Kackfrech, die Gesellschaft für deutsche Sprache

Da behauptet die Gesellschaft für deutsche Sprache doch kackfrech, ihre Studie zu den beliebtesten Vornamen wäre die einzige repräsentative in Deutschland. Dabei gibt es doch auch die Auswertung durch das Namenkundliche Zentrum der Universität Leipzig und nicht zuletzt meine eigene Vornamenstatistik.
Frau im Büro © Grafvision - Fotolia.com
Aber warum unterscheiden sich die Ergebnisse? Hier zunächst die aktuellen Listen von mir („Knud Bielefeld“), dem Namenkundlichen Zentrum der Universität Leipzig („Uni Leipzig“) und der Gesellschaft für deutsche Sprache („GfdS“) zum Vergleich:

Mädchennamen

Uni Leipzig GfdS Knud Bielefeld
  1. Marie
  2. Sophie
  3. Maria
  4. Mia
  5. Emma
  6. Anna
  7. Sophia
  8. Johanna
  9. Emilia
  10. Charlotte
  1. Sophie / Sofie
  2. Marie
  3. Maria
  4. Sophia / Sofia
  5. Mia
  6. Emma
  7. Hannah / Hanna
  8. Anna
  9. Johanna
  10. Luisa / Louisa
  1. Mia
  2. Emma
  3. Hannah / Hanna
  4. Lea / Leah
  5. Sophia / Sofia
  6. Anna / Ana
  7. Lena
  8. Leonie / Leoni
  9. Lina
  10. Marie

Jungennamen

Uni Leipzig GfdS Knud Bielefeld
  1. Maximilian
  2. Alexander
  3. Paul
  4. Luca
  5. Ben
  6. Leon
  7. Elias
  8. Felix
  9. Jonas
  10. Noah
  1. Luca / Luka
  2. Maximilian
  3. Alexander
  4. Paul
  5. Ben
  6. Leon
  7. Lukas / Lucas
  8. Elias
  9. Luis / Louis
  10. Jonas
  1. Ben
  2. Luca / Luka
  3. Paul
  4. Lucas / Lukas
  5. Finn / Fynn
  6. Jonas
  7. Leon
  8. Luis / Louis
  9. Maximilian
  10. Felix

Die Listen sind nicht etwa unterschiedlich, weil eine Studie repräsentativer ist als die anderen. Es liegt vielmehr daran, dass die drei Statistiken nach drei unterschiedliche Auswertungsmethoden erstellt wurden: Die GfdS und die Uni Leipzig unterscheiden nicht zwischen Erstnamen und Folgenamen. Ich dagegen habe für die obige Liste ausschließlich die ersten Vornamen gezählt. Das fällt ins Gewicht, weil es große Unterschiede zwischen den beliebtesten Erst- und Zweitnamen gibt: Sophie und Marie zum Beispiel sind extrem häufige Zweitnamen.

Genau wie die GfdS fasse ich Schreibvarianten zusammen, die Uni Leipzig macht das nicht – darum fehlen Lukas / Lucas und Hannah / Hanna in den Leipziger Top 10.

Und außerdem …

5 Gedanken zu “Kackfrech, die Gesellschaft für deutsche Sprache”

  1. Tsk, repräsentativ, tsk, tsk, …

    Bei Umfragen sprich man von repräsentativ, wenn sie einen Schluss auf die Gesamtheit zulassen. Dazu braucht man ein gutes Model für die Kandidatenauswahl, aber vergleichsweise wenige Daten.

    Keine der 3 deutschen Namensstatistiken ist in diesem Sinn repräsentativ.

    Der gefühlten Vornamensverteilung entspricht Knuds Statistik am besten. 🙂

  2. Meiner Ansicht nach -und da kann ich elbowin nur zustimmen- ist die Liste von Knud wahrscheinlich die, die den realen Verhältnissen am nächsten kommt.

    Nichtsdestotrotz haben natürlich auch die Listen der GfdS und der Uni Leipzig ihre “Daseinsberechtigung” ; ) und spiegeln gewissse Tendenzen bei den Namensvergabe wieder.

    Immerhin sind die Unterschiede nicht so groß, dass völlig andere Namen in den jeweiligen Listen auftauchen, sondern sie auf Grund der verscheidenen Auswertungsmethoden lediglich um ein paar Plätze variieren.

    Insofern könnte man vielleicht aus einer Mischung bzw. einer Vergleichsauswertung aller drei Listen “die wirklich wahren Namensvorlieben” der Deutschen herausfinden.

  3. Da gebe ich elbowin auch Recht.

    In Nachrichten sagen die Mehr oder Weniger das Sophie und Luca die Beliebtesten Vornamen Deutschland sind (Warscheinlich von der GfdS) was aber nicht stimmt Weil Mia und Ben die Beliebtesten Vornamen Deutschland sind.

    Bei GfdS war Letztes Jahr (2011) noch Maximilian Nummer 1 und Sophie war schon Lange Unverändert auf den 1 Platz.

    Daher finde ich Knud Bielefelds mit den beliebt-vornamen.de schon Interessanter.(Vor allen die Geburtsjahrgänge von 1890 bis 2013,Seltenen Vornamen und die Häufigkeitenstatistiken von Verschiedenen Vornamen)

  4. Zweifelsfrei ist es doch viel sinnvoller, um die beliebtesten Vornamen herauszufinden, den Zweitnamen und verschiedene Schreibvarianten unberücksichtigt zu lassen…. Nehmen wir beispielsweise meinen eigenen Vornamen: Es gibt unzählige Schreibvariationen, aber eigentlich werden alle gleich ausgesprochen! Darum ist es doch ausschlaggebend wie oft ich diesen Namen im Umkreis höre, um die Beliebtheit herauszufinden…somit eben nur als Rufnamen berücksichtige und Schreibweisen unbetrachtet lasse! Fazit: Die Statistik von K. Bielefeld ist die realistischste Vornamensstatistik! Ganz ehrlich – jeder merkt doch selbst, dass in der Umgebung ständig die Namen Mia und Ben zu hören sind, zumindest viel mehr, als Luca, Maximilian, Marie, Sofie usw. …. Und dass bemerke ich nicht nur, weil ich beruflich und auch als Vereinsvorsitzende so viel mit Kindern und Babys zu tun habe! Letztendlich sind aber von allen drei Statistiken, die Namen ja doch nicht allzu weit voneinander entfernt, so dass wir dennoch in allen den allgemeinen Trend erkennen. LG und schönen sonnigen Sonntag allen Hobbyvornamensinteressierten 🙂

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