Lieblingsnamen der Norweger und Schweden 2010

Auf den vorderen Plätzen der norwegischen Vornamenstatistik hat es 2010 gegenüber 2009 keine Veränderungen gegeben: Emma und Lukas führen die Hitliste vor Linnea und Emil an.

Auffällig: 52 Prozent der Mädchennamen enden mit “a” oder “ah”; 20 Prozent der Jungennamen sind biblischen Ursprungs. Bedeutende regionale Unterschiede gibt es nicht, abgesehen davon, dass der Mohammed der häufigste Vorname in der norwegischen Hauptstadt Oslo ist.

Weiterlesen

Ein normaler Name ist inzwischen die Ausnahme

Die meisten Kinder bekommen heutzutage einen ungewöhnlichen Vornamen. So haben nur 16 Prozent der 2009 geborenen Babys einen Rufnamen aus den Top 10.

Werdenden Eltern, die auf der Suche nach einem Kindernamen sind, rät Gabriele Rodriguez von der Namensberatung der Universität Leipzig:

Wer seinem Kind einen besonderen Namen geben möchte, sollte ihm als Zweitnamen einen geläufigen geben. So kann der Heranwachsende später selbst entscheiden, welchen er wählt. Dies ist ohne Probleme möglich, da es keinen Rufnamen mehr gibt.
(Quelle: Freie Presse Chemnitz, 24.1.2011)

Dieser Ansicht schließe ich mich voll und ganz an!

Ein ausführliches Interview mit Gabriele Rodriguez ist übrigens in der aktuellen Ausgabe (02/2011) der Zeitschrift Nido erschienen.

Promibabys Benno, Phyllon und Ella Maria

Die Prominenz aus Deutschland lässt sich gern von den Vornamenhitlisten inspirieren. Ella Maria, die Tochter der SPD-Politikerin Andrea Nahles und Benno, Sohn des ehemaligen Radrennprofis Jan Ullrich  haben zumindest einen weit verbreiteten Vornamen bekommen.

Aus dem Ausland wurde dagegen wieder mal ein überraschender Vorname gemeldet. Douzen Kroes, niederländisches Model mit Wohnsitz in New York, ist Mutter eines Jungen namens Phyllon geworden.

Nazis und nordische Vornamen

Mal davon abgesehen, dass Frieda gar kein nordischer Name ist, der Verfasser dieses Kommentars liegt auch sonst daneben:

Frieda, Freia, Frikka, alles wunderbar nordische, arische Namen. Die Nazis hätten ihre Freude gehabt.

Der Irrtum ist weit verbreitet, dass nordische Vornamen unter den Nazis gern gesehen waren. Der Hauptgrundsatz zur Vornamenvergabe lautete „Kinder deutscher Volksgenossen sollen in erster Linie gute deutsche Vornamen erhalten“. Nordische Vornamen gehörten nicht dazu, wie Standesamtsdirektor Wlochatz 1942 erläuterte:

Welche darunter zu verstehen sind, lehrt das vorliegende Verzeichnis. Vornamen, die ausgesprochenes Eigentum der nordgermanischen Völker – der Dänen, Schweden, Norweger usw. – sind, können nicht zu den deutschen Vornamen gezählt werden; sie sind nicht erwünschter als andere ausländische Vornamen. Anders verhält es sich mit den Namen, die im niederdeutschen Sprachgebiet, bei den Friesen, Jüten, Dithmarschen usw. in Brauch sind. Ist doch das Niederdeutsche mit seinen vielen Mundarten ebenso „deutsche Sprache“ wie das „Hochdeutsche“.
Quelle: Wlochatz, Auswahl gebräuchlicher Vornamen (10. Auflage von 1942)

Weitere Beiträge zum Thema:

Babynamen der Woche 03/2011

Naomi Jaspina Maria * Thomas Philip * Jan Philipp * Katie * Levi Emilian * Lenny * Emmylou * Giulia Serafina * Melina Elif * Jonas Etienne * Eliana * Damian Joel * Stine Margaretha * Piotr * Jolina-Cheyenne * Leann-Marie * Warren Gabriel * Kristina * Amira-Sherin * Theodor * Sahoz * Sophie Eleisa Lou * Noah Gabriel * Robin Lorenz * Elias-Maurice * Mia Katharina Zoë * Dean Jeremy * Isabella Elena * Emma * Jamila-Lara

Diese Woche habe ich ausschließlich Babynamen aus dem Saarland ausgesucht.