Super Kevin

Es gab ihn wirklich, den Super Kevin! Ende des Jahres 1979 war Super Kevin im Auftrag des Mineralölunternehmens BP im Einsatz gegen die Energieverschwendung.

„Offenbar haben die Menschen Energie-Probleme. Das bedeutet Arbeit für unseren besten Mann, für Super Kevin!“

Die Werbe-Comicserie erschien damals einige Wochen lang in diversen Tageszeitungen, um das Image von BP zu verbessern.

BP, Super Kevin, Comic, 1979 k - BS 078

Super Kevin. Quelle: Historisches Archiv BP/Aral

Die Ähnlichkeit mit dem Fussballer Kevin Keegan ist nicht zufällig. Der Engländer spielte von 1977 bis 1980 in der Bundesliga beim Hamburger Sportverein und BP war gleichzeitig Hauptsponsor des HSV – so passte das zusammen und Kevin Keegan erhielt (laut Spiegel) ein Honorar von über 30.000 Mark (das entspricht 15.338 €).

Aufmerksam geworden bin ich auf diesen Superhelden durch den Artikel „Ein Name macht Geschichte“ von Kevin Niebauer (erschienen in „der Freitag“, 12.06.2016). Sehr interessant, das Kevin-Phänomen mal aus der Perspektive eines Kevin zu lesen. Warum er den Artikel geschrieben hat? „Weil in keinem anderen Namen mehr Zeitgeschichte, Popkultur und Fußball steckt als in meinem.“ Dem kann ich nur zustimmen, darum beschäftige ich mich so viel mit diesem Vornamen. In einem Punkt irrt Kevin Niebauer aber: Der HSV ist nicht schuld daran „dass der ursprünglich irische Name in Deutschland bekannt wurde und sogleich anfing, auf den Geburtsurkunden eine steile Karriere hinzulegen“. Als Kevin Keegan 1977 nach Deutschland kam, war sein Vorname längst in der deutschen Vornamenhitliste vertreten. Tatsächlich war es die TV-Serie Black Beauty mit einem Kevin als Hauptfigur, die den Aufstieg des Namens auslöste.

Autor:

Knud Bielefeld ist Vornamenanalytiker und erstellt Jahr für Jahr eine Auswertung der beliebtesten Vornamen Deutschlands.

2 Kommentare zu "Super Kevin"

  1. Anna sagt:

    Kevin geht als Dummheit durch. Wieso?

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