Babynamen der Woche 21/2018

Max Bo * Faye * Jasper Alexander * Bram * Lion Dennis * Greta Andrea Tanja * Senja * Leandra Katharina * Ilia * Mika Emmett * Risto * Yoos * Tessa Felice * Luke Philmon * Evke * Karl-Louie * Coral * Danilo * Melina Laurana * Christoph Castiel * Thole * Erwin Peter * Tammy * Michalina * Malte Thor * Elmedin * Miraysu * Rossella Aurora * Mila Carina * Miranda * Hagen Wilhelm

Und außerdem …

65 Gedanken zu “Babynamen der Woche 21/2018

    • Das wäre auch meine Wahl.

      Jasper und Alexander gefallen mir gut, die Kombination ist allerdings aufgrund des eintönigen Vokalschemas A-E-A-E-A-E und der selben Endungen alles andere als perfekt.

      Bei Leandra Katharina würde ich Katharina als Rufname wählen. Statt Leandra gefällt mir eigentlich Alexandra viel besser, aber dann nicht in Kombination mit Katharina. Alexandra Katharina wäre doch arg überladen.

  1. Rossella Aurora.

    Zu Aurora hatte ich mich vor Jahr und Tag schon einmal geäußert. Für einen gescheiterten Historiker wie mich ist das untrennbar mit dem russischen Kriegsschiff Aurora verbunden. (Auf russisch „Awrora“, weil es da den Diphtong au nicht gibt…) Eines der ganz wenigen Schiffe, die bei Tsushima (1905) Togo entkommen sind, 1917 dann die „Glocken der Oktoberrevolution“ – Heiligtum der russischen Marine, heute Museumsschiff in Petersburg.

    Es gibt aber noch eine zweite Assoziation, nämlich die Sauce aurore der klassischen französischen Küche. Das ist entweder eine Béchamel (Milchsauce) oder eine Velouté (weiße Grundsauce), die mit Tomatenmark vervollständigt wird und dadurch unter anderem einen Rosaton bekommt. Kann zu Eiern, Fisch, Kalbfleisch oder Geflügel gereicht werden.

    Und diese zweite Assoziation wird durch Rossella nochmals verstärkt. Der Name ist einfach zu rosig.

    Coral übrigens auch. Das erinnert an das Corail, den (gekocht) rosa-orangenen Rogen weiblicher Hummer. Das ist zwar eine Delikatesse, aber als Vorname? Na. (Der Begriff leitet sich natürlich von Koralle ab.) Man könnte auch an die Schlacht in der Korallensee (1942) denken.

    Tja, Kochkunst und Seeschlachten, zwei interessante Themen. 🙂

    Burner der Woche: Max Bo und „Thole“.

    Wahlpflicht: Hagen Wilhelm. Bei den Mädchen finde ich nix Anständiges.

    • Ich wusste gar nicht, dass du dich in der Küche so gut auskennst. 🙂
      Zum Nachtisch gibt es dann Miraysu, da habe ich beim Lesen sofort an Tiramisu gedacht.
      Rossella ist übrigens auch der Name von Scarlett O’Hara in der italienischen Synchronfassung des Films (ihre Rivalin wird Melania genannt).

  2. Diese beiden würde ich auch wählen:

    Jasper Alexander
    Leandra Katharina

    Einzeln gefällt mir noch:
    Christoph
    Peter
    Malte
    Carina
    Greta

    Hagen Wilhelm
    Das ist eine “ordentliche” deutsche Kombi. Aber Hagen würde mir als Rufname nicht so zusagen. Hagen gibt es auch als Nachnamen. Wilhelm als Zweitname gefällt mir.

    Wild geschüttelt würde mir gefallen:
    Peter Wilhelm
    Christoph Wilhelm

    • Wilhelm als Zweitname gefällt mir.

      Mir auch! :mrgreen:

      Hagen ist zugegebenermaßen etwas problematisch, weil man die Figur im Nibelungenlied sympathisch oder faszinierend finden kann, aber eben nicht muß. (Mehr dazu bei Interesse in Joachim Fernaus „Disteln für Hagen“…)

      Mit Jasper kann ich mich aus mir selbst nicht ganz klaren Gründen irgendwie nicht anfreunden. Ich muß auch immer sofort an Jasper von Altenbockum (Rechtsausleger des Politikteils de FAZ) denken, aber das ist nicht der Hauptgrund. Vielleicht einfach eine Frage der Gewöhnung – den Namen gab es in meiner Kindheit in meinem Umfeld überhaupt nicht. Und der Name klingt auch noch so nach „Japser“.

      Ich hatte übrigens einen guten Kommilitonen namens Malte – der Name ist also nicht ganz neu, obwohl er wie ein Modename wirkt.

    • Jasper ist ja auch noch ein recht “neuer” und seltener Name in Deutschland. Ich kenne nur einen 13jährigen Jasper.
      Bei Jasper denke ich, der Name ist mal was anderes, man hört ihn nicht an jeder Straßenecke. Auf jeden Fall gefällt mir diese nordische Variante von Kaspar viel besser als Kaspar selbst. Ein Jasper wird gut mit seinem Namen leben können (zumindest in NRW und den nördlichen Bundesländern).

    • Hm, dieser besagte von Altenbockum ist freilich ein Mitt-Fünfziger. Wo die Famile herstammt, weiß ich allerdings nicht…

      Mareike, halten zu Gnaden, aber für mich klingt Jasper eher westfälisch als norddeutsch.

      Und ob man dann Westfalen als Norddeutschland bezeichnen will, ist fast schon eine philosophische Frage. 😉 In Ostwestfalen kenne ich mich leider überhaupt nicht aus, aber wenn ich etwa im Münsterland bin, fühle ich mich nicht „in der Fremde“. Das Land ist platt, man sieht viele Pferde. Die Leute sehen genauso kartoffelnasig-dusselig aus wie in Niedersachsen. Ja, die sind da katholisch, aber das gibt es in Niedersachsen auch. Sie sprechen einen anderen, aber doch erkennbar verwandten Dialekt. Die Küche ist köstlich-derb* und das Wappen fast das gleiche, eben das weiße, steigende Pferd auf rotem Grund.

      *) So eine kleine Lebenserfahrung von mir: Wer regionale deutsche Hausmannskost mag, ist eigentlich immer in Ordnung. Egal, welche Partei er wählt oder welcher Konfession er angehört etc. Nun, scheint heute mein Kulinaria-Tag zu sein.

    • In Ostwestfalen sind nordische Namen recht beliebt. Dazu zähle ich jetzt mal die norddeutschen und die skandinavischen Namen, die zum Teil schon seit den 60er Jahren vergeben werden. Lars und Jan, Jens und Malte und neuerdings auch Jasper. Die echten friesischen Namen wie z. B. Okko gibt es hier aber auch nicht.

      Ob hier schon Norddeutschland beginnt? Meine Schwägerin aus dem Schwabenländle behauptet das jedenfalls.

    • Also kein „Okko, Lonzo, Berry, Chris und Timpe“ in Ostwestfalen also? Na, daran werdet ihr nicht zugrunde gehen. 😀

      Ich lästere ja gerne mal über diese ganzen erfundenen „friesische“ Namen, kann aber nicht ausschließen, daß es einige halbwegs echte gibt. Habe neulich wieder ein bißchen in den Werken von Onno Klopp geschmökert. Einer der faszinierendsten Historiker des 19. Jahrhunderts, geboren immerhin 1821, der Name hat also schon Tradition… Klopp hatte einen völlig kuriosen Lebensweg: Gebürtiger Ostfriese aus Leer, dann in seinen Mannesjahren Haushistoriker der Welfen in Hannover. Leidenschaftlicher Welfe und Preußenhasser. Dann nach der preußischen Okkupation Hannovers 1866 mit seinem entthronten König Georg V. nach Österreich gegangen. Dort zum Katholizismus konvertiert. Erzieher des habsburgischen Thronfolgers Franz Ferdinand (der dann seinerseits bekanntlich 1914 in Sarajewo ermordet wurde.)

      Ein ostfriesischer Onno kann es weit bringen! (Nicht nur als Teemarke.)

      In Wien (das entnehme ich der Wikipipi) gibt es eine Onno-Klopp-Gasse, in Hannover aber ist schändlicherweise keine Straße nach ihm benannt. Wohl aber gibt es hier eine Treitschke-Straße. Schande über uns! 😉

    • Ich bin inzwischen zur Überzeugung gelangt, dass Westdeutschland im Süden unbekannt ist. Seit ca 30 Jahren gibt es dieses “Ostdeutschland”, das natürlich nicht wirklich Ostdeutschland ist, aber ansonsten ist alles nördlich des Main norddeutsch.
      Im Saarland wurde ich, nachdem ich mich aus NRW kommend vorgestellt hatte, gefragt, wie man denn in Norddeutschland…
      Auf meine Frage, ob sie je von “Tief im Westen…” oder Herbert Grönemeyer gehört hätten, wurde ich mit grossen Kulleraugen angeschaut.

    • Hähä, das sind jetzt wirklich die letzten Schicksalsfragen der deutschen Identität. 😀

      Nimm doch den von Dir erwähnten Grönemeyer-Song: Wurstbrot-Herbert* benutzt das „Tief im Wehehesten“ doch auch nur als Ansatzpunkt für eine Hymne auf seinen Heimatstadt Bochum – mit dem unvermeidlichen Tritt gegen das schicke Düsseldorf. Obwohl Düsseldorf bekanntlich deutlich westlich von Bochum liegt.

      Bochum ist etwas anderes als Düsseldorf ist etwas anderes Köln ist etwas anderes als das Saarland oder als das Münsterland.

      Norddeutschland ist auch so eine Sache… Gut, plattes Land, plattdeutsche Akzente – sehr schön, mir geht das Herz auf. Aber die welfischen Lande (in etwa, aber nicht exakt: das heutige Niedersachsen) sind historisch vollkommen anders geprägt als das jahrhundertelang von dänischen Adel bestimmte Schleswig-Holstein oder das soziokulturell ostdeutsche/ostelbische (nämlich von der „zweiten Leibeigenschaft“) geprägte Mecklenburg.

      Ja, stimmt, das alte Ostdeutschland gibt es nicht mehr – eben bis auf Meck-Pomm, Brandenburg und den nördlichen Teil Sachsen-Anhalts, die Altmark. Eben Ostelbien.

      Und „Südostdeutschland“ gibt es seit dem Sieg der Preußen im Deutschen Krieg anno 1866 überhaupt gar nicht mehr – eben seit Österreich draußen ist.

      „Mitteldeutschland“ wiederum ist ein politischer Kampfbegriff der Adenauer-Zeit – das Wort wurde vor 1945 kaum je irgendwo verwendet.

      Kurzum, diese Einteilung Deutschland in Himmelsrichtungen ist historisch äußerst unscharf und meist nichtssagend; eher was für den Wetterbericht.

      *) Ich nenne den immer so, weil ich ihn nicht mag und weil er beim Singen immer so klingt, als ob er dabei gerade ein Wurstbrot fräße.

    • Wolfgang Hohlbein gibt in seinem Roman ‚Hagen von Tronje‘ eine sympathische Erklärung für das Verhalten des Titelhelden, sehr lesenswert. Nach der Lektüre ist für mich der düstere Hagen des Nibelungenliedes deutlich in den Hintergrund getreten.

    • Interessant, über dieses Buch mußte ich mich gerade per Wikipipi informieren. Hatte auch den Namen des Autors noch nie gehört… Na, ich hatte als junger Mann auch mal lange Haare und einen Vollbart. Heute freilich nicht mehr. :-/

      Ich habe mir das immer so erklärt: Hagen bringt Siegfried aus Loyalität zu seinem König (Gunther) und seiner Königin (Brünhilde) um – aber eben auch aus wohlverstandenem Eigeninteresse als „Kanzler“, weil der tumbe Strahlemann Siegfried das komplette Staatsgefüge „Burgunds“* bedroht. Das meinte ich mit zwielichtig.

      Wirklich grandios wird Hagen dann aber im zweiten Teil des Nibelungenliedes. Er ist die eigentliche Seele des Widerstandes gegen Etzels Horden – freilich ist er gleichzeitig auch die Ursache von Krimhilds Vernichtungsaktion. Hagen ist sofort klar, daß Etzels und Krimhilds Einladung eine tödliche Falle ist. Er reitet aber trotzdem treu mit. An Etzels Hof läßt er die Lage bewußt endgültig eskalieren (indem er Etzels und Krimhilds Sohn coram publico umbringt) – und sorgt dann dann aber dafür, daß bis zum letzten Mann gekämpft wird.

      Zwielichtig, aber heldenhaft.

      Er hat als mittelalterlicher bis alter Mann die Kraft, in aussichtsloser bis tödlicher Lage Freundschaft mit dem Jungen Hallodri Volker von Alzey zu schließen. Das ist der um gut 700 Jahre antizipierte „Kampf um dem Bunker“!

      Das Nibelungenlied ist m.E. *das* Epos der Deutschen. Wer Deutschland heute nur noch mit dem Merkel-Wesen, Margot Käsemann und Schäuble verbindet, sollte einen Blick hineinwerfen.

      *) Das hat wenig bis nichts mit meinem Nick zu tun. Mir geht es bei Burgund um das Großherzogtum Burgund von 1363 bis 1477.

    • @ Jan aus Burgund

      Die Menschen aus Ostwestfalen sehen weder kartoffelnasig-dusselig aus (vllt. einige wenige), noch sind alle katholisch und sprechen auch keinen komischen Dialekt. Ich habe Verwandtschaft dort (Kreis Herford)und das alles sind kultivierte, gescheite Leute, sind evangelisch und sprechen bestes Hochdeutsch. Übrigens gibt’s die oben Beschriebenen überall ;-))
      Da ich das meiste hier mitlese, fallen mir oft deine manchmal recht derben Vergleiche über bestimmte Zeitgenossen auf, ja ich finds oft witzig, aber des Öfteren könnten sich manche Leute davon beleidigt fühlen. Ich hoffe, dass das nicht in deinem Ermessen ist und du es wirklich nur ironisch oder wie auch immer meinst, dann will ich mal nicht so sein ;-))

    • ja ich finds oft witzig, aber des Öfteren könnten sich manche Leute davon beleidigt fühlen.

      Na, hoffentlich! 🙂

      Ich habe übrigens ausdrücklich und auch wohl doch wirklich deutlich a) vom Münsterland und b) von meiner eigenen Heimat Niedersachsen gesprochen, nicht von Ostwestfalen.

      Und daß das Münsterland als ehemaliges Hochstift bzw. Oberstift* Münster katholisch geprägt ist, kann nun wirklich niemand bestreiten.

      Es gibt nun einmal typische niedersächsische Visagen, die man so auch im Münsterland sieht: Breit, stämmig, ein bißchen stiernackig, solide – eben kartoffelnasig. So der Typus Bauer oder Hauptfeldwebel. Etwas anderes als der typische, durchtrainierte, aber neurotische Großstädter. Das was nicht böse gemeint. Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius ist nicht ohne Grund hier so beliebt, auch bei CDU-Leuten.

      Ich selbst bin von Geburt an konfessionslos; aber wir haben als rechte Studenten nächtelange Debatten darüber geführt, ob es sinnvoll oder segenverheißend sei, zum Katholizismus zu konvertieren. Schon aus Aversion gegen die Evangelischen Landeskirchen. (Für mich wäre das mit der Taufe verbundenen gewesen.) Einige von uns haben das gemacht, andere sind Freikirchler geworden. Was in dieser Hinsicht auf meine alten Tage aus mir werden wird, weiß ich nicht.

      *) Das Niederstift Münster waren bis zum RDHS von 1803 die heutigen niedersächsischen Landkreise Vechta und Cloppenburg plus das Emsland. Zusammen dann das Oberstift (also Fürstbistum) Münster.

    • Und es gibt keinen schlimmeren Feind der Manieren als Leute, die permanent darauf lauern, wegen irgendwas „beleidigt“ sein zu können. Das ist schreihälsiger Drittwelt-Stil: „Don’t you insult my religion!“

      Und ich habe von den Münsterländern und meinen Niedersachsen vielleicht etwas patriarchalisch-herablassend gesprochen (bin nun mal so eine Mischung aus Tory und Sozialistem). Aber jedenfalls nicht bösartig.

      Doch, etwas Ekelhafteres als die Leute, die selbst auf das Beleidigtwerden lauern, gibt es noch: nämlich die Leute, die sich unberufenerweise und sozusagen stellvertretend den Kopf zerbrechen, bei was sich andere Leute möglicherweise „beleidigt fühlen könnten“. Oder genauer: wo sie sich am besten beleidigt fühlen sollten – um damit von ihnen die eigene moralische Vortrefflichkeit bestätigt zu bekommen. Früher hätte man das „Gutmenschentum“ oder „politische Korrektheit“ genannt.

    • “Kartoffelnasig”, ein lustiger Begriff. Wie es Jan beschrieben hat, so sehen die Bauern hier tatsächlich noch aus (nicht alle, aber einige).
      Das platte Land beginnt hier gerade. Fährt man Richtung Süden, ist man schnell im Sauerland. Das Münsterland und die Stadt Münster sind nicht weit weg, es sind beliebte Ausflugsziele.

      Es sind aber längst nicht mehr “alle” katholisch (es gab auch immer evangelische Christen im Ort). In einer heutigen Schulklasse sind etwas mehr als die Hälfte der Kinder Christen (katholisch, evangelisch oder freikirchlich). Die anderen sind konfessionslos bzw. nichts oder auch muslimisch.

      Jan, deine Eltern waren aber mutig, weil sie dich nicht haben taufen lassen. Das hat es zu meiner Schulzeit nicht gegeben. Es waren wirklich alle katholisch oder evangelisch getauft. “Nichts” gab es nicht.

    • Mareike, ich hatte einfach mal versucht, von den Erdstößen, die seit 1945 eingetreten sind, abzusehen – also von den Flüchtlingen nach dem Krieg, den diversen Migrationswellen aus dem Ausland seit den 60er Jahren bis heute, von der Mobilisierung (d.h. hier Binnenmigration) der deutschen Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten.

      In meiner Kindheit auf dem Land waren die paar Katholiken, die es bei uns gab, fast alle Nachkommen von Flüchtlingen aus dem Osten, meist aus Schlesien oder dem ostpreußischen Ermland. Ein typisches Bild in einer kern-niedersächischen Kleinstadt: Die historische Kirche ist evangelisch – und dazu dann eine katholische Kirche im 50er-Jahre-Stil.

      In der Stadt Hannover sieht es etwas anders aus, insofern es hier traditionell eine katholische Minderheit gibt – meist aus Osnabrück oder dem Hildesheimischen. Als Jugendlicher habe ich aus meinem Zimmer direkt auf die Marienkirche in der Nordstadt geguckt. Da ist der Zentrumspolitiker Ludwig Windthorst bestattet, im Kulturkampf der 1870er Jahre der große innenpolitische Gegenspieler Bismarcks. (Mein „Zweit-Lehrer“ hat eine Windthorst-Biographie geschrieben.)

      Und das „kartoffelnasig“ war eben überhaupt nicht böse, sondern liebevoll und heimatverbunden gemeint, daher habe ich mich über das hirnlose „könnten sich beleidigt fühlen“ so maßlos aufgeregt! Ja, es gibt diesen bestimmten Bauern-Typus immer noch, und er ist mir erheblich sympathischer als die grünen Schicki-Kneipengänger in Hannover. 🙂

      Und jäp, das Münsterland ist eine schöne Gegend! 🙂

      (Wenn ich die wirtschaftlichen Möglichkeiten und die Kompetenzen dazu hätte, würde ich am liebsten Bauer irgendwo in der Ebene werden. Gerne auch in Osteuropa. )

      Als Kind hatte ich nirgendwo den mindesten Ärger, weil ich nicht getauft war. War immer der einzige, aber es war kein Problem.

  3. Ich nehme Miranda oder Carina und Jasper oder Christoph Alexander. Weitere Kommentare folgen, wenn ich am Computer sitze. MEIN handy ist doof im Moment. 😉

  4. unseriös wirkend: Max Bo (Hund) * Faye (Fee) * Lion (Löwe oder Schokoriegel?) * Yoos (was ist das denn?) * Coral (Meerjungfrau?) * Danilo * Thole * Tammy * Miraysu * Michalina

    Bram – kurz und knapp aber es geht
    Greta Andrea Tanja – zu viele Wiederholungen für mein Geschmack aber man kann gut damit leben
    Senja – kurz für Svenja oder eine andere Form von Sonja?
    Leandra Katharina – klassisch
    Ilia – Junge (wie Ilja) oder Mädchen?
    Mika Emmett – Kombination aus Finnland und England?
    Tessa Felice – klingt etwas weich aber auch schön kombiniert
    Evke – klingt nicht besonders attraktiv, mit einem längeren Zweitnamen wie Andrea oder Katharina wäre der Name klangvoller.
    Karl-Louie – nicht meins, aber nicht schlecht
    Melina Laurana – Doppelendung -na ist meiner Meinung nach nicht so gelungen. Melina Laura braucht außerdem keine Verlängerung.
    Erwin Peter – Geboren 1965
    Rossella Aurora – Disney Prinzessin
    Mila Carina – passt zusammen, aber etwas mehr Abwechslung hätte ich schöner gefunden, wie Laura Carina.
    Hagen Wilhelm – nicht meins, aber verstehe warum man es hier attraktiv findet.

  5. Wahlpflicht-Spiel:

    Leandra Katharina

    Christoph Castiel – wenn mir jemand Herkunft, Bedeutung und Aussprache von Castiel erklären kann. Ansonsten Christoph ohne Stiel oder -, ohne Begeisterung – Jasper Alexander.

    Ansonsten gefällt mir noch Miranda.

    Ganz OK: Mila Carina und Greta Andrea Tanja.

    Bei den Bube fast nur Kopfschüttel – Namen. Viele Grüße

    • Castiel kenne ich als “Kastjell” – ein Bösewicht in einer Serie (war es Supernatural?).
      Ich weiß nicht, weshalb dieser Engelsname negativ besetzt wurde. Castiel ist ja nicht Lucifer.

    • “Supernatural” stimmt, aber ein Bösewicht im eigentlichen Sinne ist Castiel nicht. Er kommt in Staffel 4 dazu und ist da erstmal noch recht mysteriös mit unklarer Gesinnung und Seitenzugehörigkeit. Danach schlägt er sich aber recht deutlich auf die Seite der Helden.

      Sein Name ist auch kein wirklicher Engelsname. Er ist halt von Klang und Silbenzahl an die anderen (Raphael, Michael, Gabriel) angelehnt, taucht aber soweit ich weiß nicht in Bibel & Co. auf, sondern ist eine Erfindung der Serienautoren.

    • Da hilft hier die Seite weiter: Castiel ist der Name eines Erzengels in der Tradition der Kabbala.

  6. Leandra Katharina scheint hier einige Anhänger zu finden. Bitte sehr, aber ich finde das schauderhaft. Koriandergrüne Bionade-Gentry-Soße, die „irgendwie klassisch“ klingen soll, es aber keineswegs ist. Es ist eine Kopfgeburt.

    Schon der Ultra-Softie-Jungsname Leander war eine (Wieder-)Entdeckung der 90er. Und dann auch noch Leandra? Uah. Ein Name für eine Tochter von gutsituierten Fachhochschul-Absolventen.

    Erwin Peter. Erwin war in meiner Jugend (Jahrgang 1967) ein typischer Opa-Name – man denke an den berühmten Erwin Lindemann von Loriot. Peters gab es noch, sie waren auch meist älter als ich. Vielleicht ist Erwin wirklich ein Renaissance-Kandidat – aber niemand, der Mitte der 60er geboren wurde, heißt so, das stimmt einfach nicht.

    • Sowohl Leandra Katharina als auch Jasper Alexander sind nach dem selben Schema – Erstname soll doch bitte etwas seltener sein, klassisch anklingend, in die Mode passend und nicht an (Ur)Oma-/Opageneration erinnernd. Als Zweitname noch etwas richtig klassisches und gewöhnliches dazu. Ja, zwei Namen der Bionade-Fraktion mit Reihenhaus, Mittelklassekombi, Bio aus dem Supermarkt. Mit dem eckt man nach allen Seiten so wenig wie möglich an. Und genau das macht sie für die Mehrheit so sympathisch.

    • Exakt, neuhier. Ich stimme Dir hier Wort für Wort zu, obwohl wir uns ansonsten kaum je einig werden werden. (Mir ist halt der phonetische Klang eines Namens halbwegs egal – solange er nicht zu weich ist. Klänge sind Dein Metier.)

      Und das von Dir Geschilderte ist genau der Punkt, weshalb mir persönlich mittlerweile skurrile und obskure Proleten-Konstruktionen – und seien sie gar angelsächsisch inspiriert – immer noch lieber sind als diese Hochsicherheits-Namen der Mittelschicht.

      „Bloß nichts falsch machen! Bloß nicht anecken!“ *spei*

      Man schmeckt schon beim Namen des Kindes durch, daß da die Karriereplanung dahintersteht. Und zehn später machen sie dann Terror im Elternabend, weil ihr Idioten-Blag irgendwo nur eine Drei bekommen hat.

  7. Rebecca Sophie hat irgendwie auch schon lange nicht mehr geschrieben.

    Karl-Louie. irgendwie schwer zu sprechen. Kalui. wenn er sich mit Kalui vorstellt denken fremde Leute er heißt K. Ludwig. also mit Nachnamen Ludwig und mit Vornamen irgendetwas mit K.

    • …so wie ich das lese, muss ich an Looping Louise denken! Einstiges Kinderspiel, abgestiegen zum Saufspiel.

    • Rebecca Sophie hat irgendwie auch schon lange nicht mehr geschrieben.

      Das bedauere ich auch sehr. Zuletzt besonders anläßlich des 25. Aprils und dann des ESC in Lissabon Anfang Mai. Nee, im Ernst, es gibt leider nur wenige Deutsche, die sich mit dem Portugiesischen, einer großen europäischen und internationalen Kultur- und Kolonialsprache, auskennen.

      Die Portugiesen. Die ersten, die nach Afrika gesegelt sind und die letzten, die gegangen sind, und zwar unbesiegt und mit wehenden Fahnen. PSL sagt irgendwo: „Es steckt viel Härte in diesem seltsamen, immer traurigen Menschenschlag.“

      Maria Th. und Mark machen sich leider auch rar. Ich selbst kann mich leider nicht losreißen, wie man ja gestern und heute mal wieder gemerkt hat.

    • “Maria Th. und Mark machen sich leider auch rar.”

      Hallo zusammen, ich lese zwar immer noch mit, aber das Mitschreiben und Kommentieren wurde mir vom geschätzten Blog-Betreiber gründlich verleidet (mehrere Wochen lang Nichtveröffentlichung völlig harmloser Beiträge, Verschieben von Beiträgen auf die “Allwissende Müllhalde”, Bemerkungen über meine angeblich “wirren” Aussagen/Beiträge) – ich weiß nicht, wie er dazu kommt, ich wüsste nicht was ich mir hätte zuschulden kommen lassen. Na gut, dann eben nicht mehr. Ich hab dieses Forum sehr geschätzt, aber wenn die Wertschätzung umgekehrt nicht da ist, hab ich echt keine Lust mehr, mich schwach anreden zu lassen. Deswegen schreibe ich hier allenfalls noch, wenn es um Beratung für Namenssuchende geht. Servus!

    • Ich kann Maria Th.’s Argumentation vollkommen verstehen. Die Motive waren mir natürlich auch klar. (Mit Mark ist es etwas anderes, weil er halt wohl mit Arbeit und Familie eingespannt ist.)

      Wäre ich solidarisch gewesen und hätte mehr Schneid, hätte ich mich Maria Th. angeschlossen – aber ich bin halt keine solide Bayerin, sondern ein neurotischer niedersächsischer Großstädter. 😉 Also inkonsequenter und flatterhafter.

      Die Übermoderation mit „Müllhalden“ und anderen Sammel-Threads, ferner offenbar mit irgendwelchen für Außenstehende komplett undurchschaubaren Dutzi-Dutzi-Pastorentöchter-und-Hausmeister-Plugins nervt schon ganz erheblich.

      Das war hier wirklich mal eine kleine Oase in der Pöbel-Wüste des deutschen WWWs. Es hat sich doch selbst geregelt!

      Man gewinnt den Eindruck, daß der geschätzte Blogbetreiber möglichst viele und möglichst blöde Kommentare haben will und daher die Leute mit etwas Hirn zwischen den Augen bewußt vergraulen möchte. Das Ziel scheint also noch ein hunderttausendstes Mini-Facebook. Schade eigentlich.

    • Hallo Maria Th.

      Tut mir leid, habe Deine Kommentare immer gerne gelesen. Kann selber die Situation gar nicht einschätzen, mir ist bei Deinen Beiträgen nie etwas negatives aufgefallen–fand die Kommentare immer interessant und gescheit.

    • Maria Th.

      Ich kann mich nur anschließen. Ich fand deine Beiträge immer interessant. Deine Gründe kann ich verstehen, aber ich würde mich trotzdem freuen mal wieder von dir zu hören bzw. zu lesen.

    • Vielen Dank auch dir, Mark!
      Wie gesagt, ich bin mir wirklich keiner Schuld bewusst und finde es selber schade. Aber ich hoffe, du verstehst das, es ist wirklich nicht wegen euch Mitschreibern, die Anzahl der Kommentare hat auch deutlich abgenommen nach meiner Einschätzung. Vielleicht war das so gewollt und das ist der Grund, ich/wir miteinander war(en) zu geschwätzig – anyway. Jetzt lieber schnell aufhören, sonst wird mein Beitrag vielleicht wieder entfernt…

    • Ich kann es zur Not nachvollziehen, daß *ich* hier „unter Sonderrecht“ gestellt wurde. Bei Maria Th. hingegen sind mir die Motive völlig schleierhaft.

      Um Namen stilistisch einordnen zu können, kommt man ohne generationsbezogene, regionale, historische, religiöse etc. Erwägungen nicht aus. Man *muß* daher bei dem Thema dieses Blogs ab und zu mal „off-topic“ werden.

      Ansonsten kommt man niemals über geistesschwache Floskeln wie „Gefällt mir!“, „Geht gar nicht!“, „Kevinismus pur!“, „Ist nicht so meins.“ „Bei entsprechendem Hintergrund“ gut machbar.“ oder „Oke ist die friesische Form von Oskar.“ hinaus.

      Ich bin auch mal mit Maria Th. (wie mit Mark) gut zusammengerasselt. Herrschaften regeln das unter sich, und sei es durch Schmollen und Ausschweigen.

    • Hier wird niemand unter Sonderrecht gestellt. Ein Kommentar wandert in die Moderationsschleife, wenn er ein Wort aus einer geheimen Filterliste enthält. Es spielt keine Rolle, wer den Kommentar geschrieben hat.

      Diese Filterliste war mal deutlich länger als jetzt, so dass einige Tage lang sehr viele Kommentare nicht sofort veröffentlicht worden sind.

    • Gut, das ist plausibel – ich hatte auch den Eindruck, daß die Moderations-Schleifen-Falle in den letzten Wochen wieder etwas weniger oft zugeschnappt hat.

      Aber es ist eben für Außenstehende nicht zu durchschauen und macht den Spaß an der Kommunikation kaputt. Und diese Bähbäh-Wörter-Listen benachteiligen erfahrungsgemäß eine grobe, aristokratische Herrensprache gegenüber weichgespültem, neudeutschen Hausfrauen-Jargon.

      Und auch wenn die Liste geheim ist: Erklär mir mal, was jetzt in meinem Kommentar zum Namen Fjodor in den BdW dieser Woche das Pfui-Wort war. „Welfisch“, oder was? 😀

  8. Bei Karl – Louie musste ich ganz spontan an einen faulen dicken großen Kater denken, weiß aber nicht warum.

    Thole habe ich beim ersten Überfliegen der Namen mit “Ö” gelesen…ups.

    Ansonsten gibt es kaum wirklich schlechte Namen diese Woche, nur schlechte Kombinationen.

    Wenn ich aus den Namen meine Kinder benennen müsste, dann kämen wohl Leandra Katharina und Jasper ALexander in Frage.

    Bram finde ich auch gut, hätte dem aber noch einen Zweitnamen gegeben.

    Senja,Ilia und Danilo sind gut.

    Wild gemischt :

    Wilhelm Alexander
    Jasper Wilhelm
    Greta Katharina
    Malte Christoph
    Yoos Malte oder Yoos Christoph oder Yoos Peter
    Andrea Katharina

    Tanja ohne Zweitnamen ist auch gut,ich finde zu Tanja passt auch nicht wirklich ein Zweitname.

    • Zu Tanja mit oder ohne Zweitnamen, denke ich, dass es sehr gut alleine stehen kann, aber ich wollte mal ausprobieren was dazu passen könnte.

      Was halten Sie von:

      Tanja Nat(h)alie
      Tanja Nicole
      Tanja Veronika
      Tanja Alexandra
      Tanja Elena
      Tanja Evelina
      Tanja Tamara (obwohl ich eigentlich wiederholte Anfangsbuchstaben nicht leiden kann)

    • Die Assoziation von Karl Louie und einem Kater hatte ich auch. Ich muss dabei an den Kater aus “Plötzlich Prinzessin” “Fat Louie” und Kater Carlo, dem Nachbarn von Goofy denken.

    • @ Astrid

      Ich weiß nicht,irgendwie wollen mir die Namenkombis nicht gefallen,Tanja Alexandra ist d noch am besten, allerdings der -a A Übergang nicht so schön..

    • Wie wäre es mit Tanja Valentina oder wenn es kontrastreicher sein darf mit Tanja Viktoria?

  9. Wahlpflicht
    Jasper Alexander * Jasper ist super. Modern, nicht ausgelutscht und an den Klassiker Kaspar angelehnt. Alexander finde ich wegen der gleichen Endung -er unelegant.

    Bei den Mädchen ist nix dabei. Entweder zu gewollt (Leandra finde ich anstrengend lang gezogen, Michalina), zu modern (Mila) oder zu ausgefallen (Miraysu).

    Wild geschüttelt
    Jasper Malte *
    Greta Katharina * Greta klingt mir weiterhin zu sehr nach Fischgräte. Ä er das war die Qual der Wahl

    Max Bo * klingt wie ‘Das Bo’
    Risto *, rante
    Yoos * ist das eine Form wie Joos oder Joost?
    Luke Philmon * Philemon ist doch die eigentliche Schreibweise, warum wurde das E geklaut? Ein schöner Name. Lukas Philemon wäre doch was!

    • In der Kinderliteratur scheint mir Jasper vermehrt aufzutauchen. Ist ja auch gut, wenn man damit einen ungewöhnlichen Buchtaben üben kann.
      Persönlich kenne ich eine 12-jährige Jaspera, die finde ich wirklich aussergewöhnlich. Aber allemal besser als Mia oder Leni.

      Und nochmal Kinderliteratur, diesmal älter. Für mich wird es immer “Bill Bo” bleiben. Gab’s auch mal in der Augsburger Puppenkiste, wenn ich micht recht erinnere. Aber leider wiederholen sie ja kaun etwas anderes als das Urmel und Jim Knopf…

    • wie wird sie denn ausgesprochen, deine Bekannte Jaspera?
      so: JASS pera (wie aspera)
      oder so Jas PERa
      klingt irgendwie beides gut und den Namen finde ich auch gut gebastelt.

      Maria Th.: Servus!
      schreib doch wieder mehr wenn dir etwas Lustiges einfällt. du hast doch immer so viele Bücher gekannt und weißt noch die Diskussion über die Witwe Bolte und ihre Hühner, das geht nur wenn man einen lustigen Freundeskreis dabei hat. ya und die intelligenten Dialoge die du mit Klaas schreibst sind für uns andere immer sehr unterhaltsam auf die gute Weise. Bildung und Lachen. Lach und Sach. Knack und Back. weißtschon.
      (unter uns: hab mich auch schon oft geärgert aber dann möchte ich doch wieder dabeisein. es ist einfach zu lustig.)

    • JASpera mit Betonung der ersten Silbe. Ich hatte das gefühl, die Eltern hatten mit einem Jasper gerechnet und dann halt flugs ein “a” angehängt.

  10. Zu Erwin. Ich kenne einen Mitte der 60er Jahre geborenen Erwin, ansonsten einen in den 30er Jahren geb. und einen U10.

    Peter mag ich.

  11. Ziemlich viel für mich Schreckliches.

    Aber ganz toll finde ich:

    1. Hagen Wilhelm

    2. Miranda

    Bei den vielen heutigen Miras wünsche ich mir oft, es wären Mirandas, da ich diesen von Shakespeare popularisierten Namen (aus dem Stück “The Tempest”) schon immer irgendwie sehr anziehend gefunden habe.

    Hagen klingt gar nicht mal so altmodisch und ist doch ein urdeutscher Nibelungenname. Dazu noch Wilhelm, einer der unkantigsten, geschmeidigsten altdeutschen Namen, die es gibt. Sehr schön.

    • Das mit der Miranda und dem Shakespeare-Stück und war mir neu, insofern ich es nie gelesen und auch nie gesehen habe. Unser Leben ist leider kürzer als unsere Bildungslücken groß sind.

      Hagen ist halt etwas problematisch, weil er immer mit der etwas zwielichtigen Odins-Gestalt Hagen von Tronje verbunden sein wird. Ich persönlich war immer ein „Hagen-Fan“ (der Gestalt, nicht des Namens), weil er halt komplexer und faszinierender ist als der im Grund langweilige Muskelprotz Siegfried oder die Schnarchnasen Gunther und Gernot oder der harmlose Jungspund Giselher.

      Warum erleben eigentlich Krimhild und Brünhild keine Renaissance? Zwei völlig unterschiedliche Charaktere, aber beide auf ihre Weise „starke Frauen“. Brünhild als germanische Wuchtbrumme, Krimhild als haßterfüllte Rächerin und Machtpolitikerin. Wir leben doch in Zeiten des Ultra-Genderismus und der „starken Frauen“! Warum also Annalena, Mia und Leandra, aber nicht Krimhild?

      Die Deutschen wissen einfach nie, was sie wollen. 😉

      Wilhelm. Vollkommene Zustimmung. Ich bin stolz darauf, diesen Namen als Drittnamen (Nachbenennung nach einem Großonkel väterlicherseits) mitbekommen zu haben. Gibt es m.W. in allen nennenswerten europäischen Sprachen, ist normannisch grundiert. Sozusagen ein Name des Abendlandes wie etwa auch Richard. Die preußischen Anklänge von Wilhelm sind mir ziemlich schnurz – wer sind schon die Hohenzollern? 😉

      In jedem Fall: Hagen Wilhelm ist wirklich ein guter Vorname.

    • the tempest ging so langsam und anstrengend zu lesen, weil im ersten Kapitel gleich die gesamte Handlung einmal vorweggenommen wurde inklusive der Auflösung und danach musste man noch die Handlung im Detail lesen, die dann auch genauso war wie angekündigt. Miranda ist natürlich ein hübscher Name.

      Hagen finde ich auch sympathisch weil er so viel weiß, weil ich einen Hagen kenne der auch so intelligent ist. finde aber er kommt ohne Zweitnamen besser zur Geltung.
      Giselher klingt komisch und wird eher kein Modename werden. unabhängig von der Figur Giselher bei den Nibelungen.
      Brünhild: ein alternatives Rollenbild für weibliche Personen! juhu! freut natürlich ein mgl.
      warum die Namen mit hild nicht so beliebt sind: ich glaube weil man da irgendwie an alte Damen mit künstlicher Hüfte denkt. allgemein die Silbe hild klingt nach alt, erinnert evtl an vergilbt und verleidet die Namen.
      Brünhild mag ich auch nur so gesprochen: Brünnhild. Brühnhild klingt für mich nicht gut. das sind aber nur meine Assoziationen.

  12. @ mgl:
    Danke für die Blumen, es freut mich, wenn ich hier mit Bildung zur Unterhaltung beitragen konnte. Wenn Wissensvermittlung positiv verpackt ist, ist die Merkfähigkeit des Gehirns nachweislich höher! (kann man auch z.B. bei Eckart von Hirschhausen sehen, ohne mich aufs selbe Niveau erheben zu wollen) 😀
    Es hat mir tatsächlich immer viel Spaß gemacht, hier mitzuwirken, Ihr wart ja fast sowas ähnliches wie Brieffreunde. Dass ich hier nicht mehr schreibe, ist auch nicht wegen euch und ich vermisse es auch etwas, eben gerade diese Diskussionen, wo es um mehr ging als “Ich finde den Namen xy gut oder der Name yz geht gar nicht”. Aber, es tut mir sehr leid – s.oben!

    • es freut mich, wenn ich hier mit Bildung zur Unterhaltung beitragen konnte. Wenn Wissensvermittlung positiv verpackt ist, ist die Merkfähigkeit des Gehirns nachweislich höher!

      🙂

      Bildung sollte immer mit einem gewissen Charme verbunden sein – also mit Witz, Verve, Schneid, Skurrilität und gerne auch ein bißchen Arroganz. Auch ein bißchen überkandidelt und aggressiv darf es sein, gerade bei jungen Leuten.

      Nichts schlimmer aber als bloße Paukerei oder „Bulimie-Lernen“ (also sich das Wissen für die Prüfungen reinschaufeln und dann sofort wieder auskotzen, d.h. vergessen.)

      Wenn diese Haltung stimmt, ist es auch egal, ob man die Beatles zitiert oder Vergil oder Hermann Löns. Es kommt immer auf die Haltung des Zitierenden an.

      Das Wort „Bildung“ ist übrigens im angenehmen Sinne typisch deutsch – gibt es in keiner anderen Kultursprache.

      Nebenbei: „geht gar nicht“ ist wirklich eine schauderhaft-hysterische BRD-Formulierung. 😀 Dürfte vor ca. 20 Jahren entstanden sein und klingt nach dieser unappetitlichen Margerete Schreinemakers: „Autobahn geht gar nicht!“. Ganz schlimm finde ich auch das jüngere „XY ist nicht so meins.“. Das sind so die kleinen sprachlichen Details, anhand derer man Leute sofort in bestimmte Schubladen einsortieren kann.

  13. Heute ist kaum was dabei, das mir gefällt.

    Bei Jungs nur die Einzelnamen:

    Alexander
    Christoph
    Peter

    Aus verschiedenen Gründen sind diese Namen tabu für mich:

    Erwin (da kannte ich als Kind einen ziemlich derben Namensträger
    in der Nachbarschaft, der konnte niemanden leiden und fing mit allen Streit an, der Name kann da ja aber nichts dafür)

    Max (das erinnert mich an einen weißen niedlichen Hund, ich glaube, es war ein Spitz, den jedes Kind in unserem kleinen Ort kannte, wir nannten ihn sogar Max mit Nachnamen “Max Huber”, daher ist das für mich eher ein Hunde bzw. Tiername)

    Hagen (nie und nimmer würde ich so ein Kind nennen, erinnert mich ständig an den düsteren Hagen von Tronje, ich fand den nicht faszinierend)

    Und mit diesen kann ich gar nichts oder wenig anfangen bzw. das sind für mich die Burner:

    Jasper (wie Kasper, eine Witzfigur)
    Bram (etwa nach Bram Stoker??)
    Emmett (gefällt mir nicht, klingt fast wie Käse)
    Risto (auch eher ein Hund oder Comicfigur)
    Yoos (klingt holländisch, gefällt mir nicht)
    Karl-Louie (warum, wenn es schon ein Karl sein muss, nicht wenigstens Ludwig oder Louis als Zweit- o. Bindestrich-Name)
    Coral (so oder ähnlich gab es oder gibt es noch ein Waschmittel)
    Castiel (kenne ich nicht, erinnert mich an Kastell)
    Thole (was ist das??)
    Malte Thor (alles Norddeutsche gefällt mir als Südwestdeutsche
    nicht besonders bis gar nicht, und Thor auf keinen Fall, wieso sollte man jemanden nach einem Donnergott benennen?)
    Elmedin (kenne ich nicht)

    Bei den Mädchennamen gefallen mir diese:

    Faye (aber nur mit entsprechend passendem Nachnamen, die typisch deutschen wie Müller, Schneider, Zimmermann usw. scheiden aus)
    Greta
    Katharina
    Tessa Felice (klingt als Kombi nicht so schlecht)
    Mila Carina (Mila gefällt mir zwar nicht ganz so gut, aber kann man machen)

    Und diese gefallen mir gar nicht:

    Senja (fehlt das V für Svenja oder ist das eine Eigenkreation?)
    Ilia (bin mir nicht sicher, vllt. auch ein männlicher VN, scheidet daher aus, wenn das Geschlecht nicht klar ist)
    Evke (siehe oben bei den Jungsnamen)
    Tammy (ich kann diese Verniedlichungen nicht leiden)
    Michalina (italienischer Hintergrund?, erinnert mich irgendwie
    an die Michelin-Reifen)
    Miraysu (da musste ich auch sofort an Tiramisu denken 😉
    Rosella Aurora (klingt irgendwie omahaft, nach einer italienischen Mamma, da hätte ich mich eher für Rosanna entschieden, ist zwar auch nicht meins, aber geht noch)
    Miranda (früher gabs mal ein Getränk, das hieß Mirinda o. ähnlich, daran erinnert mich dieser Name ständig)

  14. Na, wer hätte (zumindest in meiner Generation) bei Faye nicht sofort an Faye Dunaway und bei Miraysu an Tiramisu gedacht? Beides hübsche Produkte der frühen zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. 😉

    Ich weiß, Tiramisù ist wirklich köstlich – aber eben auch ein bißchen arg 50er-Jahre-Stil. Ich scharre jedesmal mit den Hufen, wenn im Supermarkt vor mir mal wieder irgendein verpickeltes Studentengesischt Mascarpone-Quark und Löffelbisquits kauft. Und dann am besten noch Mandelaroma statt Amaretto (weil „gesünder“ und billiger) – und dazu Bertolli-Spaghetti, Holland-Tomaten, einen Basilikum-Busch und Mozzarella. Wohl bekomm’s und guten Appetit, aber Staat machen kann man damit heute nicht mehr.

    Miraysu dürfte aber wohl tatsächlich eher irgendeinen Asylanten-Migri-Hintergrund haben…

  15. Bram kommt wahrscheinlich aus dem amerikanischen Film Love, Simon der momentan in den Kinos läuft. Laut Wikipedia heißt der Charakter in echt Abham und wird Bram gennant. In Deutschland werden ja öfters Namen, die in den Staaten nur als Spitznamen verwendet werden als eingetragene Namen gegeben.

    • Aber muß bei Bram nicht sogleich jedermann an Johannes Brahms denken, der vielen Leuten neben Beethoven als Inbegriff des deutschen Komponisten gilt? Ich bin selbst (trotz zigeunerischer Vorfahren in der väterlichen Linie) völlig unmusikalisch und kann das nicht beurteilen, aber man spricht eben von den „Drei Großen B’s“ – Bach, Beethoven, Brahms.

      Jorge Luis Borges erweist Brahms in seiner berühmten Erzählung „Deutsches Requiem“ seine Referenz.

      Andere Nationen leben in Unschuld dahin, in sich befangen wie die Minerale oder die Meteore; Deutschland ist der universale Spiegel, der sie alle in sich auffängt: das Weltbewußtsein.

      Daher finde ich den Vornamen Bram zumindest in Deutschland als viel zu „dick“.

    • Ich habe als Klassik-Banausin gar nicht an Brahms gedacht, sondern zuerst an “Game of Thrones” … aber da gibt es ja nur einen Bran (von Brandon) ;-)). Als Zweites dann an Bram Stoker.

    • Annemarie, ich finde es immer wieder faszinierend, wie sich in der Onomastik Hochkultur und Populärkultur, Inland und Ausland, Nationalismus, Regionalismums und Internationalismus, Migration, Binnenmigration und Bodenständigkeit (etc. pp.) vermischen.

      Wie sich wohl die Eltern des Bram im Artikel die Aussprache vorstellen… „Brahm“ oder „Brämm“ mit englischem r? Wer vermöchte es zu sagen?

      Worauf ich mal lauerte, wären diese Retro-Namen: Lukrez (für die Geisteswissenschaftler) und Plinius (für die Naturwissenschaftler). Oder auf Zeca (nach Zeca Afonso) für die Freunde der linken Popkultur. 🙂

    • Bram Stoker war mein erster Gedanke. Den Kleinen Dracula zu nennen wäre ja wohl doch etwas heftig gewesen.

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