freund von mir (also der von Bloomington-Uni in Indiana) professionell mit dem Sorbischen in der Oberlausitz befaßt hat, weiß Du ja nun.

    Jäp, vier Stunden Schlaf sind ein bißchen wenig, wa?

    Boah, gerade im Edeka an der Kasse gesehen: eine kleine Maurin mit mittelblau lackierten Fingernägeln. *ko*

    Wie wär’s denn mit Fenouil statt Framboise? Weißt ja, wie gerne ich Anis-Schnäpse mag. 😀 Aber gegen einen zivilisierten Obstbrand ist auch nichts einzuwenden.

    @ Marce

    Ich stimme Dir in fast allen Punkten vollkommen zu.

    Daß meine Mädchen-5er-Liste hebräisch-griechisch-latein grundiert ist, die Jungs-5er-Liste hingegen germanisch, war mir gar nicht bewußt geworden. Aber es stimmt natürlich. Aber ich mag halt ganz grundsätzlich (nicht immer!) weichere, blumigere, phantasievollere und vokalreichere Namen für Mädels und härtere, traditionelle und konsonantenreichere für Jungs. Es gibt aber auch Mädchen, zu denen härtere Namen sehr gut passen, aber das kann man nun wohl bei der Geburt schlecht voraussagen.

    Nur Lisa empfinde ich nicht als AE-Kurzform. So hieß um den Dreh 1950 eine Kuh der Familie meiner Mutter, und da konnte keiner auch nur ein Wort Englisch. Muddern kommt bis heute nicht davon los, Lisa als Kuhnamen zu hören. 😀 Ich selbst mag den Namen aber eigentlich. (Also für Mädchen, nicht nur für Kühe.)

    Die sich vielleicht andeutende Renaissance von Barbara finde ich auch großartig! Bergleute sind eben fromm, und ich habe Vorfahren im Harz. Komischerweise sind Biker auch oft sehr fromm. Auf jedem Bikertreffen gibt es so eine Art interkonfessionellen, christlichen Feldgottesdienst. Es geht nicht jeder hin, aber es ist (auch aus gesundheitlichen Gründen) nicht angezeigt, sich drüber lustig zu machen.

    Das Thema „Marc“ mit c hatten wir ja nun gerade. Wenn sogar Profi-Romanist_innen kurz ins Schleudern kommen, was die Aussprache angeht, ist die Schreibung im Deutschen zumindest nicht optimal.

    Oswald Spengler übrigens spricht von den „prächtigen Menschen des Markus-Evangeliums“. Sei mal schön stolz auf Deinen Vornamen.

    Im übrigen bin ich für die Wiedereinführung des Vokativs im Deutschen.

    • Auch eine sehr schöne Auswahl! Du nimmst viele Namen auf, die bei mir gleich in den nächsten 5 Top-Namen vorkommen würden, wie z.B. Friedrich, Bernhard, Martin und Anton, aber auch Anna und Wilhelmine.

  13. @Jan: Was Du mit der Vormärzmentalität sagst ist nicht so abwegig. Ich fühle mich den kulturrestaurativen Impulsen der Romantik–und dem Idealismus der Romantik–in vieler Hinsicht verbunden (ohne das alles aber einfach so, unverändert, zu übernehmen); gleichzeitig bin ich mir aber der komplexen kulturellen Verquickung der verschiedenen Kulturen aber ganz klar bewusst und bestehe ja gar nicht darauf, dass alles nur urgermanisch sein sollte, etc. Eher sehe ich diesen Teil des Erbes als am Verlorengehen, und würde ihn gerne bewahren, und mag es noch so unorganisch und ahistorisch sein, dies zu tun–es wäre in meinen Augen eben doch eine Art Bewahrung, für die ich dankbar wäre. Hugo–ja, ich sehe diesen Namen nicht nur als altdeutsch, sondern auch als international, und mir ist seine Tradition in anderen Sprachräumen geläufig. Gleichzeitig ist es aber ein Name, der aus dem germanischen Sprachraum entspringt und in diesem auch eine gewisse historische Rolle spielte, der also auch, auf besondere Art und Weise, Teil des deutschen Erbes darstellt. Dass auch der bretonische Name Jost und der griechische Andreas ganz stark zum deutschen Erbe gehören ist klar. Auch diesen hier traditionell verwurzelten Namen gehört meine ganz besondere Zuneigung. Mit den nach dem 2. Weltkrieg eingeführten Importnamen beginnt dann für mich eine große, fundamentale Zäsur–hier nahm die schon immer bestehende Globalität ganz neue Dimensionen an. Da stemme ich mich dann schon dagegen und setze gern Zeichen der Wurzeltreue–ohne aber die neue globale Wirklichkeit unserer Welt deshalb total abzulehnen, und auch ohne neuimportierte Namen komplett abzulehnen. Und dass meine Kinder rumänische Namen tragen ist ja Teil meiner Adaption, meines offenen Umgangs mit den globalen Realitäten, in denen ich selbst lebe. Meine Einstellung ist doch etwas nuancierter und differenzierter als es manchmal wohl scheinen mag. Insofern sehe ich mich dann doch nicht als nationalistischen Student des Vormärzes–die damals vorherrschenden Reduktionen werden von mir nicht wirklich wiederholt, auch wenn Du manchmal diesen Eindruck gewinnen magst, weil ich hier nicht große, differenzierte Abhandlungen erstelle sondern mit kurzen, bündigen Aussagen hantiere.

    • @ Mark

      Na, noch nuancierter und komplizierter/differenzierter als bei Dir geht es nun wohl kaum! Deutsch-amerikanisch-deutsche Wurzeln, rumänische Frau. Polyglott. Und für einen Evangelikalen hast Du oft einen ganz erstaunlich katholischen Geschmack, auch was Vornamen angeht. Du hast Dich hier ja selbst mal als Anglokatholiken bezeichnet – nicht ganz so häufig bei Evangelikalen, wa?

      Auch die nationalistischen Studenten des Vormärzes konnten natürlich (fast) alle Latein und Französisch, auch wenn sie dann in „altdeutscher“ Tracht (schwarzer Mantel, Stiefel, Vollbart…) herumgelaufen sind. Studenten ist sowieso immer ein gewisser Fanatismus zuzubilligen. Aber aus dem Studentenalter sind wir nun beide definitiv heraus.

      Dennoch: Die Suche nach Identität ist immer spannend, nicht wahr?

      Bei mir hast Du nun ja zur Genüge mitgekommen, daß ich zwischen den politischen Großlagern „rechts“ und „links“ hin und her schieße – und nun auch noch zwischen dem katholischen Christentum und dem Islam. Als Student war ich „Gaullist“, heute bin ich „Eurasier“. Und so weiter und so fort.

      Eine Weile habe ich versucht, mich geistig ins schillernd-pfauenhafte, agnostische, multikulturelle und bunte Rokoko zu flüchten, aber das geht heute irgendwie auch nicht mehr.

      Das erste militärische Genie der Deutschen, Arminius, dürfte hoffnungslos zwischen der römischen und der germanischen Kultur zerrissen gewesen sein. Er war ja als junge Geisel in Rom aufgewachsen! Arminus hat dann seine Entscheidung getroffen – sie hat im Jahre 9 im Teutoburger Wald 20.000 römische Legionäre das Leben gekostet und eine bis heute fühlbare kulturelle Spaltung Europas bewirkt.

      Jedenfalls könnte niemandem klarer sein als mir, daß es in solchen Lagen ab und zu hilfreich und tröstend ist, eine Identität zu plakatieren. Das siehst Du doch schon an meinen Running Gags hier: „Eine Exfreundin von mir“, „Er, der Einer ist“…

      Übrigens ist für mich mittlerweile offensichtlich, daß die Plakatierung der eigenen sexuellen Identität in den „Christopher Street Days“ mehr der Selbstvergewisserung (und Selbstdarstellung ist ein Teil davon) dient als dem Kampf für oder gegen irgendwas. Es gibt in Westeuropa seit Jahrzehnten keinerlei sexuelle Diskriminierung mehr – Gott sei Dank. Also müssen dann so Fachvokabeln wie Heteronormativität her, gegen die es zu anzugehen gelte. Und die braven Provinzpolitiker, die sich als „weltoffen“ präsentieren möchten, schlucken den Quatsch.

      Darüber, daß zwischen ca. 1945 und 1975 (ich mag den dumpfrechten Kampfbegriff „68er“ nicht) in Deutschland (aber eben auch nicht nur in Deutschland!) etwas verloren gegangen ist, brauchen wir kaum ein Wort zu verlieren. Völlig d’accord.

  14. Meine Top 5 aus der Top-30-Liste:

    Jakob
    Felix
    Lukas
    David
    Philipp

    Sophia
    Johanna
    Sophie
    Clara
    Sarah

    Abwählen würde ich:

    Liam
    Louis
    Luca
    Henri
    Julian

    Emma
    Lina
    Lia
    Ella
    Emilie

    Viele Grüße

  15. Warum gefallen eigentlich vielen die Namen aus der eigenen Generation nicht so gut? Man vergibt lieber Uropa-Namen, aber nicht die Namen der 40 bis 50jährigen.

    Ich meine zum Beispiel Andreas und Martin. Oder wenn hier bei den BdW mal eine Sonja oder Sandra auftaucht.
    Es heißt dann Andreas sei noch nicht wieder dran bzw. passe nicht in die Generation der heutigen Kinder. Aber Wilhelm und Otto passen besser?

    Bei Felix Andreas denke ich, dass Andreas eine Nachbenennung sein könnte. Und Felix ist ja gerade wieder sehr beliebt bzw. ist es immer noch. Felix könnte auch schon 35 sein.

    • „Warum gefallen eigentlich vielen die Namen aus der eigenen Generation nicht so gut?“

      Was mich angeht, ich kann nicht für andere antworten:

      Weil mich meine eigene Generation der linksliberalen Schlaffis und Anything-goes-Schlunze anwidert. Weil ich meinem Vaterland, meiner Heimat, meinem Herrscherhaus und meinen Ahnen verbunden bin. Weil ich meine Überzeugungen und meine Ideale habe – und ich wäre jederzeit bereit, für sie zu sterben.

      Daß ich leider keine Religion habe, weiß Du, Mareike, ja nun. Und ich hoffe eben auf die jüngeren Generationen. Auf daß unser Land wieder groß werde.

      Daher.

      Daß es bei den Uropa-Namen meistens einfach um die Abgrenzung der linksliberalen Mittelschicht von der Unterschicht geht, ist mir natürlich klar. Ich lauere auf den Tag, an dem Konstantin und Hubertus ein Geschmäckle bekommen wie heute Kevin und Jayden. Und dieser Tag wird kommen.

    • Und noch zu Martin. 😀 Bei aller Verehrung für den hl. Martin (die hier ja nun von mehreren Verständigen artikuliert wurde): In meiner Generation ist der Name anfang der 90er komplett durch den Song von Diether Krebs zerschossen und lächerlich gemacht worden:

      Ich bin der Martin, ne…

      Der persönliche Witz ist für mich dabei: Ich hatte einen Mitschüler namens Martin, der wirklich fast genau diesem Bild entsprochen hat. 😀 Also so ein Typ aus der Männergruppe im selbstgezwirnten Norweger-Pulli und in Sandalen, der zu allen Leuten so furchtbar nett gewesen ist. Brave braune Kuhaugen. Und am Wochenende dann nicht Disse oder Kneipe, sondern evangelischer Bibelkreis und Urschrei-Seminar in Wunstorf. 😀

  16. Mit etwas Verspätung mache ich auch noch bei dem Spiel von Mark mit.

    Jungs:
    Richard
    Heinrich
    Kurt
    Helmut
    Wolfgang

    Mädchen:
    Martha
    Frieda
    Käthe
    Magdalena
    Agathe

  17. Ich mache auch noch bei Marks Spiel mit und wähle:

    1. Anna
    2. Eva
    3. Marie
    4. Maria
    5. Johanna

    Maria dürfte in katholischen Gegenden gerne noch weiter vorne stehen.

    1. Johann
    2. Peter
    3. Paul
    4. Martin
    5. Alexander

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