Frisch entdeckt unter einer Hamburger Brücke und doch voll im Leben stehend: ein PKW mit einem handgemalten, mit Tesafilm in der Heckscheibe befestigten Namensschild. Käte. Das wirft Fragen auf: Wer oder was ist Käte – die Fahrzeughalterin? Ihr Kind? Ihre Lieblingsband? Oder gar der Name des Autos (auch so etwas soll es geben)? Offenbar ein echter Insider. Wo ist überhaupt das h von Käthe – so die gebräuchlichste Schreibweise dieses Katharina-Kürzels – abgeblieben?
Namensgebung
Tipps zu Namenssuche, Namensgebung, Namenswahl, Namensfindung oder wie immer man das auch nennen möchte.
Bestrickend schön
So mancher dokumentiert seine Liebe zu seinem Kind und speziell zum ausgewählten Vornamen heute mit einem Tattoo. Was ich zumindest erträglicher finde als tätowierte Kleinkind-Porträts. Aber würde ein Kettchen frei nach Thomas Anders nicht denselben Zweck erfüllen wie diese Liebesbekundung, die womöglich schmerzhafter ist als die Geburt? Und noch wichtiger: Was sagt später Sohnemanns erste Freundin, wenn sie auf der Brust ihres Liebsten zwar kein „Mama“-Tattoo vorfindet (natürlich nicht!), aber dafür sein Name „forever“ gut sichtbar auf Muttis vor sich hin alterndem Unterarm prangt?
So findet man einen Namen, mit dem beide gut leben können
Es gab eine Zeit, in der Väter in der Namensfrage mehr Macht hatten als heute. Schließlich suchten sie das Standesamt auf, während die Mütter noch in der Klinik waren. Da kam es schon mal vor, dass Papa einen Zweitnamen aus dem Hut zaubern musste – ganz ohne seine Partnerin per Handy zurate ziehen zu können –, weil der Wunschname allein nicht anerkannt wurde. Ich weiß auch von einer Frau, die von ihrem Vater als Birgitta angemeldet wurde, was ihrer Mutter überhaupt nicht gefiel.

Heute bieten viele Krankenhäuser die Möglichkeit, Kinder ohne Behördengang anzumelden. Zudem sind Mütter nicht so lange bettlägerig, es bestehen kaum mehr Chancen, Namen an ihnen vorbeizuschmuggeln. Die Klingen werden schon lange vorher gekreuzt – sofern nicht beide Partner zufällig genau denselben Geschmack haben oder aber einer von beiden in der Namensfrage offen für vieles (oder: gleichgültig?) ist. Es gilt, eine gemeinschaftliche Entscheidung zu treffen, die weitaus gewichtiger ist (lebenslänglich!) als etwa die Frage, welche Couchgarnitur angeschafft wird.
- So findet man einen Namen, mit dem beide gut leben können: Strategien und Tipps
Nur ganz wenige Mädchennamen ohne a

Brigitte, Christa, Erika, Gertrud, Gudrun, Hannelore, Hedwig (stets Hedi genannt), Ingrid (2-mal), Karin, Marie-Luise, Ortrud, Ruth, Ursula (kannte man nur als Ursel), Waltraud (2-mal). So heißen die Cousinen in der Generation meiner Eltern, geboren irgendwann zwischen Mitte der 30er und den frühen 50er Jahren. Meine Cousinen, Ende der 60er bis Mitte der 70er geboren, heißen Jasna, Katrin (2-mal) und Susanne – wenn es um die Anzahl an Anverwandten geht, kann ich mit meinen Eltern schon mal nicht mithalten.
Fußball-WM-Nachlese
Am Tag nach dem WM-Finale sind dann doch einige Babys nach Fußballern benannt worden, so der kleine Mario aus dem Allgäu, der eigentlich Georg heißen sollte. Dass ich nicht mit einem Boom der Fußballernamen rechne, hatte ich ja schon im Juli geschrieben. Über das große öffentliche Interesse am Fußballernamen-Thema war ich allerdings überrascht – ich habe dazu mehr Radiointerviews gegeben als zum Jahreswechsel anlässlich der aktuellen Babynamenhitliste. Ein Beispiel gefällig? Hier ein Mitschnitt von Radio Schleswig-Holstein vom 18. Juli 2014:
Ein Boom der Vornamen Philipp, Mats und Manuel hat bisher nicht eingesetzt. Mir scheint aber, dass die Namen ausländischer Fußballstars häufiger vorkommen als früher. So tauchte mal ein Neymar in den Geburtsmeldungen auf und gar nicht so selten ein Cristiano. Lionel würde ich nicht einmal mehr als seltenen Vornamen bezeichnen, der Vorname des Argentiniers Messi hat in Deutschland Potenzial zum Modenamen.