City-Vibes oder Landluft? Diese Namen verraten es

Großstadt vs Kleinstadt

Ich habe untersucht, welche Vornamen in Großstädten am häufigsten vergeben wurden und welche in Kleinstädten. Meine Auswertungsergebnisse erspare ich euch, denn da gibt es keine bemerkenswerten Unterschiede. Ob Stadt oder Land – an der Spitze stehen überall die üblichen Verdächtigen.

Ganz ohne spannende Erkenntnisse möchte ich euch aber nicht lassen. Denn jenseits der Top 10 gibt es einige Vornamen, die in großen Städten deutlich häufiger vergeben wurden als in kleineren Städten:

Die beliebtesten Großstadtnamen

(Vorname – durchschnittliche Einwohnerzahl)

  1. Caspar – 1.027.955
  2. Ada – 775.408
  3. Rio – 682.609
  4. Ava – 650.958
  5. Lily – 636.000
  6. Tara – 611.683
  7. Isa – 611.005
  8. Yasin – 604.725
  9. Hana – 604.193
  10. Aslan – 602.216
  11. Olivia – 593.755
  12. Musa – 589.604
  13. Mikail – 588.055
  14. Alva – 587.755
  15. Aaliyah – 581.427
  16. Karim – 581.033
  17. Lola – 579.678
  18. Zayn – 579.512
  19. Flora – 577.099
  20. Antonio – 576.659

Was wurde genau ausgewertet?
Für die 500 häufigsten Erstnamen der letzten drei Jahre habe ich die durchschnittliche Einwohnerzahl des Geburtsorts ermittelt. Unterschiedliche Schreibweisen wurden nicht zusammengefasst.

Und natürlich gibt es auch das Gegenstück: Diese Namen wurden besonders häufig in eher kleinen Städten vergeben:

Die beliebtesten Kleinstadtnamen

(Vorname – durchschnittliche Einwohnerzahl)

  1. Anni – 199.505
  2. Malte – 210.280
  3. Hannes – 216.546
  4. Jule – 218.624
  5. Emmi – 226.694
  6. Silas – 229.925
  7. Lias – 240.514
  8. Lenny – 249.496
  9. Malea – 250.840
  10. Elli – 251.880
  11. Michel – 253.590
  12. Korbinian – 254.206
  13. Franziska – 254.720
  14. Thore – 254.724
  15. Annika – 260.579
  16. Samu – 260.745
  17. Thilo – 260.891
  18. Till – 260.905
  19. Johannes – 262.451
  20. Josef – 264.405

Wichtig: Entscheidend für diese Analyse ist der Geburtsort und nicht der Wohnort des Kindes.

Und ja, den Begriff „Kleinstadt“ habe ich hier großzügig verwendet. Offiziell gelten in Deutschland alle Städte mit mindestens 100.000 Einwohnern als Großstadt.

9 Gedanken zu „City-Vibes oder Landluft? Diese Namen verraten es“

  1. Donnerwetter, wie krass der Unterschied zwischen Stadt- und Landnamen ausfällt. Schön, dass sich bei den ländlichen Namen ein paar Namen mit besonderem regionalen Bezug wie Malte und Korbinian plazieren konnten.

    Die Großstadtmischung ist modern (Ada, Ava, Alva) bis international. Eine große Überraschung ist für mich allerdings der Spitzenreiter Caspar, den hätte ich eher auf dem Land (alter Landadel oder so) vermutet. Was macht Caspar bei modernen Großstädtern so beliebt?

    Antworten
    • Ich hatte im Ref gleich zwei Caspers in der Klasse, finde ich immer noch krass, weil ich den Namen so gar nicht als realen Namen auf dem Schirm

    • Als Großstädterin, die den Namen sehr gerne hört: klingt freundlich und frisch, hat Tradition im deutschen Sprachraum, bekannt im europäischen Raum, angenehme Bedeutung, fügt sich gut zu „wiederentdeckten“ Namen wie Hugo usw. ein.

  2. evtl mussten alle in der Schule den Schwabenkinder-Film anschauen und haben sich das unbewusst gemerkt? nee, unglaubwürdig.
    Da hieß auch der Junge Kaspar, die Leute nannten ihn „Kaschbahr“ oder auch „Kaschber“. Daran muss ich bei dem Namen denken. Die armen Kinder.

    Antworten
    • Arme Kinder: damit waren die Schwabenkinder gemeint. Die gab es wirklich. Kinder aus sehr armen Familien mussten im Winter zu Fuß über die Alpen wandern, von Tirol nach Schwaben und dort als Arbeitskräfte für Bauern ein bisschen Geld verdienen. Wurden dann auf einer Art Sklavenmarkt gekauft. Viele sind erfroren oder verhungert.

    • Leider kann ich den Median nicht auf die Schnelle berechnen, weil mein Datenbanksystem dafür keine Standardfunktion kennt. Darum frage ich lieber, bevor ich mir die Mühe mache: Mal angenommen, es würde sich ein anderes Bild ergeben – was könnte man daraus schließen?

    • Verstehe ich, nur für eine komplizierte Statistik-Diskussion lohnt sich der technische Aufwand natürlich nicht unbedingt.

      Beim Mittelwert können einige wenige verhältnismäßig große Städte den Schnitt stark nach oben ziehen. Auch die rund 200.000 Einwohner am unteren Ende entsprechen immerhin noch Großstädten.

      Ist der Median ähnlich hoch wie der Mittelwert, spricht das dafür, dass keine wenigen Ausreißer den Schnitt verzerren. Dann scheint der Name tendenziell in Städten einer bestimmten Größenordnung vorzukommen, also z.B. Caspar überwiegend in sehr großen oder Anni in kleineren Großstädten. Ist der Median dagegen deutlich kleiner, heißt das: Viele Namensträger wurden in kleineren Städten geboren, nur ein paar deutlich größere Städte ziehen den Durchschnitt nach oben.

Schreibe einen Kommentar