Namometer bei Fisher Price

Auf der Internetpräsenz des Spielzeugherstellers Fisher Price gibt es jetzt den sogenannten Namometer [Update: Das gibt es nicht mehr]. Dort wird den Top 10 der beliebtesten Vornamen seit 1930 jeweils ein typisches Spielzeug aus der Zeit gegenübergestellt. Die Vornamenslisten stammen aus dem Hause beliebte-Vornamen.de. Außerdem hat Fisher Price noch jemanden befragt, von dem sie meinten, dass er sich mit Namen auskennt – mich. Hier das Interview:

Herr Bielefeld, Sie beschäftigen sich seit 10 Jahren mit der Namensforschung. Wie kamen Sie zu diesem ungewöhnlichen Hobby?

Mir fiel auf, dass in Deutschland detaillierte Vornamenstatistiken fehlen. So fing ich an, Vornamen zu sammeln und die Häufigkeitsstatistiken zu ermitteln mit der Absicht, diese als Buch zu veröffentlichen.

Statt eines Buches wurde es dann meine Internetseite beliebte-Vornamen.de.
Mit zunehmendem Erfolg der Internetseite beschäftigte ich mich immer mehr mit Vornamen, nicht zuletzt um die zahlreichen Fragen der Besucher von beliebte-Vornamen.de beantworten zu können.

Was waren die lustigsten Namen, auf die Sie gestoßen sind?

Kurios finde ich zusammengesetzte Vornamen, die Vor- und Nachnamen von Prominenten entsprechen. Schon häufiger kamen zum Beispiel Luca Toni, Jamie Oliver, Arne Friedrich und Paul Simon vor.

Wie kommt es, dass sich bestimmte Namen zu Trends entwickeln und
plötzlich alle Kinder Anna oder Lukas heißen?

Weder „plötzlich“ noch „alle“ ist zutreffend – die beliebtesten Namen sind gar nicht so häufig, wie viele glauben. Der Anteil der Spitzenreiter liegt jeweils bei einem Prozent, die Namen auf Platz 50 kommen nur auf 0,2 Prozent. Bei der Einschulung des Geburtsjahrgangs 2007 wird dann zum Beispiel bei einer Klassenstärke von 25 Schülern durchschnittlich nur in jeder vierten Schulklasse eine Anna und ein Lukas sitzen.
Es dauert normalerweise mehrere Jahre, bis ein Name den Spitzenplatz der Hitliste erobert. Einige ungewöhnliche Namen entsprechen dem Zeitgeist und werden von immer mehr Eltern aufgegriffen. Wenn ein Name sich dann einige Jahre etabliert hat, wirkt er altmodisch und wird wieder seltener vergeben.

Spielt bei werdenden Eltern schon die Google-Kompatibilität eine Rolle?

Die meisten Menschen teilen ihren Vor- und Nachnamen mit einem Mitmenschen. Das war bislang kein großes Problem. In der heutigen vernetzten Welt allerdings gibt es aber viel mehr Berührungpunkte – bei einer Internetrecherche geraten Informationen über verschiedene Menschen durcheinander. Der erwiesene Trend zu ungewöhnlicheren Namen hängt auch mit der sogenannten Google-Kompabilität als Namensfindungskriterium zusammen: Ein Vorname, der in Verbindung mit dem Nachnamen viele Suchergebnisse ergibt, kommt nicht in die engere Wahl.

Was ist für Sie der wichtigste Tipp bei der Wahl eines passenden Vornamens?

Denken Sie an die Alltagstauglichkeit des Namens: Ist er leicht auszusprechen und zu schreiben? Würden Sie selber so heißen wollen, wie Sie Ihr Kind nennen?

Herr Bielefeld, Sie kennen Tausende Vornamen. Was ist Ihr liebster Vorname?

Erik – so heißt mein zwei Jahre alter Sohn!

Und außerdem …

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