Babynamen der Woche 46/2018

Naila Yasmin * Tamino Pablo * Romedius Fabian * Aurelia Theresa * Viktoria Soleil * Rui Félix * Lucien-Corvin * Celeste Gioia * Aliyah Viviana * Leyla Shirin * Mick Jules * Armani (m) * Charlie Leon * Eliano Giuseppe * Finja Ayleen * Ghislain John * Apollonia Klara * Fee-Frieda Lotta * Caitlyn Katrina Nicole * Jerrik * Loan Peer * Arne Bo * Emilie Nadine * Vitus Ludwig * Malaika-Amina * Jayceline * Adam Amin * Nava Severina * Skye Scarlett

Familie mit Baby im Kinderwagen © Robert Kneschke - fotolia.com
Grafik © Robert Kneschke – fotolia.com

Zwillinge:

  • Lucia Victoria & Isabella Freya
  • Collin Joél & Elias Leon
  • Elisa & Christian
  • Richard & Rosalie
  • Felix & Finja

Und außerdem …

62 Gedanken zu “Babynamen der Woche 46/2018”

  1. Wahlpflicht
    Ohne Frage: Richard!

    Wild geschüttelt
    Richard Felix & Frida Emilie

    Mein Senf
    Aurelia Theresa * auch wenn hier viele Aurelia gut finden: Ich finde den Namen anstrengend auszusprechen.
    Armani (m) * no comment
    Apollonia Klara * dick aufgetragen
    Jerrik * Ich kenne Jorik und Jeldrik, aber Jerrik ist mir neu. Ist eine Mischung aus nordisch-Bulerbüh, weich und hart. Ist machbar.
    Arne Bo * Bo fasziniert mich seit eh und je.
    Emilie Nadine * Ich lese Emilie Deutsch. Ich wundere mich, dass Emilys auch Emilie geschrieben werden. Mit der Nadine dahinter bin ich noch verwirrter. Ein schöner, aber leider schwieriger Name, wenn er nicht eindeutig kombiniert ist. Emilie Luise oder Emilie Katharina
    Adam Amin * Adam ist ein schlichter Name, schlichte und unstrittige Bedeutung, gut in verschiedenen Kulturen machbar, einfach auszusprechen – mit Amin dahinter musste ich aber automatisch “Adam Admin” assoziieren. Ich gönne Amin ein r!
    Skye Scarlett * was macht das -e?

    Zwillinge:

    Lucia Victoria & Isabella Freya
    Collin Joél & Elias Leon * Warum hat Leon keinen Akzent?
    Elisa & Christian * gääähn
    Richard & Rosalie * Rosalie ist mir zu süß. Richard & Johanna ist eine Geschwister-Kombination, die ich schon öfter gehört und als gelungen gespeichert habe. Schlichte, alte, bekannte Namen.
    Felix & Finja

  2. Die Wahlpflicht fällt heute leicht: Aurelia Theresa und Vitus Ludwig!

    Tamino Pablo: Tamino ist für mich mit der Zauberflöte verbunden.

    Romedius Fabian: Fabian könnte der Vater sein, oder aber es handelt sich dabei um einen Ausweichnamen für den Fall, dass dem Kind der außergewöhnliche EN missfällt.

    Aurelia Theresa: Beide Namen sind sehr schön und passen auch zusammen. Der Name Aurelia klingt so glänzend und prunkvoll wie seine Bedeutung. Es ist nicht immer der Fall, dass Bedeutung und Phonetik zusammenpassen, z.B. klingt Maximilian durch die hinteren Silben für mich eher lieblich. Theresa ist etymologisch unklar.

    Viktoria Soleil: Siegerin Sonne. Viktoria ist ein toller Name. Soleil finde ich als ZN in Ordnung; die Eltern werden schon ihre Gründe gehabt haben. Vielleicht kam das Mädchen an einem ungewöhnlich sonnigen Novembertag zur Welt.

    Rui Félix: “Rui!” “Ich bin doch ruhig!”

    Lucien-Corvin: Corvin von lat. corvus (Rabe) gefällt mir. Raben sind intelligente Tiere. Wenn der Junge mit rabenschwarzen Haaren zur Welt kam, fände ich den Namen besonders passend. Lucien gefällt mir nicht so gut, der Bindestrich noch weniger. Besser fände ich Lucianus Corvin. Wie Lucien geht Lucianus über Lucius auf lat. lux (Licht) zurück, was einen Kontrast zum Gefieder des Rabens darstellt.

    Celeste Gioia: „himmlische Freude”? Beide Namen sind mir zu kitschig.

    Aliyah Viviana: Mit dem EN kann ich nichts anfangen. Den ZN würde ich gerne öfter hören. Schön finde ich auch die englischen und französischen Varianten Vivien und Vivienne. Es passt aber nur zu einem lebhaften Mädchen.

    Ghislain John: Der ZN ist ein englischer Allerweltsname, den jeder kennt. Der EN ist ein ausgefallener französischer Name, dessen Aussprache viele überfordern wird.

    Apollonia Klara: Apollonia ist als EN schon sehr pompös, aber er gefällt mir. Klara schreibe ich lieber mit C.

    Fee-Frieda Lotta: Schlimmer als Fee-Frieda kann man kaum kombinieren. Die beiden F und die aufeinanderfolgenden Hebungen stören phonetisch gesehen. Der Name lässt an eine Fee namens Frieda Lotta denken, oder an Lottas Friedensschluss mit der bösen Fee.

    Caitlyn Katrina Nicole: Die ersten beiden Namen sind doppelt gemoppelt. Den ZN verbinde ich mit dem Wirbelsturm.

    Loan Peer: Mögliche Übersetzungen: Ausleihe Gleichrangiger. Oder Kredit Spähen.

    Arne Bo: Immerhin ist Bo nicht der Erstname. Das wäre mir deutlich zu kurz.

    Emilie Nadine: Emilie würde ich auf der zweiten Silbe betonen und viersilbig aussprechen. Rein phonetisch finde ich die Kombination stimmig, die Einzelnamen sind aber nicht mein Geschmack und passen für mich stilistisch nicht zusammen.

    Vitus Ludwig: Zwei tolle Einzelnamen. Die gegenläufigen Vokale des EN und ZN gefallen mir.

    Adam Amin: So kann auch ein eher kurzer Name zum Zungenbrecher werden.

    Skye Scarlett: Wurde sie unter einem scharlachroten Himmel geboren? Die phonetisch gleichen, aber unterschiedlich geschriebenen Namensbeginne stören.

    Die Namen der Zwillinge sind erfreulich. Allen außer Collin Joél & Elias Leon kann ich etwas abgewinnen.

    Lucia Victoria & Isabella Freya: Ich würde beim zweiten Mädchen EN und ZN vertauschen. So klänge der Name für mich stimmiger und würde besser zum Namen der Schwester passen, die ebenfalls einen kürzeren EN und einen langen ZN bekommen hat. Mir gefallen alle vier Einzelnamen, aber bei Lucia wäre mir die Aussprache zu uneindeutig.

    Bei Collin Joél fällt die Schreibweise wirklich unglücklich aus. Der Bruder hat einen etwas lalligen, für den heutigen Geschmack typischen Namen mit normaler Schreibweise abbekommen.

    Bei Richard & Rosalie stellt das gemeinsame R im Anlaut einen willkommenen Kontrast zu den vielen L-Namen dar — obwohl sich die beiden Laute gar nicht so unähnlich sind, schließlich gelten beide wegen des fließenden Charakters als Liquiden. Richard gefällt mir immer besser. Rosalie gefällt mir, wenn man es auf der zweiten Silbe betont und viersilbig spricht.

    • Caitlyn Katrina Nicole: Die ersten beiden Namen sind doppelt gemoppelt. Den ZN verbinde ich mit dem Wirbelsturm.

      Na, eine Frau soll ja auch ein Wirbelsturm sein! 🙂

      Das mit dem Hurrikan „Katrina“ ist mittlerweile dreizehn Jahre her. Hätten sich die Amis deutsche oder holländische Wasserbauingenieure eingekauft und ein paar Millionen springen lassen, wäre das alles nicht so schlimm geworden. Wir hätten Neu Orleans schon beschützt. Deiche bauen sich nun einmal nicht selbst, auch nicht im Neoliberalismus.

      Ja, mardi gras, wie geil. Aber eine Stadt unter dem Meeresspiegel in einer Wirbelsturm-Zone ohne anständige Deiche zu lassen, das kann nicht gutgehen.

    • Mir fällt gerade auf, dass soleil im Französischen ja maskulin ist. Dann finde ich es als Mädchennamen doch unglücklich.

  3. Wahlpflicht wäre bei mir auch (und natürlich) Richard. Rosalie finde ich gar nicht so schlecht. Frauennamen dürfen etwas blumiger sein.

    Viktoria Soleil klingt irgendwie nach einer feminisierten Form des Sol invictus, des Unbesiegten Sonnengottes im späten Rom.

    Armani. Man stelle sich mal einen Armani in Bermuda-Shorts und Badelatschen vor. Ugh.

    Aurelia. Bin ich sofort bei 1. Aurelius Augustinus und 2. bei Ezra Pound:

    „Legt mich zu Aurelius,
    Gen Sonnenaufgang zu Stonehenge.
    Dort ruhen die meinen.
    Über Haß, über Harm.
    Licht über Licht sich überbäumend.“

    (Aus dem Gedächtnis. Nach der Übersetzung von Eva Hesse.)

    Das ist einfach kein Name für Mädchen, auch wenn er hübsch klingt.

    Adam Amin ist garantiert ein Kind von assimilationswilligen Moslems oder ein deutsch-islamisches Mischgezücht. WaAllah.

    An Burnern herrscht wie üblich kein Mangel. Besonders furchtbar:

    Vitus Ludwig, Romedius Fabian und Arne Bo. Bionade-Flitzkacke. Fehlte gerade noch ein Hubertus darin. Arne Bo traut man sich kaum ohne Anführungszeichen zu schreiben. Und bei Arne Bo ärgert mich besonders der Pseudo-Norddeutschischismus.

  4. kann man machen: Naila Yasmin *

    bitte nicht Müller mit Nachnamen: Tamino Pablo *

    Fabian ist ganz nett: Romedius Fabian *

    gefällt mir sehr gut: Aurelia Theresa * Viktoria Soleil *

    Nee: Rui Félix * Lucien-Corvin * Celeste Gioia * Aliyah Viviana *

    cool: Mick Jules * Armani (m) *

    geht so: Charlie Leon *

    Eliano ist toll, Giuseppe würde ich meinen Hund nennen: Eliano Giuseppe *

    kann man machen: Finja Ayleen *

    Gesundheit! : Ghislain John *

    Meine Nummer 1 heute, obwohl Apollonia schon sehr selten geworden ist im Vergleich zu 1890er 1900er : Apollonia Klara *

    Ohne Fee wäre es super: Fee-Frieda Lotta *

    och nö: Caitlyn Katrina Nicole * Jerrik * Loan Peer *Vitus Ludwig *

    Gruselig: Arne Bo * Jayceline * Leyla Shirin *

    ist ok: Emilie Nadine *

    klingt wie eine Krankheit: * Malaika-Amina *

    naja: Adam Amin *

    neuer Wasserkocher?: Nava Severina *

    klingt nicht schön: Skye Scarlett

  5. Eine Frage zu Severin/Severina: ist die Assoziation mit dem Hersteller Elektrogeräte wirklich so stark? Ich mag beide Namen sehr, die haben in Brasilien eine besondere Bedeutung.

    • Ein bisschen ist sie schon da, hätte mich aber nicht abgeschreckt, ein Wasserkocher/Toaster ist ja nix Schlimmes (assoziationsmäßig schlimm wäre eher z.B. der Name Dixi). Ich mag Severin. Genausoviele denken bei dem Namen vermutlich an Severus Snape, na und. Der hat auch was 🙂

    • Ich finde nicht, dass die Elektromarke den Vornamen überstrahlt. So bekannt ist die Marke gar nicht, glaube ich. Anders als Miele, Melitta und Mercedes zum Beispiel, da sind die Marken bekannter als die Vornamen.

    • Hö, ich habe von dem Elektrogeräte-Hersteller noch nie etwas gehört. Mußte mir das gerade zusammengoogeln…

      Severin klingt für mich einfach nach Köln. Also wegen der Kirche St. Severin, dem nach ihr benannten Stadtteil und vor allem wegen der dann wiederum nach dem Stadtteil benannten Severinsbrücke:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Severinsbr%C3%BCcke

      Ich höre den Namen sozusagen hellgrün… Dieses „Kölner Brückengrün“ soll von Konrad Adenauer in seiner Zeit als Kölner Bürgermeister ausgesucht worden sein, weil es halt wie Kupfer mit Patina aussieht… Alle städtischen Rheinbrücken von Köln sind in dieser Farbe angepinselt. (Nicht hingegen die der Bundesbahn gehörenden, also Hohenzollern-Brücke und Südbrücke.)

      Was bedeutet der Name denn in Brasilien?

      @ Annemarie

      Was soll denn an Dixi assoziationsmäßig so schlimm sein? Gut, „dick“, klar. Aber es klingt auch an den ruhmreichen Alten Süden der USA an, eben an Dixie-Land.

      „I wish I was in the land of cotton,
      Old times they are not forgotten!
      Look away, look away look away, Dixie Land!“

      Gut, als Vornamen würde ich das in Deutschland auch nicht vergeben. 😉

    • Ach ja, stimmt ja, an die Klos hatte ich gar nicht gedacht. Bin halt ein neurotischer Geisteswissenschaftler… 😀

      Also: Es wird sich wohl Konsens darüber erzielen lassen, daß es im Deutschen bessere Mädchennamen als Dixi gibt. 😉

    • Maria Th. (niemand wird Dein Urteil geringschätzen, und es freut mich, mal wieder ab und zu von Dir zu lesen!),

      einerseits: In Bayern mag Apollonia in die Landschaft passen – in Norddeutschland weniger.

      Andererseits: Ich persönlich mag diese etwas überdrehten, halb-unterschichtigen Kombis wie eben Apollonia Klara. Sozusagen Pippi-Langstrumpf-Namen. Für Mädchen ist dieser blumige Still jedenfalls vollkommen in Ordnung. Jungsnamen hingegen sollten etwas härter und schlichter klingen.

      Mag diese rokokohaften, verspielt-pompösen Kombis irgendwie. Jedenfalls sind sie mir allemal lieber als die aalglatten Bionade-Kombinationen.

      Wenn es Familientradition ist, geht es natürlich sowieso in Ordnung.

      P.S.: Hier schlägt gerade eine Spam-Mail auf. Anrede: „Liebe Frau Berkenfeld“. Ich hatte mich bei dem Freemail-Provider vor Jahren mal aus Klandestinitäts-Gründen als „Gertrud Berkenfeld“, wohnhaft in Wuppertal, gereggt. 😀

      Rosen für Apoll!

      Jan

    • Ich hab ja auch nicht behauptet, dass Apollonia in die norddeutsche Landschaft passt 😉 ich finde halt, dass es in Bayern schön klingt – und man weiß ja auch nicht, in welcher Gegend die oben erwähnte neugeborene Apollonia geboren wurde.
      Heutzutage ist Apollonia hierzulande auch sehr selten; aber wenn ich nochmal einen Namen vergeben müsste/dürfte, würde ich Apollonia ernsthaft in Betracht ziehen.

  6. Elisa & Christian
    sind heute meine Lieblingsnamen, die gefallen mir auch für Geschwister (für Zwillinge natürlich auch).
    Elisa ist die schönste Kurzform von Elisabeth, ich mag diesen Namen sehr. Christian könnte auch eine Generation älter sein. Deshalb finde ich Christian recht zeitlos und schön.

  7. Apollonia kenne ich auch aus meiner Münchner Zeit, ich empfinde den Namen a bisserl wuchtig, aber die Koseform Polly finde ich ganz wunderbar, naja und wenn Polly erwachsen wird, passt Apollonia dann doch.
    Severin kenne ich auch aus München, ein Heiligenname dachte ich immer?

    • Wimu, Maria Th. et aliae et alii,

      wenn es eine regionale oder familiäre Tradition für einen Vornamen gibt, ist er in jedem Fall in Ordnung.

      Apollonia ist aber wirklich ein Wuchtgeschoß! 😀 Vielleicht eher Barock als Rokoko. Man sagt den Bayern ja bis heute einen Zug ins Barocke nach.

      Melusine empfinde ich als Niedersachse als stilistisch ähnlich. Melusine von der Schulenburg war die (übrigens potthäßliche) Maitresse en titre unseres Herzogs Georg Ludwig, der seinerseits ab 1714 König von England war.

      Polly als Kosename finde ich auch hübsch – wie halt auch Becky. Mag keine Anglizismen, aber bei Kosenamen haben diese Bedenken zurückzustehen. Gerade bei Mädchen.

      Diminutive sind ganz allgemein ein enormes sprachliches Problem. In der Schönen Welt ist man heute geradezu erledigt, wenn man „Bierchen“, „Schäpschen“ oder „Süppchen“ sagt. Adelssprache hat heute, in Zeiten allgemeiner Verweichlichung, klar und hart zu sein. Gerne auch mal ein bißchen proletig und brutal. Jedenfalls nicht süßlich und verharmlosend wie in der Mittelschichten-Sprache. Adlige Damen dürfen heute ohne weiteres „Scheiße!“ sagen – nur eben „Süppchen“ oder „Bierchen“, das geht nicht.

      Und im Hochadel gibt es eben auch diese Butzi-Kiki-Mimi-Kosenamenkultur.

      Andererseits gehören Diminutive im Russischen zur Sprachkultur, nicht nur bei Vornamen. Sie können alles ausdrücken: Von großer Zärtlichkeit bis hin zu extremer Verachtung.

  8. Kategorie schön, interessant, akzeptabel:

    * Naila Yasmin: gefällt mir, Yasmin mit Y mag ich lieber (vermutlich, weil ich mit 2 Jasmins sehr negative Erfahrungen gemacht habe). Naila gefällt mir auch vom Klang, passt gut in die derzeitige Mode, hebt sich aber doch ab, da Namen mit N ja noch nicht so häufig sind.

    * Tamino Pablo: Einzeln schön, nur 2x o-Endung stört mich.

    * Aurelia Theresa: Aurelia ist klangvoll, wird durch Theresa etwas geerdet.

    * Viktoria Soleil: klingt elegant, fast majestätisch. Soleil ist ein Name, den ich aber nur als Zweitnamen vergeben würde. Aber schöne Bedeutung!

    * Aliyah Viviana: Mir gefallen beide Namen, sanft und lebendig, zusammen wie eine fließende Melodie. 🙂

    * Leyla Shirin: Gefällt mir auch gut in Kombination, Shirin allein ist eigentlich nicht meins, aber zusammen mit Leyla gefällt es mir.

    * Finja Ayleen: Ich hätte “Eileen” geschrieben, ansonsten gefällt mir die Kombination.

    * Caitlyn Katrina Nicole: Der Name steht hier nur, weil mir Caitlyn schon immer gut gefallen hat! (Trotz englischer Herkunft ;-)) Katrina finde ich schöner als Katharina, ist aber natürlich, wie schon von anderen geschrieben, doppelt. Nicole ist ein Massenname meiner Generation und kurz vorher, nicht meins.

    * Emilie Nadine: Emilie mag ich, egal ob Emilje oder Emily gesprochen. Nadine siehe Nicole, finde ich aber besser.

    * Malaika-Amina: Ohne Bindestrich gerne, hier stört nur das Aufeinandertreffen von a-A. Ansonsten klingt es melodisch.

    * Nava Severina: Finde ich spontan interessant. Nava habe ich noch nie gehört.

    Zwillinge:

    * Lucia Victoria & Isabella Freya: Ich mag alle Namen, hätte aber auch Freya Isabella gewählt (lieber Freyja)

    (Collin Joél) & Elias Leon: Hier gefällt mir nur Elias Leon.

    Elisa & (Christian): Elisa mag ich.

    Felix & Finja: Beides ok/schön, nur derselbe Anfangsbuchstabe stört.

    Zum Rest:

    Da würde schon so gut wie alles gesagt, was auch mich stört.

    Was ich GAR NICHT verstehe:

    Eure Begeisterung für den Namen Richard! Was gefällt euch an dem Namen???
    Meine Assoziation: alter, knörriger, humorloser Mann, der ungepflegt ist, schlecht riecht und unselbstständig ist … Der Name klingt nicht schön (streng, erinnert an “riechen”, ist hart im Ausklang) und ist und bleibt (für mich!) verstaubt. Ich weiß, Geschmäcker sind verschieden …

    • Zu Richard:
      Ich denke da an einen Richard, den ich gerne mochte.
      Außerdem gefällt mir, dass es ein vollständiger, kraftvoll klingender Name ist.

    • Eure Begeisterung für den Namen Richard! Was gefällt euch an dem Namen???
      Meine Assoziation: alter, knörriger, humorloser Mann, der ungepflegt ist, schlecht riecht und unselbstständig ist …

      Ha, das könnte ich sein! 😀

      Mir gefällt an Richard gut:

      Er geht (natürlich in unterschiedlichen Aussprachen) im Deutschen, im Französischen und Englischen durch – und zwar jeweils als ausgesprochener Aristokratenname. Normannisch. Im Spanischen und Italienischen gibt es zumindest Nebenformen.

      Man denke an Richard Löwenherz, den ritterlichen Gegner des großen Sultans Saladin. Auf englisch Richard the Lionheart, in seiner (natürlich) französischen Muttersprache Richard Cœur de Lion. (Der englische Adel hat ja seit 1066 für mindestens drei Jahrhunderte französisch gesprochen.)

      An Richard Wagner.

      An Richard III., Shakespeares Erzschurken.

      (Auf der anderen Seite des Punktekontos steht dann freilich der ekelerregende Richard „von“ Weizsäcker.)

      Auf die Assoziation zu „riechen“ würde ich nie kommen.

      Und Theresa als Erdung? Na… Die hl. Teresa von Ávila war eine der exzentrischsten katholischen Heiligen. Ihre quasi-erotische Christus-Prosa ist oft karikiert worden. Dagegen steht freilich „Mutter Theresa“, in Indien auch bekannt und verhaßt als „der Todesengel von Kalkutta“. Und Maria Theresia von Habsburg, die Hauptfeindin Friedrichs des Großen. In Teilen Ostafrikas (gerade in Abessinien) war der Maria-Theresien-Taler bis weit in die Mitte des 20. Jahrhunderts die „harte Währung.“ Ein schillernder Name.

      Und ja, ich sagte es ja schon: Es sind immer auch die persönlichen Erfahrungen, die den Klang eines Namens im eigenen Ohr ausmachen. Eine Lieblingskollegin von mir hieß Jasmin. Es war ein hübscher Kontrast zu dem blumigen Namen Jasmin, daß die Frau groß, blond und starkknochig war. Rosalie, Violet oder Scarlett als Vornamen für eine blonde, kriegerische Hünin, das hätte auch seinen kuriosen Charme. Oder umgekehrt Sigrun, Ingrid (oder sowas) für ein zartes, mediterranes Mädchen.

      Es kann kaum etwas Reizvolleres und Charmanteres geben, als wenn Klischees mal durchbrochen werden. Gerade die Schönheit einer Frau beruht auch zu einem gewissen Grad auf Spannung, auf Widersprüchlichkeit. Nichts langweiliger als die „Spielerfrauen“ der heutigen Profi-Fußballer – die sehen ja alle aus wie öde Porno-Models, die man in Designer-Kostümchen gesteckt hat. Dann schon lieber eine bairische Wuchtbrumme namens Apollonia Klara. 😀

      Auch der Reiz eines Pärchens basiert oft auf Unterschiedlichkeit: Schöner Mann, häßliche Frau – oder umgekehrt. Unterschiedlich Rasse, Religion, Klasse und Kultur. Altersunterschied. (Die Kombination „ältere Frau und jüngerer Mann“ geht freilich nicht oder nur bei ganz jungen Männern.) Die Welt lebt von einer gewissen Spannung und Widersprüchlichkeit, von einer gewissen Hybridität. Das Schlimmste ist Langeweile.

  9. Tamino Pablo–
    Tamino hat für mich schon so eine zauberisch-exotisch-extravagante Mozartopernausstrahlung. Insofern kann ich dem Namen etwas abgewinnen. Gleichzeitig ist der Name für mich nicht herkömmlich genug; er klingt mediterran. Vielleicht würde er sich in der Form Tamin deutscher anfühlen–dann ginge aber natürlich die klangvolle O-Endung verloren. Fazit: schon ein schöner Name, aber für mich doch etwas zu willkürlich-neu. Pablo passt klanglich sehr schön.

    Vitus Ludwig–
    Finde den Namen ganz gut. Veit finde ich noch schöner als Vitus, aber Vitus ist auch gut. Klingt, wie so viele auf-us-endende lateinische Namen, recht edel. Bei Vitus kommt noch eine bedeutsame Heiligenassoziation hinzu. Vitus muss unbedingt mit einem traditionellen Namen gepaart werde, und das ist dann mit dem Zweitnamen Ludwig auch der Fall. Eine schöne Kombi.

    Ghislain John–
    Kulturell passt das natürlich wenig zusammen. Ansonsten liebe ich die französischen Formen germanischer Namen: Thibault, Gauthier, Thierry, Armand, Lambert (frz. gesprochen ist das wunderschön), Lothaire, Adalbéron, Gérard, Romuald (auch wieder toll in frz. Aussprache), Francois, Tancrede, Guillaume, Robert, Rainier, Charles, Genevieve, Charlotte, Adeltrude (frz. gesprochen!), Cunégonde, Géraldine, Ghislaine….

    Apollonia Klara–
    Finde ich wunderschön! Apollonia ist ein total traditioneller Heiligenname, nicht nur in Bayern, sondern auch in der katholischen Eifel, wo meine Vorfahren sich einst in einer der heiligen Apollonia geweihten Kirche versammelten. Der Name ist vokalig, flüssig, weich, und trotzdem mit dem P auch peppig; liebe den dunklen O-Laut, gepaart mit dem helleren A und I. Ein ganz herrlicher Name. Dazu Klara ist auch wunderschön.

    Arne Bo–
    Finde ich klanghaft und sympathisch.

    Skye Scarlett–

    Hier fasziniert mich die Geschichte des Namens Scarlett. In Margaret Mitchells Roman “Vom Winde Verweht” (1936), heißt die Hauptfigur ja Catherine Scarlett O’Hara, wobei Scarlett ein Familienname ist (von einem Nachnamen abgeleitet). Scarlett ist der Typus der “scarlet woman,” also der verdorbenen, unglückbringenden Frau. Deshalb wurde der Name Scarlett trotz Bestseller und Filmhit nicht sofort beliebt. Erst allmählich, als vor allem der Film sich in der Populärkultur über Jahrzehnte hinweg hielt, sickerte der Name Scarlett ein. Diesen Namen erhielt auch Scarlett Johannson, die bekannte Filmschauspielerin aus “Lost in Translation.” Durch sie wurde der Name dann noch mal ganz stark ins nationale Bewusstsein der USA gerückt, so dass Scarlett dort schon seit einiger Zeit zum Modenamen avanciert ist. Der Name hat also der Romanfigur Scarlett O’Hara und der Schauspielerin Scarlett Johannson viel zu verdanken.

    • Wie üblich, Mark, lese ich Deine Erwägungen mit größtem Interesse.

      Gerade das zu Scarlett war mir vollkommen neu. Noch so ein Lila-Name. 😀

      Ja, Tamino ist natürlich der Prinz aus der „Zauberflöte“. Als Vorname eher kritisch…

      Veit finde ich auch grandios! Man denke an Veit Stoß oder an den Veits-Dom in der Stadt Prag! Es wird aber leider heute vom allgegenwärtigen „fight“ überwuchert.

      Zustimmung hingegen zu den „germano-französischen“ Namen. Man kann halt nur nie sicher sagen: Kommen sie von den Franken oder von den Normannen?

      Daß Du Arne Bo hübsch findest, muß mir aber ein Rätsel bleiben.

    • Na, dann aber bitte gleich Bonbon, Bingo-Bongo oder Popo. 😀

      Ich hab echt nicht genau verstanden, ob Du das mit Deinem Lob von Arne Bo ernstgemeint hast oder nicht. Mir drehen sich die Klöten um, wenn ich den Namen höre.

      Natürlich, wir alle kennen das Wort „Beau“ für einen schönen Mann. Historiker kennen den Südstaaten-General Beauregard. Aber Bo?! Uah!

      Mal ganz abgesehen davon, daß Bo in meiner Generation auch noch nach der 80er-Titten-Schauspielerin Bo Derek klingt. Übrigens eigentlich eine schöne Frau… Aber als Männernname ist Bo einfach nicht drin. Und dazu das schnarchig-pseudonordeutsche Arne. *würg*

    • @Jan:

      Dass Arne pseudo-norddeutsch ist, darin stimme ich Dir zu. Die herkömmliche deutsche Form wäre Arno als Abkürzung von Arnfried–was ich auch beides besser fände als Arne. Aber irgendwie ist mir Arne noch nah genug an Arnfried dran, dass ich ihn als nicht ganz “weithergeholt” einstufe. Klanglich finde ich den Namen ganz schön. Also fällt er für mich unter “sympathisch,” ohne Begeisterung auszulösen.

      Bo–da habe ich mich spontan entschlossen, positiv zu sein. In den USA kannte ich drei verschiedene Bos, alles Männer. Bo Derek ist die einzige mir bekannte weibliche Bo. Als Zweitname zu Arne irgendwie passend. Als Erstname fände ich ihn in Deutschland nicht besonders gut. Kannte mal einen jungen Mann namens Boy. Dachte, “Wie dumm, dem seine Eltern fanden es cool, ihn mit dem englischen Wort für ‘Junge’ zu benennen.” Dann stellte sich heraus, dass er aus Ostfriesland kam, und dass in seiner Familie schon seit sehr vielen Generationen der erstgeborene Sohn Boy genannt wird. Somit stellte sich mir alles anders da. Irgendwie musste ich an diese Geschichte denken, als ich Bo sah–vielleicht passt der Name ja irgendwie doch, wegen de Nähe zu Skandinavien, weil der Erstname skandinavisch ist, etc.

      Also, Beau-Bo ist aber noch dass Allercoolste. Der Rufname ist Bobbes. Manchmal auch Bobby–aber meistens Bobbes….

    • Ich kannte mal einen alten Mann namens Hans-Boy, der aus Nordfriesland kam.

      Mit dem Namen Arne ist es kurios. Hier in Schleswig-Holstein ist das ein recht häufiger Vorname für Männer in meinem Alter (ich bin Jahrgang 1967), sogar in der Liga, in der es mehrere Arnes in einer Schulklasse gab. In Süddeutschland war Arne dagegen lange Zeit wohl ähnlich exotisch wie Knud. Jetzt gerade – ca. 50 Jahre später – wird Arne im Süden immer häufiger vergeben. Als wenn das ein neumodischer Trendname wäre 🙂

    • Boy heißt auch der Ich-Erzähler in “Mein Urgroßvater und ich” von James Krüss. Das Buch spielt auf Helgoland und als Kind fand ich weder den Namen der Hauptperson noch den des Autors merkwürdig.
      Arne hätte meine Schwester (*1988) heißen sollen, wenn sie ein Junge geworden wäre. Ich hoffte damals, dass es ein Mädchen wird, weil ich den Namen absolut schrecklich fand.

    • (Warum meine Antwort an Mark nicht freigeschaltet wurde, muß mir ein Rätsel bleiben.)

      @ cassis

      Es ist natürlich immer auch eine Frage der persönlichen Bekanntschaften… In meiner Generation war Arne aber ein typischer Namen für die Söhne von linksliberalen Schul-Lehrern, die „einen auf norddeutsch machen“ wollten. Und so waren diese Söhne dann in der Regel auch, wohl genetisch bedingt: anpasserisch, speichelleckerisch, kriecherisch, feige, hinterhältig und devot gegenüber den Obrigkeiten. Linksliberale halt.

      Daß es den Namen auch in Brandenburg gegeben hat, wundert mich aber…

    • Das war vielleicht in Deinem kleinen Umfeld so, aber ganz bestimmt nicht typisch für unsere Generation. Ich kenne viele Arnes, aber keiner davon ist Lehrer-Sohn.

      Deinen vorherigen Kommentar habe ich wegen § 130 Abs. 1 StGB nicht freigeschaltet.

    • Ha! „Volksverhetzer!“ Das habe ich schon öfter zu hören bekommen. 🙂 (Nicht nur hier.) Jetzt fehlte mir nur noch das Prädikat „Kriegsverbrecher“, aber dafür bin ich leider wohl schon deutlich zu alt. 🙁

    • zu Arne
      Ich vermute mal, dass Arne von Schleswig-Holstein nach Süden “gewandert” ist. In Westfalen gab es Arne von den 60ern bis in die 80er Jahre ab und zu mal (viel häufiger waren aber Lars, Jan, Sven, Jens …). Ob es hier je einen Arne-Boom gab, kann ich nicht sagen. Aber Arnes Geschwister hatten auch immer irgendwie nordische Name, die Brüder hießen z. B. Malte oder Ole.

    • Das Phänomen, daß sich „typisch norddeutsche“ Vornamen nach Süden und umgekehrt „typisch süddeutsche“ Vornamen (Maximilian, Leopold…) nach Norden ausgebreitet haben, hatten wir hier ja schon öfter angerissen…

      Dafür mag es verschiedene Erklärungsansätze geben:

      – Ein allgemeiner Verlust des Geschichts- und Traditionsbewußtseins in der riesenbreiten Mittelschicht (mindestens 85 % der Bevölkerung Deutschlands).

      – Die Liebe der Neudeutschen zur Euphonie: „Hauptsache, der Name klingt gut!“

      – Die Beliebtheit skandinavischer Populärkultur – von Abba bis Ikea, von Bullerbü bis Hurtigruten – in ganz Deutschland seit spätestens den 70ern. Ole, Björn, Knut und Sven sind ja auch keine „norddeutschen“ Vornamen, sondern aus Skandinavien eingeschleppt. (So wie Jan und Klaas aus Holland. 🙂 )

      – Die Binnenmigration von Norddeutschen in den wirtschaftlich stärkeren Süden, also nach Bayern oder BaWü. Die Nordlichter bringen vielleicht (!) ihre Namen in den Süden, die Nordlichter hier hingegen lassen sich von den wirtschaftlich erfolgreicheren Südlingen inspirieren.

      Wie gesagt: Das ist Spekulation und Herumgestochere im Dunklen – aber es gibt halt dieses Phänomen.

  10. Wahlpflicht-Spiel:
    Aurelia Theresa
    und
    Vitus Ludwig

    Von den Einzelnamen mag ich:
    Victoria
    Christian
    Felix

    Nicht meine Wahl, aber auch schöne Namen
    Lucia
    Theresa
    Isabella
    Elisa
    Aurelia
    Richard
    Vitus
    Ludwig
    Fabian

    Bei den Zwillingen finde ich gelungen:
    Lucia Victoria und Isabella Freya
    (Ich denke, die Kombi Ruf- u. Zweitname ist so gedacht und gewollt).
    Lucia kenne ich in Deutschland als Luzia ausgesprochen und würde das auch eindeutig so machen.

    Elisa und Christian

    Felix und Finja
    Richard und Rosalie

    Die Namen an sich gefallen mir, aber ich finde es besser, wenn die Zwillinge unterschiedliche Anfangsbuchstaben haben.

  11. Appolonia empfinde ich a bisserl bombastisch, kenne es aber aus meiner Münchner Zeit, dagegen finde ich die Kurzform Polly „wunderlieb“….
    Serverin/a kenne ich auch aus Bayern, gefällt mir gut.

    • In deinem (inhaltlich im wesentlichen gleichen) Kommentar von gestern abend hast du Apollonia richtigerweise mit einem p und Doppel-l geschrieben, das ist die korrekte Schreibweise, Appolonia ist leider falsch. 🙂

    • Das ist aber ein weiteres Problem mit dem Namen Apollonia, jedenfalls in Gegenden, in denen der Name nicht heimisch ist: Wo ist denn nun der Doppel-Konsonant und wo der einfache? (Muß auch jedesmal überlegen, wie man das schreibt.)

      Grüsse

      Klass

    • Na ja, irgendwie “hört” man die Schreibweise doch (ich jedenfalls).
      Apollonia – hier ist Schwung im ganzen Wort, würde man Appolonia schreiben, wäre eine winzige Gewichtung auf “Appo” mit einer Mikro-Pause zum folgenden “lonia”, das dann schwächer klingt – schwer auszudrücken, kann das jemand nachvollziehen?

    • Der Name leitet sich von dem griechischen Gott Apollon ab, daher finde ich die Schreibweise klar. Bei der Ahnenforschung bin ich aber schon auf Appolonia gestoßen — zu Zeiten, da es verbindliche Schreibweisen eines Namens nicht gab.

    • kann das jemand nachvollziehen?

      Natürlich, bei aller Unterschiedlichkeit der Dialekte. Appo- zöge fast automatisch so eine Art Mini-Aleph nach sich. Aber dennoch: Wenn man den Namen nicht kennt, muß man immer kurz überlegen, wie er sich schreibt.

      Es gibt das hübsche Wort Apo-Opa – wird gemeinhin auch lächelnd und fast stolz von echten Apo-Veteranen und „68ern“ akzeptiert. Der Vater einer Exfreundin von mir hat als junger Student am 2. Juni 1967 in Berlin Benno Ohnesorg sterben sehen. Der hätte nie was gegen solche Witzchen gehabt. Der gute Mann hat dann von seinen Töchtern den Spitznamen „Vaddern“ angehängt bekommen – nach dem als Alt-68er gezeichneten Vater von Kommissar Thiel aus der Münster-Tatorten, gespielt von Claus Dieter Clausnitzer. Das hat dann wiederum dazu geführt, daß ich meine eigene Mutter heute noch gelegentlich als „Muddern“ anrede. Meine Exfreudin wiederum hatte ihrerseits mal die Ehre, von A. Prahl angebaggert zu werden. 😀

  12. @Jan: In Brasilien ist der Name Severino in dem Theaterstück “Morte e Vida Severina” verewigt worden:
    “Severino – Dem Namen des Protagonisten haften vielerlei Bedeutungen an: ernst, schwermütig und schicksalsbehaftet sowie rigoros, rau oder harsch, aber auch durchhaltend und respektwürdig. Im Nordosten Brasiliens ist er ein sehr häufig vorkommender Name. So repräsentiert Severino die Mehrheit der Menschen dieser Gegend, deren Leben sich in ihrer Einfachheit und Belanglosigkeit gleicht. Wie die meisten ist auch er ein armer Landarbeiter, der täglich um das Überleben kämpft und im tristen Alltag seiner Heimat keine Zukunft sieht. “

  13. Danke für den Hinweis, Patricia.

    Als Jugendlicher habe ich mit einiger Begeisterung „Der Stein des Reiches“ von Arriano Suassuna gelesen. (Natürlich auf deutsch und nicht auf portugiesisch, kann kein Wort portugiesisch.) Das spielt halt auch im Sertao.

    Meine eigenen Vorfahren waren auch bettelarme Landarbeiter…

    Und die rechte Balance zwischen Rauheit und Freundlichkeit zu finden, ist vielleicht das schwierigste Kunststück aller Manieren und des guten Stils. Nein, auch das Wort „Balance“ ist eigentlich falsch. Es geht nicht um Mittelwege und um Ausgleich. Es geht um die Gleichzeitigkeit von antagonistischen Prinzipien. Ein Adliger hat *gleichzeitig* treu und untreu zu sein, grob und höflich, wütend und desinvolviert, bäuerisch und geziert, eitel und bescheiden, königstreu und aufrührerisch. Das Elend und damit die Langeweile ist stets die Mitte.

    Im Deutschen klingt Severin aber anders. Heute ist das eindeutig Bionade, in Köln hat es halt eine Sonderbedeutung als Lokalheiliger.

  14. Heute gefällt mir nur ein einziger Name wirklich:
    Aurelia Theresa
    Auch diese Zwillingsnamen sind nicht schlecht:
    (Lucia) Victoria & Isabella (Freya) – Lucia gefällt mir nicht und die nordische Freya passt nicht unbedingt zur südländischen Isabella
    Richard & Rosalie – passt sehr gut zusammen
    Felix & Finja – sind noch OK

    Aber der ganze andere Mischmasch ist gewöhnungsbedürftig bis unmöglich um nur mal die schlimmsten zu nennen:
    Romedius – hab ich noch nie gehört oder gelesen, gefällt mir auch nicht
    Rui (Felix) – hui der Rui
    Lucien-Corvin – wieder so ein unsäglicher Bindestrich zwischen zwei ähnlich klingenden Namen, Lucien geht ja noch, aber Corvin??
    Malaika-Amina – siehe oben, keine Ahnung warum es hier den Bindestrich braucht
    Armani – kenn ich nur als Nachname des berühmten Modeschöpfers
    Charlie Leon – mag ich beide nicht, Charlie ist und bleibt ein Spitzname, da denk ich leider Gottes immer nur an den Affen
    Fee-Frieda Lotta – find ich alle 3 nicht schön, Lotta am wenigsten
    Loan Peer – passt irgendwie nicht, Loan klingt eher bayrisch und Peer ist ein nordischer Peter (nordische Namen sind eher nicht so meins)
    Jayceline – eine Jacqueline auf englisch??
    Nava Severina – klingt irgendwie komisch, da denk ich eher an Navy und Navel-Orangen, dazu noch ein weiblicher Severin?
    Skye Scarlett – TV-Sender “Vom Winde verweht”

    • Rui ist meines Wissens eine portugiesische Kurzform zu Rodrigo (Roderich), oder war es Rüdiger?
      Fällt für mich unter “Bei entsprechendem Hintergrund OK”.

  15. @Maria Th. gut, dass Du es gemerkt hast, ich dachte mein Kommentar sei nicht angenommen worden, passiert manchmal, habe es dann nochmal versucht, hatte ständig eine Autokorrektur und war dann irgendwann ungeduldig ..
    aber noch etwas zu Aliya, ein hebräischer Name, klangvoll, warum nicht?

    • (Na, Patzer, die natürlich jedem unterlaufen, auf die „Autokorrektur“ zu schieben, ist aber schon ein bißchen langweilig…)

      Alija (plural: Aliot) bezeichnet im Hebräischen die fünf jüdischen Einwanderungswellen nach Palästina vor der Staatsgründung Israels 1948. Wörtlich heißt das „Aufstieg“, „Erhebung“. (Es ist das gleiche Wort wie bei der israelischen Fluggesellschaft El Al. Das heißt wörtlich „nach oben“.) Es ging halt um eine Selbsterhebung der Juden aus ihrem Status als verachtete Minderheit in Europa.

      Umgekehrt wurde die Auswanderung eines Juden aus Israel früher oft als „Abstieg“ bezeichnet. (Komme gerade nicht aus die Vokabel.) Heute hingegen wandern viele liberale Juden aus Israel aus, weil sie mit den immer zahlreicher werdenden „Schwarzen“, also den Ultraorthodoxen, nicht mehr klarkommen. Beliebte Zielgebiete sind Deutschland und Frankreich. Ja, gerade Deutschland! Finde ich auch gut, Juden haben immerhin was auf dem Kasten. Können wir hier gebrauchen.

      Ich bezweifle aber, daß das bei dem hier immer mal wieder auftauchenden Namen Aliyah eine Rolle spielt. Vielleicht Moslems, die lieber einen Jungen gewollt hätten? Oder die heute so a-verliebten Deutschen? Keine Ahnung.

  16. Malaika-Amina.

    Ach Du Scheiße, jetzt habe ich auch noch „Sun of Jamaica“ („…Blue lady Malaika“) als Ohrwurm. Aber das ist sicher eine Generationsfrage. (Sollte hier weniger lesen, weniger schreiben natürlich sowieso.)

    Amina hieß die Mutter des Propheten.

    Im Nordkaukasus hört man den Vornamen relativ häufig in der Form Aminat. Die semitischen Feminin-Endungen auf -ah und -at sind praktisch austauschbar. Ist in Hebräischen nicht anders. Freilich sprechen die moslemischen Nordkaukasier keine semitische Sprache, sondern ihre eigenen, „isolierten“ Sprachen – heute natürlich vor allem Russisch.

    Malaika-Amina ist mit Sicherheit eine kleine Moslemin. 🙂 Ob man den typisch deutschen Bindestrich schon als Assimilationswillen interpretieren darf?

    Ich finde den Namen jedenfalls hübsch. Klingt auch im Deutschen sehr feminin.

  17. Aurelia Theresa – Aurelia ist ein hübscher Name, den finde ich auch als Rufnamen gut. Er ist nicht zu lang und gut aussprechbar. Theresa gefällt mir auch gut, könnte ich auch vergeben. Ich finde, dass Mutter Teresa von Kalkutta ein gutes Namensvorbild ist. Vermutlich ist die Schreibweise Teresa durch sie in Deutschland beliebter geworden.

    Finja Ayleen – Finja als weibliche Form von Finn, hört man immer häufiger. Die Endung erinnert ein wenig an Anja und Sonja. Ich finde Finja okay, würde ich aber selbst nicht vergeben. Ayleen mag ich nicht, es gibt zu viele Schreibweisen (Eileen, Aileen …).

    Apollonia Klara – Apollonia habe ich in Westfalen noch nie gehört. Es muß wirklich ein bayerischer Name sein. Klara finde ich hübsch, ist nicht so hochtrabend wie Apollonia.

    Jerrik – Ich weiß spontan nicht, ob Jerrik nun deutsch oder englisch gesprochen wird. Der Name erinnert mich an Jerry, dann bin ich auch gleich bei Tom & Jerry. Andererseits hat Jerrik Ähnlichkeit mit Jannik, wegen der Endung, und Jannik wird ja deutsch gesprochen.

    Arne Bo – Und die Brüder heißen Malte und Ole. Wer gern diesen nordischen Schwa-Laut für Jungs mag. Warum nicht? Ich hätte Arne aber einen anständigen Zweitnamen gegönnt.

    Malaika-Amina – Das Lied “Sun of Jamaica” kenne ich auch. (Ich höre gerne den Oldie-Sender im Radio.)

    Richard – diesen Namen mag ich auch. Ich denke da an einen 19jährigen Richard aus meinem Umfeld. Ich kannte ihn schon als kleinen “Dötz”, er hat bis jetzt einen guten Werdegang, nur weiter so …

    • Ich höre diese Oldie-Sender ab und zu auch sehr gerne! Hier ist das NDR 1. Als ich vor ein paar Jahren wieder angefangen habe, Radio zu hören (unter dem Einfluß einer Exfreundin), hatte ich mich gewundert: „Oh, das ist ja gar keine Oma-Musik mehr!“ Wie es das halt noch in meinem Studium war. Bis mir dann klargeworden ist: „Nicht die Musik ist jünger geworden, sondern, Du, Klaas, bist älter geworden.“ Klaas erbleichte, aber das ist halt ein Gesetz, unter dem wir alle stehen.

      Diese Sender haben aber eine enorme Hörerzahl… NDR 1 wurde schon immer mehr gehört als der „Begleitsender“ (=„Dudelfunk“) NDR 2.

      Wenn ich nur NDR 1 hören müßte, würde ich aber auch ’ne Macke kriegen: Fünfmal am Tag „I just call to say I love you“, „Morning has Broken“ und „Our House“… Ugh. Und dazwischen erzählt dann ‘ne Muddern aus der Wedemark* von ihrer vorweihnachtlichen Plätzchenbäckerei. %-()

      Einen richtig guten Sender kenne ich eigentlich nicht. Höre meistens MDR Kultur wegen des sehr abwechslungsreichen Musikprogramms: Easy-Listening-Klassik, Folk, Chanson, Liedermacher, Rock, ab und zu Jazz. Genau mein Geschmack. Nur die linksliberale Tendenz der Textbeiträge nervt mich, und das ölige Gequatsche über die „Kulturlandschaften Sachsen-Anhalts“ muß ich auch nicht haben.

      *) Das ist die gefürchtete Spießergegend nördlich von Hannover. Noch schlimmer als Peine und Sehnde im Osten von Hannover.

  18. @ Jan, kannst mir glauben, dass ich Rechtschreibung kann. Glauben musst Du es nicht, was soll es, wir wissen ja, dass Du immer was findest, um Dir Freunde zu machen.;)))

    • Ein Ritter braucht keine Freunde – wohl aber gelegentlich Verbündete.

      Ich meine, daß der Begriff „Freund“ im Deutschen heute völlig überstrapaziert ist. Er ist viel zu pathetisch geworden. Schon der Anblick der händchenhaltenden Kohl und Mitterand am Douaumant 1984 war extrem lächerlich. Auch das in der DDR allgegenwärtige Wort „Druzhba“ (gerne mal als „Duschbad“ parodiert) war es. Und bei dem Begriff „Männerfreundschaft“ sträuben sich mir die Nackenhaare. Das ist so süßlich-mittelschichtig…

      In der BRD gibt es den alten Politiker-Witz: „Feind – Todfeind – Parteifreund“.

      Hinzu kommt noch, daß „Freund“ seit etwa 1970 auch „Geliebter“ bedeuten kann, wenn ihn Frauen aussprechen. Als ich um den Dreh 2000 im Kaukasus war, bin ich mit einer hübschen ethnischen Armenierin, die sehr gut deutsch (jedenfalls erheblich besser als ich russisch) sprach, aber nie in Deutschland war, bummeln gegangen. Auf der Straße treffen wir einen gleichaltrigen Kaukasier. Die beiden grüßen sich höflich, der Mann guckt mich etwa mißtrauisch an. Das Mädchen zu mir: „Das ist mein Freund.“ Das war natürlich eine Eins-zu-eins-Übersetzung des russischen „Eto moj drug.“ Im Russischen gibt es diese Doppelbedeutung „Freund=Liebhaber“ eben nicht. Sie kannte die Formulierung „Das ist ein Freund von mir.“ halt nicht.

      Als wir das Mißverständnis geklärt hatten, ist erstmal Gelächter ausgebrochen. 🙂

      Und ich würde auch sehr davon abraten, im Nordkaukasus außereheliche Beziehungen anzuzetteln – so groß die Versuchung angesichts der Schönheit der Kaukasierinnen ist. Das kann schnell zu großem Ärger führen.

      Ernest Hemingway sagt in „Wem die Stunde schlägt“ (aus dem Gedächtnis):

      „Die zwei Grundregeln im Umgang mit spanischsprachigen Menschen: Biete den Männern Zigaretten an und laß die Frauen in Ruhe.“ Das gilt auch im Kaukasus, nur noch ein bißchen krasser.

    • @Wimu

      Abgemacht.

      Bin mal von einem (rein ethnodeutschen) One-Night-Stand nach einer tränenreichen und dunkelumwölkten Nacht aus ihrer Wohnung rausgeschmissen worden mit den Worten: „Geh doch zurück in Deinen Scheiß-Kaukasus!!“

      Und es ist kurios: Im amerikanischen Englisch bedeutet „Kaukasier“ Weißer, Europäer. In Moskau hingegen ist es ein furchtbares Stigma: „Personen kaukasischer Nationalität“ („Litsa kavkazkoj nationalnostjej“).

      Na, wer mal mit Nordkaukasiern zu tun hatte, der hat keine Angst mehr vor irgendwelchen Türken oder Kurden.

      Hinreißend die Erinnerung: unter schneebedeckten, nebelverhangenen Fünftausendern am Lagerfeuer sitzen und über religiöse Fragen diskutieren.

  19. Ich würde mich für Aurelia Theresa entscheiden.

    Bei den Jungennamen ist die Wahl schwierig. Loan Peer finde ich ganz gut, allerdings würde ich zu Beginn ständig an den klanglichen Bezug zu Johann denken. Das würde mich stören. Ansonsten würde ich zwischen Mick Jules und Charlie Leon schwanken.

    Lucien finde ich in frankophonen Ländern sehr schön.

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