20 Modenamen, die du früher überhaupt nicht kanntest

Zusammen mit den neuen Vornamenhitlisten habe ich ja schon die Aufsteiger des Jahres 2016 vorgestellt, nämlich Alessio, Anton, Carl, Elias, Joris, Leonard, Liam, Milan, Oskar und Theo sowie Alessia, Charlotte, Ella, Elli, Emilia, Juna, Matilda, Mila, Sophia und Tilda (alphabetisch sortiert). Für diese Vornamen habe ich festgestellt, dass ihr Anteil im Jahr 2016 im Vergleich zu 2014 und 2015 am stärksten gestiegen ist. Ich finde, dass die Anteile mehr über Trends aussagen als Ranglistenplätze, trotzdem möchte ich es nicht versäumen, auch die Sprünge in den Ranglisten zu untersuchen.

Ranglistenvergleich Top 500

Im Vergleich der Top 500 der Jahre 2015 und 2016 haben Samir und Jella den größten Aufwärtssprung gemacht. Alle Namen, die mindestens 100 Ranglistenplätze gestiegen sind:

Mädchen Jungen
  1. Jella
  2. Defne
  3. Soraya
  4. Annemarie
  5. Malou
  6. Luzie
  7. Anouk
  8. Alia
  9. Enisa
  10. Eliza
  11. Lydia
  12. Sunny
  13. Wilma
  1. Samir
  2. Leano
  3. Ismail
  4. Aras
  5. Wilhelm
  6. Amar

Ausgerechnet Samu, der von mir sorgfältig ausgewählte Vorname des Jahres 2015 ist 2016 am tiefsten gefallen: ganze 176 Plätze von 194 auf 370. Alle Namen, die mindestens 100 Ranglistenplätze gefallen sind:

Mädchen Jungen
  1. Cecilia
  2. Gloria
  3. Ann
  4. Svenja
  5. Joy
  6. Talea
  7. Betty
  8. Ashley
  9. Charlie
  10. Ilayda
  11. Maren
  12. Salome
  1. Samu
  2. Jim
  3. Marlo
  4. Ansgar
  5. Veit
  6. Mirco
  7. Giuliano
  8. Flynn
  9. Johnny

Es gibt auch einige Fahrstuhlnamen (2014 in den Top 500, 2015 wieder raus, 2016 wieder drin). Dazu gehören Adele, Franka, Grace, Anisa, Shirin, Summer und Femke sowie Tillman, Junis, Lorenzo, Christiano, Hagen und Pablo.

Neueinsteiger

Es fehlt noch der Blick auf die neuen Modenamen – die Vornamen, die 2016 neu in die Top 500 eingestiegen sind:

Mädchen Jungen
  1. Jolene
  2. Ylva
  3. Lavin
  4. Elis
  5. Eliz
  6. Michaela
  7. Nova
  8. Lieke
  9. Ophelia
  10. Skadi
  1. Ivan
  2. Nael
  3. Phileas
  4. Hektor
  5. Noar
  6. Antony
  7. Jarik
  8. Rune
  9. Abdullah
  10. Kacper

So ganz unbekannt waren die meisten dieser Namen wohl doch nicht, oder? Zumindest die Leser unseres Buches „Von Finn und Finja, Freya und Fritz: Die beliebtesten Vornamen der Norddeutschen“ kennen den Namen Rune und Michaela kam schon in den 1960er und 1970er Jahren sehr häufig vor. Eigentlich viel zu früh für ein Comeback, seltsam …

Thema: Statistik

Autor:

Knud Bielefeld ist Vornamenanalytiker und erstellt Jahr für Jahr eine Auswertung der beliebtesten Vornamen Deutschlands.

29 Kommentare zu "20 Modenamen, die du früher überhaupt nicht kanntest"

  1. Aline sagt:

    KACPER? Verschreiber oder soll das so? 😮

    • elbowin sagt:

      Ist polnisch und in Polen gerade der Megahit. Sieht hierzulande aber einfach bek…t aus.

    • Maria Th. sagt:

      Wie wird der Name eigentlich ausgesprochen? Normal Kasper wohl nicht?! „Katschper“???
      Ich finde allein schon die Schreibweise mit dem c grausam.

    • Jan sagt:

      Ich finde Kasper und alle Derivate (Kaspar, Kasber, Caspar etc.) in Deutschland einfach unmöglich.

      Mag es da im Süddeutschen/Katholischen die Tradition der Heiligen Drei Könige geben oder sonstwas oder auch nicht. Es klingt einfach nach einer Witzfigur. Es klingt schlichtweg scheiße.

      „Komm, Du Kaschperl, geh spielen!“

      So sollte kein Mann heißen.

      Was sie Polen machen, ist ihr Problem.

    • cassis sagt:

      Da M. Th. nach der Aussprache fragte: Das c entspricht unserem z. Klingt also ein wenig nach Miez-Miez.

    • Jan sagt:

      Meine Drähte vom Polnischen waren nie besonders dick und haben nun auch noch Grünspan angesetzt, aber /KATSper/ klingt in meinen Ohren irgendwie arg „unpolnisch“… Müßte das nicht Kaszpar, oder so, heißen?

    • elbowin sagt:

      Ne, Kacper ist schon die moderne polnische Form (älter gibt es auch Kasper mit „s“).

      Ob die gegenwärtige Popularität mit einem polnischen Rapper zusammenhängt

      https://pl.wikipedia.org/wiki/Kacper_(raper)

      ?

    • Jan sagt:

      Jäp, elbowin, hast offensichtlich recht:

      https://pl.wikipedia.org/wiki/Kacper

      (Mit Staunen sehe ich da, daß Jasper die holländische Form von Kaspar sein soll. Der Vorname Jasper ist für mich vollkommen mit dem FAZ-Redakteur Japser von Altenböcken verbunden. 😀 )

    • Maria Th. sagt:

      Freudscher Tippfehler?! 😀

      „Japser von…“

    • Jan sagt:

      Nein, nur ein blöder Kalauer. 😀 *klick* Ist ein Rechtsausleger der FAQ*-Redaktion, hat aber schwer was auf dem Kasten…

      * FAQ = Frankfurter Allgemeine Qualitätszeitung. 😉

    • Mareike sagt:

      Bei uns kommt Kaspar auch selten vor (in welcher Schreibweise auch immer). Aber bei den kleinen Kinder (jünger als 6) kommt Caspar/Kaspar ab und zu mal vor, wird häufiger. Ich selbst würde die Namen niemals vergeben, das Hänselpotiential ist einfach zu groß. Kinder können da sehr gemein sein.

      Jasper
      Diese niederdeutsche/nordische Form gibt es bei uns, zwar auch selten, ist aber häufiger als Kaspar anzutreffen. Jasper gefällt mir, so kann man heißen.

  2. Maria Th. sagt:

    Kaspar ist auch in Bayern selten und war es immer. Der literarische „Brandner Kaspar“ aus dem 19.Jh. von Franz von Kobell ist bekannt, ein Klassiker bayerischer Literatur (der den Boandlkramer=Tod beim Kartenspielen mit einen Trick aufs Kreuz legt), auch verfilmt, zuletzt mit Bully Herbig. Näheres bei Interesse im Internet zu finden.
    Außerdem kommt in Lena Christs „Rumpelhanni“ derSchmied Kaspar vor. Einen realen Kaspar habe ich noch nie getroffen, nicht unter den alten, nicht unter den jungen.

  3. Jan sagt:

    Was ich übrigens wirklich toll finde: Ivan. Allerdings fände ich die deutsche Umschrift Iwan mit w besser.

    Meine Opa-Gneration ist nun tot – also die, für die „der Iwan“ ein wenig freundlich gemeintes Ethnonym für „die Russen“ war.

    Wird Zeit, daß wir unsere Beziehungen zu Rußland verbessern. Iwan der Schreckliche ist eine zwar problematische, aber im deutschen Populärgeschichtsverständnis vollkommen mißverstandene historische Figur. Auch Stalin war ein großer Bewunderer Iwans des Schrecklichen. (Letzteres habe ich übrigens zuerst Ende der 90er von Ruslan G. Skrynnikow in einem Vortrag gehört.)

  4. Ayame sagt:

    Kasper verbinde ich immer mit dem Kasperletheater. Dagegen gefallen mir Jasper oder auch Jesper (dänische Form) ganz gut.

  5. Mirjam sagt:

    Michaela wirkt irgendwie fehl am Platz bei den „Neueinsteigern“. Der einzige Name, der mir halbwegs normal und gewöhnlich vorkommt dort drin. Bekannt sind mir sonst noch Jolene (vielleicht von dem Song) und Ophelia (Shakespeare lässt grüßen) bei den Mädchen, Phileas (Phineas und Ferb? XD), Hektor (Homer), Antony und Abbdullah (was man aus den Zeitungen halt so liest)…

    • Rebecca Sophie sagt:

      Hektor finde ich aber auch ziemlich normal, hätte nicht gedacht, dass der so weit unten steht. Dasselbe gilt für Ylva und Ivan.

    • Mareike sagt:

      Michaela
      Vielleicht ist Michaela ein neuer Trend. Einige Namen aus der jetzigen Elterngeneration sind wieder im Kommen. Ich kenne zwei Mädchen, die Christina und Verena heißen. So heißen ja sonst eher die Müttern. Diese Namen sind normal und gewöhnlich, aber das ist ein großer Vorteil, weil man sie nicht lange erklären muß.

    • Rebecca Sophie sagt:

      Und, auch wenn immer wieder versucht wird dem Trend „vorraus“ zu sein, finde ich einen zu alten Namen wesentlich besser als einen zu jungen. An Ersteres gewöhnt man sich, meiner Meinung nach, relativ schnell, letzteres fällt mir zumindest schwerer.

    • Jan sagt:

      Mein hier schon oft geäußerter Verdacht, den ich freilich weder quantitativ noch sonstwie belegen kann: Die Retrospirale wird sich immer schneller drehen. Insofern überrascht es mich z.B. auch nicht, daß jetzt wieder Kurts auftauchen (siehe BdW…).

      Wenn das mit Michaela stimmt, überrascht es mich hingegen doch. Typischer Name meiner Generation (ca. 50). Fehlte gerade noch, daß man von den Modenamen sozusagen generationsmäßig überholt wird, daß also wieder kleine Annalenas und Florians auftauchen. 😀 Und Kurt wäre dann irgendwann wieder out, weil so viele Zehnjährige so heißen. 😉

    • Mareike sagt:

      @ Jan

      Florian war nie wirklich „out“. Ich kenne einen zweijährigen, einen 12jährigen und einen 30jährigen. Florian ist eher ein zeitloser Name, der nicht auf ein bestimmtes Alter festgelegt ist. Bei Anna-Lena dürfte es ähnlich sein, ich kenne jetzt keine persönlich, aber das ist ein normaler Name, der auch bei Kindern vorkommt.

    • Jan sagt:

      @ Mareike

      Sicher, der Name ist klassisch – in katholischen Gegenden vielleicht mehr als in evangelischen, eben wegen des Nothelfers.

      Das ändert aber nichts daran, daß er in ganz Deutschland erst so ab 1970 richtig oft vergeben wurde:

      http://www.beliebte-vornamen.de/5382-florian.htm

      Und das deckt sich mit meiner persönlichen Erfahrung: Florians sind eigentlich alle mindestens ein paar Jahre jünger als ich… Daß der Name heute immer noch relativ häufig vergeben wird (aktuell: Platz 61) war mir allerdings nicht bewußt, insofern lag ich also wirklich schief.

  6. Ayame sagt:

    Die Kinder einer Arbeitskollegin heißen Florian und Sebastian. Sie hat sich bewusst für „traditionell katholische Heiligennamen“ entschieden (sie ist bewusst in die Kirche eingetreten). Auch fand sie gut, dass es eben Klassiker sind, mit denen man nciht viel falsch machen kann und derzeit sind sie eben keine Modenamen.

    • Jan sagt:

      Auch fand sie gut, dass es eben Klassiker sind, mit denen man nciht viel falsch machen kann und derzeit sind sie eben keine Modenamen.

      Also, als Faustregel für werdende Mütter (also falls ausnahmsweise doch mal die Väter mitreden dürfen: werdende Eltern) scheint mir das sicher richtig. Man liegt niemals ganz schief.

      Nur wenn man nachhakt, wo die „Tradition“ oder die „Klassik“ beginnt, kommt man wieder und wieder ins Schwimmen. Natürlich sind die Heiligen aus der Legenda Aurea samt und sonders mittelalterliche Erfindungen. Einen heiligen Florian, einen Nikolaus, einen St. Martin, einen heiligen Sebastian (der es Yukio Mishima so angetan hatte 😉 ), einen heiligen Stephan hat es de facto nie gegeben. So, und dennoch sind ihre Namen gewiß so ehrwürdig wie die hart quellenmäßig nachweisbaren christlichen Gestalten des Urchristentum (Jesus, mehrere Jakobs, mindestens drei Johannesse, Lukas, Paulus etc. pp.). Oder wie mittelalterliche Heilige wie Franz von Assisi oder Hildegard von Bingen. Oder frühneuzeitliche wie Ignaz oder Franz Xaver.

      Dennoch tauchen aber die Jans massenhaft ab den 60ern auf, kurz danach die Sebastians, Florians und Tobiasse. Noch später (80er) die Jakobs, Ein Xaver klingt heute irgendwie nach baierischer Opa, obwohl der Namen auf ein Schloß im Baskenland zurückgeht und nicht einmal Viertel so alt ist wie Johannes, heute wieder ein Fast-Modename.

      Oder ich sehe das hier immer wieder: alle möglichen kuriosen Namen werden als „friesisch“ erklärt bzw. deklariert. Soviele Kinder gibt es in Ostfriesland und Nordfriesland gar nicht und hat es nie gegeben, als daß das immer stimmen könnte.

      Tradition ist fast immer erfunden, konstruiert. („Invention of Tradition“ ist eine wichtige Grundlage von Nationsbildung.)

      Also, wie im ersten Absatz angedeutet: Jedem sei der Spaß gegönnt, traditionell sein zu wollen, und man kann damit in der Tat wenig falsch machen. Nur tatsächlich kommt man kaum je über die Großelterngeneration hinaus.

      Kartoffeln und Tomaten gab es vor (grob) 1850 in Europa nicht. Tiramisu wurden in den frühen 1950ern erfunden, Carbonara-Soße vermutlich 1945. Chili ist heute ein „traditionelles“ Gewürz vieler armer, heißer Länder in Asien und Afrika. Kann es logischerweise vor 1492 nicht gewesen sein. Pizza und Pasta: alles Erfindungen des späten 19. Jahrhunderts.

      Traditionen sind so machbar und formbar wie ein Hefe-Teig-Kloß.

      Konfuzius sagt: „Verehrt Eure Ahnen. (Und denkt Euch in Klammern hinzu, daß Ihr natürlich heuchelt.)“

  7. Gabriele sagt:

    Bei Soraya hab ich Probleme, gab zur Zeit der Kaiserin Soraya schon manchmal, war damals Chatalistisch

  8. Chiocciola sagt:

    „Fehlte gerade noch, daß man von den Modenamen sozusagen generationsmäßig überholt wird, daß also wieder kleine Annalenas und Florians auftauchen.“

    Ich kenne einen kleinen Florian (5 Jahre) und 2 kleine Annalenas (8 und 2 Jahre). Es sind für mich ehemalige „Modenamen“ (Florian in den 70ern, Annalena in den 90ern), die aber weiterhin immer wieder vergeben werden und nicht extrem einer Epoche zuzuordnen sind.
    Bekannt, wohlklingend, mit positiven Assoziationen – nach meinem Empfinden bedenkenlos jederzeit vergebbar.

    „Bei Soraya hab ich Probleme“

    Meine Wahl wär’s auch nicht, aber wem’s gefällt, warum nicht? Der Name Soraya ist mir bisher 3mal begegnet. Zwei der Namensträgerinnen sind in 80er Jahren geboren, eine Anfang der Nullerjahre.

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