Immer mehr Mädchennamen mit -a

Wer zumindest ein kleines bisschen Latein gelernt hat, hat davon gehört, dass die Endung -a meistens zu einem weiblichen Nomen gehört. Ob darum immer mehr Eltern ihren Töchtern Vornamen geben, die mit -a enden? Oder ist es einfach eine Modeerscheinung?

Der Anteil der Mädchennamen mit -a am Ende steigt in Deutschland seit den 1940er Jahren. Damals bekam nur jedes dritte neugeborene Mädchen einen solchen Vornamen. Heutzutage ist es umgekehrt: zwei Drittel der weiblichen Vornamen hat die Endung -a (oder -ah). In den 1910er und 1970er Jahren war das Verhältnis ausgeglichen. Diese Aussagen gelten allerdings nur für die ersten Vornamen.

Mädchennamen mit der Endung a

Die beliebtesten Zweitnamen sind heute auf dem Erstnamen-Stand der 1970er Jahre, was die Endung angeht. Ungefähr die Hälfte der zweiten Vornamen endet mit -a.

Jungennamen mit -a am Ende gab es in Deutschland vor hundert Jahren fast gar nicht – in den 2010er Jahren machen Luca, Mika und Co. schon fast fünf Prozent der männlichen Namen aus.

Und außerdem …

24 Gedanken zu “Immer mehr Mädchennamen mit -a”

  1. Mir gefallen Namen mit -a auch am besten: Luisa, Anna, Sara z.B.

    Für mich klingen die Namen sanfter als z.B. Luise und Anne; und damit natürlich auch weiblicher.

  2. Ich hatte immer schon das Gefühl. Ohne “a” gibt es nur noch Namen mit “e” oder welche, die etabliert sind, wie z.B. “Marion” oder “Doris”. Mein Name wird deswegen ständig für einen Männernamen gehalten, weil viele “Maren” einfach nicht kennen.

    • Echt?! In Niedersachsen ist das ein völlig normaler und von jedermann sofort als weiblich identifizierter Mädchenname… Gut, er klingt schon ein bißchen nach „Generation X in Norddeutschland“, Maren dürfte aber wirklich allen Altersstufen hier als Mädchenname geläufig sein. Mehrere Kommilitoninnen und Nachbarinnen von mir hießen/heißen so.

      (Und die gegenwärtige Präsidentin des Niedersächsischen Landesamtes für Verfassungsschutz, die heißt auch so. :mrgreen: )

    • Also, dass Maren für männlich gehalten wird finde ich auch sehr seltsam ….
      Selbst im Süden ist der Name doch bekannt. Zumindest mehr als z.B. Wenke.

    • Mein Zweitnamen ist Maren. Dass er für männlich gehalten wird, finde auch ich sehr irritierend.
      Ein größeres Problem allerdings, welches bei mir schon öfter vorkam, ist, dass die Leute “Ma-rehn” sagen statt eben “Ma-renn”, was ich äußerst nervig finde.
      Eine andere Maren die ich mal kennen gelernt habe, meinte, sie würde immer sagen: “Maren wie Karen”, das würde dann funktionieren.

    • das mit der aussprache ist auch bei dem namen marlies ein Problem. die einen sagen mar-liiiiiis und die andern maaaaar-lis. übrigens ein name ohne A zum schluss ^^

  3. Interessante Grafik (Auch wenn die Zeitachse komisch läuft).

    Der Tiefstand der Endung -a(h) in den 30ern und 40ern fürfte mit der germanischen Namensgebung damals (Hildegard, Waltraut, Gertrud, Heidrun, Sieglinde, Brunhilde, etc.) zusammenfallen. Seitdem geht es mit dem -a(h) kontinuierlich bergauf; wenn es so weitergeht ist in 4 Jahrzehnten die 100%-Marke geknackt 🙂

  4. Ich stamme aus den 70ern und in meiner Schulzeit waren die Namen mit a-Endung in der Minderheit. Entweder keinen Vokal am Ende oder ein e. A war deutlich seltener (Ausnahme, z. B. Julia). Ich denke, dass es sich hier in der Tat um Modewellen handelt. Erst mögen alle die a-Endung, dann hat man sich sattgehört und wechselt zum e oder ie und dann folgt wiederum die Konsonanten-Endung (weil es plötzlich “frischer” klingt). Wenn z. B. eine ganze Generation Kathrin heißt, liegt es für mich nahe, dass diese für ihre Nachkommen einen Vokal-Endlaut wählt. Vielleicht wird die a-Generation wieder auf die Konsonanten-Variante wechseln. In meiner Klasse gab es eine Anna, das kam uns anderen zunächst furchtbar altbacken vor.

  5. Für mich klingen Leah-Lena-Lina-Laura-Lara-Sarah-Anna-Hannah-Emma-Maja jetzt schon nur noch nach Einheitsbrei. Klingt komisch, aber so altbackene Namen wie Ingrid, Annegret oder Lisbeth würden frischen Wind reinbringen.

    • Für mich klingen Leah-Lena-Lina-Laura-Lara-Sarah-Anna-Hannah-Emma-Maja jetzt schon nur noch nach Einheitsbrei.

      Ich empfinde das auch so, und zwar obwohl diese Namen einzeln alle wirklich hübsch klingen – während mir angelsächsische oder ultraweiche Namen (siehe bitte die Mehrzahl der Namen in den neueren jährlichen Hitlisten) schon jeweils für sich albern vorkommen.

      Na, zumindest Sarahs, Lauras und Hannahs gibt es heute schon in so großer Zahl zwischen 30 und 40, daß vielleicht in der Tat ein Ende der a-Mode zumindest nicht ganz ausgeschlossen scheint.

      Nebenbei: Vor vielen Jahren habe ich mal im Radio ein Interview mit einer gewerbsmäßigen Verfasserin von Tante-Frieda-Groschenromanen gehört, eine blitzgescheite und eloquente Frau. Die meinte, daß die negativen Frauenrollen – also die böse Schwiegermutter oder die fiese Eifersüchtige, die das junge Glück zerstören will – unbedingt spitzige und kantige Namen haben müßten. Sigrid war ihr Beispiel…

    • Da hast du Recht. Mich stört die Häufigkeit meines Vornamens auch… aber kann man sich nunmal nicht aussuchen 😉

  6. Also bei mir in der Verwandtschaft stimmt das, war mir gar nicht so bewusst. Bei 12 weiblichen Verwandten (Schwestern, Cousinen, Kind einer Cousine) die zwischen 1985 und 2014 geboren wurden enden 11 mit einem -a und nur 1 tanzt mit einem -i aus der Reihe.

    Mir fallen spontan diese schönen Mädchennamen ein, die ganz ohne A auskommen: Lilith, Muriel/Meriel, Gwendolyn, Ingrid

  7. Also für mich ist das A am Ende sowieso der Inbegriff von Weiblichkeit, meine Lieblingsnamen mag ich alle lieber in der A-Variante (einzige Ausnahme: Marlene!)
    Lustig; ich stelle fest, dass meine Uromas (Minna, Martha, Eva), Omas (Helga und Christa), meine Mutter (Rita) sowie ich ausnahmslos mit -a endende Vornamen besitzen. Geheime Trendsetter 😉 ?
    Auch meiner Tochter hat einen Namen der auf a endet.

  8. Liebe Ullas, Lauras, Hanna(h)s, Sara(h)s, Lenas, Annas, Emmas etc. pp.,

    Ihr habt allesamt und jede für sich den allerschönsten Vornamen der Welt! 🙂 (Der mir – nächst meiner Mutter – liebste Mensch auf Erden trägt auch einen dieser Namen. 🙂 )

    Nur in der Ballung wirkt es ab und zu ein bißchen unheimlich… Zwei Silben, Betonung auf der ersten, Endung auf -a. Als ob da eine ganze Amazonen-Armee aufmarschierte! 😉 Minna, Martha und Rita waren vielleicht deren erste Fernspäher und Stoßtruppen. 😉

    Und nur nebenbei: Im Russischen enden auch die Standard-Koseformen für Jungsnamen (mit denen man sich halt normal und nicht sooo vertrauliche anredet, sobald man sich duzt – was man allerdings im Russischen weniger schnell macht als heute in Deutschland) immer (?) mit -a. Also Sascha (von Aleksandr), Grischa (von Grigorij), Wolodja (von Wladimir), Wanja (von Iwan) usw. usf. Die Mädchen-Standard-Kosenamen freilich auch: Tanja, Tonia, Olja, Natascha… Es ist also nicht so, daß „-a“ immer und überall weiblich ist.

  9. Oha, da muss ich doch auch mal durchzählen. Ich selbst ende auch mit A (Johanna, vor 28 Jahren in der DDR aber total out. O-Ton Krankenschwester zu meiner Mutter: Wie kann man sein Kind heutzutage noch Johanna nennen?!)

    gehen wir mal Rückwärts(mütterlich):
    Antje –> Inge (mit Schwester Gisela)–> Lisbeth
    Antje –> [Harald (mit Schwester Marita)] –> Johanna –> Lina

    väterlich:
    [Wolfram (mit Schwester Karla-Diana Hildlies)]–> Helga (mit Schwester Inge-Rose) –> Hilda –> Luise
    (Mutter von meinem Papas Papa hieß Elise)

    was gibts sonst noch in der direkten Verwandtschaft älter als Jahrgang 1990:
    Heike (Jhg ’89), Franziska (Jhg. ’88), Petra (Jhg. ’87), Martina, Kerstin

    Bei meinem Mann in der Familie: Ivonne, Martina, Sabine, Brigitte, Margot, Erna

    A schlägt E, vereinzelt weder noch. 🙂

    • Angesichts der Häufigkeit von Namen auf -e darf man mal unterstellen, daß Du aus MVP kommst? 🙂

      Bei uns (Niedersachsen, ich Jahrgang 67) war das ähnlich:

      Großmütter-Generation: Marie (natürlich /marIje/ ausgesprochen, nicht /marI/), Wilhelmine – aber auch Anna und Minna

      Mutter-Generation: Marianne (vulgo Anne), Annegret, Ingrid, Monika

      Meine Generation: Claudia, Melanie, Anke, Inge, Heike, Renate, Petra

      Das paßt vielleicht in die generelle Tendenz der Graphik im Ausgangsbeitrag…

    • Also ich komme aus BB, meine Mutter wurde in Berlin geboren, deren Eltern sind aus Sachsen Anfang der 60er dorthin gezogen. (Mal abgesehen davon, das meine mütterlichen Großeltern viel im Ausland unterwegs waren, Opa war Aussenhandelskaufmann)
      Die Familie von meinem Papa saß schon einige Jahrhunderte im östlichsten Brandenburg, vor ca. 300 Jahren aber wahrscheinlich auch aus Sachsen eingewandert 😀

      Mein Mann kommt aus Sachsen. Inzwischen sind wir in NRW gelandet und falls wir noch ne Tochter bekommen heißt die Elise Wilhelmine Johanna.

      Alles klar? 😀

  10. Kein Ding. MVP ist ja gar nicht so weit weg. (50km ?!, bis nach Stettin sinds auch nur 50 km…)
    Laut meiner Mutter (die betreibt die Ahnenforschung) hießen die Frauen in der Familie meines Vaters auch gerne mal “Rosina” (wieder A, aber E wäre hier wahrscheinlich wirklich zu arg) 😉

    Achso, noch nen Name von der Cousine meiner Mutter (Sachsen): Meila

    • Laut meiner Mutter (die betreibt die Ahnenforschung) hießen die Frauen in der Familie meines Vaters auch gerne mal „Rosina“ (wieder A, aber E wäre hier wahrscheinlich wirklich zu arg)

      Es war mir neu, daß es den Namen seinerzeit auch in Deutschland gegeben hat… Es gab mal eine halbwegs berühmte italienische (genauer: Capresische) Rosina, die in der Kunstgeschichte des Spätimpressismus einige Bedeutung hatte, unter anderem, weil sie der große US-amerikanische Maler John Singer Sargent mehrmals porträtiert hat:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Rosina_Ferrara

    • Da muss ich meine Mutter nochmal Fragen, in welchen Jahren der vergeben wurde.
      Aus Italien über Frankreich könnte der aber nicht eingewandert sein?!
      Ich habe Hugenotten in den Vorfahren väterlicherseits.

    • Überhaupt keine Ahnung, leider… Mir war nur vorhin zu Bewußtsein gekommen, daß ich diesen seltenen Namen eben doch schon einmal gehört/gelesen hatte. (Sargent ist seit Jahren einer meiner Lieblingsmaler, aber ich hatte vor drei Tagen, als Du das erwähnt hattest, nicht durchgeschaltet…)

      Hm, diese Künstler-Muse Rosina Ferrara lebt im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert – die Hugenotten sind aber schon erheblich früher nach Preußen gekommen (nämlich ab 1685). Es scheint mir daher kaum wahrscheinlich, daß es da eine „Namensvererbung“ gegeben hat – zumal in Frankreich damals italienische Namen sofort französisiert worden wären. Nochmals: Das ist Spekulation. Nur eben die Namensgleichheit, die ist Faktum.

    • Jan Wilhelms:
      Ich weiß, mit dem Edikt von Potsdam vom großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm. (seine zweite Frau Dorothea hat die knapp 100-jährige Markgrafschaft meiner Heimatstadt “gegründet”)

      Wäre ja möglich, das es denn Namen ja damals schon in Italien gab…aber französisch würde er wahrscheinlich wirklich anders aussehen.

      Micha:
      Interessant. Ich muss echt meine Mutter nochmal befragen, wenn sie aus dem Urlaub zurück ist.

  11. Vor allem das Sachsen hat mich aufhorchen lassen. Bei den väterlich-väterlichen Vornamen gibt es die Vermutung, das sie vor ca. 300 (?) Jahren auch aus Sachsen kamen (Familienname wie die östlichste(?) Stadt Deutschlands (zumindest in Sachsen) 😉 )
    Meine väterlich-mütterlichen Vorfahren waren Nachfahren von Hugenotten. Meine Uroma war eine geborene Beccard. Und bei den Görlitz’schen gabs wohl die Rosinas…

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