Immer mehr Neugeborene würden einen biblischen Namen bekommen, haben zahlreiche Standesbeamte und Journalisten in letzter Zeit behauptet. Welche Namen das genau sind und vor allem welche Zeiträume sie da verglichen haben, wurde leider nicht erklärt. Um etwas für Aufklärung zu sorgen, stelle ich hier die häufigsten biblischen Vornamen der Geburtsjahrgänge 1911, 1961 und 2011 gegenüber:
Vornamenstatistik
Artikel und Beiträge mit vielfältigen Vornamen-Statistiken, Vornamen-Hitlisten und Auswertungen
Städtevergleich Berlin, Hamburg, München
Wo gibt es die schönsten Vornamen? Für den großen Städtevergleich habe ich die beliebtesten Vornamen der größten Städte Deutschlands gegenübergestellt. Bei den folgenden Listen handelt es sich um die am meisten vergebenen ersten Vornamen in den Geburtsjahrgängen 2007 bis 2011 in Berlin, Hamburg und München. Die Auswertungsgrundlage ist meine repräsentative Namenssammlung aus Geburtsmeldungen aus diesen Städten.
Endlich bewiesen: Der Trend zum Zweitnamen
Aufgefallen ist er schon vielen, der Trend zum Zweitnamen. Angeblich bekommen immer mehr Kinder zwei oder noch mehr Vornamen, doch fundierte Belege für diese Vermutung gab es bisher nicht. Auch meine Vornamen-Datenbank kann leider nicht entsprechend auswerten; die Datengrundlage reicht dafür nicht aus.
Zumindest für Stuttgart wurde der Trend zum zweiten Vornamen jetzt bestätigt:
Oh nein, nicht noch eine Vornamenstatistik …
Die beliebtesten Vornamen in Deutschland waren 2011 Sophie und Maximilian, verkündete die Wiesbadener Gesellschaft für deutsche Sprache. Das Namenkundliche Zentrum der Universität Leipzig hat Marie und Maximilian als beliebteste Vornamen vorgestellt. Beide Institutionen verlassen sich bei ihren Auswertungen auf die Auskünfte einiger Standesämter – warum kommen sie zu unterschiedlichen Ergebnissen? Das liegt vor allem daran, dass die Wiesbadener Zählung Schreibvarianten von Namen zusammen auswertet, während die Leipziger Methode jede Variante getrennt zählt. Namen wie Sophie und Sofie, Hanna und Hannah, Lucas und Lukas stehen darum in der Wiesbadener Statistik weiter oben in der Rangliste. Sowohl in Wiesbaden als auch in Leipzig wird nicht zwischen ersten und weiteren Vornamen unterschieden, so dass typische Zweitnamen wie Sophie, Marie oder Alexander beide Ranglisten anführen.
Weil ich für meine eigene Auswertung nur die ersten Vornamen gezählt habe, bin ich auch zu einem anderen Ergebnis gekommen:
Mia und Ben sind die beliebtesten Vornamen des Jahres 2011. Das hat der Ahrenburger Hobby-Namensforscher Knud Bielefeld in seinen Recherchen ermittelt.
(Quelle: dpa)
In meiner Rangliste der zweiten Vornamen stehen Sophie und Marie ganz vorn. Was die Namensformen angeht, halte ich es wie die Wiesbadener und fasse Schreibvarianten zusammen. Die Ahrensburger Methode, Erst- und Zweitnamen separat auszuwerten, kombiniert mit der Leipziger Methode, Namensformen separat zu werten, ergibt diese Rangliste:
Vornamenstatistik 2011 der Gesellschaft für deutsche Sprache
Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) hat heute eine Liste mit 2011 in Deutschland häufig vergebenen Vornamen vorgestellt. Der wesentliche Unterschied zur Vornamenstatistik von beliebte-Vornamen.de: Die GfdS hat nicht nach Erst- und Zweitnamen unterschieden; egal ob erster, zweiter oder weiterer Vorname: alles wurde zusammen ausgewertet.
Grundlage der Auswertung sind die Angaben von 575 Standesämtern.
Hier die Vornamenhitlisten der Gesellschaft für deutsche Sprache im Vergleich mit den von mir ermittelten Ranglisten: