Luc, Leeloo und Laureline

Ich bin keine große Kennerin der Filme von Luc Besson, aber als ich neulich in „Valérian“ war, drängte sich mir die Frage auf, ob der französische Regisseur nicht doch einigen Einfluss auf Namenstrends gehabt hat und speziell 2017 wieder haben dürfte. Der Name des schnieken Titelhelden wird in dem Science-Fiction-Streifen jedenfalls so oft genannt und gerufen, dass man ihn kaum mehr aus dem Kopf bekommt. Zur aktuellen Namensmode – weich, viele und hell klingende Vokale – passt Valérian perfekt. Deutsche Eltern dürfen meinetwegen sehr gern den accent aigu weglassen. 2016 wurde der Name ohne Filmvorbild einige Male vergeben, wenn auch bei weitem nicht so oft wie der klanglich verwandte Valentin (Platz 59), dessen Italo-Variante Valentino (287) oder die weiblichen Formen Valeria (224) und Valerie (242). Ich bin gespannt, ob Valerian jetzt einen Raketenstart hinlegt.

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Zehn Namen – ein Buch (mit Paula, Matthias und Joshua)

Heute mal ein kleines Spiel: Ich stelle zehn Namen vor, und dann darf geraten werden, in welchem Buch ich sie allesamt gefunden habe. Es handelt sich eher um Nebenfiguren, sonst wäre es ja zu einfach.

1. Paula: Paula hat lateinische Wurzeln und eine Bedeutung, auf die man vom bloßen Hören nie kommen würde: „die Kleine“. Schon seit Mitte der 90er ist Paula kein Name für alte Tanten mehr, 1998 erreichte er sogar Platz 19. Aktuell zählt Paula noch immer zu den 40 beliebtesten Mädchennamen Deutschlands.

2. Matthias: In den 60er und 70er Jahren zu Tode geritten – einen Matthias hatten wohl viele in ihrer Klasse –, ist dieser Name doch eigentlich sehr schön und hat eine gute Bedeutung: „Gabe des Herren“. In den Charts findet man ihn derzeit auf Platz 130. Eher nach Kind, da viel unverbrauchter, klingen heute nordische Kurzformen: Mattis/Mathis (bundesweit Platz 61, im Norden 26) und Mattes (Platz 205, im Norden 97).

3. Joshua: Dieser moderne Jungenname (Platz 56) kam zuletzt durch die überraschende Art, wie Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich ihn ausgesprochen haben möchte, ins Gespräch.

4. Karl-Eduard: Der Name Karl gefällt Eltern von heute gut (Platz 33), sein Bindestrichpartner Eduard hat es schwerer, aber immerhin: Platz 350. Interessant: Der altväterische Eduard liegt bei uns wieder hundert Plätze vor seiner englischen Grundform Edward, die kurzzeitig durch die „Twilight“-Vampirsaga gepusht wurde. Zum Doppelnamen dürfte vielen der bei der DDR-Bevölkerung verhasste Journalist Karl-Eduard „Sudel-Ede“ von Schnitzler einfallen.

5. Fridolin: Fridolin hört man selten, warum eigentlich? Wenn Friedrich (Platz 136) und Ferdinand (Platz 141) gehen und Valentin sogar regelrecht häufig ist (Platz 59), wo bleibt dann – der übrigens von Friedrich abgeleitete – Fridolin?!

10 Namen ein Buch

6. Zacharias: Den Namen Zacharias braucht man vor allem beim Buchstabieren („Z wie Zacharias“) und beim Stadt-Land-Fluss-Spielen. Im Dritten Reich buchstabierte man übrigens statt mit dem hebräischen Namen „Z wie Zeppelin“. Wer einen seltenen Anfangsbuchstaben für sein Kind möchte – warum nicht Zacharias?

7. Polly: „Und dann kam Polly“ heißt eine Filmkomödie mit Jennifer Aniston aus dem Jahr 2004. Auf das Auftauchen der niedlichen Polly als Lilly-Alternative in der deutschen Hitliste warte ich noch, Polly-Pocket-Püppchen hin oder her. Immerhin könnte man Polly als Kürzel des Heiligennamens Apollonia oder als Hommage an Brechts „Dreigroschenoper“ verstehen. Im angelsächsischen Raum ist Polly, was bei uns eher Lora ist: ein typischer Papageienname.

8. Lilofee: Durch die Figur der Prinzessin Lillifee haftet diesem aus dem 19. Jahrhundert stammenden Namen noch mehr Süße an als Polly. Von Knud Bielefeld wurde der Mix aus Lilo (Liselotte) und Fee (Felicia) schon vor zwei Jahren als Geheimtipp gehandelt – und das ist er bis dato auch geblieben. Am nächsten kommt ihm noch Lilou (Platz 470).

9. Annarita: Noch zwei zusammengebackene Mädchennamen. In dem Buch, das ich immer noch suche, ist ihre Trägerin längst nicht so schön wie das Ergebnis der Summe von Anna und der Margarethe-Kurzform Rita … Jedenfalls: eine individuelle Art, Dauerbrenner Anna (derzeit auf Platz 6) zu umgehen, mit einer hübschen Bedeutung, wenn man so will: „Die anmutige Perle“.

10. Boy: Mögen Sie Dreibuchstabennamen? Friesen-Flair? Namen, die international verstanden werden? Ach, oder schwärmen Sie für alte Tarzan-Filme? In allen vier Fällen kann die Antwort kurz und bündig nur lauten: Boy.

Na, hat es geklingelt? Und wenn ja, bei welchem Namen?

Agathas Namen

Agathas Namen

Es musste nicht erst „Downton Abbey“ daherkommen, um uns zu zeigen, dass Evelyn im Englischen in seltenen Fällen auch männlich kann: Wer den Miss-Marple-Klassiker „Vier Frauen und ein Mord“ kennt, ist längst im Bilde. Übrigens erlebte Evelyn – als Mädchenname natürlich – vor einem Dutzend Jahre ein Comeback und ist seither wieder recht gebräuchlich (zuletzt Platz 165). Ob’s an der Schweizer „Popstars“-Siegerin von 2001, Evelyn Zangger, lag?

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Die Macht ist mit Hans-Ole

So, jetzt habe ich endlich Star Wars VII gesehen. Ohne zu viel zu verraten kann ich sagen: Ich war verblüfft, als ich den eigentlichen Namen des Darth-Vader-Verschnitts Kylo Ren erfahren habe … Star Wars ist nicht jedermanns Sache, klar. Dieser Tage scheint die Welt regelrecht in Fans, Hasser und Gleichgültige zu zerfallen. So oder so denke ich, dass die Weltraum-Saga das Zeug dazu hat, Trends und Assoziationen zu prägen. Die Geschwisternamen Luke und Leia tauchen immer mal wieder zusammen auf, ebenso Anakin.

Wie steht es also mit Kylo (sprich Kailo): Hat er das Potenzial zum Hit? Klanglich ganz sicher, ähnelt er doch dem Aufsteiger Milo/Milow (2014 noch auf Platz 500, 2015 auf Platz 115), sofern dieser englisch gesprochen wird. Mailo geschrieben, verpasste der Name die aktuellen Top-200 nur knapp. Ein Y macht sich bekanntlich auch immer gut. Allerdings ist der Leumund von Kylo Ren so rabenschwarz wie seine Maske, und seine Zündschnur könnte kaum kürzer sein. Nennt man so sein Kind? Laufen nicht alle Pädagogen schreiend weg, wenn Klein-Kylo eingeschult wird?

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Aurelia, Breien und Ceddie

In der Adventszeit mag ich es klassisch. Weniger in Bezug auf Musik oder Mode – Letzteres dürfte jedem beim Blick auf meine ganzjährig gewagt-bunten Socken schnell klar sein. Aber unbedingt bei Filmen und Büchern! Deshalb gibt es heute mal Namen aus meinen liebsten Weihnachtsklassikern. Wer möchte, darf gern ergänzen.

Gewagt-bunte Socken (Symbolbild) © AlexMaster - fotolia.com
Gewagt-bunte Socken (Symbolbild) © AlexMaster – fotolia.com

Aurelia: Bei diesem Namen höre ich immer, wie Colin Firth alias Jamie in „Tatsächlich … Liebe“ seiner niedlichen portugiesischen Haushälterin am Heiligabend einen öffentlichen Antrag macht: „Bonita Aurélia …“. Hach!

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