Schon länger liegt hier ein Zeitungsausriss aus dem Lokalblättchen. Eine sympathische junge Frau mit großen Creolen in den Ohren und dickem Blumenstrauß im Arm ist darauf zu sehen: eine für ihre Leistungen ausgezeichnete Auszubildende. Und natürlich ist es ihr Vorname, der mir aufgefallen ist. Kirby. Dazu wird noch ihr Zweitname genannt, sehr geläufig und in ihrem von mir angenommenen Geburtsjahr in den Top 40.
Namensgebung
Tipps zu Namenssuche, Namensgebung, Namenswahl, Namensfindung oder wie immer man das auch nennen möchte.
Amon und Ariel – Assoziations-Alarm?
Es steht auf Platz 14 der Spiegel-Bestsellerliste: ein Buch, dessen Obertitel nur aus vier Buchstaben besteht, einem hebräischen Vornamen: Amon. Viel mehr braucht es nicht, um zu wissen, um was und wen es geht. Verfasserin Jennifer Teege ist die Enkelin des brutalen KZ-Kommandanten Amon Göth, den man auch aus „Schindlers Liste“ kennt, und schreibt über ihre Familiengeschichte: „Mein Großvater hätte mich erschossen“ – Teeges Vater ist Nigerianer. Auch Göths Vater und Großvater hießen schon Amon, der Name taucht nicht nur in der Bibel auf, sondern bezeichnet auch den Sonnengott im alten Ägypten. Und er ist einer jener Namen, die mir gefallen, wo ich mich aber frage: Kann man den noch (oder wieder?) vergeben?
Henry oder Henri: Kleiner Prinz auf der Überholspur
Zwar heißen kleine Prinzen seit Neuestem eher George. Trotzdem: Henry und dem etwas selteneren Henri, beide für mich männlich und niedlich zugleich, haftet etwas Royales an. Vielleicht sorgt auch der Rummel um den britischen Prinzen Harry – eigentlich Henry –, der 1984 geboren wurde, mit dafür, dass der Name so gut ankommt? Jedenfalls steht Henry an der Spitze jener Namen, die 2013 am meisten an Beliebtheit zugelegt haben. Bundesweit erklomm Henry/Henri Platz 17, in Hamburg und Niedersachsen sogar Platz 5. Ich habe mit zwei Henry-Müttern und einem Henri-Papa gesprochen.
Familie König ist fein raus
Finn Herzog. Emma König. Diese Namen las ich vor einiger Zeit im Impressum eines Magazins und stutzte prompt, wie wohl jeder Stammleser dieser Website stutzen würde: So jung und schon professioneller Schreiberling?! Finn ist erst seit den späten 90ern so richtig angesagt. Ganz ähnlich Emma: Zwischen 1970 und 1995 wurde dieser Name kaum vergeben. Natürlich hätte es sich bei Emma um ein (ganz) altes Semester handeln können oder um ein Kind von Eltern, die ihrer Zeit voraus (oder hinterher) waren. Allerdings fand meine innere Miss Marple das Zusammentreffen von Emma und Finn im Verein mit den so ähnlich gestrickten Nachnamen verdächtig.
Aussprache schlägt Schreibweise?

Von Leuten, die ihren Kindern bewusst einen Namen in „kreativer“ Schreibweise verpassen (etwa: Leny), will ich hier gar nicht groß reden. Vielleicht ist es diesen Zeitgenossen wirklich egal, wenn der Name ihres Lieblings alle naselang falsch geschrieben wird, sie eigentlich ständig buchstabieren müssten. Vielleicht haben sie auch überschätzt, was andere sich einzuprägen bereit und fähig sind („Tante Hilde müsste doch langsam wissen, wie wir Madliene schreiben“).