Der Vorname hat einen Einfluss auf die Klickrate beim Online-Dating

Die Psychologin und Beziehungsforscherin Wiebke Neberich findet es erstaunlich, dass der Name Einfluss auf unser Leben nehmen kann: „Es ist nicht die Person, sondern lediglich der Name, dem man ein positives oder negatives Bild zuordnet. Die Folgen dieser Eigenschaftszuschreibung wirken sich jedoch auf die Person aus und können zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung werden.“

Um solche Stigmatisierungen aufzudecken, hat Sie an einer wissenschaftlichen Studie mitgewirkt. Darin wurde anhand der Daten der Online-Dating-Plattform eDarling untersucht, welche Rolle die Vornamen bei der Partnersuche im Internet spielen. „Wir haben die Klickraten von ausgewählten Namen verglichen, um die Attraktivität der Namen im Online-Dating Kontext herauszustellen“, so Wiebke Neberich.

Erkenntnis: Der Vorname hat tatsächlich einen Einfluss auf die Klickrate beim Online-Dating. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bestimmte Vornamen mit Vorurteilen belastet sind, was zur Folge hat, dass ihre Träger beim Online-Dating weniger Beachtung finden. Nebenbei haben sich die Forscher auch die Angaben der Mitglieder im Persönlichkeitstest angesehen: Die Personen mit negativ besetzten Vornamen sind durchschnittlich weniger selbstbewusst, eher Raucher und eher weniger gebildet.

Partnervorschläge bei eDarling enthalten grundsätzlich nur den Vornamen, das Alter und den Wohnort eines registrierten Nutzers. Ein aktives, interessiertes Mitglied klickt entweder auf den Namen, um das vollständige Profil zu sehen, oder es ignoriert einen Partnervorschlag. Für die Studie wurden aus den Angaben von mehr als 900 deutschsprachigen Mitgliedern aus Deutschland, Österreich und aus der Schweiz 30 Frauen- und 29 Männernamen hinsichtlich ihrer Klickrate miteinander verglichen.

Die größten Gewinner: Felix (+11%), Paul (+11%) und Lukas (+8%) sowie Hannah (+24%), Lena (+14%) und Katharina (+12%).

Die größten Verlierer: Kevin (-20%), Uwe (-15%) und Mike (-9%) sowie Chantal (-21%), Johanna (-18%) und Sylvia (-16%)

„Wenn wir keine näheren Informationen erhalten, bringen wir mit der Person Eigenschaften in Verbindung, die wir bewusst oder unbewusst mit dem Namen verbinden. Diese Assoziationen können auf persönlichen Erfahrungen mit bestimmen Namensträgern beruhen oder auf weit verbreitete Stereotypen zurückgeführt werden. Die Assoziationen, die ein bestimmter Name hervorruft, werden häufig vom aktuellen Zeitgeschehen beeinflusst.“, erläuterte Wiebke Neberich.

Sonderlich ausgeprägt sind die Stigmatisierungen, die mit bestimmten Vornamen einhergehen, allerdings nicht – im wissenschaftlichen Sinne aber dennoch wahrnehmbar. Mitglieder mit positiv besetzten Vornamen erhalten die meisten Klicks auf ihren Profilen.

Und außerdem …

5 Gedanken zu “Der Vorname hat einen Einfluss auf die Klickrate beim Online-Dating

  1. Also ich finde diese Studie doch etwas merkwürdig… Ich mag mal nur meine Sicht (weiblich, Baujahr 1983) beurteilen:

    Felix kann ich absolut nachvollziehen – aber das ist alles andere als objektiv…

    Aber das Paul, Holger und Olaf viele Klicks bekommen? Das sind drei Namen, die ich mit sehr unattraktiv verbinde und dabei kenne ich entweder nur positive oder keinen Vertreter dieser Namen. Und dass ich nicht allein mit meiner Ansicht bin, zeigen die jeweils etwa 300 Bewertungen bei den Onomastikprofilen (onomastik.com). Hier die Bewertungen für den Punkt Attraktivität:
    Paul – durchschnittlich bis weniger attraktiv
    Holger – nicht attraktiv
    Olaf – nicht attraktiv

    Ich würde statt dieser drei Namen eher auf Maximilian, Matthias oder David klicken, auch wenn diese hier nicht so gut abgeschnitten haben. Achja, und ich hatte zwei Uwe in der Klasse, die auch nicht von schlechten Eltern waren…

  2. Ich finde es schon ein bisschen suspekt vom Namen aus auf die Attraktivität einer Person zu schließen. Wer weiß vielleicht sehen Felix, Paul und Lukas ja aus wie die Verwandten von Freddy Krüger (nichts gegen Freddy, der ist wenigstens witzig) und Kevin, Uwe und Mike sind richtig gutaussehende Typen. Aber das muss jeder selber wissen.

    • Die Studie stellte lediglich unterschiedlich Klickraten bei bestimmten Namen fest. Die Studie selbst macht keine Aussagen über die Attraktivität der Personen, sondern lediglich hinsichtlich der Namen. Und mit diesen Namen sind viele Assoziationen verbunden, nicht nur das Äußerliche. Auch handelt es sich um Mittelwerte, in der Wahrnehmung jedes Einzelnen mag das anders aussehen. Aber es sind eben Effekte feststellbar gewesen, die die Oldenburger Studie zum Namen Kevin bestätigte.

    • Das verstehe ich ja auch. Aber für ihren eigenen Namen kann eine Person ja nichts.
      Ich kenne viele Kevins. Supernette, gutaussehende Typen, die NICHT dem typischen Klischee entsprechen. Sind nur alle viel zu jung für mich.
      Es kommt sicher auch auf den oder die an, der/ die sucht…

  3. Ich finde die Studie auch Sehr merkwürdig- von den Männernamen würde ich keinen ausser Paul anklicken. Bei den Mädchennamen finde ich komisch, dass Hannah oft angeklickt wird, während Johanna eher selten angeklickt wird-sind doch, wenn man sie nur hört, doch absolut ähnlich! Wie alt waren die Menschen, die dort geklickt haben? Durchaus eine interessante Studie, deren Ausgang ich nicht glauben kann- für mich persönlich völlig unverständlich, sich unter Lukas und Felix tolle Männer vorzustellen- sind doch absolute Kindernamen! Daher wäre zumindest wichtig auch zu wissen, welche Alter welche Namen anklicken, denn auch das ist sicher Generationenabhängig!

Schreibe einen Kommentar