Ein Eisbären-Mädchen namens Lili

In Bremerhaven, im „Zoo am Meer“, ist im Dezember ein Eisbären-Mädchen geboren. Über 3.600 Namensvorschläge wurden eingereicht – zum Beispiel Zoame, Schieter, Saily, HanseBeat und Sneedeern. Die Jury entschied sich für Lili. Dieser Name hat einen engen Bezug zur Stadt Bremerhaven wegen des Liedes „Lili Marleen“, mit dem die in Bremerhaven geborene Sängerin Lale Andersen weltberühmt geworden ist. Lale ist aber nicht ihr richtiger Vorname, ihre Eltern haben sie Liese-Lotte Helene Berta genannt.

 

Und außerdem …

32 Gedanken zu “Ein Eisbären-Mädchen namens Lili”

  1. Mag der Soldatensender Belgrad dereinst melden, daß der Eisbärin Lili ein längeres und glücklicheres Leben beschieden gewesen ist als dem Eisbären Knut. 😉

    („Lili Marleen“ ist wirklich ein Jahrhundert-Schlager…)

    • Mit Platt kam ich in Berührung in den Siebzigern am Samstagabend vom Ohnsorg-Theater im Fernsehen, war auch lustig (wenn das auch geschöntes Platt war, wie auch im Komödienstadel nur entkoffeiniertes „Schriftbairisch“ gesprochen wurde)

      Jäp! 🙂 Aber das ist doch der Punkt bei der Popularisierung von Dialekten: Man muß sie glatter und verständlicher machen, wenn man eben auch noch jenseits des eigenen Dorfes oder gar am anderen Ende Deutschlands wahrgenommen werden will. Man spricht dann eben so einen Kabinetts-Dialekt wie Willy Millowitsch aus Köln, der seine Stücke bewußt auf Hochdeutsch mit Kölschem Akzent aufgeführt hat, um ein Publikum in ganz Deutschland ansprechen zu können. (Im Gegensatz übrigens zu Trude Herr, die bewußt „richtig“ Kölsch geredet hat.) Und so hat das Heidi Kabel mit ihrem Ohnsorg-Theater eben auch gemacht.

      Das Krasseste an BRD-Dialekten (also Deutsch außerhalb der Schweiz) ist für Nordlichter übrigens dieses Schwäbische an der Grenze zwischen BaWü und Bayern: Boah, nix verstehen! 🙂

      Meine bairischen Kindheits-TV-Erinnerungen: „Das königlich bayerische Amtsgericht“ – „…, denn der König war schwermütig“. 😉 #prinzregent #luitpold

    • Ja, wir sind uns mal wieder einig.

      Du meinst wahrscheinlich Allgäuerisch, des isch it so leicht, aber ma ka si ei’höra mit d’r Zeit.

      Und beim Königlich Bayerischen Amtsgericht, da war der Dialekt aber nicht so geglättet (wie beim Komödienstadel) bzw. auch da sprachen die Stadtleut’ bzw. die “Honoratioren” wie der Herr Ökonomierat oder der Richter ein bißl vornehmeres Bairisch als die Dorfbewohner von Geisbach. 😀 (“…und das Bier war noch dunkel und die Dirndl sittsam…” Dirndl sind in dem Fall aber die Mädchen und nicht ihre Kleidungsstücke).
      Heutzutage wird das vornehme, verstädterte, münchnerische Bairisch manchmal auch Dallmayr-Bairisch genannt (vgl. Kaffeewerbung).

    • Ah, das war mir neu! 🙂

      Übrigens finde ich diese abgemilderten, urbanen Honoratioren-Varianten von Dialekten teils auch sehr hübsch. Leider gibt es das in Norddeutschland kaum noch, auch nicht bei den Hanseaten. Kaum einer zum Beispiel s-tolpert da noch über den s-pitzen S-tein. 😉 Helmut Schmidt hat das auf seine alten Tage gelegentlich mal absichtlich gemacht, aber eben nicht durchgängig und ich glaube auch nicht in seiner Zeit als aktiver Politiker. Und in Hannover (wo das vor dem Krieg durchaus üblich war) ist das völlig ausges-torben, wie eben das Plattdeutsche selbst auch.

    • Hähä, danke, Maria Theresia, für den Hinweis! Ich hab mir das gerade mal auf Youtube angeschaut:

      https://www.youtube.com/watch?v=akDHE2vxHyk

      Meines Erachtens: Es ist Quatsch und paßt in dieser Hinsicht zur auch ansonsten sicher teuren, aber grottigen Werbung der Sparkasse. Das Platt, daß da gesprochen wird, ist einerseits so „rein“, wie man schon in den 70er Jahren im finstersten niedersächsischen Dorf nicht nicht mehr gesprochen hat. Andererseits werden da offenbar Neologismen („Blikbreken“ oder so ähnlich für Rechner… Oder für Handy?) konstruiert, die sich irgendwelche Lehrer oder Wikipedia-Typen ausgeknobelt haben.

      Ich sage einfach mal: Das versteht auch in Niedersachsen niemand, es sei denn er ist ein Lehrer, der sich die „Erhaltung der plattdeutschen Sprache“ zur Aufgabe gemacht hat. 😉 Hab das im Grundsatz noch auf Anhieb verstanden, hatte aber zwei sinntragenden Wörter noch nie gehört, nämlich das obenerwähnte und das, das angeblich Hüfte bedeuten soll.

      Wenn sie mit den Leuten hier so sprechen, bekommen sie ihre Riester-Pakete jedenfalls nicht los. 😉

    • Zum Thema: Plattdeutsch ist ausgestorben”
      Derzeit gibts eine Sparkassenwerbung, wo eine ältere Dame völlig unverständlich losredet (es dürfte Platt sein) und dann antwortet der smarte junge Mann, dem sie gegenübersitzt, völlig unerwartet ebenso, Kernaussage “wir, die Sparkasse, sprechen Ihre Sprache und sind nah am Kunden”. Ich denke, das ist ziemlich echter, unfrisierter Dialekt. Aber ehrlich, ich versteh nicht mal ansatzweise irgendein Wort 😀 , trotzdem ist die Werbung gut gemacht!

    • Mal wieder interessant, in welche Richtung sich die Diskussion entwickelt hat.

      Auch ich verstehe Plattdeutsch fast “fließend”, kann es aber nicht sprechen. Nicht unwichtig: Plattdeutsch ist eine eigene Sprache und kein Dialekt. Innerhalb des Plattdeutschen gibt es regionale Unterschiede, ich habe diverse Diskussionen zwischen Ostfriesen und Angelitern verfolgen dürfen über das “richtige” Platt.

      Das Platt aus dem Werbespot wirkt tatsächlich etwas künstlich (und klingt mehr nach Ostfriesland als nach Angeln). Im Niederdeutschen Theater wird aber auch so gespielt.

      Im Ohnsorg-Theater wird übrigens reines Plattdeutsch gesprochen. Ausschließlich die TV-Aufzeichnungen für den Sonnabendabend wurden auf Hochdeutsch gespielt (und nicht etwas in „geschöntem Platt“). Das sollte man wissen, bevor man Theaterkarten kauft 😉

    • Ich bliebe dabei, daß die besonders „reinen“ Dialekte heute fast immer auch die besonders künstlichen sind, weil eben ohnehin nur noch mittelschichtige Dorfschulmeister, Zugezogene und Wikipipi-Leute Wert auf ihre Erhaltung legen. Die kleinen Leute sprechen längst anders – in der Regel ein unterschichtiges Derivat des Hochdeutschen, jeweils regional getönt.

      Sprache oder Dialekt? Herrje, darüber mögen sich die Eurokraten-Freunde dieser Reetdach-Typen den Kopf zerbrechen. Natürlich wäre Plattdeutsch heute eine Hochsprache, wenn sich das heutige Norddeutschland um den Dreh 1500 als eigenständige Nation etabliert hätte. Wie eben Holland. Hat es aber nicht. Irgendwelche lehrerhaften Standardisierungsbemühungen hat es in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts durchaus gegeben, sie sind aber mangels einer dahinterstehen Nation natürlich gescheitert.

      Richtiges Platt? Falsches Platt? Reines (ohne Anführungszeichen) Platt? Das gibt es eben nicht. Wer an solchen Dikussionen teilnimmt, deklassiert sich selbst als ahnungsloser Kleinstadt-Mittelschichti, der vielleicht mal wo auf Universität gewesen ist. Schon deshalb, weil diese Vögel dann so gut wie immer das als das „reinste“ erachten, was am weitesten von der Hochsprache abweicht, von der man sich abgrenzen will. Lächerlich.

      (Ich habe das in den 90ern in Osteuropa in ganz vergleichbarer Form erlebt. So in „Weißrußland“, der Ukraine und in Kroatien.)

      Na, und Ostfriesland… Die sollen sich mal lieber um ihr „Friesisch“ kümmern und das Problem mit dem Kiffen bei sich in den Griff kriegen. 🙄 Ich ärgere mich jedesmal, wenn ich diese albernen „zweisprachigen“ Ortsschilder (Aurich/„Auerk“ etc.) sehe. Eigentlich sollte man denen nen Zug Fallschirmjäger vorbeischicken, die ihnen das Rathaus zu Kleinholz schlagen. 😉

      Was „Angeln“ heute sein soll, weiß ich nicht.

      Wikipipi ist mit seinen lächerlichen Sprachvarianten („Plattdüütsch, Alemannisch, Schytzerdüütsch, Ripuarisch, Boarisch, Blobloisch, Säggssch“) freilich ein Gottesgeschenk für diese Piesen. 🙄

    • Und um meinen grummeligen Tonfall keineswegs zu entschuldigen, aber doch verständlich zu machen: Ich meine einfach, daß wir heute allemal genug zu tun haben, die deutsche Hochsprache, dies Wunderwerk von Sprache, rein und funktionstüchtig zu halten. Da bin ich dann auch gerne mal Schulmeister und Lehrertyp. 🙂 Das Deutsche ist dem weltweiten Triumph des Englischen ausgesetzt – und das angesichts kaum je gekannter weltweiter Wanderungsbewegungen, eines verfallenen und weiter verfallenden Bildungswesens – oder zum Beispiel auch angesichts der Tatsache, daß es die Vorsitzende einer sich nationalkonservativ gerierenden Bewegung in Deutschland offenbar schick findet, sich von einem englischen Krawall-Journalisten in englischer Sprache runterputzen zu lassen. Ich beneide die Franzosen um ihre Akademie, und ich halte es für Zeit- und Ressourcen-Verschwendung, irgendwelche ausgestorbenen Bauern-Idiome wiederbeleben oder durch Standardisierung zu Hochsprachen aufwerten zu wollen.

      Un dat is för mi so wichtich, dat de schietige Sprok vun min Grotmuddern taun Dübel gon schall. Ken Minsch prot de mer, un dat is man bannich gaut so.

      Selbstverständlich muß niemand diesen Standpunkt teilen, ich wollte ihn nur mal klargemacht haben.

      🙂

    • Jan ich stimme dir vollkommen zu. Es ist zwar auch schade, dass die Dialekte verloren gehen, aber noch viel wichtiger ist es doch, dass die Hoch- und auch schriftsprache erhalten bleibt und sich nicht durchs Englische ersetzt. Da gab es übrigens auch schon Bestrebungen in der Richtung. Und um ein Haar wäre deutsch Amtssprache in Amerika geworden.

    • Also, das mit der Amtssprache hätte ich noch nie gehört…

      In jedem aber gab es in den USA zwischen so etwa 1848/49 (und der damit verbundenen Einwanderung vieler gescheiterter deutscher Revoluzzer) und dem Ersten Weltkrieg ein reges deutschprachigens kulturelles Leben in den USA. Wisconsin zum Beispiel war geradezu ein Nest von Deutschen – Milwaukee (die Hauptstadt) galt als „das deutsche Athen in Amerika“. 🙂

      Und die Fachzeitschrift des US-amerikanischen Brauereigewerbes hieß „Der amerikanische Bierbrauer“ – Titel und Inhalt wohlgemerkt auf deutsch. 😉

    • @ Maria Theresia, Knud

      Im Ohnsorg-Theater wird übrigens reines Plattdeutsch gesprochen. Ausschließlich die TV-Aufzeichnungen für den Sonnabendabend wurden auf Hochdeutsch gespielt (und nicht etwas in „geschöntem Platt“). Das sollte man wissen, bevor man Theaterkarten kauft

      Was mir wirklich neu war, wenn’s denn stimmt, ist das von mir hier kursiv Hervorgehobene:

      Bereits einige Jahre vor der ersten Fernsehübertragung kam das Ensemble [also Ohnsorg, Jan] zum Hörfunk und trat von da an in unzähligen, zumeist mundartlichen Hörspielen der unterschiedlichsten Genres auf. Erst nach dem Erfolg der plattdeutschen Theaterstücke begannen dann die übrigen Sender der ARD auch bayerische Theaterstücke (Komödienstadel) und Stücke aus dem Millowitsch-Theater (Köln) zu senden, die allerdings ebenfalls verhochdeutscht wurden. Vor allem in den 1960er Jahren wurden zahlreiche Übertragungen zu regelrechten Straßenfegern. In einer Sondersendung zur ARD-Fernsehlotterie traten 1968 Heidi Kabel und Willy Millowitsch zusammen in dem Theaterstück Die Kartenlegerin auf, mit einer kurzen Gastrolle des Sängers und Schauspielers Freddy Quinn.

      Damals war also Norddeutschland noch innovativ, und sei’s auch nur mit Volkstheater. 😉

  2. Lili find ich langweilig, dann hätten sie wenigstens LiliMarleen nehmen sollen.
    Schieter (“Scheißer”, oder?) wäre allerdings auch gar nicht schön gewesen.
    Aber auch Tiernamen sind ein sehr weites Feld, um mit dem alten Briest zu sprechen.

    • Ja, Schieter wäre platt für Scheißer gewesen… Völlig blöd.

      Sneedeern = Schneemädchen. Immerhin ganz hübsch.

      Übrigens lernt jeder Praktikant bei einer Lokalzeitung: „Das wichtigste sind Lokalpatriotismus, das Wetter und Nachwuchs im Zoo.“ Und natürlich wissen das auch die Zoos, die eben auch sehen müssen, wo sie bleiben. Wünschen wir dem Zoo im wirtschaftlich eher bläßlichen Bremerhaven (aka Fishtown) also mal Erfolg bei seinem Versuch, an den Berliner Bestseller Knut anzuknüpfen. 😉

    • @ Rebecca Sophie
      dann müsste man aber cheater schreiben, mit ea 🙂
      das Wort cheeter gibt es nicht, nur cheetah (= Gepard)

    • Oh, ich habe das Wort vorher nur gehört und nicht gelesen…
      Cheetah wäre auch interessant, aber eher unpassend.
      Es gibt aber einen Glupschileoparden (mehr oder weniger schreckliche Stofftiere mit großen Glitzeraugen), der Leona, also die Löwin heißt, das fand ich auch ganz lustig.

    • Es gab doch mal in den 70ern so eine FS-Serie, in der der Schimpanse Tschita (wie auch immer das geschrieben wurde…) hieß. Ich vermute fast, daß der Namens-Vorschläger damit und eben mit dem plattdeutschen Gleichklang zu „Scheißer“ einen etwas holzig-norddeutschen Jux machen wollte.

      Dieses Spielchen „Zoos lassen Tierkindern von den Fans Namen geben“ hat der Zoo von St. Diego in Kalifornien übrigens im Social Media zu kaum zu übertreffender Meisterschaft kultiviert. Die hatten da im letzten Jahr Jaguar-Nachwuchs und haben auf Tumblr und Facebook wirklich alle Register gezogen: Von der Tatsache, daß kleine Katzen wirklich niedlich sind und schöne blaue Augen haben über irgendwelche Öko-Aufrufe mit dem schrumpfenden Regenwald bis hin zu Appellen an den Regionalstolz damit, daß der Jaguar die größte einheimische Wildkatze in den Amerikas ist. Valerio hat das Vieh schließlich verpaßt bekommen. Hätte schlimmer kommen können, zum Beispiel irgendein Indigen-Quatsch auf -atl oder mit X am Anfang.

    • Jaaa! Das war DAKTARI mit Cheeta (?) der Schimpansin und Clarence, dem schielenden Löwen! Fand ich als Kind soo toll. Könnte man heute wahrscheinlich nicht mehr ertragen 😉

      Es gibt ja auch Leute, die kleine Kinder/Babys liebevoll mit “Na, du kleiner Scheißer!” anreden, fand und finde ich schon immer furchtbar.

      Ja, Xocolatl z.B., aber ein sehr passender Name für Osterhasen 😀

    • Hähä. genau – Xocolatl Road Kill. (Aber der kleine Jaguar in St. Diego war wirklich erheblich hübscher als diese Autorin/Plagiatorin, die da von den Feuilletons erst hochgejubelt und dann abgeschossen worden ist 😉 )

      Dieser vermutlich protestantisch bedingte Reflex, sich auf die Bedeutung irgendwelcher Namen in den Indianer-Sprachen zu besinnen (nachdem man die Indianer selbst mal lieber ausgerottet hat), ist übrigens sehr alt. Schon bei den Schlachtfeldern des Amerikanischen Bürgerkrieges war es kaum zu vermeiden, daß da Lokalhistoriker aufgetaucht sind, die herausgefunden zu haben vermeinten, daß das in der Indianer-Sprache XY „Blut-Fluß“, „Schwarzes Schicksal“ oder so geheißen habe.

    • Jetzt hab ich es nicht gleich kapiert, aber du meinst axolotl roadkill.
      Ich hab lieber xocolatl als axolotl 😀
      Passt auch besser zum Osterhasen

    • Ja, klar, das meinte ich… #axolotl 🙂

      Und nach den kleinen Dissen gegen Bremerhaven muß ich noch hinzufügen, daß ich mit dieser Stadt vor allem eines verbinde: Wunderbare Kindheitserinnerungen an die Besuche von Museen. 🙂 Nach der allsommerlichen Ödnis am Deich im Land Wursten gab’s im Schiffahrts- und im Morgensternmuseum endlich mal was zu gucken. Bremerhaven ist mir daher vor allem als Stadt der Museen in den Kopf gebrannt. 🙂 „Fishtown“ ist wirklich eine Bezeichnung als längst vergangenen Tagen.

      Ein Kommilitone hat mir dann später mal erzählt, daß dieses Auswanderer-Museum in Bremerhaven auch sehr sehenswert sei, ich habe es aber selbst nie gesehen. Über Bremerhaven sind um 1900 all die Auswanderer nach den USA abgegangen, auch die polnischen und die jüdischen. Wie Osterhammel sagt: So antisemitisch konnte man gar nicht sein, daß man den deutschen Redereien ein gutes Geschäft vermasselt hätte. 😉

      Und die „Sail“ (Segelschiffmesse) in Bremerhaven alle fünf Jahre muß wirklich großartig sein. 🙂

    • Das kann ich bestätigen, das Auswandererhaus Bremerhaven ist wirklich sehr sehenswert. Sogar noch sehenswerter ist das Klimahaus. Allein für diese beiden Attraktionen lohnt sich ein Ausflug nach Bremerhaven. Und mit dem Schifffahrtsmuseum und dem Zoo gibt es noch zwei weitere Attraktionen für einen spannenden Kurzurlaub.

      Bremerhaven hat auch an anderer Stelle gute Perspektiven. Der asiatische Genting-Konzern hat kürzlich die Lloyd-Werft gekauft, um dort im großen Stil Kreuzfahrtschiffe für die konzerneigene Reederei zu bauen.

      Das Glück der Stadt hängt also nicht allein an der kleinen Eisbärin Lili 🙂

    • Sneedeern = Schneemädchen. Immerhin ganz hübsch.

      Noch kurz nachgetragen: Wie bei allen Dialekten, die heute eigentlich nur von aus der Stadt zugezogenen Lehrer-Typen am Leben gehalten werden (so auch das Kölsch in Köln), gab es da früher erheblich Differenzen, so daß man sich gar zwischen nur wenige Kilometer voneinander entfernten Dörfern oft nur schwer verstanden hat. (Unter anderem deshalb finde ich es so albern, wenn diese de facto ausgestorbenen Sprachen unter irgendwelchen EU-Schutz gestellt werden. Platt ist eben so tot wie das „Rätoromanische“ in der Schweiz etc.) Meine Mutter (plattdeutsch aufgewachsen, hat Hochdeutsch in der Schule gelernt) war baß erstaunt, als die in den frühen 60ern als Au-Pair-Mädchen auf Borkum als „de Wicht“ bezeichnet wurde, was eben da „das Mädchen“ hieß.

    • Bei uns wird noch viel Bairisch gesprochen, auch wenn es in den Städten etwas rückläufig ist. Aber die Sprache hat mit der bayrischen Identität zu tun, die ist noch lebendig.

    • Na, felix Bavaria, wie so oft. 🙂

      Ich hab das hier aber wirklich in den 70ern und 80ern in meiner Kindheit und Jugend mitbekommen: Das Plattdeutsche kippt sozusagen um. Die Unterschichtler (meine Leute) hören auf, es zu sprechen und mit ihrern Kindern platt zu reden – dafür entdecken die reichen grünen Lehrertypen mit den Reetdach-Häusern das Plattdeutsche. :-/

      Ich habe das aus der Perspektive „unten“ noch ganz gut mitbekommen: Unsere Eltern und Großeltern haben Plattdeutsch miteinander gesprochen und mit uns nur Hochdeutsch (natürlich mit norddeutschem Akzent). Daher verstehe ich Platt perfekt, kann es aber nur gebrochen sprechen.

      Ja, das ist traurig. Immerhin ist das Plattdeutsche die letzte Schwundstufe der altsächsischen Sprache, unter der England erobert worden ist und die unser Herzog Widukind und Kaiser Otto der Große gesprochen haben. Aber es ist eben so.

    • Ja, ich finde es immer schade, wenn Dialekt oder Sprachen allmählich aussterben.
      Dialektsprechen war in meiner Jugend in der Schule (im Unterricht) auch verpönt, das hat sich inzwischen etwas gewandelt und der bayerischen Sprache wird in der Schule wieder mehr Raum gegeben, neben der Schriftsprache selbstverständlich. Aber es stimmt schon, viele Jüngere sprechen auch hier nicht mehr bairisch.
      Ich finde, man sollte sowohl den örtlichen Dialekt als auch die Hochsprache beherrschen, beide Sprachen haben Möglichkeiten des Ausdrucks, die nur jeweils dort möglich sind. Ich hatte das Glück, Hochsprache und zwei, eigentlich drei Dialekte als Kind zu lernen und habe das sehr früh schon als sehr interessant und bereichernd empfunden.

      Mit Platt kam ich in Berührung in den Siebzigern am Samstagabend vom Ohnsorg-Theater im Fernsehen, war auch lustig (wenn das auch geschöntes Platt war, wie auch im Komödienstadel nur entkoffeiniertes “Schriftbairisch” gesprochen wurde) 😀

  3. Ach süüüß! – wie alle Menschen- und Tierbabys.
    Und wir haben aus dem ARD-Beitrag noch gelernt, dass ihre große Schwester Lale heißt; das nächste Eisbärenmädchen in Bremen wird dann wohl Lieselotte, Helene oder Berta heißen müssen. 😀

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