Wenn das Kind Weihnachten geboren wird

Der 24. Dezember gehört wohl zu den eher unbeliebten Geburtsdaten. Wenn Ihr Kind schon an Weihnachten auf die Welt kommt, könnte es doch einen weihnachtlichen Namen bekommen, oder?

Zuallererst kommen die Namen Noel und Natale in Frage, die mehr oder weniger direkt „Weihnachten“ bedeuten.

Der Name Jesus ist zumindest in Deutschland zwar zulässig, aber nicht üblich. Die Vermutung liegt nahe, dass ein Kind durch diesen Namen eher belastet würde. Die Variante Yeshua dagegen ist nicht so vorbelastet und passt ganz gut in die aktuelle Namensmode.

Während der Name Josef zur Zeit nicht so populär ist, gehört Maria zu den häufigsten Vornamen der jüngsten Geburtsjahrgänge und wäre eine sehr unauffällige Referenz an Weihnachten. Das gilt auch für Varianten dieses Vornamens wie Marie, Mia, Miriam, Mirjam, Marija, Mirja, Maike und Mareike.

Zur Weihnachtsgeschichte gehören natürlich auch Balthasar, Caspar und Melchior. Diese drei Jungennamen gehören nicht zu den derzeitigen Modenamen, wobei Caspar am ehesten in den Geburtsmeldungen ausgemacht werden kann. Balthasar taucht ab und zu als zweiter Vorname auf, Melchior dagegen ist sehr selten.

Ein Baby Herodes zu nennen wäre wohl eher ein Signal, dass die Eltern Weihnachten überhaupt nicht mögen. Schließlich ist König Herodes in der Weihnachtsgeschichte nach Matthäus der „Bösewicht“, der einen Kindermord befiehlt.

Dann wäre da noch der Stern, der Maria und Josef den Weg nach Bethlehem wies – es gibt einige Mädchennamen, die „Stern“ bedeuten, z. B. Esther, Estelle und Stella!

Thema: Namensgebung

Autor:

Knud Bielefeld ist Vornamenanalytiker und erstellt Jahr für Jahr eine Auswertung der beliebtesten Vornamen Deutschlands.

21 Kommentare zu "Wenn das Kind Weihnachten geboren wird"

  1. sven sagt:

    Was ist mit Yul?
    Das heißt auch Weihnachten.

  2. Lisa sagt:

    ja aber warscheinlich sind das die besten.

  3. Nathalia sagt:

    Nathalie,Nathan,Nathanel,Natalja…bedeutet auch alles „An Weihnachten geboren“.
    Oder wie wäre es mit Christine,Christian,Kristin,
    Kirsten,Christa…einem kleinen Christkind?

    **Frohe Weihnachten!**

    • Maria Th. sagt:

      Ich habe letzte Woche erfahren, dass eine entfernte (inzwischen verstorbene) Tante namens Grete, eigentlich hätte Christa heißen sollen, weil sie am 24.12. geboren wurde. Leider war der Vater aber wohl zu betrunken und hat den Namen nicht richtig angegeben. Krass, oder?!

    • Jan sagt:

      Bei mir wäre da auch fast was schiefgegangen: Ich hätte fast Jahn statt Jan, und Clas statt Klaas geheißen, weil mein Vater es nicht so mit dem Lesen und Schreiben hatte. (Dafür hatte er freilich Charme und war mit Anfang zwanzig Dachdeckermeister. 🙂 ) Kein Witz. Ob Schnaps eine Rolle gespielt hat, weiß ich nicht, vielleicht. Als meine Mutter das im Kindbett gesehen hat, hat sie ihn sofort durch Eis und Schnee zum kleinstädtischen Standesamt zurückgeschickt. Die Sache ließ sich noch richten…

    • Maria Th. sagt:

      weil mein Vater es nicht so mit dem Lesen und Schreiben hatte. (Dafür hatte er freilich Charme und war mit Anfang zwanzig Dachdeckermeister.)

      Man kann nicht alles erwarten, nobody is perfect 😉
      Aber wenigstens hat er es wieder in Ordnung bringen können, auch durch persönlichen Einsatz in Eis und Schnee.

  4. Silvia Mues sagt:

    Meine Tochter ist am 23.12.geboren, mittlerweile schon 6 Jahre alt und heißt mit Vornamen: Nathalie.
    Fanden wir(mein Mann und ich) passend, da sie kurz vor Weihnachten zur Welt kam.

    • Natalie sagt:

      Auch ich bin eine Natalie (allerdings ohne H), bin jedoch nicht an Weihnachten geboren.
      Trotzdem – an sich ist der Name (und seine entsprechende Bedeutung) für ein „Weihnachtstöchterchen“ recht passend. :]

  5. Simone sagt:

    Mein Großer wurde auch an Heiligabend geboren: Christopher (aber als 2. Name)

  6. Lill sagt:

    In Irland wird der Name Nollaig (irisch für Weihnachten) an sowohl männliche als auch weibliche Weihnachtskinder vergeben.

  7. weihnachtsbaby sagt:

    hallo,
    ich heiße Luis Alexander und bin am 25.12.08 auf die welt gekommen. aber da sich meine eltern schon immer einen sohn mit diesem namen gewünscht haben, wollten sie sich durch weihnachten nicht abbringen lassen.
    liebe grüße

  8. das mon sagt:

    Ich bin auch ein Weihnachtskind und heiße Sarah. Mein Name stand aber schon vor meiner Geburt fest und ich bin sowieso ein paar Tage zu spät gekommen. Ich bin froh, dass mein Name nicht auch noch mit diesem Namen im Bezug steht. Das Datum allein ist schlimm genug.

  9. Rebecca Sophie sagt:

    Theodor, Theodora, Dorothea bedeutet Gottesgeschenk.
    Wenn man den Namen Leona rückwärts liest erhält man anoel, daraus kann man á noël machen. Gleiches gilt für Leon. Ich kenne Geschwister namens Leona an Theodor, wobei letzterer an Weihnachten geboren ist. Leona allerdings auch nicht viel später am 30.12.

    • Rebecca Sophie sagt:

      Stimmt nicht ganz, Theodor ist an Heilig Abend geboren, auch wenn es das nicht besser macht.

  10. Jan sagt:

    Julbock würde möglicherweise nicht durchgehen…

  11. Chiocciola sagt:

    Zu nennen wären noch Adam und Eva – Namenstag am 24.12.

    Stephan/Stefan – Namenstag 26.12.

    Zu Kaspar/Melchior/Balthasar

    Ich kenne einen Melchior (ca. 90 Jahre)
    und einen Balthasar (ca. 12 Jahre)

    • cassis sagt:

      Ein Lehrer von mir hieß tatsächlich Melchior. Wann mag der geboren sein – um 1960, würde ich schätzen.
      Dass Stefan/Stephan am 26. 12. Namenstag hat, wüsste ich ohne meinen Bezug zu Italien nicht – da nennt man den 2. Weihnachtsfeiertag „Santo Stefano“. Wobei sich mal in irgendeinem italienischen Unterhaltungsroman, den ich gelesen habe, eine Protagonistin gefragt hat, wer dieser heilige Stefan eigentlich gewesen sei – den Hintergrund scheinen nicht alle zu kennen, aber der Tag wird immer so genannt.

    • Jan sagt:

      Viele Leute kennen die Madonna des Jean Fouqet, zumindest vom Sehen: *klick*. In der Tat ein faszinierendes, schönes und beunruhigendes Gemälde – Jan Huizinga hat Kluges darüber geschrieben. Viel weniger Leute jedoch wissen, daß es der rechte Flügel eines Diptichons ist. Der linke, optisch in der Tat viel weniger attraktive Flügel (*klack*) zeigt seinen Stifter Étienne (also Stephan) Chevalier mit seinem Schutzheiligen, eben dem heiligen Stephan, kenntlich an seinem Attribut, einem Stein. (Weil er der Legende nach gesteinigt wurde.)

      Daß da der 26.12. der Namenstag ist, war mir freilich ganz neu… Bemerkenswert.

  12. Chiocciola sagt:

    Wenn man die „Sterne“ zu den „weihnachtlichen“ Namen zählt, sind auch die Engel nicht zu vergessen: Angela, Angelika, Angelina, Angelique …
    Angelus, Angelo, Engelbert?, Engelmar? …

    • Rebecca Sophie sagt:

      Da kann mein sein Kind übrigens auch tätowieren, womit wir bei den BdW wären. Auf portugiesisch heißt es Ângela.

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