Als drittes nun ein Junge, aber wie soll er heißen?

Liebe Namensfetischisten, -experten und -liebhaber!

Ich lese diese Seite seit Jahren, sie gehört zu meinen liebsten im Netz! Was wäre ein Freitag ohne „Vornamen der Woche“! Heute wende ich mich zum ersten Mal an die debattierfreudige Gemeinschaft – es geht um die Suche nach einem Jungennamen.

Fragende Mutter © Miyuki Omori - fotolia.com
Illustration © Miyuki Omori – fotolia.com

Wir erwarten unser drittes Kind, nach zwei Mädchen wird es diesmal ein Bub. Die Namensgebung fällt uns hier noch schwerer als als die letzten beiden Male. Unser Nachname ist einsilbig, vom o in diesem dominiert und wenig klangvoll. Für die Mädchen haben wir uns deswegen für nicht zu schlichte Namen entschieden:
Frederica Apollonia und Carlotta Elisabeth. (Friederike hat eine lange Tradition in meiner Familie, schien mir aber in seiner klassischen Form zu streng. Deswegen Frederica. Carlotta hat sich am dritten Tag nach der Geburt als Rufname gegen Antonia und Elisabeth durchgesetzt. Elisabeth wird in beiden Familien seit Generationen vergeben.)

Für einen Sohn wünschen wir uns einen weniger langen Namen. Klar und klangvoll sollte er sein, aber nicht majestätisch. Deswegen scheiden – obwohl mein Mann Bayer ist – Leopold, Luitpold, Maximilian, Quirin oder Korbinian etc. aus. Wir wohnen auch nicht in Bayern, sondern im Rhein-Main-Gebiet.
Wichtig bei der Auswahl wäre, dass der Rufname zum Zweitname Richard und zum eventuellen Drittnamen Liborius passt. (Beides Familiennamen, aber vor allem Richard als Zweitname ist ziemlich sicher gesetzt.)

Gestern gefiel uns beiden folgender Namen erstaunlich gut:

  • Lorenz

Und die folgenden wurden bislang von keinem von uns augenrollend abgelehnt:

  • Lutz
  • Arthur
  • Georg

Mein Mann mag auch Wenzel, aufgrund seiner böhmischen Wurzeln. Ich hätte nichts gegen einen Titus. Aber vielleicht bringt Ihr uns noch auf ganz andere Ideen?

Wir sind sehr gespannt und freuen uns auf rege Kommentare.
Herzlichen Dank, Katharina

Und außerdem …

175 Gedanken zu “Als drittes nun ein Junge, aber wie soll er heißen?”

  1. Wie wäre es denn eigentlich mit Romano?

    Das ist keine Kopfgeburt, ein lieber Zivikollege (heute also auch 50+) von mir hieß so. Frz. Nachname, weil er hugenottische Vorfahren hatte. Das kann einem auch mal wieder nur bei den Johannitern passieren: Ein anderer lieber Zivikollege hatte salzburgisch-protestantische Vorfahren. Vorname Mark, Nachname sehr bairisch klingend. Und dann eben noch der Hugenotte namens Romano. Einen Christian gab es natürlich auch. Ich selbst halt mit meinem holländisch grundierten Klaas. Da hätten wir echt in den nächsten Dreißigjährigen Krieg gegen die Liga ziehen können, wenn wir keine braven Zivis gewesen wären. 😀

    Wußtet Ihr übrigens, daß das Wort „Hugenotte“ (frz. Huguenots) eine französische Verballhornung des Wortes „Eidgenosse“ sein soll?

    Au Mann, mittelalterliche Männer mit ihrem Gequatsche aus ihrer Bundeswehr- oder Zivizeit! 😀 Muß die Mädchen, die ja hier in der Überzahl sind, ganz schön nerven…

    Bleibe ein Anhänger der Allgemeinen Dienstpflicht für Männer und Frauen.

    Bin auch sehr für Frauen im Militär. Der blitzgescheite Michael Wolffsohn von der BW-Uni München hat es vor einigen Jahren in einem Interview (aus dem Gedächtnis) so formuliert: „Glauben Sie mir, ich bin wirklich kein Strauss-Kahn – aber wo Frauen sind, ist das Leben einfach besser.“ (Der Interviewer hat übrigens vor einigen Wochen hier in diesem Blog ein paar Kommentare gemacht. 🙂 )

    Der notorische Antifeminismus war damals einer der Gründe, mich von der Neuen Rechten abzusetzen. Warum sollen Frauen kein Kriegsschiff kommandieren? Weiblicher Antifeminismus ist witzig und charmant. Frauen können einander halt meist nicht ausstehen. Männlicher Antifeminismus hingegen hat fast immer einen Zug ins Unritterliche und Arschverkniffene. Er, der Einer ist, hat ja gewollt, daß wir Männer Ihn und die Frauen verehren.

    War das jetzt wieder off-topic? 😀

    Klaas Bähre

    • an die werdenden Eltern:
      Ich bin nicht mehr ganz auf dem Laufenden hier, aber wäre nicht tatsächlich Roman (nicht Romano) ein passender Vorname? (Falls der Name nicht schon genannt worden sein sollte?!) – Roman passt zum Nachnamen wie auch zu den eher italienischen Schwester-Namen ohne seinerseits zu italienisch und damit zu exotisch zu klingen, andererseits ist es ein geläufiger, zeitloser, wenn auch seltener Name mit einer eindeutigen Schreibweise und keinem großartigen Abkürzungspotential (Namensträger: z.B. Roman Herzog, Bundespräsident, vormaliger Verfassungsrichter und Minister). Richard und Liborius kann man m.E. auch problemlos dazunehmen.

  2. Liebe Katharina,
    gut, ich versuche nochmal ein paar Vorschläge.

    Ruben – Was für ein Zufall. Ich kenne einen 10jährigen Ruben, der fast den gleichen Nachnamen hat wie ihr, (nur der erste Buchstabe ist anders). Dieser Ruben stammt aus einer katholischen Familie und hat heute an der Sternsinger-Aktion teilgenommen.
    Ich finde, Ruben gehört zu den Namen aus dem AT, die ich völlig in Ordnung finde. Ruben klingt eindeutig männlich, nicht zu weich und hat eine schöne Bedeutung.

    Wenn dir Jonathan gefällt, wie wäre es stattdessen mit Johannes? Oder ist Johannes zu lang?
    Wenn es leicht nordisch sein darf, dann vielleicht Jannis (Jannis kann friesisch sein, aber auch neugriechisch).

    Oder Joris – eine friesische Form von Georg sein.

    Marius – ein schöner Name mit -us am Ende. Marius ist nicht so häufig wie Julius, aber ebenso alt-römisch. Marius ist auch in Norwegen beliebt.

    • @Katharina

      😀

      Das Wort „kol“ heißt auf hebräisch (in dem es natürlich wegen des nichtlateinischen Alphabets kein Dehnungs-h gibt) übrigens „alle“ oder „alles“, „jeder“. Es wird mal mit kurzem, mal mit langem o ausgesprochen, die Israelis sind da nicht so pingelig. Vgl. das hebräische Gebet „Kol Nidre“ („Alle Gelübte“), das am Vorabenden des Versöhnungstags Jom Kippur gesprochen wird.

      Das im modernen Hebräisch gleich ausgesprochene, aber weiterhin natürlich anders geschriebene (nämlich mit Kof statt mit Kaf), Wort „Kol“ heißt Stimme. „Kol Israel“ („Stimme Israels“) hieß früher der Israelische Staatsrundfunk.

      mgl ist zu klug, als daß ihre Vorschläge ganz ernst gemeint gewesen wären. Und wenn jemand Witze reißt, fühle ich mich verpflichtet, halbwegs mitzuhalten. Ritterliche Ehrensache.

      Greene Kohl
      Brown Kohl
      Brassicus Kohl
      Rosarius Kohl
      Angelus Kohl
      Konrad Kohl
      Georg Kohl*

      Der Nachname fordert nun einmal zu blöden Witzen heraus (wegen der Gemüse-Gattung und wegen des BRD-Politikers) – und Ihr beiden könnt den Kopf weiß Gott hoch genug tragen, um sie zu parieren oder sie zu ignorieren!

      Der israelische Nachname Schamir – wie bei Jitzchak Schamir – bedeutet übrigens „Dill“.

      Herzlich! 🙂

      Klaas Erdbeere genannt Schwarzwurzel genannt Brownie

      *) Das ist jetzt etwas subtiler als die Kalauer. George Orwell schreibt in „1984“ von dem Kohlgeruch in den Treppenhäusern. Timothy Garton Ash berichtet, daß viele Russen Orwell wirklich für einen Russen gehalten haben, weil dieser Kohlgeruch und die Mangelwirtschaft so charakteristisch für das stalinistische Rußland gewesen seien. Aber Orwell hat sich einfach an dem vergammelten London der späten 40er orientiert. Ich liebe Kohl als Wintergemüse so sehr und finde es schade, daß immer mehr fade, geruchs- und geschmacklose Züchtungen auf den Markt kommen. Markus „Mischa“ Wolf (Ex-Chef der HVA im MfS, der wohl größte Agentenführer aller Zeiten) hat 1995 ein schönes Kochbuch zur russischen Küche veröffentlicht, in dem er natürlich auch die russische Kohlsuppe Schtschi beschreibt und preist.

      Ein neurechter Freund von mir meinte mal: „Ein Volk, in dem Lebensmittel ernsthaft als ‚mild‘ beworben werden können, ist zum Untergang verurteilt.“

    • @Klaas Erdbeere:

      Unser Nachname birgt tatsächlich Kalauer- und Klamauk-Potential in Kombination mit vielen Vornamen. Die englischen sind aber gar nicht schlecht, trotz allem. Auch wenn sie leider nicht wirklich in Frage kommen. 😉

  3. Zu Gustav:
    Vielleicht wirst du nicht so richtig warm mit dem Namen, weil er nicht mit dem Nachnamen verbunden ist, da er eben kein K, O oder L enthält. Das muss auch nicht unbedingt sein, nur empfindet man solche Namen häufig als passender.

    Zu Jonathan und den weiteren wegen anderen Namensträgern ausgeschlossenen Namen:
    Ich habe das Gefühl, dass die Namenssuche bei weiteren Kindern allein dadurch erschwert ist, weil man so viele Namen hört. Ich finde, dass man sich davon nicht zu sehr beeinflussen lassen sollte, wenn es nicht gerade den engsten Kreis betrifft.

    Zu Oskar:
    Das ist ja süß, dass Eure Kinder Vorschläge machen – und es ist sogar ein recht passender. Meine Kinder sind mit dem Wunsch nach einem weiteren Geschwisterchen an uns heran getreten, indem sie gleich noch gesagt haben, dass sie sich für einen Jungen auf Max geeinigt haben ;-).

    Welche Namen hattet ihr denn bei Euren Töchtern überlegt, wenn sie jeweils ein Junge geworden wären?

    • @neuhier:
      Wir haben die Frage nach Jungennamen für unsere Mädchen nie zu Ende besprochen, weil wir dann wussten, dass es Mädchen werden. Aber auch da haben wir lange diskutiert: Frederica hat erst im Kreißsaal nach der Geburt ihren Namen bekommen, und Carlotta sogar erst an Tag drei ihres Lebens.
      (Einen Tag hieß sie Elisabeth, einen Antonia.)

      Für Jungs hatten wir – ohne Einigung darüber zu erzielen:

      (Christian, meine ich) Wenzel, Bruno, …
      (ich) Nepomuk, Leopold, Quentin und William (um mal eine wilde Auswahl zu nennen). 🙂

    • Hallo, ich bin Klaas Bähre. 😉

      Katharina, Christian,

      von Quentin würde ich die Finger lassen.

      Es ist einfach mit dem US-Knast St. Quentin verbunden, der durch den unsterblichen Johnny Cash bis nach Europa hin sozusagen popularisiert wurde.

      https://www.youtube.com/watch?v=1zgja26eNeY

      (Kann aber sein, daß das jüngere Generationen anders empfinden.)

      Johnny Cash ist eine unsterbliche und unerschöpfliche popkulturelle Inspirationsquelle. Nicht nur wegen des Vornamens-Songs „A Boy named Sue“. 😉 Man könnte auch an das schöne Lied von Ira Hayes denken. Cash ist einer meiner liebsten Pop-Künstler.

      Mag die Amis nicht besonders, aber der ritterliche Ehrenkodex gebietet es uns, unsere Feinde zu achten.

    • Quentin Tarantino und Onkel Quentin fallen mir auf Anhieb ein. Nicht St. Quentin. Quentin ist schon sehr englisch, aber mir gefällt er. Ebenso wie Quinn.

      Oskar finde ich 0815 für Menschen, die meinen sich “etwas zu trauen”.

      Quentin in Verbindung mit dem Nachnamen klingt wie geholpert. Für Oskar fehlt auch noch eine Zwischensilbe, damit es nicht so gekrakselt anhört.

      Allgemein würde ich mind. 2 Silben wählen, vorzugsweise ohne/mit wenig dominantem K-Laut und mit einem O:
      Nikolas
      Theodor
      Joris (guter Vorschlag!)
      Lorenz
      Jonathan

    • “Quentin Tarantino und Onkel Quentin fallen mir auf Anhieb ein. Nicht St. Quentin. Quentin ist schon sehr englisch, aber mir gefällt er.”

      Ist bei mir ganz genauso 🙂 “Die fünf Freunde” mögen keine große Literatur sein, aber prägend waren sie.

      Zu neuhier: Ich habe auch schon überlegt, ob mir der Name unserer Tochter unbewusst auch deshalb so gefällt, weil er wie unser Nachname an 2. Stelle ein u und an 4. ein i hat. Spannend!

  4. @marthe:

    Ja, hier herrscht schlimmes Durcheinander. Auch ich habe Probleme die aktuellen Kommentare und Vorschläge zu finden momentan. Danke für die Stimme für Willem. 😉

    (Auch alternative Short-Namen sind irgendwie royal: Georg, Gustav, …)

    Mit Lorenz startete die Diskussion hier.

    @neuhier:
    Ich gebe Dir in der Frage nach meiner Gustav-„Phobie“ recht. Es hat ziemlich sicher etwas mit der fehlenden Verbindung zum Nachnamen zu tun. Deswegen empfinde ich Jonathan als besonders passend, da sitzt sogar der Rhythmus.

    Ich kehre momentan gedanklich auch manchmal zu Wenzel zurück. Genauso wie an Lorenz mag ich, dass der Name durch das z etwas Schwung verliehen bekommt.

    @Jan:
    Heinrich und Wilmhelm sind zu schwer. Seltsamerweise komme ich mir dafür zu wenig blaublütig vor. Wohingegen mir andere Namen nicht zu hochtrabend wären… Es ist und bleibt doch alles sehr subjektiv. 🙂

    • Katharina, du schreibst oben: “Für einen Sohn wünschen wir uns einen weniger langen Namen. Klar und klangvoll sollte er sein, aber nicht majestätisch. Deswegen scheiden – obwohl mein Mann Bayer ist – Leopold, Luitpold, Maximilian, Quirin oder Korbinian etc. aus. Wir wohnen auch nicht in Bayern, sondern im Rhein-Main-Gebiet.
      Wichtig bei der Auswahl wäre, dass der Rufname zum Zweitname Richard und zum eventuellen Drittnamen Liborius passt. (Beides Familiennamen, aber vor allem Richard als Zweitname ist ziemlich sicher gesetzt.)”
      Ich bin weit davon entfernt, hier was “durchsetzen” zu wollen, das könnte ich ja auch gar nicht. Aber denkt doch wirklich mal ernsthaft nochmal über ROMAN nach, je mehr ich mich da in die Konstellation reindenke, desto “logischer” und passender erscheint mir dieser Name. Er ist gängig, aber nicht sehr häufig und er erfüllt alle von dir genannten Kriterien, mit zwei Silben kürzer, Roman ist klar (von Schreibweise und Aussprache) und klangvoll (zwei Vokale, nicht zu weich und nicht zu hart), majestätisch ist er auch nicht, auch nicht speziell bayerisch oder italienisch, passt doch perfekt zu deinen Mädchennamen: du kannst dann mal sagen: “Meine Kinder heißen Frederica, Carlotta und Roman!” Roman bildet auch klanglich einen schönen “Abschluß” zu den beiden Mädchen.
      Und Roman Richard Liborius passt auch gut zusammen, wie auch zum Nachnamen, Roman Kohl!
      Lasst euch das mal in Ruhe durch den Kopf gehen – Alles Gute für euch!

    • @Katharina

      Ich kann mich Maria Th. nur anschließen. ROMAN finde ich auch gut. Roman passt zum Nachnamen und zu den Schwestern. Alle Vorteile hat Maria Th. schon aufgezählt.

      zu Jonathan
      Das ist ein Name, der mir auch sehr gut gefällt. Jonathan scheint dir nicht aus dem Kopf zu gehen. Wenn jetzt nicht gerade der Cousin oder der direkte Nachbar so heißt, dann würde ich mich von anderen Jonathans nicht davon abhalten lassen, den Namen zu vergeben.

    • Pro Lorenz:
      – Lorenz ist zeitlos
      – jung und alt können ihn tragen
      – passt mit dem L in die Mode, aber ist und wird kein Modename durch das Z am Ende und die mehr als 4 Buchstabe
      – Lorenz lässt sich nur über Umwege abkürzen (Lorry klingt sehr anstrengend, das wird wohl keiner als kürzer empfinden)
      – hat ein O und ein L, harmoniert mit dem Nachnamen

      Lorenz Richard: Das R von Lorenz wird in Richard direkt aufgenommen.

  5. @werdende Eltern und @Truppe

    Lorenz finde ich auch gut! Aus den von Marthe genannten Gründen.

    Roman finde ich halt nur deshalb problematisch, weil der Name in meinen Ohren polnisch klingt. Das ist natürlich keine Schande, eine Exfreundin von mir war ja Polin, und die Polinnen sind von großer Schönheit und Feminität. Und die polnischen Männer haben viel mehr Schneid als die Deutschen heute. Die Polen haben mal so nebenbei Stalin widerstanden. Egal. Bin halt ein gescheiterter Osteuropa-Historiker, und kaum ein Deutscher wird von Roman zu Polen koppeln.

    Natürlich, Roman Herzog! Nächst Karl Carstens vielleicht der achtbarste Bundespräsident. Über meinen Mit-Niedersachsen Christian Wulff werde ich nach außen hin nichts Böses sagen. Und der hat mit seiner Bettina ohnehin schon die Höchststrafe. 😀 Dirk Roßmann, der mit den Rossmann-Drogerien, einer der sympathischsten Unternehmer Deutschlands, ist ein Freund von Christian Wulff. Die Hannover-Connection halt. Hannoveraner müssen nach außen immer zusammenhalten.

    Dirk möchte ich Katharina und Christian allerdings nicht gerade als Vornamen für ihren Sohn empfehlen. 😉

    Hinsichtlich Quentins bliebe ich aber bei meiner Meinung.

    Freue mich so sehr, daß sich in Deutschland auch kultivierte Ethnodeutsche noch mal vermehren!

    Jorge Luis Borges sagt in seinem „Deutschen Requiem“ (aus dem Gedächtnis): „Deutschland ist der universale Spiegel, das Weltbewußtsein.“

    Herzlich

    Harki

  6. „Ist bei mir ganz genauso ‚Die fünf Freunde‘ mögen keine große Literatur sein, aber prägend waren sie.“

    Ich hatte ja neulich schon in meiner üblichen Geschwätzigkeit dargelegt, daß es vollkommen unmöglich ist, Hoch- und Populärkultur sauber voneinander abzugrenzen. (Und wenn denn die Suchfunktion in diesem Blog auch suchen und funktionieren funktionieren würde, könnte und würde das ich hier verlinken.)

    Und natürlich prägt einen das, was man mit zwölf gelesen hat! Nie wieder liest man so intensiv wie zwischen acht oder zwölf. Bei mir waren es weniger Romane, als für Kinder geschriebene Sachbücher: Geschichte, Raumfahrt, Fliegerei. Astronomie, Seefahrt, Entdeckungen, Waffen. Naturwissenschaften. Ja, auch damals schon Dinosaurier – lange vor „Jurassic Park“. Jungs halt. 🙂

    „Deutscher Erfindergeist erstellt
    Alle Motoren auf der Welt.
    Raketen, Raumfahrt, Fliegerei
    Empfingen deutsche Jugendweih.
    Liebigs Genie
    Dreifacht die Feldfrucht durch Chemie.“

    • Funktionieren beide Suchfelder nicht (Google / DuckDuckGo)? Dann liegt es evtl. am Ad-Blocker.
      Bekannt ist mir ein Problem mit Firefox unter Android.

    • Nee, es liegt nicht am Adblocker. Ich stelle für Sites, die ich mag (und Deine, Kund, mag ich nun mal, ob Dir das paßt oder nicht) den Adblocker ab – ist für mich eine Geste der Höflichkeit gegenüber den Betreibern. Es geht halt gerade um Sachen, die vor ein paar Tagen geschrieben wurden und von den SuMa-Spidern noch nicht erfaßt wurden.

      In der Tat, zumindest uBlock origin legt Deine Google-Suche hier komplett lahm.

      Betriebssystem ist bei mir Ubuntu-Linux, als Browser Firefox, aber das weißt Du ja. Ein Handy habe ich nicht. Keine Ahnung also wie sich die Sache unter Android darstellt.

      Handys sind für mich Kontroll-Instrumente für Chefs, Freundinnen und Mütter. Eine Anekdote: Eine handy-begeisterte und politisch sehr engagierte Exfreundin von mir hatte gerade ein neues Samsung-Handy. Wir hatten im Bett damit rumexperimentiert. Ich hatte zu Testzwecken ein Foto gemacht: Das zerwühlte Bettlaken. Das Bild war dann aber versehentlich auf ihren todernsten politischen Twitteraccount rausgeflogen. 😀 Wie mußten beide sehr lachen, haben das aber natürlich schnell wieder gelöscht.

  7. Liebe Alle,

    ich fasse mal zusammen: Dass Vor- und Nachname zusammen klingen und harmonieren ist mir (meinem Mann weniger) wichtig. Dafür sind Buchstaben-Doppler in Vor- und Nachnamen sicher gut und ein nicht zu kurzer Vorname.

    Die eingangs genannten Kriterien haben weiterhin Gültigkeit für mich.

    Wenn morgen das Kind käme, würde ich folgende Namen mit ins Klinikköfferchen packen:

    – Lorenz
    – Gustav (langsam gewöhne ich mich dran, auch wenns krumm klingt im Zusammenspiel mit Kohl – in meinem Ohren…)
    – Theodor (auch wenn ein o zuviel drin vorkommen mag… Dafür mag ich Teddy als Abkürzung.)
    – Wenzel (dann aber – um im
    Böhmischen zu bleiben mit Nepomuk statt Richard als Zweinamen)
    – Johann (davon gibt’s weniger im direkten Umfeld als Jonathan, und es ist ein alter Familienname. Auch hier wäre meine Zweinamen-Wahl eher Nepomuk als Richard.)

    Joris und Roman passen tatsächlich gut zum Nachnamen, aber sie kommen gefühlsmäßig noch nicht so richtig bei mir an. Es fehlt mir eine irgendwie geartete Verbindung.

    Und auch wenn in Quentin (oder auch Quinn!) und William irgendwie ganz lässig finde, am Ende würde ich mich nicht trauen. Dafür sind sie mir doch zu fremdartig.

    Beste Grüße,
    Katharina

    • Ahoi Katharina,

      Deine Köfferchen-Liste ist weiterhin sehr, sehr gut! 🙂

      Am besten gefällt mir Lorenz, aber das ist ins persönliche Belieben gestellt.

      Joris klingt mir allerdings zu künstlich, zu Quentin und Roman hatte ich schon was gesagt.

      Wenzel oder Nepomuk würde ich aber nur mit biographischen Drähten zu Böhmen nehmen, die über die oberpfälzischen Wurzeln Deines Mannes hinausgingen. (Und auch da ist es ja nur die geographische Nähe…) Es sei denn, Ihr seid Tschechien-Fans, was Euch ehrte.

      Völlig unbekannterweise Grüße an Christian

      Klaas

      P.S.: Wo Klaas Erdbeere schreibt, darf eine Bemerkung über eine Exfreundin oder eine kleine Anekdote nicht fehlen! Also: Ich hatte es mir zur Gewohnheit gemacht, mit einem sehr netten Supermarktkassierer stets noch einen kleinen intellektuellen Schnack zu halten, solange die Schlage hinter mir nicht gar zu lang war. Er hatte mir mal erzählt, daß er mit seiner Freundin einen Kurzurlaub in Prag plane. Hatte mir gedacht: „Tja, Burli, wer in Prag Urlaub machen will, ist halt nicht auf den Kopf gefallen.“ Durch einen nahezu unglaublichen Zufall habe ich etwas später seinen Vater und die Mutter des Mädchens (eine gebürtige christliche Indonesierin) kennengelernt. Da hatte der Junge gerade seine Ausbildung als Techniker abgeschlossen und plante ein Studium. Leider habe ich den Kontakt zu der Sippschaft verloren. Hoffentlich kriegen die beiden jungen Leute Kinder. Unser deutsches Vaterland braucht kluge Köpfe.

    • Johann Nepomuk scheint eine Zeitlang eine beliebte Kombination von Vornamen gewesen zu sein. Mir fiel als erstes J. N. David ein, das war ein Komponist.
      Ich persönlich mag Johann. Nepomuk gefällt mir dagegen weniger, da mag ich Richard viel mehr.

    • Meine persönliche Top 3:

      Johann Kohl – Johann Kohl finde ich sehr gut zusammen, wenn Johann dann noch ein alter Familienname ist: noch ein Plus. Warum Johann und Richard klanglich gut passen, habe ich schon geschrieben. Johann Richard Liborius Kohl – ja, das passt!

      Lorenz Kohl – Lorenz Kohl ist auch gut, auch wenn das J und das A von Johann den Zusammenklang von Ruf- und Nachname doch heller machen.

      Theodor Kohl – viele Os, was hier das einzige E noch weniger „rausholt“ als bei Lorenz. Dennoch: ein vernünftiger Name, auch in Kombination als Theodor Richard Liborius Kohl.

    • „Mir fiel als erstes J. N. David ein, das war ein Komponist.“

      Und ein Jahrhundert zuvor Johann Nepomuk Hummel. Aber was sage ich? Du bist die Musikerin…

      Ich würde von Nepomuk ohne Kontext eher absehen, weil es zu habsburgisch klingt.

      Zu Johann kann ich kaum was sagen… So hieß halt mein verehrter Großonkel, nach dem ich nachbenannt wurde. Der ist zu Fuß durch Frankreich, Rußland und Ungarn marschiert. Allerdings nicht in Trekking-Sandalen und dreiviertellangen Cargo-Hosen, sondern in Knobelbechern und Tarnanzug.

      (Wenn Dir ein Name zu nahe ist, kannst Du ihn nicht mehr beurteilen. Du, cassis, kannst I. oder B. auch nicht mehr beurteilen. Ich kann das bei Klaas und Jan auch nicht.)

    • Alle Kombinationen sind super. Wenzel ist überhaupt nicht mein Fall, aber keine Katastrophe.
      Johann Nepomuk wäre zu holprig mit dem n-N. Richard geht immer.

    • Marthes Top 3 sind auch meine. 🙂

      Als Joker würde ich wahrscheinlich noch den abwegigen Wenzel mitnehmen. Allein weil mein Mann seit Jahren davon spricht, seinen Sohn mal so nennen zu wollen. Auch wenn es eher ein Arbeitstitel ist.

      Tatsächlich ist ein Teil von Christians Familie aus Böhmen bzw. gehört zu den von dort Vertriebenen. Wenzels gibt es einige im Stammbaum. Allerdings deutlich weniger als Johanns und Antons.

  8. alles sehr interessant hier. Diese genannten Top 3 sind in der Tat nicht schlecht, nachteilig wäre höchstens, dass die geheime Gemeinsamkeit der Töchternamen, nämlich urgermanisch in internationaler, zwischen Italien, Schweden und England changierender Verkleidung zu sein, nicht mehr hinhaut. Und auch nicht, dass sie in einen Männer- und ein einen Frauennamen aufspaltbar sind: Fred Erica und Carl Otta. Also müsste der Name des Sohnes auch urgermanisch italoskandinavisch klingen und auftrennbar sein, nur umgekehrt, also erst Frauen- dann Männername. Das findet Ihr doch was, oder? Kleiner Hinweis zur Beliebtheit von Johann(es) Nepomuk: Nepomuk war gar kein Name, bis der heilige Johannes aus Pomuk (tschechisch ne pomuk) um 1350 in Pilsen (Plzen) auftauchte.

    • Emanuel –> Emma Noel.

      Au Mann, Ihr beiden seid wirklich das subtilsten und kultiviertes Pärchen, das hier je aufgeschlagen ist, seit ich hier mitlese. 🙂 Und das will in einem Blog für die Höheren Stände schon was heißen!

      Herzlich

      Klaas

    • Jetzt mal Namensherkunft beiseite – die Auftrennbarkeit klingt lustig …

      Adamo: Ada Mo
      Adalbert: Ada L. Bert
      Alexander: Alexa Xander
      Alvaro: Alva Aro
      Brendan: Brenda Dan
      Darian: Daria Jan
      Dorian: Dori/Doria Jan
      Emiliano: Emil Liano
      Emmanuel: Emma Manuel
      Felician: Felicia Jan
      Florian: Floria Jan
      Gracian: Gracia Jan
      Gustavo: Gusta Tavo (gibt’s Tavo?)
      Juliano: Julia Liano
      Linnart: Linna Art
      Lisander: Lisa Sander
      Luciano: Lucia Jano
      Mario: Mari Jo
      Orlando: Orla Lando
      Rinaldo: Rina Aldo
      Silvian: Silvi/Silvia Jan
      Toralf: Tora Alf
      Valerian: Valeria Jan

      🙂

    • @Annemarie:

      Fantastisch! Ada L. Bert ist mein Platz 1, auch wenn ich einen Namen für unseren Sohn wählen sollte: Adalbert Kohl. Sitzt. 🙂

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