Nicht wie Jackie

Eben habe ich in der Stadt für meine Tochter zwei Shirts erstanden. Bei dem großen Kinderausstatter, bei dem ich seit sechs Jahren regelmäßig Geld lasse und dessen Name mit Ja- beginnt und mit -ko-o aufhört. Ich weiß ja nicht, wie das anderen geht – aber ich komme ziemlich ins Schwimmen, wenn ich nicht weiß, wie ein Name richtig gesprochen wird. Auch bei Markennamen, obwohl es die Marke ja nicht schert, wenn ich sie falsch betone. So habe ich heute an der Kasse endlich mal gefragt, wie es richtig heißt.

And the winner is … „Ja-“ wie in Jakob und nicht etwa „Dschako-o“, wie ich auch manchmal gesagt habe. Wobei das vermutlich sowieso inkonsequent gewesen wäre; wenn überhaupt, hätte es wohl „Dschä-“ wie bei Jackie Kennedy heißen müssen. Oder nicht? Jedenfalls gut, das jetzt zu wissen.

Die junge Dame an der Kasse erzählte freimütig, dass sie selbst erst im Vorstellungsgespräch gelernt habe, wie man Jako-o ausspricht. Mein letzter Blick fiel auf ihr Namensschild: Sie hieß Janine.

Vorsicht, Ypsilonitis!

Keine Bange: Ich hole nicht etwa die SPD-Politikerin Ypsilanti aus der Versenkung. Ypsilonitis, das ist eine schon seit einigen Jahren kursierende abwertende Bezeichnung für den Hang mancher Eltern zu Namen mit Y. Wobei der wünschelrutenförmige Trendbuchstabe auch gern dort zum Einsatz kommt, wo eine andere Schreibweise weit geläufiger ist (Yana, Daymien).

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Kirby und die Mexikaner oder: Was dürfen Eltern?

Schon länger liegt hier ein Zeitungsausriss aus dem Lokalblättchen. Eine sympathische junge Frau mit großen Creolen in den Ohren und dickem Blumenstrauß im Arm ist darauf zu sehen: eine für ihre Leistungen ausgezeichnete Auszubildende. Und natürlich ist es ihr Vorname, der mir aufgefallen ist. Kirby. Dazu wird noch ihr Zweitname genannt, sehr geläufig und in ihrem von mir angenommenen Geburtsjahr in den Top 40.

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Amon und Ariel – Assoziations-Alarm?

Es steht auf Platz 14 der Spiegel-Bestsellerliste: ein Buch, dessen Obertitel nur aus vier Buchstaben besteht, einem hebräischen Vornamen: Amon. Viel mehr braucht es nicht, um zu wissen, um was und wen es geht. Verfasserin Jennifer Teege ist die Enkelin des brutalen KZ-Kommandanten Amon Göth, den man auch aus „Schindlers Liste“ kennt, und schreibt über ihre Familiengeschichte: „Mein Großvater hätte mich erschossen“ – Teeges Vater ist Nigerianer. Auch Göths Vater und Großvater hießen schon Amon, der Name taucht nicht nur in der Bibel auf, sondern bezeichnet auch den Sonnengott im alten Ägypten. Und er ist einer jener Namen, die mir gefallen, wo ich mich aber frage: Kann man den noch (oder wieder?) vergeben?

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Wendler, Wendy und die wirklich coolen Kids

Der Wendler ist raus: Der gelernte Speditionskaufmann Michael Wendler, als dessen Erkennungsmelodie gern „Sie liebt den DJ“ eingespielt wird, gab nur ein kurzes Gastspiel im RTL-Dschungelcamp. Interessant finde ich an diesem Herrn – ausschließlich – seinen Umgang mit seinem Namen: Er hat sogar vor Gericht um das Vorrecht gestritten, sich „Der Wendler“ nennen zu dürfen, und spricht von sich in der dritten Person wie einst römische Kaiser.

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