93 Gedanken zu “Allwissende Müllhalde”

  1. Ich habe heute in der Zeitung gelesen (und auf Wikipedia dann ebenfalls), dass Heinrich Heine, geb. 1797 (!) ursprünglich Harry hieß und sich erst später (nach der Taufe 1825) Heinrich nannte. Hat mich doch baß erstaunt, dass so ein angloamerikanischer Vorname Ende des 18.Jahrhunderts bereits vergeben wurde.
    Vielleicht ist das ja schon bekannt, aber mir war es total neu.

    • War mir auch komplett neu. Ob das damals überhaupt schon als Anglizismus empfunden wurde – 1797 ist ja noch Französisch die beherrschende Kultursprache und Harry ist im Englischen ja ein Kosename… Irgendwo herkommen freilich muß der Name schon, und jüdisch ist er nicht.

      Moment mal! Fällt mir gerade ein: Es gab dann später im 19. Jahrhundert den wichtigen deutsch-jüdischen Historiker Harry Breslau. Der wurde und wird aber /harri/ ausgesprochen, nicht etwa /härri/, und das war bei Heine mit Sicherheit auch so.

    • Ein Harri gesprochener Harry könnte ja durchqus passen. Das wäre dann wahrscheinlich eine Form von Harald. Oder es lief eben so ähnlich wie bei Charlotte oder Henry
      Ich kenne auch eine Frau um die 50 namens Dany, die Danni gesprochen wird.

      Noch was was mir gerade einfällt, habe ich heute gehört, würde aber nicht garantieren, dass das stimmt. Auf jeden Fall soll es in Portugal eine 41seitige Liste mit verbotene Babynamem geben, zu denen unter anderem Olaf, Mona Lisa und Pablo zählen. In Belgien wiederum soll es eine Liste mir explizit erlaubten Namen geben.

    • Früher gab es solch eine Positiv-Liste angeblich (!) mal in Frankreich – nachdem, was auch schon von da heute so hört, kann ich mir aber nicht vorstellen, daß sie noch gilt. Und ich weiß auch nichts Genaueres darüber.

      Klammer auf. Und ja, ich fände so eine Liste auch für Deutschland explizit wünschenswert. Klammer zu. 🙂

    • Du hast ja im Grunde recht, Rebecca Sophie, aber der Witz bzw. das Außergewöhnliche ist ja das Geburtsjahr in Bezug auf “Harry”. Und Heine hieß nicht abgekürzt Harry, sondern es war sein richtiger eigentlicher Name. Erst mit der christlichen Taufe hieß er Christian Johann Heinrich.

      @Jan: Harry Bresslau wurde immerhin erst 1848 geboren(musste ich jetzt aber erst nachschauen). Da waren die Eltern bei der Namensgebung wohl schon revolutionär drauf 😉

    • Rebecca Sophie, Maria Theresia,

      ich würde einfach mal (weiterhin) sagen/vermuten, daß Harry weder um 1800 noch um 1850 als Anglizismus empfunden wurde. Noch in den 1970er/80ern hätte doch niemand Harry Valerien oder den Wagen-Hole-Harry aus den Derrick-Krimis englisch ausgesprochen…

    • Also ich bin natürlich auch von einer deutschen Aussprache ausgegangen, Härry sagte man bei uns früher auch nicht, das stimmt auf jeden Fall, und damals sicher noch viel weniger. (“Sappradi, Bursch!”- der gute alte Harry Valérien!)

      Den Namen im vorliegenden Fall als Anglizismus zu bezeichnen, war vielleicht zu hoch gegriffen von mir. Aber ein Kind 1797 Harry (auch wenn er deutsch ausgesprochen wird) finde ich dennoch äußerst ungewöhnlich und ist mir bisher auch noch nie untergekommen. Der umgekehrte Fall, also eine Umbenennung von Heinrich zu Harry würde einen viel weniger erstaunen,oder?

    • Also, ich kann’s mir letztlich auch nicht erklären – ein Anglizismus in den 1790ern scheint mir kaum vorstellbar. (Wohl aber etwa ab 1830 oder 1840, als halt der olle Krupp bewußt seinen Namen von Alfried zu Alfred anglisiert oder als diese hanseatisch-englischen Namen aufkommen). Aber der Name muß eben schon irgendwo herkommen.

      Wenn (!) aber die Vermutung (!) stimmt, daß das irgendwie den Ruf eines Juden-Namens hatte, wäre es überzeugend, daß sich Heine im Rahmen seiner Abwendung vom religiösen Judentum (die er ja z.B. auch im Wintermärchen thematisiert und selbst-ironisiert) einen anderen Namen zugelegt hat…

      Echt, spannende Frage! 🙂

    • Ich bin ja nun kein ausgewiesener Heine-Spezialist (sonst hätte ich den Geburts-Vornamen ja schon gekannt 😉 ), deswegen habe ich die Wiki-Seite bemüht. Dort steht, dass der Vater Tuchhändler war (also ein gewisser Wohlstand war möglicherweise vorhanden) und das Elternhaus war weitgehend assimiliert.
      Vielleicht geht’s hier wirklich doch in die hanseatische Kaufmanns-Art mit Henry, James etc.. Allerdings wäre ja dann eben Henry und nicht Harry das Mittel der Wahl gewesen.
      Wirklich eine interessante Fundsache heute, dieser Harry-Heinrich!

    • also Heine war im Exil in Frankreich und er hat viele kritische Gedanken zu Deutschland geäußert, daher sehr sympathisch. ehrlich und so.
      er kann differenziert denken.
      Dass er vor der Taufe Harry hieß habe ich schon einmal gelesen, aber mir bisher nicht so viele Gedanken dazu gemacht.
      Was mir einfällt: ich habe vor ein paar Jahren auf einem Friedhof die Entdeckung gemacht dass Namen wie Fanny und Alice vor etwa hundert Jahren in Mode gewesen sind, vielleicht noch länger, habe die Jahreszahlen nicht behalten. Dabei ist Fanny doch recht ähnlich zu Harry. Vielleicht enstammte das der selben Strömung, die ich wiederum nicht kenne.

    • Ja, aber Henry und James im Englischen sind keine Kosenamen wie Harry… Andererseits: Tuchhändler. Könnte sein, daß es da wirklich Kontakte gegeben hat. Denn die englische Textilindustrie beginnt ja vor der Schwerindustrie und vor dem Aufstieg Englands zur Herrin der Meere zu boomen. Vielleicht ist das die Lösung… Aber andererseits eigentlich auch noch nicht sooo deutlich vor 1797. Puh! 🙂

    • Alice ist auf jeden Fall französischen Ursprungs, Fanny möglicherweise auch (weiß ich nicht genau), aber in Bayern wurden Franziskas früher auch oft Fanny genannt, kenne noch eine, die ist fast 92. Kann natürlich mit der bayrisch-französischen Annäherung (Stichwort Königreich Bayern) zusammenhängen, es gibt viele bairische Alltags-Lehnwörter aus dem Französischen, z.B. Plumeau für Federbett, Trottoir für Bürgersteig, Böfflamott (Boeuf à la mode) = bay. Rinderbraten, Paraplü für Regenschirm etc.. Die alten Leute sagen sowas oft noch, die jüngeren nicht mehr. 🙂

    • @ Jan
      Eben, Harry wäre der englische Kose-/Kurzname zu Henry, das spricht dagegen. Aber ja, vielleicht wirklich die kaufmännische Schiene; es gab (lt. Wiki) auch einen Bankier-Onkel in Hamburg, die Verbindung wäre also möglich. Und Harry war der Erstgeborene, die weiteren Kinder hießen Charlotte, Gustav und Maximilian (also wie die Kinder von heute 😀 ).

      “1816 wechselte er ins Bankhaus seines wohlhabenden Onkels Salomon Heine in Hamburg. Salomon, der im Gegensatz zu seinem Bruder Samson geschäftlich höchst erfolgreich und mehrfacher Millionär war, nahm sich des Neffen an.”
      https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Heine

    • Kann natürlich mit der bayrisch-französischen Annäherung (Stichwort Königreich Bayern) zusammenhängen,

      Tjoar, das war zu den Zeiten, als Bayern ein Hort des Fortschritts und der Aufklärung in Deutschland war. Das gab’s auch mal. 😀 😉 Gegen den dann freilich die klerikal-reaktionären Tiroler aufbegehrt haben.

    • Die bairische Fanny wird aber ganz sicher deutsch gesprochen. Und die Schwester meines Großvaters, müsste um die 80 sein, ist in Schlesien geboren und hieß Alice, meines Wissens aber Alitsche gesprochen. Und Alice Schwarzer ist auch ijmerhin 1942 geboren.
      Und vielleicht hat der Vater in England die Koseform zu Heinrich kennen gelernt und schätzen gelernt. Herr Heine wollte aber später keine englische Koseform mehr sondern einen deutschen Vollnamen. Aber das ist auch nur eine an den Haaren herbeigezogene Theorie.

    • Das war ja sowieso klar, dass Fanny in Bayern deutsch ausgesprochen wird, eine “Fänny” hab ich noch nie gehört. Doch, “Fänny” Hill 😀 ,aber von der ist hier nicht die Rede.

      “Alitsche” wäre wohl die italienische Form, es gab in den 80ern auch mal eine italienische Sängerin dieses Namens.
      “Aließ” ist die französische Aussprache und soviel ich weiß, wird Alice Schwarzer auch so gesprochen.

    • „Alitsche“ wäre wohl die italienische Form, es gab in den 80ern auch mal eine italienische Sängerin dieses Namens.

      Hähä, ja, und deren „Per Elisa“ war wirklich eine Granate in meiner Generation! 🙂

      Wenn Alice in in Schlesien auch “Alitsche” oder so ausgesprochen wurden: Vielleicht eine Eigenheit des regionalen Dialekts? Dessen Sprecher gibt es heute nicht mehr… (Was es aber noch gibt, sind Gott sei Dank die Sprecher des oberschlesischen Dialekts im Polnischen, deren Sprecher, so habe ich mir sagen lassen, letzthin wieder in Selbstbewußtsein gewonnen haben. 🙂 )

    • Ich kann ja nun gar nicht Polnisch im Gegensatz zu dir, Jan: kann “Alitsche” evtl. auch direkt die polnische Aussprache sein??

    • Wenn man das, M.Th., auf polnisch einfach abläse, wäre das /alItse/, also mit einem Laut wie dem deutschen z… Könnte also sein, daß das da mit reinspielt. Die polnische Variante wäre aber, glaube ich, Alitsja.

    • „Man kann vun’ Dümmsten noch wat lirn.“, hat mein lieber Großonkel Jehan immer gesagt. 😉 (Und das ist wirklich eine Lebensweisheit. 🙂 )

    • Ich habe den Namen Fanny tatsächlich zuerst als Fänny gehört und danach für mich auch erstmal so übernommen. Insofern ist das für mich eben nicht hundertprozentig klar. Zu besagter Alice kann ich keine genaueren Aussagen machen. Das Verhältnis zu diesem Familienzweig ist eher schlecht und ich habe die Frau noch nie gesehen. In Schlesien war ich auch joch nie, allerdings haben die Geschwister meines Wissens alle deutsche Namen.

    • Nach kurz zu der Sache mit Schlesien: Dieser Kultur- und Sprachübergang zwischen Deutsch und Polnisch betrifft aber wirklich nur Oberschlesien, während Niederschlesien vor 1945 jahrhundertelang (fast) „rein deutsch“ war.

      Jetzt mal wiederum abgesehen davon, daß sooo viel im östlichen Deutschland von den Slawen kommt. Jeder deutsche Orts- und Familienname auf -ow, -itz und -in (inklusive des Names unserer heißgeliebten Hauptstadt) hat slawische Wurzeln. 🙂 Wäre sehr stolz, wenn ich so einen Namen hätte, hab ich aber leider nicht. Und das geht mal so sechs- bis achthundert Jahre zurück. 🙂

  2. hm. jedenfalls stachen diese Namen so heraus.

    auffällig ist doch bei Heine dass er von Geburt an nur einen Vornamen hatte.

    vielleicht aber auch wollte Heine unauffälliger werden und wählte Heinrich weil er fast genauso klingt wie sein Nachname Heine. Dass sein ursprünglicher Name Harry die Kurzform für Henry/Heinrich ist muss doch nicht der einzige Grund sein.
    Heinrich finde ich gar nicht so schlecht als Namen. auch Hermann ist durchaus positiv besetzt. was aber komisch wirkt: Herbert. und den Unterschied kann ich nicht verstehen. (ja weiß schon falsches Thema)

  3. Zur Belohnung ujnd für alle Mitleser hier ein Link zum SZ-Magazin, den ich gerade vorhin zufällig aufgetan habe:

    http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/46113/Wir-wollten-was-Internationales

    Viel Spaß!

    Vielen Dank für den Hinweis, sehr amüsant! Nichts Neues natürlich für die regelmäßigen Leser dieses Blogs, aber doch sehr lustig geschrieben! 😀

    Zum dort erwähnten Namen Don Juan eine Studienanekdote:

    Ich habe mal in einem Seminar zur Geschichte der Türkenkrieg der Frühen Neuzeit gesessen. Der Dozent war einerseits katholisch-konservativ, andererseits homosexueller Schöngeist. Er hat sich natürlich nie „geoutet“, seine Polung aber doch per Kleidung und Gestus so offen rüberwachsen lassen, daß es wirklich jeder mitbekommen mußte.

    Und in diesem Seminer sollte nun eine junge Studentin ein Referat über die Seeschlacht bei Lepanto 1571 halten. Auf ihren Austeil-Kopien waren unter anderem Bildnisse der beteiligten Persönlichkeiten zu sehen, darunter natürlich auch eines von:

    Don Juan de Austria

    Dessen Portrait hatte sie aus einem englischen Buch kopiert, und die Bildunterschrift lautete „Don John of Austria“.

    Als der Dozent das gesehen hat, hat er mit der ihm eigenen Theatralik reagiert und mit schmerzverzerrtem Gesicht und klagender Stimme gesagt:

    „Ach nein… Nicht doch… Nein, Frau Meyer, bitte, so geht das nicht! Neihein! 🙁 Bitte nicht ‚Don John of Austria‘! Der heißt Don Juan de Austria!“

    Gelächter. (Wie leider immer, wenn ein Herr Professor einen Witz macht.) Das arme Mädchen war zunächst ganz verdattert und hilflos. Da der Dozent aber gleichzeitig sehr gutmütig, freundlich und psychologisch geschickt war (und auch noch kompetent – ich habe viel von ihm gelernt), war die Situation schnell bereinigt, und das Referat konnte beginnen.

    • Nur der Teil in dem erwähnt wurde, dass sie jetzt einfach immer alles aufschreiben, hat mich noch ein bisschen desillusioniert, trotz Lektüre dieses Blogs.

    • ?
      Was meinst du damit? Ich steh grad auf dem Schlauch.

      …ach jetzt ist bei mir das Zehnerl gefallen, du meinst den SZ-Text?
      Ja nun, zum einen ist das eine Kolumne, da darf man nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, zum anderen ist es ja tatsächlich nicht die Aufgabe einer Hebamme, über die vergebenen Namen zu urteilen bzw. sie zu bewerten oder auch nur zu kommentieren. 🙂
      Und nicht jede (werdende) Mutter oder Hebamme liest diesen Blog.

    • Ich finde es amüsant, wie sie mehrfach rüberwachsen läßt, daß es natürlich die Mütter und nicht die Väter sind, die Vornamen aussuchen: „Mein Mann und ich hätten gerne was Englisches. Der Name soll international klingen, gell Schatz?“ 😉

      (Besonders amüsant finde ich das freilich auch, weil ich diese These hier schon mehrfach artikuliert habe – nichts ist amüsanter, als mal wieder recht gehabt zu haben. 😀 )

      Auch sehr schön:

      In dem Großstadtkrankenhaus, in dem ich arbeite, hat die Wow-Namen-Fraktion gegenüber den Aristokraten leicht die Oberhand, aber ich weiß von Kolleginnen: Anderswo ist es genau umgekehrt.

      Was ich nicht verstanden habe: Was soll eine „Ochsenknecht’sche Reihung“ sein?

    • Ich habe das in Richtung der Kinder(namen) von Uwe Ochsenknecht verstanden:
      Wilson Gonzales
      Jimi Blue
      Cheyenne Savannah
      Das waren vor 25, 30 Jahren noch richtig richtig abgefahrene Namen (über Cheyanne Savannah könnte man sich ja heute kaum noch aufregen)
      Vielleicht gibt es aber noch eine andere Deutung der Ochsenknecht’schen Reihung?!

    • Ja, ich hatte mir das mit den Namen der Kinder Ochsenknechtens auch ergoogelt, bevor ich die Bemerkung gemacht hatte… Das hat mich aber nicht schlauer gemacht:

      Gut, es sind englisch-grundierte deutsche Prollen-Namen – aber was will man bei so einem schon erwarten?

      Gut, es sind Kombinamen – aber heute kriegen sooo viele Neugeborene (wohl die meisten?) Zweitnamen. Also auch nicht außergewöhnlich.

      Und daher verstehen ich weiterhin nicht, worauf der Begriff „Ochsenknecht’sche Reihung“ hinauslaufen soll.

    • Der Blog von der Hebamme Maja Böhler ist wirklich klasse 😉 (wobei ich andere Texte besser fand als den über Vornamen)

  4. Aus tagesaktuellem Anlaß: Vorsicht vor gar zu hohen Weihnachtsbäumen!

    http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/ungluecke/weihnachtsbaum-stuerzt-in-eschweiler-auf-kinderkarussell-15334944.html

    15 m! Das ist höher als ein Mietshaus mit vier Etagen! Vor einer guten Woche ist im katholischen Vechta (Niedersachsen) ein Weihnachtsbaum von angeblich 14 m Höhe auf einer Verkehrsinsel umgekippt und hat dabei dabei einen Autofahrer erschlagen. (Mal ganz abgesehen davon, daß der Weihnachtsbaum, liebe Aachener und Vechteraner, nun eh heidnisch ist.)

    Weihnachten sollte kein Fest der Gigantomanie sein. Lest lieber die Weihnachtsgeschichte. Vorzugsweise in der Lutherbibel, gerne aber auch in der Einheitsübersetzung. 🙂

    Nur bitte nicht in der „Bibel in gerechter Sprache“. Dort heißt es in Lukas 2,1:

    Zu dieser Zeit hatte die Frauenbeauftragte Auguste eine Eingabe verfasst: Es soll eine große Statistik in Auftrag gegeben werden, ob auch überall in Europa die Frauenquote eingehalten wird.

  5. Et bien. Es spricht ja nichts dagegen, in einem halbwegs populären Blog mit wirklich überdurchschnittlich klugen, gebildeten und vielseitig interssierten Kommentatoren den einen oder mehrere Offtopic-Thread einzurichten und auch Kommentare oder Sub-Threads, die abgleiten, ungefragt dahin zu verschieben.

    Aber das dann „Müllhalde“ zu nennen und auch noch hämisch um zehn Jahre zurückzudatieren – dazu braucht es wirklich das versammelte Stilgefühl eines „Schleswig-Holsteiners“ und eines Wirtschaftsinformatikers aus dem Speckgürtel der Freien und Weltstadt Hamburg.

    Ciao.

    • Gut, ich bitte dann auch um Entschuldigung. Auch dafür, hier in den letzten Tagen oft ziemlich geätzt zu haben. Es tut mir leid. Aber ich hatte (meistens) recht.

      Am 8. Februar 2018 („Wiwerfastelownd“) melde ich mich wieder, so es uns alle dann noch gibt, was ich mal schwer hoffen will.

  6. Ich hab jetzt nur noch nicht kapiert, nach welchen Kriterien ein Beitrag auf diese Müllhalde kommt. Off-topic allein kann es ja nicht sein; es ging ja in obigen Beiträgen durchaus um Namensvergabe. Wir hatten schon Themen, die “offer”-topic waren.
    Außerdem ist das hier noch mehr als vorher aus jeglichem Zusammenhang gerissen…

  7. Hm, Knud, du hättest die “Allwissende Müllhalde” vielleicht wirklich mit 2, 3 Zeilen mehr anmoderieren können. Nicht jeder hat seine “Fraggles” noch im Kopf (so wie ich, natürlich ;-)).

    Auf der anderen Seite finde auch ich, dass sich – so sehr ich mich über Lebhaftigkeit hier freue – mancher Kommentar doch arg weit wegbewegt vom Thema des jeweiligen Beitrags oder überhaupt eher unter dem Label “Was ich Euch/Person X sonst noch sagen wollte” läuft. Meine Befürchtung ist, dass sowas Leute abschreckt, die sonst gern etwas zum Thema beitragen würden – oder die sich einfach gern auch in den Kommentaren zur Frage dieses Blogs informieren.

    • freue – mancher Kommentar doch arg weit wegbewegt vom Thema des jeweiligen Beitrags oder überhaupt eher unter dem Label „Was ich Euch/Person X sonst noch sagen wollte“ läuft. Meine Befürchtung ist, dass sowas Leute abschreckt die sonst gern etwas zum Thema beitragen würden – oder die sich einfach gern auch in den Kommentaren zur Frage dieses Blogs informieren.

      Tja, aber wen schreckt es ab? Richtig: Dorf-Trulla X, Tablet-DrückerIn Y und GrundschullehrerIn Z. Wenn das das angestrebte Publikum ist – bitte sehr. Macht mal.

      Hätt ich Euch was zu Leid getan,
      So bitt’ ich um Verzeihung an.

      (Knud, das ist ein Volkslied aus dem 18. Jahrhundert und somit wohl gemeinfrei.)

    • Irgendwie fehlt da noch Dorftrottel Y, Besserwissi und Welterklärer Horst und Hat-leider-nicht-zum Staatsexamen-gereicht-Detlef

    • Na, wenn ich selbst nun ausgerechnet Barbara hieße oder mich so nennte, würde ich mich vielleicht nicht gerade über Horst und Detlef lustig machen. Ist exakt die gleiche Stil-, Sozial- und Generationebene – was soll das also?

      Bei „Staatsexamen“ hatte ich in der Tat minutenlang auf dem Schlauch gestanden. Kannte ich nur von den Juristen (und bei denen wirklich auch einige persönlich, die durchgerauscht sind). Ich habe dann nachgegoogelt: Die Bezeichnung gibt es auch für Klippschullehrer. Man lernt nie aus.

  8. Ach, ist das putzig, wenn einem ein Mann die Welt erklärt…

    Jäp, es sind normalerweise die Männer, die die Welt erklären, nicht die Frauen. 🙂

    Borges dichtet in seinem „Weiteren Gedicht von den Gaben“:

    [Die Textstelle ist vielleicht zu lang, um unter das Zitatrecht zu fallen, darum habe ich es vorsichtshalber gelöscht (Knud)]

    • Nein, Knud, Du hast sie gelöscht, weil sie Dir als Schleswig-Holsteiner etwas zu kompliziert und kultiviert war.

      Zu Borges:

      [Zitat gelöscht (Knud)]

      Ich weiß nicht, unter welche Zitatrechte das jetzt wieder fällt.

    • Gut. (Ich weiß ganz gut, was dieser Dauerstreß als de-Domain-Betreiber sein kann.)

      Zumindest den Link hättest Du aber stehenlassen können.

      Und ich habe keine Lust, mir sagen zu lassen, daß ich mir „ein Loch ins Knie bohren“ solle, weil ich nicht die mindeste Ahnung habe, was „Fraggles“ sein sollen.

    • Das war auch ein Zitat aus den Fraggles, einer 80er-Jahre-Puppenserie von Jim Henson. Die Stelle mit dem Loch im Knie fand ich als Kind auch immer sehr bemerkenswert (ich hoffe, ich darf zitieren):

      “… Hat’s dir nicht gefall’n,
      dann bohr’ dir doch ein Loch ins Knie.
      Denn manchen kann man’s recht oft tun,
      doch allen eben nie.”

    • Eigentlich müsste man jetzt fragen, was die Fraggles und Löcher im Knie mit Vornamen zu tun haben, ich verkneif es mir aber, denn das wär off-topic…

  9. Chanukka sameach!

    Ja, bei den Juden und den Mohammedanern beginnt der Tag bekanntlich am Vorabend, also bei Sonnenuntergang des Vortages, und nicht erst um Mitternacht wie bei den Christen oder unter uns Agnostikern.

    Ja, schönes Lichterfest rundrum. Chag sameach. 🙂

    Hier auf der „Mülllhalde“ darf ich das vielleicht mal schreiben. (Weiterhin ohne zu wissen, was „Fraggles“ sind oder welche Löcher sie sich in Schleswig-Hostein in welche „Knie bohren“-)

  10. Ich will ja niemandem zu nahe treten, aber lieber ausgiebige Diskussionen, die sich manchmal tatsächlich etwas vom Thema entfernen (aber auch immer wieder darauf zurückkommen), als langweilige Nur-Namensaufzählungen, was irgendjemand am schönsten findet.
    Das ist nämlich dann das Ergebnis, wenn sich keiner mehr traut, was zu schreiben, ohne Gefahr zu laufen, auf der Müllhalde zu landen.

    • Ist es hier bei der allwissenden Müllhalde denn wirklich so schlimm? Ich selbst finde es meistens langweilig, wenn sich die Diskussion vom Thema entfernt.

    • Ich kann mich (man ahnt es) nur Maria Th. anschließen – wiewohl ich mich wirklich und ehrlich (und wiederum) für meinen wütenden Tonfall in den letzten Tagen im besonderen und für die Vielzahl meiner Beiträge in diesem Blog im allgemeinen entschuldigen muß. Gerade bei Knud, aber auch bei Annemarie und den anderen.

      Aber was ist so schlimm daran, wenn Diskussionen mal abgleiten? Die Vielzahl von Assoziationsmöglichkeiten ist gerade ein Faszinosum des Namensthemas. Und keiner aus der Intelligenzia-Truppe hier hätte sich je auch nur mit einem Wort über eher schlichte Äußerungen von „bärchen123“ à la „Mir gefällt Clara besser als Carla!“ oder eben diese Aufzählungen lustig gemacht. Die erste Bemerkung in dieser Richtung hier, die ich je gelesen hätte, war die – allerdings ziemlich krasse – oben von mir über die „Trullas“.

      Und die Abweichler-Debatten haben fast immer nur in Subthreads stattgefunden und sind auch fast immer wieder zum Thema Vornamen zurückgekehrt. Gerade in dem Don-Juan-Unter-Thread oben geht/ging es praktisch nur um Vornamen!

      Mein Verdacht ist eher (ich hatte das angedeutet), daß den Generalstäblern hier das Niveau einfach zu hoch geworden ist, weil sie befürchten, dadurch Klicks und Schraddel-Kommentare von bärchen123 zu verlieren. Schade drum.

      Ein Verschieben auf eine „Müllhalde“ wird immer als Demütigung empfunden werden, egal von welch feinsinniger Medien-Kompetenz nun der Titel zeugen mag.

      Ich werde hier jetzt wie gesagt bis zur Weiberfastnacht 2018 nichts mehr sagen, es sei denn, ich werde direkt angesprochen. Ich schmolle jetzt.

    • P.S.:

      Und es war ja nicht mal so, daß die Elitetruppe hier sozial, mental, politisch, religiös, geschlechtlich, regional irgendwie einheitlich gewesen wäre. Im Gegenteil. Und es gab da auch oft mal Kloppereien – freilich auch viel Konsens. Herrschaften unter sich halt – und ohne jede Arroganz untereinander und auch nicht gegenüber den einfacheren Leuten. Schnöselige, linke Akademiker konnten sich da sehr gut mit gutkatholischen Leuten, mit schwer einordbaren Exzentrikern, kuriosen Regionalisten und irgendwelchen Religiösen verbinden, zumindest mal verständigen.

      Was mich aber stört, ist dieses offensichtliche Bestreben, hier um Gottes Willen keine Dumm-Dosen mehr abzuschrecken, indem man facebook-artiger wird. (Und daß es praktisch ausschließlich meine Kommentare getroffen hat, das stört mich freilich auch.) Lächerlich.

      Macht Euern Dreck doch alleene.

    • der Sachsenkönig hat auch zu viel Geld für den Krieg ausgegeben.
      dann gab es weniger zu essen.

      ist mir eigentlich egal wie die Abteilung hier heißt. dass Knud sich verärgert oder besorgt zeigt verursacht mir Mitgefühl, etwas schlechtes Gewissen und suche gedanklich nach Lösungen.
      klar ist die Unterhaltung hier lustig gewesen und man lernt oft auch Neues kennen. aber es ist eine Namensseite und Knud ist der Betreiber. also machen wir was Knud sagt.
      im Vergleich zu manchen Foren hat sich dieser Verein aber immer gut selbst wieder reguliert.
      heute ist schon wieder Freitag und vielleicht gibt es Namen die nach Speisen benannt werden.

    • klar ist die Unterhaltung hier lustig gewesen und man lernt oft auch Neues kennen. aber es ist eine Namensseite und Knud ist der Betreiber. also machen wir was Knud sagt.

      Klar. Das würde ich auch niemals infrage stellen. Und würde auch nie mit diesem Mittelschichts-Nerd-Quatsch von „Meinungsfreiheit“ oder „Zensur“ kommen. Es ärgert mich nur, wer hier offensichtlich weggeekelt werden soll, damit mehr Kommentare von bärchen123, kleinemaus, Gertrud und RuhrpottZombie kommen.

      im Vergleich zu manchen Foren hat sich dieser Verein aber immer gut selbst wieder reguliert.

      Exakt.

      heute ist schon wieder Freitag und vielleicht gibt es Namen die nach Speisen benannt werden.

      Silesia nach Schlesisches Himmelreich. Ivar nach den Köttböllern bei Ikea. Arjen-Miro nach dem 0,5-Bierplastikbecher zu 9 Euro in der Nordkurve.

      Was mich übrigens immer wieder nervt, ist die falsche Verwendung des „à la“ in der möchtergern-zivilisierten Küchensprache der Mittelschicht.

    • Silesia ist eine Kartoffelsorte, die wird schon bei Hans Fallada erwähnt (“Der eiserne Gustav”), ich glaube auch in “Kleiner Mann, was nun?”

    • Hö, da war mir wirklich neu… Meine Oma hat in den 70ern nur Hansa, Grata und Charlotte gepflanzt, und ich bin leider nie ein Gärtner geworden.

      Danke für den Hinweis.

      Komischerweise hat meine Oma, eine grummelige, sehr harte, oft höhnische und grobe einfache Frau, übrigens auch schon in den 70ern Schalotten angebaut, heute ein ach so schickes Mode-Gemüse aus Frankreich. Verwechselungsgefahr mit den Kartoffeln bestand da aber nicht. Sie hatte ja in der 6-jährigen Volksschule auf dem Dorf ab 1911 noch Lesen und Schreiben gelernt. (Charlotte als Vornamen gab es damals nicht mehr / noch nicht wieder.)

      Heute ist das wohl nicht mehr so einfach: TV, Smartphones und mindestens 50 % strukturelle Analphabeten aus den Stans erleichtern da die Verwechslung von Schalotte und Charlotte.

      Silesia heißt aber natürlich ursprüngliche eigentlich Schlesien bzw. schlesisch (w).

    • Knud

      Ist es hier bei der allwissenden Müllhalde denn wirklich so schlimm?

      Jan sagt ganz richtig:

      Ein Verschieben auf eine „Müllhalde“ wird immer als Demütigung empfunden werden

    • Da die “Allwissende Müllhalde” nicht jedem bekannt ist und irgendwie negativ wirkt, könnte man doch vielleicht eine andere Bezeichnung finden, z. B. “Plauderecke” oder “plaudern über Dit un Dat” oder “Allgemeines & Wissenswertes ” … mehr fällt mir gerade nicht ein.

      Ist nur ein Vorschlag.

  11. Ich erinnere mich dunkel an die Fraggles. Das sind Puppen so ähnlich wie die Sesamstraße oder die Muppetsshow. Die Fraggles lebten in einer Erdhöhle und manchmal fragten sie eine sprechende Müllhalde um Rat. Deshalb würde ich den Begriff “Allwissende Müllhalde” mit Humor nehmen.

    Aber ehrlich gesagt, so gut haben die Fraggles mir nicht gefallen. Ich fand die Sesamstraße besser.

  12. Augusta Henriette Silesia.

    Natürlich denkt jeder sofort an Angelus Silesius. Das war aber das, was wir heute einen Künstlernamen nennen würden: „Der Engel aus Schlesien“. In Wirklichkeit hieß der Johann Scheffler, oder so ähnlich.

    Schlesien war vom Hochmittelalter (13. Jahrhundert) bis 1945 rein deutsch besiedelt. Das viel kleinere (aber auch interessantere) Oberschlesien ist ein Sonderfall.

    Angesichts der Turbo-Bionade-Vornamen Augusta und Henriette ist es kaum vorstellbar, daß sich die Eltern dazu einfach nichts gedacht haben. (Wie meistens.)

    Drei Möglichkeiten fielen mir ein:

    1. Tatsächliche oder eingebildete Nachfahren von „Heimatvertriebenen“ anno 1945.

    2. Normale Bionade-Typen, die irgendwie einen persönlichen Draht zu Schlesien (Urlaub?) haben.

    3. Tatsächlich besonders pfiffige Oberschlesier in Deutschland, die ihrer Tochter einen in Deutschland karrieretauglichen Namen geben, aber auch ihre alte Heimat irgendwie ehren wollen. Augusta paßte ja dazu, eben August der Starke als Kurfürst des Reiches und König von Polen.

    Hypothese 1 hielte ich für die Wahrscheinlichste, die anderen zumindest nicht für unwahrscheinlich.

    Grüßle, Horrido und Glück ab

    Hobby-Profiler Jan Watson M.A.

  13. Der Name, den die Eltern vergeben haben, sollte gesellschaftlich als Behelfsname angesehen werden. Als eigentlicher Name sollte derjenige gelten, mit dem der Bürger angesprochen und referenziert werden möchte.

    • Im Privatleben ist das sogar möglich, jeder kann ja selbst bestimmen, wie er genannt werden möchte. Nur wenn es geschäftlich oder amtlich wird hat man keine Wahl.

    • Ich halte die Äußerung von koo-bvd für völlig überzogen.

      Es gibt eine Menge Möglichkeiten, an seinem eigenen Namen (Vor- und Nachnamen) nachzufeilen. Formelle Änderung beim Standesamt, Heirat, Künstlername, Ordensname. Zumindest früher in der IT-Szene die Nicks, die auch oft im Kollegenkreis als Anredeform benutzt wurden (ich war „Harki“). Informelle Änderung des Vornamens im Bekanntenkreis: „Also, ich bin Kira. Ja, in den Papieren heiße ich Kaudr, kommt aus dem Libanon wie mein Vater. Aber bitte: Kira.“ Und so weiter.

      Aber das dann gleich in völligen Voluntarismus ausarten lassen? Und auch noch neudeutsch-staatsgläubig und BRD-GG-Mainstream-konform, sozusagen unter Berufung auf die Heilige Zivilgesellschaft, mit „der Bürger“ begründen? (Hätte nur noch gefehlt: „womit die Bürgerin oder der Bürger referenziert werden will.“ 🙄 ) Nein, meine ich.

      Vor- und Nachname erden. Sie verbinden mit der Familie und den Ahnen. (Und ich bin weiß Gott kein rührseliger Familienmensch.) Die Auswahl des Vornamen ist und war immer und überall die Prärogative der Eltern.

      (Und das „referenziert werden möchte“ i.S.v. „genannt werden will“ ist schon peinlich genug.)

  14. Buxtehude – Michael Schulte – ESC

    Buxtehude, das klingt auch und gerade in Niedersachsen nach allerfinsterster Provinz. 😀 Ich kannte im Studium ein Mädchen, das kam aus Buxtehude. (Ich war verknallt in sie, sie leider nicht in mich.) Wenn man die gefragt hat, wo sie her sei, hat sie immer etwas verstört hüstelnd geantwortet: „Äh, aus dem Alten Land…“ – weil Buxtehude eben einfach zu blöd klingt. 😀

  15. gerade in der Suchmaschine gesucht und dabei nebenher erfahren dass es einen Mann gab namens Nathan Handwerker.
    und der hat einen speziellen Hotdog-Stand erfunden und war allgemein anscheinend ein Gastronom mit vielen Restaurants.

    würde gerne auch Handwerker heißen mit Nachnamen. und in Amerika geht das dann bestimmt auch als Vorname. habe ein Buch gelesen da wurde ein Mann namens Brett erwähnt. man kann dann einen Spezialnamen machen:
    Handwerker B. Shryner. B soll Brett sein als Mittelname.

  16. Gerade in der Tagesschau gesehen: Der VfB Stuttgart hat seinen Chef-Trainer Tayfun Korkut rausgeschmissen. (Er war auch mal Trainer bei H96). Schade. Guter Trainer mit hartem und markanten deutsch-türkischen Gesicht und gemäßigtem, zivilisierten Auftreten. Dazu absolut passender Vorname. Schwäbische Arschlöcher.

  17. Horst Seehofer kann ich nicht mehr ernstnehmen. Zwar mag ich sein ironisches Grinsen, aber es ist immer das gleiche CSU-Gequatsche: Großmäulige Vorschläge, die für ein bißchen Wirbel im Internet sorgen, von denen aber doch eh nie was verwirklicht wird. Man will sich ja das Bündnis mit der linksliberalen CDU und damit seine warmgeheizten Ministersessel erhalten. Im Grunde war das schon unter FJS (ein kluger Kopf!) nicht anders.

    Heute haben wir eine Alternative.

    Nebenbei: Man stößt immer häufiger auf, junge, hübsche und rechte Frauen. Im Netz und im RL. In meiner Generation war das noch undenkbar. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, sind das die Totenglocken des heute noch allmächtigen deutschen Linksliberalismus.

    Neulich im Netz erlebt: Ein hübsche junge Frau, deutsche Patriotin mit einigen slawischen Wurzeln, postet mehr oder weniger aus Langeweile zwei Video des Rappers Bushido. Sie wurde sofort von den Social-Media-Spastis massiv angefeindet: Das sei ja sowas von frauenfeindlich und homophob. Nun gibt diese Frau aber auch nicht so schnell kleinbei – und Frauen sollen ja auch Kriegerinnen sein. Die hat sofort zurückgetreten: Ihrer Meinung nach gehörten alle Feministen in die Straflager in Ostsibirien deportiert und dort dreimal täglich ausgepeitscht. Sie weigere sich auch von Feminist*innen* zu sprechen – weil das ja eh ja keine richtigen Frauen seien. Und dann gleich noch ein Portrait von Josef Stalin hinterher. Grandiose Reaktion!

    Natürlich bin ihr sofort zu Hilfe geeilt. (Obwohl ich wirklich keinen Rap höre.) Daraus hat sich ein amüsanter und charmanter Smalltalk ergeben. Ich hatte der dann von meinem zigeunerischen Blutsanteil erzählt. Hatte mir gedacht: „So, nun schlägt aber gleich der Blitz ein.“ Aber nein, er schlug nicht ein. 🙂 Hach, sie habe ja die Zigeuner schon immer so bewundert. Die hätten sie zu mehreren Gedichten und Zeichnungen inspiriert. Besonders gut gefiele ihr, daß sich die Zigeuner über Jahrhunderte mit so unbrechbarem Willen ihre Identität bewahrt hätten.

    Die war mal mit ‘nem Andalusier (!) zusammen, der sie ermahnt hatte, nicht so temperamentvoll und aggressiv zu sein. 😀 Umgekehrt war meine erste richtige Freundin eine Spanierin (Galizierin), die mich mal angeschnauzt hat, mich nicht wie ein Latino-Macker, sondern wie ein Deutscher zu benehmen.

    Auch in Schnellroda soll man seit Jahren (ich war leider lange nicht mehr da) immer häufiger Studentinnen sehen. In der Identitären Bewegung spielen sie auch ein große Rolle, gerade in Österreich.

    Leute, wenn Frauen wieder „rechts“ werden (und ich hätte noch andere Beispiele parat), wird sich unser Land wirklich verändern. Frauen regieren die Welt, und die doofen Kerle trotteln dann schon hinterher.

    Hätte gerade Lust, eine Kettenreaktion auszulösen, vorzugsweise eine thermonuklare. 🙂

    Übrigens war vorgestern der 150. Geburtstag von Fritz Haber – deutsch-jüdischer Patriot, Erfinder der Ammoniak-Synthese (ohne die wir die Menschheit nicht ernähren könnten) und dann „Vater des Gaskrieges“. Er hat in der Schlacht bei Ypern 1915 persönlich im Range eines Hauptmanns den ersten Gasangriff der Kriegsgeschichte kommandiert. (Mit Chlorgas.) Später dann Nobelpreisträger für Chemie, noch später von den Nazis ins Exil getrieben. Ich hatte mal die große Ehre, einen Vortrag über Fritz Haber halten zu dürfen. Das ist so einer der Gründe, wegen derer ich über die Wiederbelebung des Namens Fritz bei den Bionadinskis immer wieder lächeln muß.

    Fritz Haber hatte eine ebenfalls jüdischstämmige Frau, Clara Immerwahr – eine der ersten deutschen Frauen mit Doktortitel „aus eigenem Recht“. (Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurden auch Frauen von Doktoren mit „Frau Doktor“ angespochen. „Frau Doktor Carl Meyer“.) Das einzige Foto, das von Clara Haber erhalten ist, zeigt sie als wunderschöne Frau.

    Meine Güte, die Deutschen sind sooo doof. Brauchbare, anpassungswillige und bestintegrierte Minderheiten abmurksen – und sich dafür dann unbrauchbare Analphabeten ins Land holen, weil „die Wirtschaft“ gerade mal wieder einen „Fachkräftemangel“ hat, mit anderen Wort noch billigere Putzfrauen und Puten-Zerschnitzler haben möchte.

    • Na, wenn ich es schon bejubele, daß eine hübsche junge Frau mit Verve die Deportation von „Feministen“ in sibirische Straflager befürwortet, kann ich mich kaum darüber beklagen, daß in diesem Blog ein elend langes und faschistisches Off-topic-Jan-Gequatsche auf die „Allwissende Müllhalde“ deportiert wird. 😀 Damit kann man wirklich leben.

      Hatte ich das schonmal erzählt? Die höchste Erhebung von Hannover ist die Müllkippe in Altwarmbüchen. Man kann auf die stillgelegten Teile der Müllkippe in der Tat draufkraxeln, es gibt gar Führungen zum höchsten Punkt. Eine Schlüsselszene des Informatikerfilms „23“ spielt dort.

      Ein alter neurechter Freund von mir hatte sich übrigens die 11 und die 23 zu seinen Glückszahlen erkoren. Eben das Gebrochene, Unvollständige, Unernste, Zwielichtige, Suchende und Unrunde, das Zwielichtige und Zweifelhafte, das Verdächtige.

      Bei mir ist es andersrum natürlich die 12. :o)

  18. „Obwohl man auch da vor ‚falschen Freunden‘ nicht sicher ist.“

    Zum Thema „false friends“ noch eine Anekdote. (Ich bin vermutlich deshalb kein erfolgreicher Historiker geworden, weil ich nicht nur stinkend faul bin, sonder immer auch sofort ins Anekdotische verfalle.)

    In der englisch-deutschen Übersetzer-Szene im Netz kursierte vor ca. zehn Jahren unter allgemeinem Hohngelächter mal ein Foto: Die Packung irgendeiner Fertig-Backmischung für Pasteten. Ich weiß nicht mehr, woher die Delikatesse kam, vermutlich irgendwo aus Asien. Die Übersetzungen auf Lebensmittelpackungen sind bekanntlich legendär schlecht.

    Auf der Vorderseite in sehr großer Typographie die Aufschrift: „Enough for one big pie or four little tarts“.

    Das sollte natürlich heißen: „Ausreichend für eine große Pastete oder vier kleine Tartelettes.“ Es hat aber zumindest im britischen Englisch die Nebenbedeutung: „Genug für eine große Fotze oder vier kleine Nutten“. 😀

    Warum „Torte“ sowohl im Deutschen als auch im Englischen ein zumindest halb-obszöner Begriff für eine hübsche junge Frau ist, wissen wohl nur die Götter. Als rechte Studenten hatten wir drei sehr hübsche, aber ziemlich hohle junge Kommilitoninnen. Die traten immer im Dreierpack zusammen auf. Wir haben sie nur „die drei Sahnetörtchen“ genannt. Ein Kommilitone meinte mal: „Aaach, nun lästert doch nicht so viel! In ein paar Jahren sind das richtige Geburtstagstorten!“

    • Klaas, warum schreibst du denn solche Sachen?

      Um die „Allwissende Müllkippe“ wenigstens so hoch werden zu lassen wie die Müllkippe in Altwarmbüchen. 😀

      Und es ist halt auch eine Frage des Temperaments. Dazu eine Anekdote:

      Ich hatte mal eine liebe, zuweilen etwas grobe Klassenschwester zur Kollegin: Hochgewachsen, blond, starkknochig. Sozusagen eine Xanthippe. 🙂 Sie hatte lange Jahre als Putzfrau gejopbbt, um ihre drei Töchter durchzubringen. Die hat dann in Kollegenrunde folgendes erzählt: Ihr haben mal als Putzfrau in einer Firma irgendwelche Bürohengste aus Jux und zu ihrer Demütigung absichtlich Süßigkeiten-Papier vor die Füße geworfen.

      Ich bin sofort explodiert und habe mich in Rage geredet. So ungefähr: „Tja, das hätten sie in der DDR mal probieren sollen. Die hätten die so rundgemacht, daß ihnen hinterher ihre Mützen nicht mehr gepaßt hätten! Unter Honecker wären sie dafür wohl nicht mehr im Knast gelandet. Unter Ulbricht schon. Und unter Stalin hätte das mindestens fünf Jahren Arbeitslager in Sibirien gegeben. Und im Spanischen Bürgerkrieg wären sie für so etwas gleich an die Wand gestellt worden! Und das wäre eigentlich noch zuviel der Ehre gewesen – eigentlich hätte man solche Hurensöhne per Genickschuß erledigen sollen!!“

      Mit in der Runde saß ein sehr stiller und freundlicher Mann mit spanischen Wurzeln, der lächelnd geantwortet hat:

      „Klaas, sei mal vorsichtig mit dem Blutdruck! Hast Du eigentlich irgendwelche Latino-Vorfahren?“
      Ich: „Nee, Zigeuner!“
      Er: „Ja, paßt auch…“

  19. Lese gerade auf FAZ.net, daß Seine Kaiserliche Majestät, Akihito von Japan, abdanken will:

    https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/japans-kaiser-akihito-haelt-letzte-rede-vor-seiner-abdankung-15957051.html

    Die Nachricht selbst ist wohl nicht ganz taufrisch, war mir aber bis dato entgangen. In dem Artikel finden sich aber einige Erwägungen zum Namensystem der japanischen Kaiser.

    Also, das läuft so:

    Jeder japanische Kaiser hat seinen persönlichen Namen und seinen Ära-Namen. Nach seinem Tod wird der Kaiser mit seinem Ära-Namen bezeichnet.

    Kaiser Mutsuhito (der Revolutionär auf dem Thron und Modernisierer Japans!) läßt seine Herrschaftszeit „Meiji“ („leuchtende Herrschaft“) nennen. Nach seinem Tod wird er zum Meiji Tenno.

    Hirohito –> Showa-Ära („erleuchteter Frieden“, ein bißchen kurios angesichts der politisch-militärischen Ereignisse unter seiner Herrschschaft) –> nach seinem Tod dann Showa Tenno.

    Akihito –> Heisei-Ära („überall Frieden“, Aussprach /HEEsee/) –> Heisei Tenno

    Es sind also sozusagen posthume Namen.

    Ach, und ich bewundere die Japaner so sehr für ihre Mischung aus todesverachtender Härte und Höflichkeit und fast kindlicher Verspieltheit.

    Japanische Frauen sind oft von außerordentlicher Schönheit, nicht nur wegen ihrer oft für ostasiatische Verhältnisse außergewöhnlichen Oberweite.

    Und wenn man einen männlichen Ostasiaten mit einem anständigen Bartwuchs sieht (eben nicht nur so Fusselschen), ist es mit ziemlicher Sicherheit ein Japaner.

    Ich lege Wert auf die Feststellung, daß ich das hier selbst in die Müllhalde geschrieben habe, es also nicht hierhin verschoben wurde. 😉

    Tenno heika – banzai! (=Seine Majestät der Kaiser, er lebe zehntausend Jahre!)

    Jan

  20. https://www.faz.net/aktuell/stil/essen-trinken/wie-die-farbe-unsere-essgewohnheiten-bestimmt-15943769.html

    Ein möglicherweise ganz interessanter FAZ-Artikel zum Thema „Verknüpfung Farben & Geschmackswahrnehmungen“ – grüne Äpfel werden als sauerer wahrgenommen als rote, obwohl sie das objektiv nicht sind.

    Andererseits würde ich zum Beispiel niemals einen Zeitungsartikel zu Ende lesen oder gar ernstnehmen, der von einer Leonie, einer Charlotte, einer Annalena, einer Sophie oder auch nur von einer Julia geschrieben wurde. Das Urteil über das geistige Potential steht da irgendwie von vornherein fest.

    Halt so die #metoo-Mäuschen der nächsten Generation. Flirten aus Karrieregründen mit ihren Chefs – und wenn die Karrierepläne dann doch nicht so ganz aufgehen, behaupten sie in zwanzig Jahren, wenn sie wirklich keiner mehr haben will, „sexuell belästigt“ worden zu sein. Sozusagen der letzte Versuch. Brigitte Bardot, Cathérine Deneuve und Karl Lagerfeld haben sich kürzlich sehr schön über diesen Scheiß lustig gemacht. (Lagerfeld ist übrigens eng mit unserer Landesherrin Caroline von Monako, Prinzessin von Hannover, befreundet. Stile ergänzen sich.)

    Und ich habe jetzt der FAZ-Autorin vermutlich wirklich unrecht getan. 🙁

    Leonie heißt die liebe Nichte einer Exfreundin und Klassenschwester von mir…

    Ein Rose ist eine Rose ist ein Rose.

    Es grüßt vom Gipfel der Müllhalde

    Don Juan de Hannover

  21. Nicks im Internet sind ein äußerst spannendes onomastisches Thema. Zumindest waren sie das vor der Repersonalisierung des Webs durch facebook & Twitter & Co. Natürlich waren sie im wesentlichen Selbstdarstellung und Projektion von Sehnsüchten, auch in Kombination mit den jeweiligen Foren-Avataren. Frauen haben sich ein Flitterkleidchen angezogen, Männer ein Bärenfell umgehängt. Das war eben nicht nur ein Mittel der Anonymisierung! Es war Glamour, oft auch Tand und Talmi. Freundlicher ausgedrückt waren es Träume.

    Bei einer Frau, die sich etwa „Zauermaus“ genannt hat, konnte man sich ziemlich sicher sein, das sie im RL mindestens drei Zentner schwer war, bei einem „Voltaire“ oder einem „Wittgenstein“ hingegen davon, daß er maximal einen Realschulabschluß und eine kaufmännische Ausbildung hatte. Ein „Gipsy“ hingegen war normalerweise ein Wohnwagenfahrer mit Wampe. 😀

    Mein eigener Nick „Harki“ hingegen sollte folgendes rüberwachsen lassen: Treue gegenüber einer hoffnungslosen Sache, Zerrissenheit zwischen den Kulturen, Unnachgiebigkeit – nicht dazugehören, aber mitkämpfen. Härte und Verlassenheit. Militär. Krieg. Natürlich auch Angeberei.

    Sehr beliebt waren natürlich auch Anlehnungen an verschiedene Aspekte der internationalen Populärkultur oder der deutschen Regionalkulturen.

    Um von den typischen Informatiker-Nicks, die etwa die Vorliebe für ein bestimmtes Betriebssystem oder eine bestimmte Software plakatieren sollten, nicht zu reden.

    Es gab aber auch die „taktischen Nicks“, die der Tarnung dienen sollten.

    Eine neurechte Exfreundin von mir hat sich gelegentlich bewußt albern-feminine Nicks à la „Schnecke123“ oder linksradikal klingende à la „RosaLux“ zugelegt, um sich in geschlossene linke oder linksliberale Communitys einzuschleichen. Sinn der Sache: Auskundschaftung des Feindes, Zersetzung, Spalten, Sähen von Zwietracht. Verwirrung in die Reihen der schurkischen Feinde treiben. So eine Art Privatform von asymmetrischer Cyber-Kriegführung.

    Ich selbst hatte mir zu diesem Zweck mal eine komplette „Legende“ zugelegt – und zwar als Frau. Bürokauffrau um die 30 aus BaWü, unglücklich mit einem Langweiler liiert, Abendschule, künstlerisch interessiert. Sogar die Körpergröße, die Körbchengröße und das Gewicht hätte ich parat gehabt. Den Lebenslauf sowieso.

    Und das ist stilistisch sauschwer. Normalerweise merkt man nach drei Zeilen, ob da eine Frau schreibt oder ein Mann.

    Mit der dazugehörigen E-Mail-Adresse war mir mal ein besonders peinliches Malheur passiert: Ich hatte sie aus Versehen für eine Mail an meinen US-amerikanischen E-Mail-Freund verwendet, also den schon mehrfach erwähnten Vietnam-Veteranen, Ex-Unteroffizier der 82. Luftlandedivision. Ich hatte es sofort gemerkt, aber die Mail war halt raus. Sofort hatte ich meinem Kumpanen eine beflissen erklärende Mail hinterhergeschickt. Der hat nur gelacht. Er sei aus der Army anderes gewöhnt. Ich solle halt beim Mailen weniger saufen bzw. einmal mehr nachdenken, bevor ich ich auf „Send“ klickte. Und ob ich mich nicht doch noch für ein Stipendium in den USA bewerben wolle? Oder sonstwie in den USA ansässig werden? Die USA könnten Leute wie mich gebrauchen, gerade die vertrottelten Dienste. (Es war kurz nach dem 9/11) Ich mußte den Vorschlag ebenso dankend wie gerührt ablehnen. Mike aus Boston war wirklich ein fast väterlicher Freund für mich. Ich war damals mitte dreißig, er mitte siebzig.

    Die USA sind ein komplexes und vielfältiges Land. Ich bin nun Rußland-Fan, aber man trifft im Netz und im RL immer wieder äußerst interessante, kluge und nette Amis. Es ist ein absoluter strategischer Fehler, wenn Linke *und* Rechte in Deutschland die Amis als Doofies hinstellen.

  22. Mein Lehrer hat immer gerne diese Anekdote erzählt: Wer ist „der MacDonald“ („the MacDonald”)? Es ist der einzige und wahre Klan-Chef der MacDonalds.

    Bin kein erfolgreicher Historiker geworden, weil ich – zur Verzweiflung meines Lehrers – zu disziplinlos und faul war und auch noch permanent ins Anekdotische verfallen bin.

    Müllhalde ist auch schon fast ein Geusenname. 😀

  23. Der Vorname Melanie.

    *Alle* Melanies, die ich in meinem nun ein gutes halbes Jahrhundert langen Leben kennengelernt habe, haben in etwa diesem Typus entsprochen:

    Nicht besonders sexy, aber gutartig. Freundlich. Liebenswert. Nie hinterhältig und verschlagen.

    Eine Melanie würde ich mit einem Gunnar verheiraten – das wäre sozusagen das männliche Gegenstück.

    Hatte ich das schonmal erzählt? (Vermutlich ja.) Als ich mal wieder ganz besonders pleite war, aber wegen meiner damaligen Freundin unbedingt nach Münster mußte, hatte ich mich bei einer Mitfahrzentrale gereggt. Es kam ein Angebot von einem Gunnar. Das Metier war mir neu, und ich war mir unsicher. :-/ Meine Exfreundin meinte mit typisch weiblichem Instinkt: „Ach, keine Angst! Gunnars sind immer in Ordnung.“ War er natürlich auch. War ein Medizinstudent. Wir haben auf der Fahrt sehr spannend über die Stärken und Schwächen der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster diskutiert. 🙂 Die Ex von mir wiederum hatte an der „Universität ZU Köln“ Wirtschaftswissenschaften studiert und dort auch gelehrt.

    Ein Professor von mir (Staatsrechtler) meinte mal: „Ach, Professoren sind die größten Kinder überhaupt. Die haben sich alle nie von der Uni losreißen können.“ Stimmt. Übrigens ist das Wort Universität hinreißend schön. Universitas ist „die Gemeinschaft“, also die Gemeinschaft der Lehrenden und der Lernenden. Heute mag das angesichts der Klippschul-Bologna-Uni anders aussehen, aber zumindest in meiner Studienzeit gab es das zumindest ansatzweise noch.

    Einer meiner Träume wäre dieser: Zumindest eine Universität (vorzugsweise Göttingen) wieder zu einer richtigen deutschen Uni zu machen. Weg mit dem Bologna-Bachelor-Dreck mit seinem Kinderkram (Anwesenheitspflicht, Klassenarbeiten, Bulimie-Lernen). Regulärer Studienabschluß ist die Promotion. Reines Humboldt-System: Einheit von Forschung und Lehre. Gemeinschaft der Lehrenden und der Lernenden, seit anderthalb Jahrtausenden bewährt. Korporationen und Burschenschaften. Herren (m/w) unter sich. So züchtet man nationale Eliten.

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