Zehn Namen – ein Buch 2

Zehn Namen 2

Dieses Spiel habe ich hier früher schon mal gespielt: zehn Namen herausgepickt, die alle in ein und demselben Buch vorkommen, teilweise nur als beiläufige Erwähnungen. Den Titel des Werks verrate ich erst später – aber vielleicht kommen Sie ja drauf?

1. Faustina: Wer traut sich, sich mit Faustina anzulegen – oder diesen Namen zu vergeben? Es gäbe sogar eine passende Heilige und einen Namenstag (18. Januar). Geradezu bestechend die Herleitung aus dem Lateinischen: „faustus“ bedeutet „beglückend, Glück bringend“. Nicht so mutigen Eltern würde ich eher die ähnlich klingende Augustina (nicht im Buch) empfehlen.

2. Jordan: „By the rivers of babylon …“ Irrigerweise assoziiere ich mit diesem Unisexnamen den Song von Boney M.; dabei geht es in dem auf Psalm 137 zurückgehenden Text um den Euphrat und ein Gewässer namens Chabur. Egal. Jordan ist aktuell auf Platz 351 der deutschen Jungennamen-Hitliste. Kennt hier jemand eine(n) Jordan und kann berichten, ob er/sie englisch oder vielleicht doch deutsch ausgesprochen wird – und ob es viele Scherze der Marke „über den Jordan“ gibt?

3. Edgar: Platz 213 der Hitliste, und ich glaube, da geht noch was. Schließlich ist Edgar nicht so „zwielichtig“ wie Edward, der von 2010 bis 2012 und noch mal 2016 ein Gastspiel in den Top-500 gab, und lässt sich wie dieser cool mit Eddy abkürzen. Eine Kurzform übrigens, die als eigenständiger Name bundesweit auf Platz 151 thront und sich speziell in Sachsen großer Beliebtheit erfreut (Platz 30!), keine Ahnung, warum, haben Sie einen Tipp?

4. Tom: Noch ein Kurzform-Name, auf den sich richtig viele Eltern einigen können – Platz 34. Weniger bekannt ist die Bedeutung, „Zwilling“, außer vielleicht bei Toms selbst, die sich in der Kommentarspalte unseres Namenslexikons auch gern über Sternzeichen austauschen. Mein Favorit ist aber „Chantal“, die wörtlich schreibt: „Ich habe gelesen das fast alle Jungens die Tom heißen eine Freundin haben die Zwilling sind.“

5. Ardita: Ein Abstecher nach Albanien! Der Name bedeutet „goldener Tag“ und gefällt mir sehr gut. Allerdings wird eine Ardita sicher öfter mit der allseits bekannten Madita (Platz 232) verwechselt.

6. Nick: Kurz, knackig – Nick! Als alter Nick-Knatterton-Fan mag ich diesen Namen ganz gern. Harry Potters „fast kopfloser Nick“ („Nearly Headless Nick“) hat auch was. Wie Tom erfüllt dieser Name das Gebot etlicher Eltern, im englischsprachigen Ausland zu funktionieren. Da kommt er ja schließlich her. Platz 69 in Deutschland.

7. Asa: Noch ein Name, dem man das Geschlecht des Trägers (der Trägerin?!) nicht gleich ansieht. Obendrein ist die Aussprache kniffelig. Wie geschrieben wäre denkbar, weil Asa ein hebräischer Jungenname ist („Heiler“). Allerdings kommt er praktisch nur im englischsprachigen Raum vor, dort angeblich ähnlich gesprochen wie Arthur. Mit Sonderzeichen wird daraus ein skandinavischer Mädchenname: Åsa („kriegerisch, herrschend“), gesprochen etwa „Ohsa“.

8. Daisy: Ein zartrosa Blümchen von einem Namen – die Bedeutung von Daisy ist wirklich „Gänseblümchen“, auch wenn viele an eine Ente mit Schleife auf dem Haupt denken mögen. Aktuell bringt Schauspielerin Daisy Ridley („Star Wars“) den Namen ins Gespräch.

9. Sigourney: Ein seltener und eher sperriger Name, der (mittlerweile) von Frauen ebenso getragen werden kann wie von Männern. Ich muss an „attorney“ denken, den Rechtsanwalt, und an längst aus der Mode gekommene, ebenfalls mit „Siggi“ abkürzbare Namen wie Siegfried und Sigismund. Die Figur, die diesen Namen trägt – oder zu tragen scheint –, zählt nicht zu den handelnden Personen des gesuchten Buches, sie wird sogar nur ein einziges Mal erwähnt (das hätte ich nicht erwartet).

10. Jay: Jayden, Jayson, Jaymie, Jayce … es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis Jay als Kurz- und quasi Grundform der Jungennamen mit englischem J es in die hiesigen Top-500 schafft. War ja schon bei J. R. Ewing cool. Tatsächlich ist mir in den Weiten des Netzes schon mal eine Mutter begegnet, die für ihre Tochter den Namen CJ, gesprochen „ßie-dschäj“, erstreiten wollte. Hm.

So, und aus welchem Buch stammen nun die zehn Namen? Was hat Sie auf die Spur gesetzt? Habe ich spannende Namen vergessen?

Und außerdem …

3 Gedanken zu “Zehn Namen – ein Buch 2

  1. Ich auch!
    Speziell “Sigourney” ist verräterisch, auch wenn man das Buch (oder den Film) gar nicht kennt, sondern nur die Lebensgeschichte von Mrs. Weaver:
    “In 1963, she changed her name to “Sigourney”, after the character Sigourney Howard in F. Scott Fitzgerald’s “The Great Gatsby” ” (imdb.com)

  2. Ihr habt natürlich recht – darum steht die verräterische Sigourney auch so weit hinten in der Liste 🙂

    Dass die als Susan geborene Schauspielerin in “Gatsby” ihren neuen Namen gefunden hat, wusste ich schon vor dem Lesen, siehe dazu auch https://blog.beliebte-vornamen.de/2009/06/sigourney-weaver/ Ich hatte bloß immer gedacht, diese Sigourney sei eine so beeindruckende Person. Ist sie aber gar nicht, man erfährt null über sie. Offenbar ging es wirklich nur um Klang und Länge des Namens.

    Obendrein wird Sigourney vermutlich gar nicht als Frauenname, sondern als Name des Mannes von besagter Figur eingeführt: “Mrs. Sigourney Howard” – ihren eigenen Vornamen erfahren wir gar nicht …

    Noch mehr Gatsby-Namen:
    Catherine, Claudia, Consuela, Ella, Gloria, Jacqueline, Judy, June, Lucille, Myrtle, Pammy, Stella

    Arthur, Benny, Bill, Cecil, Chester, Clarence, Claud, Clyde, Dan, Don, Earl, Ed, Ernest, Ewing, Francis, George, Gus, Henry, Horace, Hubert, James, Lester, Maurice, Meyer, Newton, Russel, Ulysses, Walter, Webster, Willie

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