Warum Lehrer Vorurteile gegen bestimmte Vornamen haben

Vor einigen Tagen ist eine wissenschaftliche Studie erschienen, nach der Namen wie Alexander, Sophie oder Marie in den Ohren von Lehrern leistungsstärker klingen als Chantal, Mandy oder Kevin: Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose.

Vor allem Lehrer, Menschen, die Kevin heißen und Eltern von Menschen, die Kevin heißen, sind eher nicht so gut auf dieses Thema zu sprechen.
Nicht ganz unbegründet. So wird in Frage gestellt, ob tatsächlich nur die Ansichten von Lehrern in die Auswertung eingeflossen sind. Der Fragebogen konnte im Internet von jedem Nutzer aufgerufen werden und (böse böse böse) manipuliert werden.
Selbst wenn man davon ausgeht, dass die Angaben stimmen, ist die befragte Gruppe nicht repräsentativ: Ein Blick in die Ausarbeitung verrät, dass vor allem verhältnismäßig junge Lehrer mit wenig Berufserfahrung teilgenommen haben. Zudem kommt die Mehrheit der Umfrageteilnehmer aus den Bundesländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Der Frauenanteil von fast 90% ist allerdings ein Indiz dafür, dass tatsächlich vor allem Grundschullehrer(innen) ihre Meinung geäußert haben – es gibt kaum männliche Grundschullehrer.

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Ausflug in die Namenwelt

„Wir wünschen bei diesem Ausflug in die Namenwelt viel Vergnügen!“ schreiben die Autoren Rosa und Volker Kohlheim im Vorwort Ihres Buchs Duden – Die wunderbare Welt der Namen. Für ein Namensbuch ist das eine unübliche Einleitung, denn normalerweise handelt es sich bei dieser Kategorie um eher sachliche Nachschlagewerke. Dieses Buch kommt aber ohne alphabetisches Namenverzeichis aus. Stattdessen stellt es unterhaltsam und spannend geschrieben die ausgefallensten Namen aus aller Welt vor und präsentiert Merkwürdiges und Kurioses rund um die Namengebung. Auch skurille Familiennamen wie Vornfett und Bösherz sowie die Entwicklung deutscher Namen in Amerika werden beleuchtet.
Weitere originelle Themen sind Vornamen speziell für unerwünschten Nachwuchs und Redensarten rund um Namen.

Für Namensfans wie mich ist es wirklich ein Vergnügen, in diesem Buch zu schmökern – der Preis von 9,95 EUR für das 120 Seiten starke Buch hat allerdings fast Fachbuchniveau.

Wie die amerikanische Vornamenstatistik entstanden ist

Deutschlands Vornameninteressierte blicken ja immer etwas neidisch über den Atlantik, denn in den USA gibt es wesentlich detailliertere Vornamenstatistiken als bei uns. Der „Erfinder“ der amerikanischen Vornamenhitlisten, Michael Shackleford, berichtet im Blog Nameberry, wie diese Statistiken entstanden sind.

Auslöser war demnach die bevorstehende Geburt seiner Tochter im Jahr 1997. Michael war einer der häufigsten Vornamens seines Jahrgangs, so dass er die Missverständnisse und Verwechslungen, die ein häufiger Name mit sich führt, aus eigener Erfahrung kannte. Seinem Kind wollte er diese Erlebnisse gern ersparen. Michael Shackleford war jedoch nicht mehr auf dem Laufenden, was die damalige Vornamenmode anging. Als Mitarbeiter der Social Security Administration hatte er aber Zugang zu den persönlichen Daten eines großen Teils der amerikanischen Bevölkerung. So kam er auf die Idee, daraus eine Rangliste der häufigsten Vornamen je Geburtsjahrgang zu ermitteln.

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Vornamen-Brainstorming

Christian Bos macht sich Gedanken darüber, welche Namen als altmodisch, unattraktiv oder gar prollig gelten. In seinem lesenswerten Beitrag Chantal, Hannelore oder Hannah? im Kölner Stadt-Anzeiger streift er diverse psychologische Aspekte der Vornamenforschung.

Christian Bos sieht sich selbst als fachkundig:

Ich weiß wovon ich rede. Ich bin selbst in freudiger Erwartung, beziehungsweise meine Frau und ich. Oder eigentlich: Ich habe die freudige Erwartung. Meine Frau hat die Arbeit. Und unsere Freunde haben den Spaß. Sich immer absurdere Namenskombinationen fürs kommende Kind auszudenken. Hugo Bos, natürlich. Bob Bos, Buffy Bos, Boris Bos. Käthe, Günther, Donnertrud. Das arme Kind. Aber das Vornamen-Brainstorming ist einfach zu reizvoll. Ein Spiel, das jeder gerne spielt. So lange er nicht selber einen Namen zu vergeben hat.