Marlitt und das Heideprinzesschen

Dass es sie gibt, wusste ich schon länger. Aber seit ich sie neulich in einer lokalen Familienanzeige gelesen habe (als Name einer Enkelin), ist sie für mich viel realer geworden: Marlitt. Nicht Marlies (immer noch etwas altbacken), nicht Marit (skandinavisch-kronprinzessinnenhaft, 2012 immerhin auf Platz 198), sondern Marlitt. Laut dem Vornamensduden kam diese Orchidee unter den Namen erstmals in den 1920er Jahren auf, vermutlich als Verschmelzung von Maria und Melitta.

Melitta – eigentlich auch ein sehr hübscher Name, der Biene oder auch Honig bedeutet, durch den Erfolg des gleichnamigen Kaffeefilters aber quasi unvergebbar geworden ist. Oder? Wenn Melitta Bentz, die ihre Filter-Erfindung 1908 zum Patent anmeldete, das geahnt hätte … Maria soll „die Widerspenstige, die Ungezähmte“ bedeuten. Somit wäre Marlitt „die ungezähmte Biene“ oder zwar widerspenstig, aber auch süß wie Honig. Meinem Vater, dem Imker, würde das gefallen. Und Waldemar Bonsels, halbwegs prominenter Spross unserer Stadt, hätte „diese Biene, die ich meine“, deren Abenteuer er 1912 veröffentlichte, ganz gut Marlitt nennen können – und nicht Maja.

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Namensgebung: Auch über die Anfangsbuchstaben nachdenken!

Natürlich gibt es bei der Namenssuche vordringlichere Fragen: Was passt zum Nachnamen? Wie macht man dem Partner seine Favoriten schmackhaft? Trotzdem: Denken Sie ruhig mal über das Thema Anfangsbuchstaben nach.

Hundertfach wurden sie zu Uromas Zeiten in Tafelsilber graviert, in Wäsche gestickt: die Anfangsbuchstaben von Uromas Vor- und Nachnamen. So präsent sind Initialen heute kaum noch. Vermutlich ärgern sich mehr Menschen über Kurzformen und Verballhornungen ihres Namens als über ihre Initialen. Nichtsdestotrotz – hier unsere Anregungen: Schon mal über Initialen nachgedacht?

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Liebeserklärung an Wilhelmine

Sie zählt zu meinen heimlichen Lieblingen, seit ich auf dem Dachboden meines Großonkels ein Bündel Liebesbriefe aus dem Jahr 1902 gefunden habe. Wenn man da „Mein einziges, liebes Herzchen“ liest und weiß, dass die eigene Urgroßmutter gemeint ist, die als spätes Mädchen von 29 um ein Haar keinen mehr abbekommen hätte, ja, dann kann man nicht anders, als sich in ihren Namen zu verlieben: Wilhelmine. Zumindest mir geht es so, wenn ich lese, wie mein Urgroßvater seine „innigst geliebte Mine“ umwarb.

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Immer im Dienst?!

Ein Aufkleber auf der Heckscheibe mit einem gezeichneten Baby drauf – ganz klar, denkt die Namens-Bloggerin: Hier muss es sich um einen Babynamensautoaufkleber handeln. Und wundert sich ganz leise, warum ihr mehrfach derselbe Name – und kein anderer – begegnet: Alerta. Aber klingt doch hübsch, oder?

Alerta hi van infants!

Tja, nach einer Weile wurde mir während unseres Mallorca-Urlaubs dann doch klar, dass es sich mitnichten um einen Namen handelt. „Alerta“ heißt zu deutsch einfach „Aufgepasst!“… Namensaufkleber bleiben ein deutsches Phänomen – oder?! Ich kaufe jetzt aber erst mal ein b: Den Namen Alberta würde ich gerne mal auf einem Auto lesen, gefällt mir sehr gut.