Hitparade der traditionellen Vornamen

In einem Interview wurde ich kürzlich danach gefragt, welche deutschen Vornamen zur Zeit im Trend liegen. Die Frage war gar nicht so einfach zu beantworten, denn was sind „deutsche Vornamen“? Etwa Namen mit altergermanischem Ursprung? Sind vielleicht Namen gemeint, die vor allem in Deutschland verbreitet sind? Oder Namen, die in Deutschland erfunden wurden?

Letzlich lief es auf traditionelle Vornamen hinaus, solche, die schon vor hundert Jahren in Deutschland typisch waren. Ich habe darum aus der Vornamenhitliste des Jahrgangs 2009 diejenigen Vornamen herausgesucht, die auch in den Jahren 1900 bis 1909 zu den beliebtesten gehörten. Hier die Hitparade der häufigsten traditionellen Vornamen:

Mädchen Jungen
  1. Anna
  2. Emma
  3. Marie
  4. Sophie
  5. Lina
  6. Johanna
  7. Klara
  8. Charlotte
  9. Paula
  10. Lucie
  1. Paul
  2. Felix
  3. Max
  4. Jakob
  5. Henri
  6. Johannes
  7. Anton
  8. Julius
  9. Emil
  10. Leo

Ein Sonderfall ist der Name Emilie, der damals ähnlich häufig vergeben wurde wie heute. Allerdings wurde der Name vor hundert Jahren typischerweise so wie „Familie“ ausgesprochen, während Emilie heutzutage als Schreibvariante des Namens Emily üblich ist und entsprechend betont wird.

Fürther Äpfel mit Nürnberger Birnen vergleichen

Wie man die sprichwörtlichen Äpfel und Birnen vergleicht, demonstrierte das gemeinsame Amt für Stadtforschung und Statistik der Städte Fürth und Nürnberg.

In der Publikation „Statistik aktuell für Nürnberg und Fürth“ stellte das Amt die häufigsten Vornamen der im Jahr 2009 neugeborenen Nürnberger und Fürther vor. Demnach waren die häufigsten Mädchennamen in Nürnberg Sarah, Laura, Anna und Leonie, während in Fürth Marie, Sophie und Anna die Vornamenhitliste anführten.

Zu Recht fragt sich die Redaktion der Nürnberger Nachrichten, warum die Namensvorlieben in den benachbarten Städten so unterschiedlich sind. Ohne wirklich davon überzeugt zu sein, spekuliert man:

Womöglich fragen werdende Eltern hüben wie drüben in den gegnerischen Standesämtern nach, was dort so alles boomt – und entscheiden sich nach der glücklichen Niederkunft ganz bewusst gegen einen Fürther beziehungsweise einen Nürnberger Favoriten.

Weiterlesen

Aufsteiger und Absteiger in den Babynamencharts

Die Sammlung der Geburtsmeldungen des Jahres 2010 schreitet zwar voran, für eine aktuelle Vornamenhitliste haben wir aber noch nicht genügend Namen zusammengetragen. Stattdessen habe ich mir die Liste der häufigsten Babynamen des Jahrgangs 2009 nochmal vorgenommen und nach einem komplexen Algorithmus ermittelt, welche Vornamen in Mode gekommen sind und welche ihre populärste Zeit wohl hinter sich haben.

Weiterlesen

Vornamenstatistik als Infografik in der ZEIT

Kaum verbringe ich mal ein paar Tage auf einer sonnigen Urlaubsinsel, schon bringt die Wochenzeitung DIE ZEIT eine ganzseitige Infografik mit den beliebtesten Modenamen der letzten 50 Jahre. Diese wurde auf der Grundlage der Jahrgangshitlisten von beliebte-Vornamen.de erstellt.

In der Grafik ist unter anderem zu erkennen, dass der Name Benjamin tatsächlich im gleichen Jahr in Mode kam, in dem die Hörspielreihe „Benjamin Blümchen“ startete, ein Zusammenhang, den auch ich noch nicht kannte.

Diese Ausgabe der ZEIT ist leider schon nicht mehr im Handel. Wer sie verpasst hat, muss aber nicht im Altpapiercontainer wühlen, denn die Infografik ist auch auf ZEIT ONLINE zu finden: Konjunktur der Namen

Die beliebtesten Vornamen 2009 von der GfdS

Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat heute ihre Auswertung der am häufigsten vergebenen Vornamen des Jahrgangs 2009 präsentiert. Der wesentliche Unterschied zur Vornamenhitliste von beliebte-Vornamen.de besteht wie jedes Jahr darin, dass ich nur die ersten Vornamen berücksichtige, die Gesellschaft für deutsche Sprache dagegen auch die zweiten, dritten und weiteren Vornamen mitzählt. Da einige Namen besonders gern als Zweitname vergeben werden, gibt es deutliche Unterschiede.

Weiterlesen