So viel lässt sich über die Zukunft schon sagen: Wenn unsere Kinder zwanzig, dreißig Jahre alt sind, werden sie häufiger auf Menschen mit seltenen Namen treffen – und seltener auf Menschen mit häufigen – als wir seinerzeit. Das dürfte auch die Reaktion auf seltene Namen verändern. Fragt sich nur, wie sehr. So oder so finde ich es immer wieder interessant, mit Trägern ungewöhnlicher Namen über ihre Erfahrungen zu sprechen. Wynona konnte ich mir da keinesfalls entgehen lassen.
Annemarie Lüning
Kennen Sie Falko von Falkenstein?
Vielleicht werde ich langsam etwas seltsam, weil bei uns zu Hause und auf jeder Autofahrt „Bibi und Tina“-CDs rauf und runter laufen. Jedenfalls bin ich neulich an einer Nebenfigur der Serie hängengeblieben, dem monokelbewehrten Vater von Tinas Freund Alex: Falko von Falkenstein.
Käfer und Glöckchen heißen so
Eine Freundin von mir heißt May mit Nachnamen. Ein schöner Familienname, das habe ich schon immer gefunden: Birkengrün, Maiglöckchen, Hoch-Zeit für Hochzeiten – die Assoziationen könnten kaum positiver sein. Neulich ist mir allerdings aufgefallen, dass man nur zwei Buchstaben anhängen müsste, um einen schnöden Massennachnamen zu erhalten. Ich entschuldige mich hiermit bei allen Mayers, Maiers, Meyers und Meiers (ich selbst hieß früher ganz ähnlich) – aber bei ihnen habe ich noch nie an den Wonnemonat gedacht.
Frankie und Charlie
„Drew Barrymore bekommt wieder keinen Sohn“ – auch so könnte eine aktuelle Schlagzeile lauten. Denn die Actrice („Drei Engel für Charlie“) und Gatte Will Kopelman haben ihre zweite Tochter Frankie genannt. Vermutlich steckt dahinter ja gar nicht der (unbewusste?) Wunsch nach einem Stammhalter. Ich habe nur kein Gefühl für Namen aus dem angelsächsischen Sprachraum und wüsste nicht einmal Drew einzuordnen. Vielleicht ist Frankie dort für Mädchen sogar gängiger als für Jungen namens Frank (sicher weiß hier jemand mehr?). Jedenfalls finde ich den Namen von Barrymores erster Tochter viel femininer: Olive.
Mein seltener Name und ich: Reingard

Bei Schwangeren in meinem Umfeld kann ich nicht an mich halten. Kürzlich habe ich wieder einer werdenden Mutter das Beliebte Vornamen Jahrbuch in die Hand gedrückt. Dieses wurde auch gern genommen, mein Angebot, weitere Namen vorzuschlagen, jedoch mit Erstaunen quittiert. Denn: Ein Name, der nicht in den Top 500 steht, sei ohnehin zu ausgefallen.