Mein seltener Name und ich: Jemima

Mein seltener Name und ich

Ihr Name hätte auch Jennifer lauten können, in ihrem Geburtsjahr 1990 auf Platz 3, Jessica (Platz 7) oder Janina (Platz 14). Derartiger Mainstream lag ihren Eltern allerdings fern: Sie tauften ihr erstes Kind auf den Namen Jemima.

Wie, was, Jemima? Ich muss zugeben, dass mir dieser Name lange nur aus der Klatschpresse bekannt war, von der britischen Societygröße Jemima Khan, die vor einigen Jahren mit Schauspieler Hugh Grant liiert war. Deshalb fällt es mir auch erst mal schwer, mich an die deutsche Aussprache zu gewöhnen. Die gebürtige Hamburgerin Jemima weiß, dass ihr Name im englischsprachigen Raum tatsächlich viel bekannter ist. Laut dem Duden-Vornamenlexikon ist er dort seit dem 17. Jahrhundert gebräuchlich.

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Mein seltener Name und ich: Marlit

Mein seltener Name und ich

Über den Namen Marlitt (zwei t) habe ich vor zwei Jahren schon mal geschrieben. Als ich jetzt die Gelegenheit hatte, einer Trägerin dieses seltenen Mix-Namens aus Marit und Marlies (eigentlich wohl Maria und Melitta) meine Fragen zu stellen, konnte ich natürlich nicht widerstehen. Also: Marlit (ein t) wurde 1978 in Schleswig-Holstein geboren. Inspirationsquelle ihrer Eltern war ein Film, dessen Titel Marlit allerdings erfolgreich verdrängt hat: „Ich habe ihn mir mal angesehen, aber nicht zu Ende, da ich ihn absolut nicht mochte.“

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Mein seltener Name und ich: Delf

Mein seltener Name und ich

Den Namen Detlef kennt jeder, obwohl man ihn weder bei den derzeit beliebtesten ersten noch bei den etwas traditioneller ausfallenden zweiten Vornamen finden wird. Weit gefehlt! Detlef hat das eine oder andere Problemchen: Man kann ihn „Dettlef“ sprechen, aber auch „Dehtlef“. Gerade in letzterer Form wird er manchmal als abwertende Bezeichnung für schwule Männer benutzt. Laut Wikipedia nahm das bereits Mitte der 60er Jahre im Bundeswehr-Slang seinen Anfang. In der Neuen Deutschen Welle gab es dann die gesäuselte Songzeile „Detlev, ich bitte dich, geh doch für mich auf den Strich“.

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Mein seltener Name und ich: Marbod

Wie alt ist jemand, der Marbod heißt? Woher stammt er? Hat er kreative Eltern, die ein Namensunikat zusammengebastelt haben? Und: Ist es überhaupt ein Er (immerhin gibt es ja den Frauennamen Margot)? Wenn ich Marbod nicht interviewt hätte, ich hätte keinen blassen Schimmer.

Der Name gehört zu jenen Raritäten, die zwar im Vornamens-Duden Eingang gefunden haben, die man aber nicht mal in den eigenwilligsten Neugeborenen-Galerien findet. Dabei klingt „alter deutscher männlicher Vorname“ absolut solide. Der Duden leitet den Namen von den althochdeutschen Begriffen für Pferd (marah) und Gebieter (bodo) ab. Auch von berühmt (mari) und Bote (boto) könnte Marbod stammen. Gebieter der Pferde oder berühmter Bote?! An Bodo musste ich tatsächlich denken. „Der Name ist bekannt durch den Markomannenkönig Marbod.“ Ah ja.

Mein seltener Name und ich

Marbods Eltern sind weder Geschichtslehrer noch Archäologen. Seinen Namen fanden sie einfach in einem Namensbuch. Martin, Marcel, Markus, Marc: Sie alle standen in Marbods Geburtsjahr 1986 in den Top-25. Schon komisch, dass die (zugegeben: unübliche) Endung -bod statt -tin, -cel oder -kus einen Eindruck von solcher Exotik hervorrufen kann. Marbod wuchs in Krefeld auf, er hat noch einen zweiten Vornamen: Frederick. Bei seinem Bruder ruderten die Eltern in puncto Seltenheit ein ganzes Stück zurück, die Wahl fiel auf Malte.

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