Die beliebtesten Vornamen je Anfangsbuchstabe

Die Freundinnen der ganz langen Vornamen-Listen kommen wieder auf ihre Kosten! Ich habe meine Namenssammlung der letzten Jahren danach ausgewertet, welche die häufigsten Vornamen je Anfangsbuchstabe waren. Ein Klick auf die Vornamen in der folgenden Übersichtsliste führt zu den ausführlichen Listen mit insgesamt Tausenden von Vornamen.

Buchstabenliste

Und außerdem …

21 Gedanken zu “Die beliebtesten Vornamen je Anfangsbuchstabe”

  1. Es ist immer wieder amüsant, was bei diesen Statistiken sozusagen als assoziatives Nebenprodukt herauskommt.

    Ben und Bella!

    Das ist natürlich Ahmed Ben Bella! Der erste Präsident des unabhängigen Algeriens, ein Sozialist. Wurde dann recht bald von Boumedinne gestürzt.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Ahmed_Ben_Bella

    (In den Artikel das wunderschöne Foto von Ben Bella mit den Kommandanten Fidel Castro und Che Guevara aus dem Jahre 1962.)

    Ben Bella hat als junger Mann bei Olympique Marseille Fußball gespielt. Zinédine Zidane, der ja aus Marseille stammt, seinerseits war als Junge glühender Fan von Olympique Marseille, obwohl er dann (meines Wissens) nie in dem Klub gespielt hat.

    Da ja heute Transentum und Intersex so modern ist, würde ich für ein Kind mit dem „dritten Geschlecht“ Ben Bella als Kombi empfehlen. 😉

    • Genaugenommen geht die Auswertung bis 2006 zurück. Aus den älteren Jahrgängen habe allerdings viel weniger Daten als aus den jüngeren, so dass die letzten Jahre überrepräsentiert sind. Ich habe die einzelnen Jahrgänge nicht nach der Größe der Stichprobe gewichtet.

  2. Ich liebe lange Vornamenlisten 🙂

    Besonders gefällt mir hier die Aufteilung nach Schreibweisen.
    Sind das alles Erstnamen, oder wurden Zweitnamen etc. auch berücksichtigt?
    Sehr irritiert bin ich über Friedrich in der Liste der Mädchennamen – handelt es sich hier möglicherweise um den Nachnamen?

  3. Interessant finde ich auch zu sehen, was die ganz seltenen Anfangsbuchstaben so hergeben.

    Xanthippe (oder eine neugriechische Form davon) kommt nicht vor 😉 Xerxes hingegen ist vertreten.

    Beim Z fehlt bei den männlichen Namen der aus der Bibel einigermaßen bekannte Zachäus, bei den weiblichen Vornamen tauchen keine Cäcilia-Varianten auf (solche habe ich bei ganz alten Frauen ab und zu mal gelesen/gehört, vermisse ich aber auch nicht).

    Bei den weiblichen Vornamen mit Q hätte ich Quintessa noch einigermaßen machbar gefunden, aber darauf sind wohl kaum Eltern gekommen.

    • Ach Mensch, ja, die arme Xanthippe, das „blonde Pferd“! 🙁 Erst mußte sie mit ihrem schwatzsüchtigen Kerl Sokrates klarkommen, und dann ist ihr Ruf und der ihres Namens auch noch auf alle Zeiten durch Platon zerstört worden. 🙁 Heute will doch alle Welt „starke Frauen“ – warum also wird Xanthippe nicht wieder modern?

      Xerxes könnte durch den (bescheuerten) Film „300“ ins allgemeine Bewußtsein zurückgerufen worden sein. Da kommt er allerdings nicht gut weg.

      Ich bewundere ja die Perser… Das älteste Volk Eurasiens. In der Antike flächenmäßig das größte Reich (größer übrigens als das Römische Reich in seiner Blütezeit). Die Achämeniden waren von einzigartiger religiöser Toleranz: Es wird der Glaube an ein höchstes Wesen verlangt, das in beliebiger Form verehrt werden kann. (Solange das nicht mit Aufrufen zu Unruhestifterei, Steuerboykotten oder ähnlichem verbunden ist.)

      Freue mich immer, wenn ich hier in Deutschland mal die kaiserlich-iranische Fahne der Pahlavi sehe. Aber sogar unter den Mullahs sitzen Frauen wie selbstverständlich im Parlament in Tehran – in Saudi-Arabien dürfen sie nicht Auto fahren. Und Perserinnen sind normalerweise von großer Schönheit!

      Auch sind die Perser große Fußballfans.

      Ein Schulfreund von mir hatte die große Ehre, seinen Zivildienst im Nordstadtkrankenhaus unter Professor Madjid Samii abzuleisten – Ehren-Hannoveraner und größter Neurochirurg der Welt. Das war während des Ersten Golfkrieges. Professor Samii hat sich dafür krummgelegt, verwundete Perser von der Front nach Hannover transportiert zu bekommen und ihnen die Granatsplitter aus dem Hirn zu operieren.

      Mich selbst hat ein persischer Orthopäde mal von schauderhaften Schmerzen befreit. Auch der Ruf persischer Schönheits-Chirugen ist legendär! Wer im Ersten Golfkrieg ein zerhacktes Stück Fleisch wieder zu einem Gesicht machen mußte, der kann auch einer eitel-neurotischen Frau die Nase ein bißchen richten. Ich persönlich mag Frauen mit Hakennase, aber viele Frauen leiden halt darunter. Man kann ihnen das nicht ausreden. 🙁

      Schweife ich möglicherweise ein wenig ab? 😀

      Xenophon – einer der achtbarsten Schreiber der griechischen Antike! – taucht in der Liste auch nicht auf…

    • Cäcilia befindet sich unter C auf Platz 56. Apropos, wo ist eigentlich Cecilia? Ich fand ihre Beiträge unterhaltsam, wenn auch harsch.

    • “Apropos, wo ist eigentlich Cecilia? Ich fand ihre Beiträge unterhaltsam, wenn auch harsch.”

      Stimme Verena absolut zu! Vermisse Cecilias rattige Beiträge auch sehr. 🙁 War oft nicht ihrer Meinung, aber das ist ja auch unerheblich. Es kommt nicht auf die „Meinungen“ an, sondern auf die Mentalität. Meinungen sind letztlich unwichtig. Man arrangiert sich, findet einen Kompromiß – oder ist sich einig, sich nicht einig zu sein. Das Entscheidende ist ein gewisser Pep, Härte, Schneid, Witz, Biß, Hohn und ein bißchen Selbstironie. Das hatte Cecilia schon sehr gut drauf.

      (Bin strikt gegen den internetmäßigen Kultus der „Meinungsfreiheit“.)

      Verena, Du bist einer der klügsten und gebildetsten Köpfe hier. Wer kann ansonsten schon IPA-Lautschrift lesen oder gar schreiben? (Ich nicht.) Umso mehr freut es mich, daß Du auch das Verschwinden der „harschen“ (der Begriff trifft es) Cecilia bedauerst.

      Cecilias Wortkreation „Weichteilnamen“ (für Lias etc.) werde ich nie vergessen. 😀

      Herrschaften unter sich! Ob es nun Hausfrauen, Gelehrte, Offiziere, Nutten, Boxer, Putzfrauen, Bauern, Krankenschwestern, Hochadel, Bummelstudenten, Professoren, Handwerker oder Hilfsarbeiter seien. Man erkennt sich untereinander sofort und achtet sich. Auch wenn mal untereinander die Fetzen fliegen. Der eingeborene Adel der Menschheit!

    • Nochmals zum Thema „Nasen“, obwohl das wohl nur relativ eingeschränkt mit Vornamen zu tun hat. 😀 (Knud mag’s freischalten oder in die Tonne treten – es ist sein Blog.)

      Es ist vielen Frauen einfach nicht klarzumachen, daß ein Brille und eine Hakennase bei ihnen süß und edel aussehen können. Man denke an die habsburgische und später an die bourbonische Nase! Habe mehrmals versucht, Frauen diesen Komplex auszureden – es geht einfach nicht. :-/ Gleich mehrere Exfreundinnen von mir haben sich geweigert, sich auf die Nase küssen zu lassen, weil sie diese für zu groß hielten. :-/

      Barbra Streisand hat eine schauderhafte Stimme und eine alle Männer in die Flucht schlagende Art zu singen, eine typische Sängerin für Frauen – aber sie hat eine schöne Nase. 🙂 Als ich diesen Widerspruch mal einer Exfreundin (Streisand-Fan) zu erklären versucht habe, hätte sie mir fast eine gescheuert. 😀

      Umgekehrt habe ich mich immer für meine Stupsnase geschämt, und keine Frau konnte mir das ausreden.

      Man kann wie die Christen die Eitelkeit verdammen, aber man kann nicht von ihr absehen.

  4. Eine sehr interessante Liste!

    Auf den ersten Plätzen sind für mich auch ein paar Überraschungen dabei. Dass Raphael auf Platz eins ist, damit hätte ich nicht gerechnet. Vor allem in dieser Schreibweise mag ich Raphael sehr. Es freut mich, dass die alte traditionelle Form am häufigsten gewählt wird.

    Anstatt Pia hätte ich eher Paula oder Pauline vermutet (die auf den folgenden Plätzen stehen).

    • Das mit Pia und Paul wundert mich auch. Es dürfte wohl einfach an dem relativ langen Auswertungszeitraum, also seit 2006, liegen. Eine liebe Jahrgangskameradin von der Lutherschule hat vor gut zwanzig Jahren ihren Sohn Paul benannt. Damals ein fast revolutionärer Retroname, heute ein Standardname. Die Karussell der Namensmoden scheinen sich immer schneller zu drehen.

      Pia war schon in meiner Generation nicht besonders auffällig. Pius hingegen wäre undenkbar gewesen, ebenso Raphael.

      Paula heißt die etwas nervtötende Tochter von Nachbarn von mir, so etwa sechs Jahre alt.

      Vorgestern einen hinreißenden Nachbarschaftsschwatz mit einem alten Mann gehabt. Er zu mir: „Sie sollten wieder anfangen zu laufen. Reißen Sie sich doch mal am Riemen! Ich versuche das ja auch.“ Der Mann ist 84 Jahre alt.

      Die dämlichen Anti-Hannover-Disse („langweiligste Stadt Deutschlands“ etc.) der Arschlöcher aus Frankfurt und Berlin seit etwa zwanzig Jahren haben meine Stadt nicht demoralisiert, sondern im Gegenteil zusammengeschmiedet. Geprügelte Außenseiter halten zusammen. Auch wenn man sich intern kloppt, ich würde niemals öffentlich etwas Schlechtes über einen Hannoveraner sagen. Wir halten zusammen wie Pech und Schwefel. Und wenn die SPD nochmal einen Bundeskanzler stellen wird (was Gott verhüten möge), wird das ein Hannoveraner mit Vornamen Stephan sein.

      Mit Bielefeld (das hat jetzt nichts mit Knuds Nachnamen zu tun) ist es ja ähnlich. Seit Jahr und Tag diese saudoofen Kalauer über „die Stadt, die es nicht gibt“. Wer aber hat die besten Fußballfans Deutschlands? Richtig, Arminia Bielefeld. Na, wenn es so weiterläuft wie jetzt, kann sich 96 demnächst mal wieder mit der Arminia und der Braunschweiger Eintracht (unseren Erzrivalen) messen. 😉

      Das Kernproblem aller „gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ ist nicht, daß sie unmoralisch, unkorrekt oder verwerflich ist. Sie ist einfach kontrakproduktiv: Sie schweißt die „Feindgruppe“ zusammen.

      Einigkeit macht stark. Und eine Stadt, die permanent verhöhnt und lächerlich gemacht wird, stellt dann eben recht schnell mal den Bundeskanzler.

      Das war jetzt möglicherweise mal wieder eine Abschweifung vom Thema „Vornamen“ im engeren Sinne. 😉

    • Raphael ist wohl eher in katholischen Gegenden zu finden. Aber selten und recht zeitlos, vom Alter 50 Jahre und jünger. Ich weiß von einem Raphael aus einer Kolpingsfamilie, kenne ihn aber nicht persönlich. Und es gibt ein “Seniorencentrum St. Raphael” (Centrum mit c) in der Gegend.

      zu Pius
      Es gibt hier (Ostwestfalen) in der Gemeinde tatsächlich einen Jugendlichen (etwa 18), der Pius heißt. Er ist aber die absolute Ausnahme. Sein Bruder heißt Alfred.

  5. Wie schon geschrieben, interessant sind die nicht so gängigen Anfangsbuchstaben. Z.B. W: Werner, Walter, Wolfgang hätte ich nicht auf Platz 4-6 vermutet. Da werden wohl ordentlich Zweitnamen/Nachbenennungen dabeisein, nehme ich an.
    Oder U bei den Mädchen: die Top 3 Ursula, Ulrike, Ute. Alle Ulriken, die ich kenne, sind so Mitte 40, Ute so ähnlich, vielleicht noch ein bißchen älter. Ursula kenne ich persönlich gar keine, der Name ist mir nur durch Ursula Le Guin geläufig, und die wäre jetzt schon fast 90…
    Gerhard und Günt(h)er sind in den G-Top-10 bzw. 20. Horst ist übrigens auf Platz 25.

    Max und Moritz sind 2. und 3. Die fromme Helene ist 4., ebenso Tobias (Knopp). Und Wilhelm (Busch) ist sogar 1.
    Eine Werkausgabe Wilhelm Busch ist also ein gutes aktuelles Vornamenlexikon 😉

    • Ich muß mich aber dagegen verwahren, daß Wilhelm primär mit Wilhelm Busch verbunden wird. 😉 Obwohl Wilhelm Busch mit meiner Stadt verbunden ist (Wilhelm-Busch-Museum).

      Wilhelm der Eroberer. Kaiser Wilhelm der Große (also der erste preußisch-deutsche Kaiser). Das wunderschöne Schiff des Norddeutschen Lloyd, das nach ihm benannt wurde. Kaiser Wilhelm II., Enkel Königin Viktorias von England und Urgroßvater unseres Landesherren Ernst Augusts V. Gottfried Wilhelm Leibniz. Wilhelm von Humboldt, Begründer des einst so stolzen deutschen Universitässystems, daß dann von den neoliberalen Huren und Hundesöhnen unter dem Schlagwort „Bologna“ endgültig zerschossen wurde – Einheit von Forschung und Lehre, Erziehung zu selbständigen Denken! (Na, das war einmal. Heute sind Unis Klipp- und Paukschulen wie die CSU-Gymnasien in Bayern, die Neoliberalen wollten es so.) Wilhelm Röntgen. Wilhelm Tell aus der Schweiz. Wilhelm von Oranien-Nassau, Namensgeber und Thema der sehr schönen holländischen Nationalhymne.

      „Mijn Schilt ende betrouwen
      Sijt ghy, o Godt, mijn Heer“

      Ursula wundert mich aber auch. Typischer Omaname. Ulrike hieß meine große (und unerfüllte) Jugendliebe. Klar, heute ist das ein Tanten-Vorname.

    • Aber wer kennt heute noch den Vornamen Irenäus? Der Verhaltensforscher Irenäus Eibl-Eibesfeldt, klar. Aber das ist wohl doch eher was für die höheren Stände. Während Ian durch die allgegenwärtige angelsächsische Pop-Kultur verbreitete worden sein dürften.

      Du weißt, Mark, daß ich englische Vornamen in Deutschland nicht mag. (Du ja auch nicht 🙂 ) Ian mag ich aber kurioserweise irgendwie doch. Und jetzt sicher nicht wegen der Ähnlichkeit/Verwandtschaft zu Jan.

      1. Ian Anderson, Kopf der von mir seit Jugendtagen und bis heute sehr gerne gehörten Rockgruppe Jethro Tull.

      2. Der hochrespektable und kluge Politiker Ian Smith, der letzte Premierminister von Rhodesien.

      Als 2011 in Libyen Oberst Gaddafi gestürzt worden ist, meinte eine gute Freundin von mir: „Gaddafi war irgendwie schon immer da – wie Mugabe“. Sie ist etwa zehn Jahre jünger als ich und ist im alten Südafrika aufgewachsen. Ich hatte ihr geantwortet, daß ich mich aus Kindertagen noch ganz gut an Ian Smith erinnern könne. Es bricht mir das Herz, wenn ich sehe, was seit 1979 aus Rhodesien („Simbabwe“) und seit 1994 aus Südafrika gemacht worden ist. Afrikanische Erstwelt-Länder werden in die Dritte Welt zurückkatapultiert. Bei diesem Thema ist man sich – trotz aller sonstigen Differenzen – erstaunlicherweise immer schnell mit AraberInnen einig, das ist schon Scholl-Latour aufgefallen. Obwohl ja das alte Südafrika ein guter Verbündeter Israels war. Das liegt daran, daß die Araber so lange mit schwarzen Sklaven gehandelt haben und daher auch bis heute eine gutmütig-väterliche Art haben, mit Schwarzen umzugehen. Kann man heute in jedem Studentenwohnheim und in jedem Großstadt-Supermarkt sehen.

      Cheers,

      Ian

  6. Interessant. Da sind spontan auch für mich viele Namen dabei, die ich nie so weit vorne erwartet hätte. Teilweise fließen wohl auch die Flüchtlinge ein, oder? Umut sagt mit gar nichts, nie gehört! Und dann wieder die deutschen Namen so weit vorne, die man schon für fast ausgestorben gehalten hat …

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