13 plus 4

13 Kinder, eine Vierlingsschwangerschaft, eine 65-jährige Mutter: An den Schlagzeilen um eine Berlinerin im Rentenalter, die derzeit Kind 14 bis 17 erwartet, kam man in dieser Woche kaum vorbei. Annegret heißt die Dame, die von Beruf Lehrerin und alleinerziehend ist. Viel wurde schon über sie gesagt und geschrieben, mich interessiert an der Story aber vor allem eines, mal abgesehen vom hoffentlich möglichst guten Ausgang: wie ihre (bisherigen) Kinder heißen.

Wie heißen Kinder in einer Großfamilie? Wird es nicht schwierig, sich immer wieder etwas Neues auszudenken, wo es anderen Eltern schon schwerfällt, sich für einen oder zwei Namen zu entscheiden? Gibt es ein Muster, das durchgehalten wird, Brüche oder klangliche Dopplungen? In den aktuellen Meldungen wird der Name der jüngsten Tochter erwähnt: Lelia, neun Jahre alt. Einige Medien haben ihren Namen auch in ein wohl geläufigeres „Leila“  „verbessert“. In einem Forum wird gehässig gemutmaßt: „Klarheit brächten die Namen der bisherigen 13 Kinder. Wenn Mandy, Jacqueline etc. dabei ist, dann passt die Story.“

Müssen kinderreiche – zumal aus dem Osten stammende – Eltern etwa bestimmte Namen vergeben, um die Erwartungen zu erfüllen? Dazu fällt mir eine offensichtlich recht populäre RTL II-Serie ein über eine (West-)Familie namens „Die Wollnys“ („Eine schrecklich große Familie“). Habe ich ehrlich noch nie gesehen, doch sie wurde schon öfter in Namensdiskussionen, die ich beobachtet habe, erwähnt. Hier gibt es immerhin acht Sprösslinge: Sylvana, Sarafina, Jeremy-Pascal, Sarah-Jane, Lavinia, Calantha, Estefania und Loredana. Für mich sind diese Namen zwar Geschmackssache – natürlich – und sicher nicht optimal aufeinander abgestimmt, aber doch halb so wild. Mit Lavinia zum Beispiel kommt man bestimmt gut durchs Leben. Außer vielleicht, wenn man auf „Die Wollnys“-Gucker trifft, die mit ihrem Hohn aber mehr über sich sagen als über alles andere.

Nach etwas Herumsuchen wirft das Netz auch die Namen der älteren Kinder der Vierlingsmutter in spe aus: Die Erstgeborene heißt Antje und ist 44, die Zweitjüngste Auda (23), ein Name, den ich von Jules Verne kenne und gerne mag. Dazwischen liegen nordisch-frisch und klar (gerade im Vergleich mit den blumigeren Wollnys) Ellen, Bjarne, Torben, Lieven (offenbar ein flämischer Jungenname), Tjard, Inken, Svea, Lennart, Velten und Ingvar. Irgendwo steht dazu auch ein Kommentar der Mutter: Ihr sei es wichtig gewesen, dass die Kinder „anders heißen als meine Schüler“. Das dürfte geklappt haben – ohne besondere Aufreger. Geht doch!

Und außerdem …

7 Gedanken zu “13 plus 4

  1. Sylvana, Sarafina, Jeremy-Pascal, Sarah-Jane, Lavinia, Calantha, Estefania und Loredana. Für mich sind diese Namen zwar Geschmackssache – natürlich – und sicher nicht optimal aufeinander abgestimmt, aber doch halb so wild. Mit Lavinia zum Beispiel kommt man bestimmt gut durchs Leben. Außer vielleicht, wenn man auf „Die Wollnys“-Gucker trifft, die mit ihrem Hohn aber mehr über sich sagen als über alles andere.

    In später Nacht und hoffentlich nicht allzu nervtötend dazwischengehustet: Bei „Loredana“ werden immer noch einige Leute zuerst an Bellinis hinreißendes Porträt des Dogen Loredan denken – eines der wunderbarsten physiognomischen Werke der italienischen Spätrenaissance, m.E. das Gesicht eines klugen Politikers. Das wäre dann vielleicht ein Ausgleich für das Ungemach, daß die Lavinias möglicherweise mit RTL-Serien-Guckern und RTL-Serien-Drehbuch-Autoren haben könnten. 😉 Na, ob daraus dann freilich ein guter Mädchenname wird, ist wieder eine andere Frage.

  2. Da fällt die arme Erstgeborenen mit einem eher “durchschnittlichen” Namen aber ganz schön aus dem Raster. 😉

    Ich finde die anderen Namen sehr schön gewählt.

    Meine Mutter ist auch Lehrerin und wollte, dass ich keinesfalls einen Modenamen bekomme. Kann ich also bestens nachvollziehen, den Wunsch.

    Gewählt haben sie schließlich den Namen “Maren” und auch wenn der oft für einen Männernamen gehalten wurde oder aber ich jahrelang mit dem Glücksrad genervt wurde, bin ich damit sehr zufrieden.

  3. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass die ersten drei Kinder der Wollnys ganz alltägliche Namen haben. Und zwar Jessica, Sascha und Patrick. Weil aber noch viele andere Kinder diese Namen trugen, wurden die Namen dann ausgefallener…

  4. Velten ist für mich ein Ortsname (“Velten, die Ofenstadt” lernte ich in der Grundschule).
    Als ich als Jugendliche zum ersten Mal den Namen Lavinia las, dachte ich an eine Lawine; heute fällt mir sofort die Aeneis ein und meine steinigen/schneeigen Assoziationen sind weg.
    Mit 15 oder so (bin heute 30) habe ich mich mal mit einer Lehrerin unterhalten, die ebenfalls nicht wollte, dass ihre Kinder wie ihre Schüler_innen hießen – die Kleinen hießen Matteo und Luna. Wäre heute keine Garantie mehr.
    Meine eigene Klassenlehrerin hat damals ihren jüngsten Sohn Friedemann genannt, obwohl wir einen in der Klasse hatten, der Name gefiel ihr einfach.

  5. So, die Vierlinge sind da, ein Mädchen – Neeta – und drei Jungen: Dries, Bence und Fjonn. Neeta und Dries würde ich sprechen, wie sie geschrieben werden, bei den beiden anderen bin ich unsicher. Weiß jemand mehr?

    • Bence spricht man zumindest in Ungarn, und ich glaube das der Name ein ungarischer Name ist, wie Ben mit c wie in Cèline und alle Buchstaben mitgesprochen also auch das e am Ende. Aber das e nicht als e also wie in Esel sondern mehr wie ein ä. Fjonn wiess ich auch nicht wie man den ausspricht.

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