13 neue Namensfundstücke

Zwei außergewöhnliche Männernamen Ipke (ein Professor in Bielefeld) und Eibe (ein Wissenschaftler aus Deutschland, jetzt in Neuseeland). Eine Internetsuche brachte einen weiteren Eibe (Juraprofessor in Mannheim) zum Vorschein.

Die Zeit vom 13. Februar beschert mir gleich zwei außergewöhnliche Frauennamen auf einer Seite: Irme heißt die Biografin der Fotografin Gerda Taro, deren Geburtsname Gerta lautete.

Neulich ist mir zum ersten Mal Anne als männlicher Vorname begegnet. Der Namensträger ist ein Niederländer.

Ein Yaniel spielt Volleyball für den VC Dresden. Yaniel ist ein kubanischer Name, entstanden aus dem Namen Daniel, indem das D durch ein Y ersetzt wurde.

Der Generalstaatsanwalt von Brandenburg trägt den Vornamen Erardo (und einen deutschen Nachnamen).

Bei der Heiligsprechung des Papstes Johannes Paul II. spielt eine Floribeth (aus Costa Rica) eine wichtige Rolle. Ob dieser Name nun populär wird?

Lupita Nyong’o hat einen Oskar als beste Nebendarstellerin gewonnen. Der Name ist eine Verkleinerung von Guadelupe (Lupita ist in Mexico geboren).

Zwei Namen aus Saarbrücken: Der Rektor der HTW (dortige Fachhochschule) heißt Wolrad mit Vornamen; eine Kieferorthopädin trägt den Vornamen Bele.

Ein Volontär in der Zeit heißt mit Vornamen Haluka. Der Name ist möglicherweise japanischer Herkunft.

Passend zum Thema Schottland: Williamina. Eine schottisch-amerikanische Astronomin hat diesen schönen Vornamen.

Und außerdem …

12 Gedanken zu “13 neue Namensfundstücke”

  1. ANNE ist in der niederländischen Provinz Friesland ein geläufiger Männername. Es ist eine Form des germanischen Namens Anno. In den restlichen Niederlanden ist Anne wie in Deutschland weiblich.

    Fürst WOLRAD von Nassau-Usingen (1635-1702) war der Sohn des Grafen Wilhelm Ludwig von Nassau-Saarbrücken. Der Name ist offenbar typisch für den Raum Saarbrücken.

  2. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass in der nächsten Zeit ein paar kleine Mädchen Lupita genannt werden. Yaniel (es lebe das Y!) hat vielleicht auch Potential….

    Wolrad klingt schon sehr nach Wohlklang und das zu Recht. 😉

    Bei Erardo hätte ich einen italienischen Nachnamen vermutet. Danke für die Info in Klammern! Wer weiß, welchen Hintergrund es da gibt.

    Floribeth und Williamina hören sich irgendwie putzig an.

  3. Floribeth, Lupita und Wolrad finde ich unheimlich schoen.

    Irme, Ipke und Eibe haben irgendwie auch was–eben einen volkstümlichen, dialekthaften, regional wirkenden Charme.

    Williamina–in den USA kam früher Willamina öfters vor, aber diese Form ist mir noch nie begegnet.

    Danke für diese interessante Auswahl!

  4. Sehr interessante Auswahl.
    Floribeth kenne ich als männliche Form : Floribert
    ein Mitschüler aus meinem Abiturjahrgang heisst Sebastian Floribert

    Lupita finde ich sehr schön, Erardo hat auch etwas, auch wenn ich ihn eher mit einen Südeuropäischen Nachnamen in Verbindung bringen würde.

    Ipke kannte ich bis heute nicht, Eibe ebenfalls.

    • Floribert ist ein sehr interessanter Name, den er enthält ein offensichtlicht germanisches Element (BERT) in Kombination mit einem romanischen (FLOR) — es sei den, man interpretiert wie das Meertens Institut FLOR als Nebenform zum germanischen Namenselement CHLOD (berühmt).

      Der Namen klingt heute außergewöhnlich und irgendwie frisch (auch wenn er wahrscheinlich aus den Tiefen eines Heiligenkalenders hervorgezogen wurde).

    • Man denke bloß an den nach wie vor beliebten Namen Leon(h)ard – der ist auch so ein Fall.

      Petri- und Christ- sind allerdings keine lateinischen Elemente, sondern griechische 😉

    • Ich liebe diese Überschreitungen der Sprachgrenzen (auch die Grenzen zum Slawischen sind verwischt, neben Elementen wie RAD/RAT und GAST, bei denen die Herkunft nicht klar getrennt werden kann, berühren sich auch BRUN und BRON sowie MAR und MIR).

      Zu Domnofredus fällt mir noch das keltische Namenselement DUMNO (aus dem Namen des Häduerfürsten Dumnorix) ein.

    • Diese alten Mischnamen finde ich total interessant–die kommen auch in meinen Namensbüchern nicht vor.

      Danke für diesen Beitrag, Maarten, und auch für Eure Kommentare, Rina und Elbowin!

  5. Heute habe ich auch mal wieder einen (für mich) neuen Namen entdeckt: Helke!

    Den Namen habe ich zufällig auf dem Schild einer Praxis für Physiotherapie gelesen und gleich mal nachgeschlagen:
    Helke ist (wie Heilke und Heilka) eine niederdeutsch-friesische Kose- oder Kurzform von Mädchennamen, die mit Heil- (z.B. Heilwig) oder Hel- (z.B. Helga) gebildet sind.
    Die männliche Form lautet Heilko. Heilko kann übrigens, genauso wie die weiblichen Formen Helke, Heilke und Heilka, eine Kurzform von Heilwig sein. Heilwig ist ursprünglich ein Jungenname, aber seit dem Mittelalter ist der Name auch für Mädchen gebräuchlich.

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