
Der Jungenname Maleo tauchte 2018 erstmals in meiner Statistik der beliebtesten Vornamen Deutschlands auf. Seitdem werden von Jahr zu Jahr mehr Jungen so genannt, und vermutlich gelingt 2026 sogar der Sprung in die Top 100.

Ursprünglich ist Maleo allerdings gar kein Vorname, sondern die Bezeichnung eines Vogels: des Hammerhuhns. Dieses Tier lebt ausschließlich auf der indonesischen Insel Sulawesi.
Das wissen allerdings nicht alle Maleo-Eltern. „Maleo bedeutet Löwe“, meinten mir gegenüber schon ein paar Mütter – schließlich steckt ja leo darin. Mag sein. Dann müsste man aber konsequenterweise auch den Namensteil mal würdigen. „Schlechter Löwe“ also – und plötzlich wirkt die Erklärung mit dem Huhn gar nicht mehr so unattraktiv.
Wie auch immer man diesen oder jeden anderen Vornamen deutet: Entscheidend ist letztlich, was sich die Eltern dabei gedacht haben. Eines steht aber fest: Maleo ist kein alter, traditionsreicher Vorname.
… Speziell: Indonesische Vornamen
Man könnte es auch von malum „Apfel“ ableiten. Dann ist Maleo der „Apfellöwe“ 😉
iPhone-Nutzer lieben diesen Namen.
Naja, ein seltsamer Vogel (den ich bis gerade eben noch nicht kannte) macht noch keinen Vornamen. Und an einen verselbstständigten Rechtschreibfehler (Ismael -> Maelo -> Maleo) mag ich auch nicht glauben.
Ich denke aber, dass ich eine Spur gefunden habe: Es gibt einen polnischen Reggaemusiker Dariusz Malejonek mit dem Künstlernamen Maleo. Kann sein, dass der der Namenspate der ersten kleinen Maleos hierzulande ist, und dann hat sich der Name durch Hören und Gefallen (passt ja ins Muster; Weiche Konsonanten und ein Hiat) weiterverbreitet.
Das ist spannend. Ich hatte Maleo immer für die weibliche Variante von Malea gehalten und Malea (ohne irgendwo nachzusehen) entweder für eine Nebenform von Malia gehalten (als Kurzform zu Amalia) oder als Zusammenschluss von Maria Lea oder
Magdalena.
Bis vor kurzem kannte ich weder den seltsamen Vogel noch den seltsamen Musiker und wahrscheinlich hat weder der eine noch der andere diesen Vornamen initiiert. „Passt ins Muster“ halte ich für wahrscheinlicher als Inspirationsquelle. Die männliche Form von Malea ist ja auch naheliegend, das schreibe ich auch in mein Namenslexikon, genauso wie den Apfellöwen und den Musiker.
Wie schon gesagt: Entscheidend ist, was sich die Eltern bei der Namenswahl gedacht haben. Nur das mit der Namensbedeutung ist oft zu kompliziert für ein einfaches Stichwort.
Maleos habe ich bislang nicht in meinem Bekanntenkreis, eine Malea aber durchaus – die Mutter hat sich den Namen aus dem hawaiianischen entliehen und mir die Bedeutung mit „Blume“ erklärt. Ich mag die Person Malea sehr, würde aber selbst Vornamen mit „mal“ vermeiden, außer es handelt sich um „amal“.