Im Norden werden die Trends gemacht

Lasse im Norden, Xaver im Süden – einige Namen sind typisch für ihre Region. Ich habe herausgefunden, welche generellen Unterschiede es bei den regionalen Namensvorlieben gibt.

Methode

Dazu habe ich zunächst die jeweils 50 häufigsten Jungen- und Mädchennamen für Nord- und Süddeutschland aus den Geburtsjahrgängen 2006 und 2007 ermittelt.

Weiterlesen

Man kann nie sagen, dass ein Vorname für immer ausgestorben ist

Experten von Ancestry.de, einer Plattform zur Familienforschung, haben die Vornamen aus historischen Geburtsurkunden der Jahre 1880 bis 1910 analysiert und mit meinen aktuellen Namensranglisten verglichen.

Männer 2015 Frauen 2015
1. Johann (Johannes) Platz 54 (50) Anna Platz 5
2. Karl / Carl Platz 42 Marie (Maria) Platz 8 (67)
3. Wilhelm (Willi) Platz 323 (173) Margareta / Margarete nicht in den Top 500
4. Friedrich Platz 148 Frieda Platz 26
5. Georg / George Platz 188 Elisabeth Platz 86
6. Paulus / Paul Platz 7 Martha / Marta Platz 77
7. Otto Platz 255 Emma Platz 2
8. Hermann / Hermannus nicht in den Top 500 Katharina / Catherina Platz 60
9. Ernst nicht in den Top 500 Gertrud / Gertrude nicht in den Top 500
10. Heinrich Platz 472 Elsa / Ilse / Else Platz 110
11. Hans Platz 333 Barbara nicht in den Top 500
12. Franz Platz 120 Helene / Helena Platz 102
13. Josef / Joseph Platz 153 Johanna / Johanne Platz 16
14. Max / Maximilian Platz 14 (12) Luise (Luisa) Platz 61 (17)
15. Fritz Platz 121 Erna Platz 437

Erläuterungen von Ancestry.de

Einer der angesagtesten deutschen Männernamen gegen Ende des 19. Jahrhunderts war der Vorname Wilhelm: lange Zeit war er in den Top 10 zu finden – heute würde man sagen, es handelte sich um einen Trendnamen. Auch Hans oder Ernst waren zur damaligen Zeit besonders beliebt. Betrachtet man aber heute die Namensrangliste von 2015, so finden sich Wilhelm und Hans nur noch auf Platz 323 und 333. Ernst ist nicht einmal mehr in den Top 500 vertreten. Ähnliches gilt für Walter, Erich, Rudolf, Eugen, Bernhard oder Herbert. Alle waren um 1900 zumindest unter den Top 50 und sind heute mehr oder weniger vom Aussterben bedroht. Bei den Frauennamen sind es Hertha, Erna, Margarete, Barbara, Wilhelmine, Gertrud oder auch Hedwig, die früher äußerst beliebt waren und heutzutage nahezu keine Beachtung mehr finden.

Weiterlesen

Gewinnernamen 2015

Diese Mädchennamen haben in der 2015er Rangliste gegenüber 2014 die meisten Plätze gewonnen:

Liz * Palina * Talea * Lou * Helin * Käthe * Lisbeth * Hedda * Joana * Ellie * Fine * Giuliana * Hilda * Aria * Evelina * Eleni * Melek * Eleonora * Vera * Zümra * Julina * Milina * Ylvi * Tilda * Natalia

… und das sind die Gewinnernamen bei den Jungen:

Mattes * Ilay * Joris * Thorin * Yigit * Vince * Dylan * Selim * Jim * Sinan * Mirko * Marlo * August * Eymen * Jonne * Iven * Omar * Gianluca * Emirhan * Mahir * Ilja * Thies * Miran * Jaron * Hennes

Gewinnernamen 2015

Außerdem habe ich noch einige interessante Vornamen herausgesucht, die neu in den Top 500 sind. Zunächst die Mädchen:

Alexis * Amber * Arya * Fiene * Hazal * Ilaria * Ines * June * Liva * Runa * Sunny * Viviana

Hier die Jungen:

Amadeus * Aurelio * Fred * Heinrich * Junes * Leart * Ledion * Louie * Lounis * Poyraz * Samy * Scott

Vornamen-Prozentwerte 2015

Viel hat sich nicht geändert im Vergleich zum Vorjahr bei den Kennzahlen zur Häufigkeit der beliebtesten Vornamen. Hier die Werte für 2015:

  • 17 Prozent aller Mädchen haben einen Namen aus den Top 10.
  • 50 Prozent aller Mädchen haben einen Namen aus den Top 57.
  • 85 Prozent aller Mädchen haben einen Namen aus den Top 500.
  • 16 Prozent aller Jungen haben einen Namen aus den Top 10.
  • 50 Prozent aller Jungen haben einen Namen aus den Top 60.
  • 87 Prozent aller Jungen haben einen Namen aus den Top 500.

Auch die Prozentwerte für die Vornamenhitliste 2015 sind denen von 2014 sehr ähnlich. Alle Angaben sind jeweils geschlechtsbezogen (d. h. 2,46 Prozent aller Mädchen heißen Mia und 1,98 Prozent aller Jungen Ben):

Mädchen Jungen
  1. Mia (2,46%)
  2. Emma (2,23%)
  3. Hannah / Hanna (2,05%)
  4. Sophia / Sofia (1,71%)
  5. Anna (1,55%)
  6. Emilia (1,44%)
  7. Lina (1,39%)
  8. Marie (1,38%)
  9. Lena (1,37%)
  10. Mila (1,33%)
  1. Ben (1,98%)
  2. Jonas (1,80%)
  3. Leon (1,73%)
  4. Elias (1,61%)
  5. Finn / Fynn (1,58%)
  6. Noah (1,56%)
  7. Paul (1,56%)
  8. Luis / Louis (1,54%)
  9. Lucas / Lukas (1,49%)
  10. Luca / Luka (1,44%)

Ein Mädchenname auf Platz 100 kommt auf ca. 0,19 Prozent, ein Jungenname auf ca. 0,23 Prozent.

So haben sich die Spitzenreiter Ben und Mia seit 2006 entwickelt:

Ben und Mia Prozentwerte 2006 bis 2015

Grundlage dieser Auswertungen ist eine repräsentative Stichprobe aus 183.396 Geburtsmeldungen, die ungefähr 26 Prozent aller 2015 geborenen Kinder ausmacht. Vergleichbare Statistiken der Standesämter weisen meist höhere Anteile aus. Das liegt daran, dass ich nur die ersten Vornamen gezählt habe, während die Standesämter meist auch die zweiten und weitere Namen mitzählen.

Martin – besonders beliebt in Rosenheim

Der Name Martin ist eigentlich aus der Mode gekommen, richtig häufig vergeben wurde er zwischen 1960 und 1980.  Neulich wurde hier im Blog darüber diskutiert, ob Martin vielleicht in bestimmten Regionen nach wie vor beliebt ist. Ich habe das anhand meiner Daten geprüft:

Martin nach Postleitregionen

So richtig häufig kommt Martin heutzutage in keiner Region Deutschlands vor. In und um Rosenheim (Geburtsorte, deren Postleitzahlen mit 83 anfangen) ist Martin aber viel beliebter als anderswo. Dort gehört Martin locker zu den Top 100 der beliebtesten Jungennamen , in ganz Deutschland reicht es gerade mal für Platz 150.

Auch in der Postleitregion 96 (unter anderem Bamberg) ist die relative Häufigkeit ungewöhnlich hoch. Allerdings habe ich für diese Gegend leider nur verhältnismäßig wenige Geburtsmeldungen gesammelt, so dass dieser Wert nicht so aussagekräftig ist.

Einen grauen Fleck hat die Martin-Karte rund um Bad Homburg (Postleitzahlen mit 61…). Dort habe ich seit 2006 für meine Stichprobe von Geburtsmeldungen keinen einzigen Martin gefunden.