Magdalena soll Magdalene heißen, sagt das Amt

Die Tradition der Nachbenennung nach Eltern, Großeltern oder Paten wird in vielen Familien bis heute gepflegt. So hat auch Magdalena Geiger den gleichen Vornamen wie ihre Mutter bekommen und heißt seit 75 Jahren Magdalena. Der Vorname Magdalena war so auch im Personalausweis, in der Heiratsurkunde und wohl unzähligen weiteren Dokumenten vermerkt.

Bis ein Standesbeamter in Augsburg feststellte, dass im Standesamt von Oberottmarshausen damals vor langer Zeit bei der Ausfertigung der Geburtsurkunde geschlampt worden war – der handschriftliche Eintrag würde „Magdalene“ lauten und nicht „Magadalena“. Und weil die Geburtsurkunde  in Namensangelegenheiten das verbindliche Dokument sei, wurde Magdalena Geigers Personalausweis umgehend zerschnitten und ein neuer, auf „Magdalene Geiger“ lautender Personalausweis ausgestellt. Das Bürgerbüro verlangt von der empörten Frau Geiger, dass Sie ihren Namen behördlich ändern lässt, wenn sie weiterhin Magdalena heißen will.

Ob das wirklich stimmt, was die Augsburger Allgemeine berichtet? Ich mag das nicht glauben, denn wem nützt diese Auslegegung der Vorschriften? Schließlich ist Frau Geiger in Ihrem Umfeld nur als Magdalena bekannt!

Nachtrag vom 24.05.2011: Inzwischen ist es zu einer Einigung gekommen: Magdalena Geiger darf ihren Namen behalten und bekommt eine neue Geburturkunde!

Autor:

Knud Bielefeld ist Vornamenanalytiker und erstellt Jahr für Jahr eine Auswertung der beliebtesten Vornamen Deutschlands.

5 Kommentare zu "Magdalena soll Magdalene heißen, sagt das Amt"

  1. Wenke sagt:

    Das ist deutsche Bürokratie :o) Die nehmen ihren Job sehr ernst.
    Naja, wäre mal nicht geschlampt worden vor 75 Jahren, rein rechtlich heißt sie ja Magdalene. Wenn sie den Namen wirklich ändern lassen muss (in offiziell Magdalena), dann sollte ihr das aber finanziert werden. Oder sie heißt eben offiziell Magdalene und lässt sich Magdalena rufen, so frei gehen ja Viele mit ihren Namen um …

    Wenke

  2. Natalie sagt:

    Ich stimme Wenke zu, dass Frau Geiger die Kosten übernommen bekommen sollte, wenn sie nun wegen solch einer nicht selbstverschuldeten Schlamperei ihren Namen umändern lassen muss.

    Erinnert mich an einen ähnlichen Fall:
    Der Vater einer meiner Freundinnen hat in seinem Personalausweis als Vornamen „Karl-Heinz“ angegeben. Soweit nichts ungewöhnliches – letztens viel ihm jedoch seine Geburtsurkunde in die Hände und da bemerkte er, dass er eigentlich „Karlheinz“, also ohne Bindestrich, heißt.
    Er hat damit zwar jahrelang einen „falschen“ Namen auf allen restlichen Dokumenten stehen gehabt und prinzipiell auch immer mit Bindestrich alles mögliche unterschrieben – großartig gestört hat das aber nie jemanden.
    Und alles umändern lassen will er jetzt auch nicht mehr. ;]

  3. Wenke sagt:

    Ich frage mich schon, wie das passieren kann …
    Die Eltern wissen doch, ob das Kind nun Karl-Heinz oder Karlheinz geschrieben wird. Oder sie müssen eben bei der Eintragung ganz genau aufpassen und hinsehen.

    Wenke

    • Anonymous sagt:

      ich seh das auch so, eine mutter (oder ein vater) bemerken doch , obihr kind magdalena oder magdalene heißt!!!

  4. elbowin sagt:

    Das kommt gar nicht so selten vor, wie man vielleicht denkt. Mir fallen spontan 2 Fälle in meinem Umfeld ein, wo Menschen mit einem anderen Namen durch das Leben gingen als in der Geburtsurkunde eingetragen. Und der „falsche“ Name ist auf allen offiziellen Dokumenten (Führerschein, Personalausweis, Reisepass, Zeugnisse, Sozialversicherungsnachweise, Grundbucheinträge, …) zu finden.

    Meine Meinung ist, dass in solchen Fällen die Geburtsurkunde kostenlos und unbürokratisch geändert werden sollte. In der Praxis leben die Leute meist mit dem „falschen“ Namen weiter, es ging ja auch vorher schon mehrere Jahrzehnte gut.

    Nicht aus meinen direkten Umfeld, aber prominent: Historiker haben herausgefunden, dass der Physiker Max Planck laut Geburtsurkunde Marx Planck hieß.

Kommentieren