Nöstlinger-Namen

Tatsächlich habe ich mit meiner Tochter gerade ein Nöstlinger-Buch gelesen – „Man nennt mich Ameisenbär“, empfehle ich gerne! –, als neulich der Tod von Christine Nöstlinger (geboren 1936) durch die Medien ging. An Bücher der österreichischen Kinderbuchautorin erinnere ich mich gerne. Sie war so schön auf Seiten der Außenseiter, der Aufmüpfigen und der Mütter, die ob ihrer gedankenlosen Familie in den Haushaltsstreik traten. Mich brachte sie zuerst in Kontakt mit spannenden Wendungen und Vokabeln: heuer, Paradeiser oder Fuzerl („ein kleines Stück“). Auch der bestimmte Artikel vor Namen begegnete mir Nordlicht erstmals in ihren Büchern.

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Mordsnamen aus dem Norden

Mordsnamen

Was bist du groß geworden, kleiner Kalle! Und mit was für Abgründen du dich herumschlagen musst! Dabei erschien uns deine Welt einmal so idyllisch, voller Walderdbeeren, rot gestrichener Holzhäuser und Elche. Doch damit war es in den 90ern vorbei, zumindest für Erwachsene, als mit Henning Mankell der Boom skandinavischer Krimis und Thriller einsetzte. Natürlich brachten die blutrünstigen Schmöker Namen mit, von denen sich mancher – trotz der meist gebrochenen Charaktere – in den Köpfen festsetzte. Ihre Nachbarn haben ein Kind mit einem seltsamen nordischen Namen? Dann blättern Sie doch mal bei Jussi Adler-Olsen (Dänemark), Unni Lindell (Norwegen) oder Håkan Nesser (Schweden) nach! Jedenfalls sofern es sich bei Ihren Nachbarn nicht bloß um begeisterte Wintersport-Gucker oder Fjord-Touristen handelt.

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Zehn Namen – ein Buch (mit Faustina, Jordan und Edgar)

Zehn Namen 2

Dieses Spiel habe ich hier früher schon mal gespielt: zehn Namen herausgepickt, die alle in ein und demselben Buch vorkommen, teilweise nur als beiläufige Erwähnungen. Den Titel des Werks verrate ich erst später – aber vielleicht kommen Sie ja drauf?

1. Faustina: Wer traut sich, sich mit Faustina anzulegen – oder diesen Namen zu vergeben? Es gäbe sogar eine passende Heilige und einen Namenstag (18. Januar). Geradezu bestechend die Herleitung aus dem Lateinischen: „faustus“ bedeutet „beglückend, Glück bringend“. Nicht so mutigen Eltern würde ich eher die ähnlich klingende Augustina (nicht im Buch) empfehlen.

2. Jordan: „By the rivers of babylon …“ Irrigerweise assoziiere ich mit diesem Unisexnamen den Song von Boney M.; dabei geht es in dem auf Psalm 137 zurückgehenden Text um den Euphrat und ein Gewässer namens Chabur. Egal. Jordan ist aktuell auf Platz 351 der deutschen Jungennamen-Hitliste. Kennt hier jemand eine(n) Jordan und kann berichten, ob er/sie englisch oder vielleicht doch deutsch ausgesprochen wird – und ob es viele Scherze der Marke „über den Jordan“ gibt?

3. Edgar: Platz 213 der Hitliste, und ich glaube, da geht noch was. Schließlich ist Edgar nicht so „zwielichtig“ wie Edward, der von 2010 bis 2012 und noch mal 2016 ein Gastspiel in den Top-500 gab, und lässt sich wie dieser cool mit Eddy abkürzen. Eine Kurzform übrigens, die als eigenständiger Name bundesweit auf Platz 151 thront und sich speziell in Sachsen großer Beliebtheit erfreut (Platz 30!), keine Ahnung, warum, haben Sie einen Tipp?

4. Tom: Noch ein Kurzform-Name, auf den sich richtig viele Eltern einigen können – Platz 34. Weniger bekannt ist die Bedeutung, „Zwilling“, außer vielleicht bei Toms selbst, die sich in der Kommentarspalte unseres Namenslexikons auch gern über Sternzeichen austauschen. Mein Favorit ist aber „Chantal“, die wörtlich schreibt: „Ich habe gelesen das fast alle Jungens die Tom heißen eine Freundin haben die Zwilling sind.“

5. Ardita: Ein Abstecher nach Albanien! Der Name bedeutet „goldener Tag“ und gefällt mir sehr gut. Allerdings wird eine Ardita sicher öfter mit der allseits bekannten Madita (Platz 232) verwechselt.

6. Nick: Kurz, knackig – Nick! Als alter Nick-Knatterton-Fan mag ich diesen Namen ganz gern. Harry Potters „fast kopfloser Nick“ („Nearly Headless Nick“) hat auch was. Wie Tom erfüllt dieser Name das Gebot etlicher Eltern, im englischsprachigen Ausland zu funktionieren. Da kommt er ja schließlich her. Platz 69 in Deutschland.

7. Asa: Noch ein Name, dem man das Geschlecht des Trägers (der Trägerin?!) nicht gleich ansieht. Obendrein ist die Aussprache kniffelig. Wie geschrieben wäre denkbar, weil Asa ein hebräischer Jungenname ist („Heiler“). Allerdings kommt er praktisch nur im englischsprachigen Raum vor, dort angeblich ähnlich gesprochen wie Arthur. Mit Sonderzeichen wird daraus ein skandinavischer Mädchenname: Åsa („kriegerisch, herrschend“), gesprochen etwa „Ohsa“.

8. Daisy: Ein zartrosa Blümchen von einem Namen – die Bedeutung von Daisy ist wirklich „Gänseblümchen“, auch wenn viele an eine Ente mit Schleife auf dem Haupt denken mögen. Aktuell bringt Schauspielerin Daisy Ridley („Star Wars“) den Namen ins Gespräch.

9. Sigourney: Ein seltener und eher sperriger Name, der (mittlerweile) von Frauen ebenso getragen werden kann wie von Männern. Ich muss an „attorney“ denken, den Rechtsanwalt, und an längst aus der Mode gekommene, ebenfalls mit „Siggi“ abkürzbare Namen wie Siegfried und Sigismund. Die Figur, die diesen Namen trägt – oder zu tragen scheint –, zählt nicht zu den handelnden Personen des gesuchten Buches, sie wird sogar nur ein einziges Mal erwähnt (das hätte ich nicht erwartet).

10. Jay: Jayden, Jayson, Jaymie, Jayce … es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis Jay als Kurz- und quasi Grundform der Jungennamen mit englischem J es in die hiesigen Top-500 schafft. War ja schon bei J. R. Ewing cool. Tatsächlich ist mir in den Weiten des Netzes schon mal eine Mutter begegnet, die für ihre Tochter den Namen CJ, gesprochen „ßie-dschäj“, erstreiten wollte. Hm.

So, und aus welchem Buch stammen nun die zehn Namen? Was hat Sie auf die Spur gesetzt? Habe ich spannende Namen vergessen?

Ritterschlag für Trenk und Tiuri

Der kleine Ritter Trenk hat Schuld. Ohne ihn hätte es eine meiner ausgedehntesten Recherchen für dieses Blog, die mich mit drei Größen der Vornamenswelt und einer Autorin zusammenbrachte, nie gegeben. Wer, was, Trenk?! So heißt eine Kinderbuchfigur der Hamburger Autorin Kirsten Boie aus dem Jahr 2006. Die Abenteuer des Trenk Tausendschlag, der vom Bauernjungen zum Ritter wird, liefen ab 2011 auf KIKA und schafften es vor zwei Jahren auch in die Kinos.

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Luc, Leeloo und Laureline

Ich bin keine große Kennerin der Filme von Luc Besson, aber als ich neulich in „Valérian“ war, drängte sich mir die Frage auf, ob der französische Regisseur nicht doch einigen Einfluss auf Namenstrends gehabt hat und speziell 2017 wieder haben dürfte. Der Name des schnieken Titelhelden wird in dem Science-Fiction-Streifen jedenfalls so oft genannt und gerufen, dass man ihn kaum mehr aus dem Kopf bekommt. Zur aktuellen Namensmode – weich, viele und hell klingende Vokale – passt Valérian perfekt. Deutsche Eltern dürfen meinetwegen sehr gern den accent aigu weglassen. 2016 wurde der Name ohne Filmvorbild einige Male vergeben, wenn auch bei weitem nicht so oft wie der klanglich verwandte Valentin (Platz 59), dessen Italo-Variante Valentino (287) oder die weiblichen Formen Valeria (224) und Valerie (242). Ich bin gespannt, ob Valerian jetzt einen Raketenstart hinlegt.

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